1. EINLEITUNG 1
2. PISA - DIE SCHULSTUDIE IM ÜBERBLICK 5
2.1. PISA INTERNATIONAL 5
2.3. PISA Ziele
2.4. PISA Durchführung
2.5. PISA Methoden 7
3. AUFGABEN 7
3.2. MATHEMATISCHE GRUNDBILDUNG
3.3. Naturwissenschaftliche Grundbildung
3.4. Fächerübergreifende Kompetenzen
4. ERGEBNISSE DES 1. ZYKLUS 10
4.2. ALLGEMEINE ERKENNTNISSE DER STUDIE
4.3. PISA-Ergebnisse im Bezug auf Deutschland
5. EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE SCHULISCHE LEISTUNG 13
5.1. FAMILIÄRER HINTERGRUND UND SOZIALES UMFELDER 13
5.1.2. Familiärer Wohlstand 14
5.1.3. Kommunikation über soziale und kulturelle Fragen
5.1.4. Integration von Kindern anderer Herkunft
5.1.5. Schlussfolgerung
5.2. INDIVIDUELLE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN SCHÜLERN UND SCHÜLERINNEN 17
5.2.1. MOTIVATION
IM
BEZUG
AUF DIE
SCHULE
5.2.2. Fachbezogenes Interesse
5.2.3. Allgemeine Schulzufriedenheit
5.2.4. Schlussbetrachtung
5.3. DAS LERNUMFELD UND DIE SCHULORGANISATION 20
5.3.1. SCHUL-
UND
UNTERRICHTSKLIMA
5.3.2. Investitionen in das Bildungswesen
5.3.3. Methoden der Verwaltung und Finanzierung der Schulen
5.3.4. Schlussbetrachtung
5.4. VERGLEICH DER SCHULSYSTEME IM BEZUG AUF DAS DEUTSCHE SYSTEM 23
5.4.1. BILDUNGSBETEILIGUNG
IM
ALTER
VON
3
BIS UNTER
6 JAHRE
5.4.2. Selektion durch Schulform
5.4.3. Abschlussquoten im Sekundarbereich
5.4.4. Ganztagsschule
5.4.5. Anzahl der Schulstunden
5.4.6. Öffentliche Ausgaben für Bildungseinrichtungen
6. BEISPIELE ANHAND DER „GEWINNER“ 26
6.2. KANADA
6.3. Japan
7. KONSEQUENZEN UND REAKTIONEN AUS DER PISA-STUDIE 27
7.2. BUND UND LÄNDER
8. RESUME 29
ANHANG - ERGEBNISSE DER STUDIE 32
ANHANG 2 - BILDUNGSBETEILIGUNG 3- BIS 6-JÄHRIGER 35
ANHANG 3 - ALTER DER KINDER BEI SELEKTION 36
ANHANG 4 - ABSCHLUSSQUOTEN IM SEKUNDARBEREICH 37
ANHANG 5 - ÖFFENTLICHE BILDUNGSAUSGABEN 38
3
1. Einleitung
Die Schulbildung eines jungen Menschen, wenn er die Schule verlässt, kann ausschlaggebend für sein weiteres Leben sein. Nicht nur die Tatsache, daß einem zum Beispiel mit Abitur mehr Möglichkeiten offen stehen, sondern viele auch automatisch als intelligenter als Schüler mit Hauptschulabschluss eingestuft werden, ist von entscheidender Bedeutung. Oft dient der schulische Werdegang auch dazu, die Schüler und Schülerinnen in einem gewissen Maß auf ihr zukünftiges Berufsleben vorzubereiten, sowie ihnen gesellschaftliche Normen näher zu bringen und unter anderem auch das Miteinander in der Gemeinschaft zu erproben. Doch ist es nicht möglich, daß einigen Kindern von vornherein versagt bleibt, auf eine bessere Schule zu gehen oder einen höheren Abschluss zu erlangen? Wie kommt es, daß manche Jugendliche oft auch überhaupt keinen Wert auf einen guten Abschluss legen und der Schule keine Bedeutung beimessen? Was ist der Grund dafür, daß Schüler und Schülerinnen es nicht schaffen, sich in die Gemeinschaft zu integrieren? Dies kann sich ja auch negativ auf die schulische Leistung ausüben. Und was bewegt Eltern dazu , ihre Kinder trotz guter Leistungen in der Grundschule nicht auf das Gymnasium zu schicken?
Kann es sein, daß oft auch finanzielle oder familiäre Hintergründe eine wichtige Rolle bei der Schulbildung eines Menschen spielen, verbunden mit dem durch das Bildungssystem eines Landes gegebenen Voraussetzungen?
