Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 01
3. Darstellung von Unterrichtseinstiegen Seite 03
3.2 Übungen zum stofflichen Aufwärmen Seite 05
3.3.1 Thematische Einstiegsformen mit höherem
3.3.2 Thematische Einstiegsformen mit höherem
4. Schulpraktische Untersuchungen Seite 08
4.5 Zusammenfassung und Vergleich mit den
5. Schlussbetrachtung Seite 15
6. Literaturverzeichnis Seite 16
1
1. Einleitung
„Aller Anfang ist schwer“ heißt es in einem bekannten deutschen Sprichwort. Dies gilt auch für den Unterrichtseinstieg, denn dieser darf nicht willkürlich, sondern sollte wohl überlegt und vorbereitet sein.
Für mich, als zukünftige Referendarin, ist der Unterrichtseinstieg ein besonders relevanter Aspekt, da er den Grundstein für den weiteren Verlauf der Stunde legt und mitunter darüber entscheidet, ob die Schüler begeistert mitarbeiten oder gelangweilt „abschalten“. Doch wie sollte ein guter Unterrichtseinstieg, der die Schüler gleich zu Beginn der Stunde motiviert und fesselt, aussehen? Welche Möglichkeiten an Unterrichtseinstiegen gibt es? Welcher Unterrichtseinstieg eignet sich für welches Thema? Und wie verhalten sich Theorie und Praxis zueinander? Das sind die Fragen, denen ich in dieser Arbeit nachgehen möchte.
Im ersten Teil der Arbeit definiere ich zunächst den Begriff „Unterrichtseinstieg“, setze mich mit den Funktionen und Kriterien von Unterrichtseinstiegen auseinander und stelle zusätzlich eine gezielte Auswahl an Unterrichtseinstiegen dar.
Im zweiten Teil soll es darum gehen, meine Erlebnisse und Beobachtungen des Praktikums vorzustellen und diese mit den Literaturaussagen zu vergleichen. Den Abschluss bildet eine kurze Schlussbetrachtung.
2. Theoretische Überlegungen zu Unterrichtseinstiegen
Die Phase des Unterrichtseinstiegs findet in der pädagogischen Fachliteratur besondere Beachtung und wird häufig diskutiert. Im Folgenden soll nun geklärt werden, was unter dem Begriff Unterrichtseinstieg zu verstehen ist, welchen Kriterien er unterliegt und welche didaktischen Funktionen sich dahinter verbergen.
2.1 Begriffserklärung
Der Begriff „Unterrichtseinstieg“ bezeichnet den ersten Schritt bzw. die Eröffnungsphase des Unterrichts. Die Einstiegsphase als eine eigenständige Phase erfordert sowohl die Aktivität des Lehrer als auch der Schüler.
In der schulpädagogischen Literatur wird zwischen dem Stundeneinstieg und dem the-
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matischen Unterrichtseinstieg unterschieden. Während es bei dem thematischen Unterrichtseinstieg um die Hinführung zu einem neuen Thema geht, wird der Stundeneinstieg
als die tägliche Stundeneröffnung definiert, bei der nicht immer ein neues Thema begonnen wird. Beispiele für die tägliche Unterrichts- bzw. Stundeneröffnung sind die Stundeneröffnungsrituale und die Übungen zum stofflichen Aufwärmen.
2.2 Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg
Theoretische Kriterien dürfen nicht mit der Wirklichkeit selbst verwechselt werden. Sie sind vielmehr Maßstab, an dem vorliegende didaktische Entwürfe bzw. beobachtete Un-terrichtsstunden beurteilt werden können. Hilbert Meyer hat diesbezüglich fünf Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg vorgeschlagen: 1
1. Der Einstieg soll den Schülern einen Orientierungsrahmen vermitteln.
2. Der Einstieg soll in zentrale Aspekte des neuen Themas einführen.
3. Der Einstieg soll an das Vorverständnis der Schüler anknüpfen.
4. Der Einstieg soll die Schüler disziplinieren.
5. Der Einstieg soll den Schülern möglichst oft einen handelnden Umgang mit dem
Thema erlauben.
2.3 Funktionen von Unterrichtseinstiegen
Wie der Name schon sagt, ist der Unterrichtseinstieg dazu da, den Schülern den Einstieg in ein neues Thema erfassbar und erschließbar zu machen.
Hilbert Meyer sieht in ihm „das Tor, durch das der Schüler in die neue Lern-Landschaft hinauswandert, oder die Hefe, die den angerührten Teig zum Aufgehen bringt.“ 2 Er soll die Schüler zunächst einmal neugierig machen und bei ihnen Interessen, Fragehaltungen und Erwartungen wecken. Dabei soll die Aufmerksamkeit auf das neue Thema oder das zu lösende Problem gelenkt werden.
Des Weiteren sollte der Unterrichtseinstieg den Schülern das Ziel und die Bearbeitungsschritte der thematischen Einheit verdeutlichen, die zentralen Aspekte des neuen Themas ansprechen und über den geplanten Unterrichtsverlauf informieren. Insgesamt soll ein Orientierungsrahmen geschaffen werden und dem Schüler soll verdeutlicht werden, was ihn im folgenden Unterrichtsverlauf erwartet. Zu betonen ist hierbei, dass die
1 Meyer 2003, S. 129
2 ebendieser, S. 122
3
Thematik und deren Inhalte an den Leistungsstand der Schüler angepasst sein muss, damit eine Über- oder Unterforderung vermieden wird.
