Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
1. Sequenz Das Alte Ägypten - Die SuS lernen auf verschiedene Art und Weise das Alte Ägypten kennen
2. Sequenz Das Volk Israel als Sklaven der Ägypter - Die SuS vollziehen die Gefühle der Sklaven nach und drücken sie in Form von Klagen aus.
3. Sequenz Moses Geburt, Rettung und Flucht nach Midian - Die SuS fühlen sich in
4. Sequenz Gott offenbart sich Mose im Dornbusch (s. u.)
5. Sequenz Moses vor dem Pharao und die Folgen - Die SuS lernen das Bild des strafenden Gottes kennen.
6. Sequenz Gott führt sein Volk durch das Meer - Die SuS lernen das Bild des rettenden Gottes kennen.
7. Sequenz Das israelitische Volk in der Wüste und die 10 Gebote - Die SuS
Einordnung der Unterrichtseinheit in das Kerncurriculum
Leitfrage: Nach Gott fragen
„Die SuS können die Vielfalt des biblischen Gottesbildes vor dem Hintergrund unterschiedlicher menschlicher Erfahrungen beschreiben.“ „Die SuS können ihre Fragen nach Gott und ihre Gottesvorstellungen zu bestimmten Geschichten und zu eigenen Erfahrungen in Beziehung setzen.“ (KC, S. 19)
Schwerpunktziele der Unterrichtsstunde
Die SuS lernen die Berufungsgeschichte des Mose kennen und verstehen den Namen Gottes als Zusage und Versprechen für das Volk Israel. Die SuS erfahren, dass die Zusage Gottes auch für sie persönlich gilt und sie sich in der Not/in unterschiedlichen Lebenslagen an ihn wenden können.
Kommentar zur Lerngruppe
Ich unterrichte seit dem 01.02.2007 evangelische Religion in der Klasse 2b, nun 3b. 19 SuS, davon elf Mädchen und acht Jungen nehmen am ev. Religionsunterricht teil. Die Klasse zeichnet sich sowohl in der allgemeinen Leistung als auch in der religiösen Sozialität als sehr heterogen aus. So kennen einige SuS die Moses-Geschichte bereits von zuhause oder aus dem Chor, andere SuS kommen in ihrem Alltag mit religiösen Themen so gut wie gar nicht in Berührung. Der Großteil der Mädchen ist sehr leistungsstark. Sie tragen viele interessante und kreative Gedanken und Ideen in den Religionsunterricht hinein. Der Großteil der Jungen beteiligt sich dagegen eher selten am Unterricht und zeigt nur wenig Interesse. Besondere Probleme beim Erfüllen von Aufgaben haben J., T. und A. Vor allem J. lässt sich schnell von anderen Kindern ablenken und muss immer wieder zur konzentrierten Mitarbeit aufgefordert werden. Schüler, die häufiger durch Unterrichtsstörungen auffallen, sind Mathes und Justin. Beide sind sehr impulsiv und müssen des Öfteren an die Klassenregeln erinnert werden. Bei Störungen wird der Schüler bzw. die Schülerin ermahnt und ggfs. an die Tafel geschrieben. Die SuS dieser Klasse sind allgemein sehr aufmerksam und hören Geschichten interessiert zu, wobei auch längere Stuhlkreisphasen meist kein Problem bilden. Stumme Impulse in der Kreismitte sind den SuS bekannt, wobei jedoch einzelne SuS während dieser Phase an die Melderegel erinnert werden müssen. Im Unterrichtsgespräch ist es manchmal durch die teilweise schon sehr durchdachten und kreativen Aussagen einiger Mädchen problematisch auch die Jungen zu motivieren, weiter mitzudenken und sich auch zu äußern. In diesen Situationen habe ich schon des Öfteren beobachten müssen, dass einige SuS dem Gespräch nicht mehr folgen (können) und dann unruhig werden.
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Es zeigt sich oft als schwierig, im Unterrichtsgespräch die SuS zu einem kritischen Nachdenken anzuregen und sie zu motivieren, kritische Fragen oder Aussagen zu äußern. Eine Steigerung des kritischen Nachdenkens ist jedoch deutlich zu beobachten.
Neben den Unterrichtsgesprächen, besteht bei den SuS auch ein großes Interesse am eigenen aktiven Gestalten des Unterrichts. Durch die stark handlungsorientierte Unterrichtseinheit gestalten die SuS den Unterricht motiviert mit und schaffen es größtenteils, sich in andere Personen hineinzuversetzen und teilweise auch deren Gefühle und Erfahrungen auf ihr eigenes Leben zu beziehen.