Diese und weitere Fragen zu den Hintergründen der schulischen Leistungen sollen diskutiert werden, sowie der Versuch zur Beantwortung dieser Fragestellungen angestrebt wird. Eingegangen wird dabei auf die PISA-Studie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unterschiede zwischen den Schulleistungen der teilnehmenden Länder aufzudecken und die Einflussfaktoren dafür zu ermitteln. Im Vordergrund steht dabei auch das Problem der Beeinflussung solcher Faktoren durch das Schulsystem und -umfeld eines Landes und die damit verbundene Auswirkung auf die Qualifikation eines Menschen.
Oft werden soziale und ökonomische Faktoren genannt, denen eine Bedeutung beigemessen wird, doch konnten diese nie belegt werden. Dies sollte anhand der PISA-Studie geändert werden. Man erhoffte sich aus dem Vergleich von mehreren Ländern mit unterschiedlichen Gestaltungen der S chulpolitik zu erfahren, welche Konstellation der schulpolitischen Maßnahmen zum Erfolg führt. Die Ergebnisse und Erkenntnisse sollen im Folgenden dargestellt werden.
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2. PISA - die Schulstudie im Überblick
2.1. PISA international
PISA ist die Abkürzung für "Programme for International Student Assessment". An dieser bislang größten Bildungsstudie beteiligen sich weltweit insgesamt 32 Staaten. PISA wird von der OECD, der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" in Paris, im Rahmen des Indikatorenprogramms INES ( Indicators of Education Systems) durchgeführt. Alle drei Jahre misst PISA die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Leseverständnis, Mathematik und Naturwissenschaften. Zusätzlich werden fächerübergreifende Kompetenzen erfasst, die Auskunft darüber geben sollen, inwieweit die Jugendlichen in der Lage sind, die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Bewältigung von alltäglichen Aufgaben und Problemen einzusetzen. Die Ergebnisse von PISA werden unter Berücksichtigung der sozialen Lern- und Lebensbedingungen der Jugendlichen ausgewertet.
Nur mit dieser einen Studie können nicht alle Ziele schulischer Bildung abgedeckt werden, und auch PISA e rfasst nur einen Ausschnitt aus dem, was die Schulen anstreben und tatsächlich erreichen. In PISA haben sich die Teilnehmerstaaten für einen anwendungsorientierten Ansatz und die Erfassung grundlegender, fachbezogener und fächerübergreifender Kompetenzen entschieden.
2.2. PISA Deutschland [
Die internationale PISA-Studie wird in allen teilnehmenden Staaten durch nationale Ergänzungsstudien erweitert, die sich an den jeweiligen Lehrplänen orientieren. In der Bundesrepublik wird PISA national mit 50.000 Schülerinnen und Schülern an insgesamt 1.280 Testschulen durchgeführt. Auf der Grundlage dieser Daten können schulformbezogene Aussagen und Aussagen über den Leistungsstand in den einzelnen Bundesländern gemacht werden. In Deutschland ist das Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung mit der Durchführung beauftragt worden. Ergebnisse der nationalen Untersuchungen werden im
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Sommer 2002 vorliegen.
2.3. PISA Ziele
Ziel von PISA ist es, vergleichbare Daten über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der einzelnen Staaten zu liefern. PISA soll die Stärken und Schwächen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern erfassen und klären, wie gut die Jugendlichen auf die Anforderungen einer modernen Wissensgesellschaft vorbereitet sind. Im Mittelpunkt von PISA stehen nicht die curricularen Fähigkeiten, sondern die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler möglichst breit und lebensnah zu erfassen. Konkret bedeutet das: PISA testet die Lesekompetenzen, die mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung sowie fächerübergreifenden Fähigkeiten. Rahmenkonzeptionen und Testaufgaben wurden in enger Zusammenarbeit von internationalen und nationalen Expertengruppen entwickelt. Bei der Ermittlung des Ist-Zustandes will PISA aber nicht stehen bleiben. PISA will nicht nur Problembereiche, sondern auch Ansatzpunkte für Verbesserungen in Schulen aufzeigen. Damit wird PISA nützliche Hinweise für Schulpolitik, Fachdidaktik sowie Lehreraus- undweiterbildung liefern und einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in Schulen leisten.
2.4. PISA Durchführung
PISA wird sich über drei Projektzyklen bis zum Jahr 2006 erstrecken. Im ersten Zyklus (PISA 2000) steht der Bereich Lesen im Vordergrund. Die Bereiche Mathematik und Naturwissenschaften bilden hier zunächst Nebenkomponenten. Bei PISA 2003 liegt der Schwerpunkt dann auf dem Bereich Mathematik und bei PISA 2006 wird auf die Naturwissenschaften fokussiert. Weiterhin wird erwogen, im Jahr 2003 die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern in einer Fremdsprache zu untersuchen. 1998 wurde mit der konkreten Planung und Entwicklung der internationalen und nationalen Rahmenkonzepte , sowie der Tests und Fragebögen begonnen. Diese wurden daraufhin in die jeweiligen Sprachen übersetzt.
