Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Elke Heidenreich - eine Kurzbiografie 3
2.1. Leben. 3
2.2. Schreiben 5
2.2.1. Literarisches Schreiben. 5
2.2.2. Journalistisches Schreiben 6
3. Elke Heidenreichs Glossen in der Frauenzeitschrift „Brigitte“ 7
3.1. Themen. 7
3.2. Stil und Lesepublikum. 11
4. Elke Heidenreichs Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und im „Spiegel“
11
4.1. Themen. 12
4.2. Stil und Lesepublikum. 18
5. Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Stil-Merkmale. 19
6. Zusammenfassung. 21
7. Quellenangaben. 23
2
1. Einleitung
Elke Heidenreich hat sich in der Literatur und durch ihre journalistische Arbeit einen Namen gemacht. Was aber macht ihr Schreiben aus und was bewirkt sie damit? Inwiefern haben ihr literarisches und ihr journalistisches Schreiben einander beeinflusst? Im Folgenden soll auch ein Ausblick darauf gegeben werden, wer die Frau ist, die sich hinter den Arbeiten verbirgt, sowie welche Entwicklungen sie in ihrem Schreiben vollzogen hat.
2. Elke Heidenreich - eine Kurzbiografie
Elke Heidenreich bevorzugt es ihr Privatleben nicht in die Öffentlichkeit zu rücken. Biografien zu ihrer Person in Buchform hat sie bis jetzt erfolgreich zu verhindern gewusst. Der folgende Ausblick auf ihr Leben und Werk ist dementsprechend kurz gehalten.
2.1. Leben
Elke Heidenreich (geb. Rieger) wurde am 15. Februar 1943 im hessischen Korbach/Waldeck geboren. Sie ist die Tochter eines Automechanikers und Tankstelleninhabers, die Mutter nähte Kinovorhänge. Die Familie lebte in Essen knapp über der Armutsgrenze. Heidenreich hat ihre Eltern oft als „klug aber ungebildet“ beschrieben. Von ihrer Mutter fühlte sie sich trotzdem gefördert: „(…) sie hat immer geschaut, dass das Kind liest und hat mir Bücher geschenkt. Geholfen hat mir eine Bibliothekarin in der Stadtbücherei, die mir die richtigen Bücher geliehen hat. Und eine Lehrerin die, wenn die anderen Strafarbeiten aufbekamen, mir befahl dies oder jenes Buch zu lesen. Die wusste, wie sie mich leiten muss. Und auf einmal hatte ich kapiert! Das war wie eine Explosion. Auf einmal wusste ich, Bücher sind meine Welt.“ 1
1 Zu Sex und Liebe gehört Intelligenz dazu - und zwar in hohem Maße, Interview in der Süddeutschen Zeitung
am 10.03.2006
3
Heidenreich machte ihr Abitur 1963 in Bonn. Ihr Studium der Fächer Germanistik, Publizistik, Religionswissenschaft und Theatergeschichte absolvierte sie zwischen 1963 bis 1969 an den Universitäten München, Hamburg und Berlin. „Bildung ist das A und O. Die Chance zur Bildung. Das ist das Glück meines Lebens. Obwohl ich aus einer Arbeiterfamilie stamme, wurde ich zum Abitur mit Müh und Not geprügelt. Dann bin ich auf die Uni gegangen, und danach konnte ich plötzlich nur das tun, was ich schön finde.“ 2 , sagte Heidenreich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Noch während ihres Studiums heiratete sie Gert Heidenreich. 1972 trennte sie sich von dem Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher und heiratete den deutschen Schriftsteller und Regisseur von Hör- und Fernsehspielen Bernd Schroeder. Nach 23 Jahren ging 1995 auch die Ehe mit Schroeder in die Brüche. Seitdem lebt sie zusammen mit ihren drei Katzen in Köln.
Heidenreich arbeitet seit 1970 als freie Autorin und Moderatorin für Funk und Fernsehen, Fernseh- und Hörspiele, Film und Theater und als freie Journalistin. Bekannt wurde sie durch die Hörfunkfigur „Else Stratmann aus Wanne-Eickel“, der sie von 1976 bis 1987 ihre Stimme lieh. Sowohl mit Gert Heidenreich, als auch mit Bernd Schroeder sind gemeinsame Projekte entstanden - auch nach der Trennung von den beiden Ehemännern. Heidenreich verfasste unter anderem Drehbücher für TV-Filme und TV-Serien für die Sender ZDF, WDR, SWF, SFB und BR. Auch moderierte sie Talkshows, wie den „Kölner Treff“ für den WDR, „Leute“ für den SFB und „live aus der Oper“ für das ZDF. Seit April 2003 moderiert sie im ZDF die Literatursendung „Lesen!“.
Für ihre Arbeit hat Heidenreich zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die „Goldene Kamera“ (1980 und 1984), der Wilhelmine-Lübke-Preis (1982) und der Adolf-Grimme-Preis (1985 und 2006). 1997 wurde sie für ihr Kinderbuch „Nero Coleone“ mit dem holländischen „Vlag en Wimpels“ und dem französischen „Prix de la Lecture à Deux Voix“ des Kultur- und Erziehungsministeriums ausgezeichnet. „Ich habe mit `Nero Corleone´, mein Buch über meinen Kater, so viel verdient, dass ich in meinem ganzen Leben nicht mehr arbeiten muss. `Nero´ ist eine Million Mal verkauft und in 25 Sprachen übersetzt.“ 3 , verriet Heidenreich in einem Interview mit dem Magazin „Stern“.