Überlegungen zur Sache
Das 2. Buch Mose
Die 40 Kapitel dieses Buches, welches ein Teil des Pentateuch ist, erzählen von der Befreiung des Volkes Israel aus der Knechtschaft Ägyptens durch den Auszug (Exodus) und vom Bundesschluss am Sinai. Die Texte des Exodus stellen die entscheidenden Grunderfahrungen Israels mit Jahwe dar, der sein Volk befreit und aus der Gefangenschaft herausführt. 1
Das 2. Buch Mose kann in folgender Weise untergliedert werden: 2
- Die Rettung aus der Not (Ex 1 - 14)
- Das Lob der Geretteten (Ex 15)
- Die Bewahrung (Ex 16 - 18)
- Das Wahren des Gehorsams gegenüber Gottes Gebot und Gesetz (Ex 19 -23)
- Die Bundschließung (Ex 24)
- Der Bund wird von Israel gebrochen (Ex 32)
- Das richtende und strafende Handeln Gottes (Ex 32 - 33)
- Erneuerung des Bundes (Ex 34)
Die Berufungserzählung des Mose (Ex 3, 1 - 15) 3
Nach der Flucht aus Ägypten, wo Mose einen Aufseher erschlagen hatte, war Mose ein Hirte geworden, wie vor ihm Jakob und nach ihm David. In den Kapiteln von Ex 3 werden die Offenbarung Gottes und die Berufung des Mose dargestellt. An sie schließt sich das erste Auftreten vor dem Pharao (Ex 5+6) an. Mose hütet seine Schafe auf dem Feld, als er auf einem Berg einen brennenden Dornbusch erblickt. In diesem Dornbusch gibt sich Jahwe Mose zu erkennen und gibt ihm den Auftrag, das Volk Israel mit seiner Hilfe aus Ägypten herauszuführen. Drei wichtige theologische
1 Vgl. Preuß; Berger: Bibelkunde des Alten und Neues Testaments 1. S. 36.
2 Vgl. Calwer Bibelkunde, S. 67.
3 Vgl. Lachmann/Adam: Elementare Bibeltexte. S. 84f.
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Motive sind in diesem Abschnitt verflochten, wobei ich auf das Motiv der Entdeckung des heiligen Ortes nicht detaillierter eingehen möchte.
Ein Motiv stellt die Berufung des Mose dar. Er bekommt den Auftrag, zum Pharao zu gehen und Israel aus Ägypten zu führen. Ziel dieser Berufung ist die Sendung Moses nach Ägypten mit dem Auftrag, das Volk Israel aus der Knechtschaft zu führen. Doch Mose hat, wie es fast in allen Berufungsgeschichten auffällt, Angst und widersetzt sich. 4 In immer neuen Einwänden bringt er vor, warum er seiner Meinung nach diesen Auftrag nicht ausführen kann („Wer bin ich?“; „Sie werden mir nicht glauben!“; „Wer bist du?“; „Ich kann nicht reden!“). Diese vier Einwände bestimmen das große Zwiegespräch, in dem Gott Mose beauftragt und dieser sich ihm entgegenstellt. Gott macht Mose klar, dass er das Elend seines Volkes gesehen und die Klage gehört hat. Er möchte sein Volk in ein gutes, weites Land führen, in dem Milch und Honig fließen (V 8). Gott verlangt nicht von Mose, dass er ein mächtiger Führer und Held sondern ein Mittler von Gott wird. Um Mose dies deutlich zu machen, spricht ihm Gott zu „Ich werde mit dir sein!“ (V 12). 5
Im Zentrum der Erzählung steht die Gotteserscheinung im brennenden Dornbusch. 6 Nachdem fragt Mose Gott, was er antworten soll, wenn das Volk Israel ihn nach Gottes Namen fragt. Dabei geht es Mose nicht um den eigentlichen Namen Gottes, sondern er möchte etwas über „das Wesen, über den Sinn, über die Bedeutung und über das Geheimnis des Gottesnamens“ 7 wissen. Vers 14 bietet dann „den einzigen Deutungsversuch des Jahwenamens innerhalb des AT“ 8 . Gott antwortet Mose: „Ich werde sein, der ich sein werde“. Vielfach auch übersetzt mit: „Ich bin der ich bin“. In dieser Antwort redet Gott davon, wie er sich Israel gegenüber verhält. Es geht hier nicht um die Existenz Gottes, sondern um das Da-Sein, sein Dabei-Sein. 9 Dies lässt sich daraus ableiten, da dass hebräische „sein“ anders zu verstehen ist als jenes der abendländisch geprägten Menschen. Es ist nicht als einfaches Vorhandensein, sondern als ein Sich-wirksam-Erweisen und Da-Sein für andere gemeint und lässt sich somit nur schwer übersetzen. Neben der Zusage des Dabei-Seins behält sich Jahwe durch diese Aussage jedoch die Freiheit vor, auf welche Weise Israel ihn in Zukunft erfahren wird.
Im brennenden Dornbusch steht das Feuer symbolisch für das gesamte Exodusgeschehen. Die Lebensenergie (Feuer) zur Veränderung todbringender Verhältnisse kommt aus Leid und Schmerz (Dornbusch).
4 Vgl. Bräumer: Das zweite Buch Mose. S. 81f.
5 Vgl. Bräumer: Das zweite Buch Mose. S. 84.
6 Vgl. Calwer Bibelkunde, S. 70.
7 Bräumer: Das zweite Buch Mose. S. 85.
8 Preuß/Berger: Bibelkunde des Alten und Neues Testaments 1. S. 37.
9 Vgl. Bräumer: Das zweite Buch Mose. S. 86f.
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Arbeit zitieren:
Johanna Klugkist, 2007, Unterrichtsstunde: Gott offenbart sich Mose im Dornbusch – Gottes Zusage an Mose und alle Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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