Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS I
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. II
NOTATION III
1. EINLEITUNG. 1
2. ASSET BACKED TRANSAKTIONEN 1
2.1. GRUNDKONZEPTION UND BETEILIGTE. 1
2.2. ROLLEN EINER BANK. 2
2.3. VORTEILHAFTIGKEIT EINER ASSET BACKED TRANSAKTION 3
3. ASSET BACKED SECURITIES UND MORAL HAZARD 5
3.1. FINANZINTERMEDIÄRE UND DELEGATED MONITORING 5
3.2. MODELL EINES LOAN SALE MARKTES 6
4. ASSET BACKED SECURITIES UND HIDDEN INFORMATION 12
4.1. DAS HIDDEN INFORMATION PROBLEM. 12
4.2. SIGNALLING ZUR VERRINGERUNG DER HIDDEN INFORMATION. 12
4.3. LOAN SALES UND DER MARKT FÜR KREDITDERIVATE 13
5. SCHLUSSBETRACHTUNG. 15
LITERATURVERZEICHNIS. 16
APPENDIX. A
APPENDIX 1 - GRUNDKONZEPTION EINER ASSET BACKED FINANZIERUNG A
APPENDIX 2 - ANREIZKOMPATIBLER FORDERUNGSVERKAUF (GORTON, PENNACCHI
1995) B
- i -
Abkürzungsverzeichnis
ABS .......................................... Asset Backed Securities
ABT .......................................... Asset Backed Transaktion(en) BAKred..................................... Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen bzw............................................ beziehungsweise d.h. ............................................ das heißt GE............................................. Geldeinheit ggf............................................. gegebenenfalls i.d.R .......................................... in der Regel MBS.......................................... Mortgage Backed Securities S. ............................................... Seite SPV........................................... Special Purpose Vehicle vgl. ............................................ vergleiche u.a. ............................................ unter anderem u.U. ........................................... unter Umständen z.B............................................. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: GRUNDKONZEPTION EINER ASSET BACKED FINANZIERUNG.....................A
- ii -
Notation
a ...................................... Höhe des Screening Efforts der Bank
b ...................................... Anteil einer Kreditforderung, den die Bank veräußert c ...................................... (konstante) Grenzkosten des Screening F(x,a)............................... additive Verteilungsfunktion des Kreditrückflusses
I.......................................
L...................................... vereinbarter Rückzahlungsbetrag des Kredites LF ................................... Lagrangefunktion
p ...................................... Wahrscheinlichkeit für Zahlungsfähigkeit der Bank in τ r 1s ..................................... versprochene Rendite für Käufer der Kreditforderungen
r f ...................................... geforderte Rendite risikoneutraler Käufer der Kreditforderungen
r I ...................................... interne Finanzierungskosten der Bank (über Einlagen) x ...................................... (stochastischer) Rückfluss des Kredites ) a ( x ................................ erwarteter Rückfluss des Kredites
x ................................... Ableitung des erwarteten Kreditrückflusses nach dem Screening
a
Effort der Bank
x .................................. zweite Ableitung des erwarteten Kreditrückflusses nach dem
aa
Screening Effort der Bank
α, β ................................. positive, kreditspezifische Parameter zur Bestimmung des Screening Einflusses auf den erwarteten Rückfluss
γ....................................... Anteil der Kreditforderung den die Bank garantiert θ ...................................... exp[(r I -r f )τ]-1 τ ...................................... Fälligkeitszeitpunkt des Kredites µ, λ.................................. Lagrange-Multiplikatoren
- iii -
1. Einleitung
Eine wesentliche Entwicklung der letzten Jahre an internationalen Finanzmärkten ist der Einsatz von Asset Backed Securities (ABS) zur Unternehmensfinanzierung. Grundgedanke dieses Finanzinstrumentes ist die Verbriefung ursprünglich nicht handelbarer Aktiva in fungiblen Wertpapieren 1 .
Der historische Ursprung dieser Entwicklung ist zu Beginn der siebziger Jahre in den USA zu finden, wo erstmalig Hypothekardarlehen verbrieft wurden (MBS). Im Laufe der achtziger und neunziger Jahre wurden neben Mortgages nach und nach auch andere Aktiva Gegenstand von Asset Backed Transaktionen (ABT) 2 .
Seit das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) 1997 in einem Rundschreiben seine ablehnende Haltung gegenüber dieser Finanzinnovation aufgegeben hat, haben neben Unternehmen auch deutsche Kreditinstitute die Möglichkeit, eigene Forderungen in ABS zu verbriefen. Aufgrund der ureigenen Geschäftstätigkeit und der typischen Bilanzstruktur scheinen vor allem diese „besonderen“ Unternehmen speziell für ABT geeignet.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage einer asymmetrischen Informationsverteilung im Rahmen von ABS aus der speziellen Perspektive eines Kreditinstitutes. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema ABS, untersucht Kapitel 3 die Frage einer möglichen ex post Informationsasymmetrie in Form von Moral Hazard für eine forderungsveräußernde Bank. Im Mittelpunkt steht die modellhafte Betrachtung eines Loan Sale Marktes nach Gorton und Pennacchi (Loan Sale = einfacher Kreditforderungsverkauf). Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Problem eines ex ante Hidden Information Vorteiles der Bank über die zu veräußernden Forderungen. Kapitel 5 fasst zusammen.