Im April/Mai 1999 führte man zunächst einen Feldtest durch, um die Tests, Fragebögen und Prozeduren zu erproben und anschließend auszuwerten, bevor dann im April bis Juni 2000 die Haupterhebung stattfand.
Nach der Auswertung der Daten der Haupterhebung, wurde dann Ende 2001 der erste Bericht veröffentlicht, indem zu erkennen war, welche Länder wie abgeschnitten haben und warum.
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veröffentlicht, indem zu erkennen war, welche Länder wie abgeschnitten haben und warum.
2.5. PISA Methoden
Die Tests bestehen aus einer Mischung von "Multiple-Choice"-Aufgaben und Fragen, für die die Schülerinnen und Schüler eigene Antworten formulieren müssen. Der Anwendungsorientierung entsprechend enthalten die PISA-Tests nur wenige Aufgaben, die Einzelwissen abfragen. Die Mehrzahl der Fragen erfasst die Anwendung von Wissen und Fertigkeiten in außerschulischen Situationen. Außerdem müssen die Jugendlichen einen Fragebogen mit Hintergrundfragen zur Person ausfüllen. Dazu werden auch die Schulleiter gebeten, Fragen zu ihrer Schule zu beantworten. Etwa 20 bis 25 Minuten benötigen die Schülerinnen und Schüler, um den Fragebogen auszufüllen. Der Schulleiter braucht ungefähr eine halbe Stunde.
3. Aufgaben
3.1. Lesekompetenz
Unter Lesekompetenz versteht PISA die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können, sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.
Bei PISA wurde eine breite Palette verschiedener Textsorten eingesetzt, da die Schüler diesen in ihrem weiteren Leben begegnen werden.
Neben Prosatexten ( Erzählungen, Kommentaren usw.), bezieht PISA auch Texttypen ein, in denen die Information nicht fortlaufend dargestellt wird ( Formulare, Grafiken, Karten usw.) Es wird also nicht untersucht, wie gut die Jugendlichen lesen können, sondern inwieweit sie in der Lage sind, Texte zu verstehen und einzuordnen, so mussten sie z.B. einem Text Einzelinformationen entnehmen, das Verständnis der Aussage des Textes entwickeln und den Inhalt des Textes interpretieren sowie kritisch bewerten.
Um eine möglichst große inhaltliche Vielfalt zu erreichen, enthält der PISA-Test Texte, die für verschiedene Lesesituationen geschrieben wurden. Dabei wurde in Texte unterschieden, die in
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privaten, öffentlichen, berufsbezogenen oder bildungsbezogenen Zusammenhängen gelesen werden.
3.2. Mathematische Grundbildung
Das Konzept, auf welches man sich im Rahmen der PISA-Studie verständigt hat, lehnt sich an das Modell eines realistischen, an der Wirklichkeit orientierten Mathematikunterrichts an. Laut PISA gehören zur mathematischen Grundbildung, ein Verständnis der Rolle, die Mathematik in der sozialen, kulturellen und technischen Welt spielt und die Fähigkeit, Sachverhalte unter mathematischen Gesichtspunkten angemessen zu beurteilen, aber auch Mathematik im täglichen Leben aktiv zu nutzen.
In erster Linie werden die Inhalte des PISA-Tests durch „Leitideen“ bestimmt, d ie mathematisches Denken strukturieren ( Zufall, Raum und Form, Wahrscheinlichkeit). Erst in zweiter Linie werden die durch die in den Lehrplänen unterschiedenen Stoffkomplexe abgefragt ( Algebra, Arithmetik und Geometrie).
Die PISA-Tests enthalten Aufgaben, die unterschiedlich hohe Anforderungen an mathematisches Denken stellen. Diese werden drei Kompetenzklassen zugeordnet: Zur ersten Kompetenzklasse gehören einfache Berechnungen und die Wiedergabe von Definitionen, Inhalt der Zweiten sind mathematisches Modellieren und die Herstellung von Querverbindungen. In der dritten Kompetenzstufe werden Aufgaben abverlangt, die mathematisches Denken, Verallgemeinern und Verstehen von Zusammenhängen erfordern.
Die Anwendungssituationen, auf die die mathematischen Kenntnisse angewandt werden müssen, stammen aus privaten und schulischen Bereichen bis hin zu einfachen wissenschaftlichen Fragen oder Problemstellungen, die das öffentliche Leben betreffen.
3.3. Naturwissenschaftliche Grundbildung
Nach der Definition von PISA, gehört zur naturwissenschaftlichen Bildung ein Verständnis grundlegender naturwissenschaftlicher Konzepte, Vertrautheit mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen sowie die Fähigkeit dieses Wissen bei der Beurteilung entsprechender Sachverhalte anzuwenden.
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2002, PISA 2000, Erkenntnisse über das schlechte Abschneiden Deutschlands im Vergleich zu anderen Ländern, München, GRIN Verlag GmbH
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