2 Interview in der Süddeutschen Zeitung am 10.03.2006
3 Lesen ist das Glück meines Lebens , Interview im „Stern“ am 23.07.2003
4
Auf ein Metier hat sich Elke Heidenreich für ihre Arbeit stets nur für einen bestimmten Zeitraum festgelegt und das sehr bewusst. Der Grund dafür ist die Glaubwürdigkeit, die sie mit dem, was sie tut, vermitteln möchte: „Als ich aufhörte zu studieren, hat mich das Radio unheimlich gekitzelt, und als ich damit anfing, war ich sehr glücklich. Als sich das dann aufs Fernsehen erweiterte, war das wieder Neuland. Das sind immer kleine Schritte, mit denen man sich weiterentwickelt. Ich habe dann aber irgendwann gespürt, dass dieses Öffentliche nicht mein Ding ist und heimlich angefangen zu schreiben. Dass ich mit dem Fernsehen aufhören musste, wenn ich jetzt mit dem Schreiben anfangen will, war ganz klar. Sonst hätten man mich womöglich nicht ernst genommen und es hieße nur: `Ach, die Fernsehtante schreibt Bücher.´“. 4 Im September 2002 wurde bei Elke Heidenreich Krebs diagnostiziert. Seitdem ist sie operiert und bestrahlt worden. Außerdem nimmt sie Medikamente und arbeitet seit der Diagnose in eingeschränktem Maß. „Die `Bild´-Zeitung schrieb (…): `Die tapfere Elke.´ Alles Lüge. Ich war überhaupt nicht tapfer. Ich habe gehadert und gezetert.“, erzählte Heidenreich in einem Interview mit dem „Stern“. 5
2.2. Schreiben
Ab Mitte der 80er Jahre wandte sich Heidenreich verstärkt dem Schreiben zu. In einem Interview sagte sie: „Ich bin froh, dass ich die Kurve geschafft habe aus dem Fernsehen und den Talkshows weg zum Schreiben. Das macht mich sehr viel glücklicher, gibt mir Halt und Kraft. Mich jetzt im Fernsehen mit Politikern rumzuzanken, wie ich das damals in der Alten Oper in Frankfurt gemacht habe, das könnte ich nicht mehr. Ich würde ihnen eine knallen und gehen.“ 6
2.2.1. Literarisches Schreiben
Mit Sprüchen von „Else Startmann“ veröffentlichte Elke Heidenreich ihr erstes Buch mit dem Titel „Darf's ein bißchen mehr sein?“ (1984). Es folgten weitere Ergüsse der inszenierten Metzgersgattin wie „Geschnitten oder am Stück“ (1985), „Kein schöner Land - ein Deutschlandlied in sechs Sätzen“ (1985) und „Mit oder ohne Knochen?“
4 Das Fernsehen ist zu doof für Literatur, Interview des „Literatur-Café“ am 24.09.2002
5 Interview im „Stern“ am 23.07.2003
6 Interview des „Literatur-Café“ am 24.09.2002
5
(1986). 1986 veröffentlichte sie schließlich auch das Theaterstück „Unternehmen Arche Noah“.
Ihren ersten und äußerst erfolgreichen Erzählband mit dem Titel „Kolonien der Liebe“, einer Sammlung von Alltaggeschichten, veröffentlichte Heidenreich 1992. Es folgten Kurzgeschichten, Erzählungen und Kinder- und Jugendbücher wie „Nero Corleone“ (1995), ihr erfolgreichster Kinder- und Jugendroman. Aber auch die Erzählung „Am Südpol - denkt man - ist es heiß“ (1998) wurde noch im Erscheinungsjahr auf die Kinder- und Jugendbuchliste des WDR, des Saarländischen Rundfunks und von Radio Bremen aufgenommen. 1999, ein Jahr später, wurde „Sonst noch was“, ein Kinderbuch mit Illustrationen des Frankfurter Malers und Cartoonisten Bernd Pfarr, publiziert. Zusammen mit Bernd Schroeder veröffentlichte Heidenreich unter anderem den Erzählband „Rudernde Hunde“(2002). Zuletzt erschien Elke Heidenreichs Roman „Die schönsten Jahre. Vom Glück und Unglück der Liebe“ (2005). Zu Stefan Bollmanns Kollektivbiografien „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ (2005) und „Frauen die schreiben, leben gefährlich“ (2006) schrieb sie jeweils das Vorwort.
2.2.2. Journalistisches Schreiben
Von 1983 bis 1999 schrieb Elke Heidenreich regelmäßig eine Kolumne mit dem Titel „Also...“ in der großen deutschen Frauenzeitschrift „Brigitte“. Die locker geschriebenen Glossen befassten sich vorrangig mit Alltagsthemen, Heidenreich griff jedoch auch aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf. „Irgendwann wollte ich mal was anderes machen und hab gesagt, jetzt ist Schluss mit Else Stratmann, genauso, wie ich das nach 17 Jahren bei der Brigitte-Kolumne getan habe. Es war schön, es hat Spaß gemacht, aber es ist vorbei.“ 7 , erklärte Heidenreich ihren Rückzug von der „Brigitte“. Eine Sammlung der Glossen, die Elke Heidenreich von 1983 bis Mitte 1988 geschrieben hat, ist in Buchform unter dem Titel „Also…- Kolumnen aus `Brigitte´“ (1988) erschienen.
Unter anderem schrieb Heidenreich für die Satirezeitschrift „Pardon“, die ursprünglich von 1962 bis 1982 erschien und seit April 2004 wieder auf dem Markt ist, „Briefe aus
7 Interview des „Literatur-Café“ am 24.09.2002
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Arbeit zitieren:
Magistra Artium Katharina Kullmer, 2006, Die Journalistin Elke Heidenreich, München, GRIN Verlag GmbH
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