2. Asset Backed Transaktionen
2.1. Grundkonzeption und Beteiligte
Im Rahmen einer ABT werden Vermögensgegenstände (Assets) eines Unternehmens in einem Pool zusammengefasst, an eine rechtlich selbständige Gesellschaft veräußert und Wertpapiere emittiert, die einen Zahlungsanspruch aus den Vermögensgegenständen verbriefen 3 .
Zentral ist bei ABT die Beziehung zwischen veräußerndem Unternehmen (Originator), Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle - SPV) und Investoren 4 . Das SPV kauft die Vermögenswerte vom Originator, im Rahmen eines „true sales“ 5 .
1 Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 287.
2 Vgl. Altrock, Rieso, 1997, S. 1.
3 Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 287-289; Hermann 1997 S. 223-224.
4 Vgl. Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 500.
- 1 -
Beteiligte Vermögenswerte sind typischerweise einfache Forderungen, aber auch Hypothekardarlehen, Kreditkartenforderungen oder zukünftige Leasingzahlungen 6 . Mit Hilfe eines Bankenkonsortiums werden vom SPV Wertpapiere gegen die Assets emittiert oder Schuldscheindarlehen bei den Investoren placiert. Durch die Verbriefung (Securitization) werden ursprünglich nicht handelbare Assets handelbar gemacht. Die emittierten Wertpapiere werden i.d.R. noch mit zusätzlichen Garantien von Origina-tor oder Dritten (Sicherungsgeber) besichert 7 . Auch Sicherungsmechanismen innerhalb der Emissionsstruktur werden eingesetzt 8 . Durch diese verschiedenen Formen der Besicherung („Credit-Enhancement“) wird dem Investor ein nahezu risikoloses Wertpapier angeboten.
Weitere Beteiligte im Rahmen einer ABT sind Service-Agent, Treuhänder sowie Rating-Agenturen. Der Service-Agent ist für das Management der veräußerten Assets zuständig (z. B. Inkasso von Forderungen, Debitorenbuchhaltung, Mahnwesen oder Kreditüberwachung). In vielen Fällen wird diese Funktion gleichzeitig durch den Originator wahrgenommen. Die Mitwirkung eines Treuhänders ist häufig aufgrund rechtlicher Vorschriften sowie zum Schutz der Investoren erforderlich. Rating-Agenturen nehmen eine Beurteilung der gesamten Emissionsstruktur sowie der Qualität der emittierten Wertpapiere vor 9 . Appendix 1 stellt die Grundstruktur einer ABT überblicksartig dar. Welche Funktionen Kreditinstitute im Rahmen einer ABT wahrnehmen können, soll im folgenden untersucht werde.
2.2. Rollen einer Bank
Banken können sich an ABT in verschiedener Art und Weise beteiligen 10 : Seit dem Rundschreiben 4/97 des BAKred besteht auch für deutsche Banken die - Möglichkeitals Originator eigene Kreditforderungen zu verbriefen 11 .
5 Nur ein echter Verkauf mit Isolierung der Assets vom Rechtskreis des Originators gewährleistet
eine Absicherung der Investoren im Insolvenzfall des Originators. Eine angestrebte bilanzbefrei-
ende Wirkung der Veräußerung beim Originator (vgl. u.a. auch 2.3.) ist nur bei einem echten Ver-
kauf ohne weitere Probleme möglich. Zur Beurteilung des „true sale“ Charakters siehe beispiels-weise Iacobucci, Winter 2001, S. 9-11.
6 Vgl. Iacobucci, Winter 2001, S. 1.
7 Mögliche Sicherungsmechanismen des Originators sind Patronatserklärungen oder Ausfallbürg-
schaften. Beachte: Risikoübernahmen durch den Originators können ggf. den „true sale“ Charakter
gefährden.
Dritte können Sicherungszusagen beispielsweise in Form eines Letter of Credit geben (siehe Ar-
beitskreis „Finanzierung“ 1992, S. 506-507).
8 Instrumente innerhalb der Emissionsstruktur können Übersicherung (Overcollateralization) oder
die Nutzung eines Reservefonds (Spread Account) sein (siehe Arbeitskreis „Finanzierung“ 1992,
S. 506-507).
9 Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 288-289.
10 Vgl. Hartmann-Wendels, Pfingsten, Weber 2000, S. 289.
11 Zu den speziellen Bedingungen einer Veräußerung von Kreditforderungen mit eigenkapitalent-
lastender Wirkung für deutsche Kreditinstitute siehe Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen
1997.
- 2 -
Arbeit zitieren:
Marcus Rothamel, 2002, Asset Backed Securities und Informationsasymmetrien, München, GRIN Verlag GmbH
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