Es ist wichtig, „die Identifikation mit dem Unterrichtsthema zu fördern: aus einem Thema wird unser Thema“. 3 Außerdem soll die Verantwortungsbereitschaft der Schüler geweckt werden, indem ihnen die Möglichkeit geboten wird, aktiv am Unterricht teilzunehmen und diesen mitzugestalten. Die Schülern sollten dabei die Vorschläge des Lehrers ergänzen oder auch eigene Ideen einbringen dürfen. Dies wirkt sich zumeist auch positiv auf die Motivation der Schüler aus.
Klafki spricht bezüglich des Unterrichtseinstiegs von einem Prozess der „doppelseitigen Annäherung“. 4 Das heißt, die Schüler sollen sich einerseits auf das Thema zubewegen, indem beispielsweise Interessen geweckt werden und Fragen aufkommen, die eine nähere Untersuchung und Vertiefung der thematischen Einheit fordern. Andererseits muss der Lehrer bei den Schülern die Voraussetzungen schaffen, in das Thema vorzudringen und es sich möglichst selbsttätig anzueignen.
3. Darstellung von Unterrichtseinstiegen
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, in den Unterricht oder in neue Themengebiete einzusteigen. Die von Greving und Paradies entwickelte „Didaktische Landkarte“ bietet diesbezüglich eine Orientierung. 5 Anhand dieser Übersichtskarte sollen nun drei überge-ordnete Einstiegsformen ausführlich vorgestellt werden.
Stundeneröffnungsrituale und Übungen zum stofflichen Aufwärmen sind dabei von den vorher bereits genannten thematischen Unterrichtseinstiegen abzugrenzen, da es sich hierbei vornehmlich um einen meist verallgemeinernden Wiedereinstieg in ein bereits eingeführtes Thema handelt.
3.1 Stundeneröffnungsrituale
Nach Johannes Greving und Liane Paradies bestehen Stundeneröffnungsrituale „aus immer wiederkehrenden und daher sofort verständlichen und ritualisierten Handlungen, die vielfach in symbolischen Andeutungen mit Aufforderungscharakter verdichtet sind“. 6 Gemeinsam seien allen Stundeneröffnungsritualen dabei das Prinzip der Vorpha-
3Gudjons 2003, S. 151
4 Klafki 1963, S. 44 u. S.134
5 Greving/Pradies 1996, S. 20-25
6 ebendieser, S. 27
4
se vor dem Beginn der eigentlichen fachlichen Arbeit.
Die Rituale zu Anfang einer Unterrichtsstunde haben unter anderem folgende wichtige Funktionen:
Die tabellarische Darstellung macht deutlich, dass Stundeneröffnungsrituale durchaus ihre Berechtigung haben. Jedoch liegt ein qualitativer Unterschied zu den thematischen Unterrichtseinstiegen vor, da Stundeneröffnungsrituale eher stereotypisch, also mehrmals täglich in gleicher oder ähnlicher Weise, ablaufen. Nichtsdestotrotz sind sie ein wirksames Mittel, welches den Unterrichtsprozess strukturiert und die Konzentration der Schüler auf das Kommende lenkt. Von großer Wichtigkeit ist es dabei, die Ein-
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stiegsrituale immer wieder auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen und abzuwägen, ob sie dem Alter der Schüler angemessen sind.
Beispiele für Stundeneröffnungsrituale sind unter anderem das Aufstehen, der Morgenkreis, Ruhe-/Konzentrations- oder Lockerungsübungen und Ratespiele.
3.2 Übungen zum stofflichen Aufwärmen
Bei Übungen zum stofflichen Aufwärmen soll „zu Beginn einer Stunde [...] in mög- 7 angeknüpftwer-
lichst kurzer und konzentrierter Form am Stoff der vorigen Stunde“ den. Dabei sollen unter anderem Arbeitsergebnisse, Fragen oder Meinungen der letzten Stunde wieder in Erinnerung gerufen werden. Probleme, die beispielsweise bei den Hausaufgaben aufgetreten sind, können sofort angesprochen und beseitigt werden. Gleichzeitig wird für den Lehrer deutlich, ob die Lernziele der letzten Stunde erreicht wurden und was gegebenenfalls noch einmal wiederholt werden sollte. Häufige Übungen zum stofflichen Aufwärmen sind die Hausaufgabenkontrolle, Wiederholungen, das Abfragen oder das Warmsingen.
4.3 Thematische Unterrichtseinstiege
Die Möglichkeiten thematische Unterrichtseinstiege durchzuführen sind zahlreich. Welcher Unterrichtseinstieg für welchen Themeneinstieg gewählt wird, hängt letztendlich vom unterrichtenden Lehrer ab. Dieser sollte jedoch stets versuchen, seine Schüler in die Unterrichtsgestaltung mit einzubeziehen und sich bemühen, den Einstieg handlungs-orientiert zu gestalten.
Im Folgenden sollen nun insgesamt vier Beispiele für thematische Unterrichtseinstiege vorgestellt werden. Dabei ist es sinnvoll zwischen thematischen Einstiegen mit höherem Grad an Lehrerlenkung und thematischen Einstiegen mit höherem Grad an Schülerselbsttätigkeit zu unterscheiden.
3.3.1 Thematische Einstiegsformen mit höherem Grad an Lehrerlenkung
Informierender Unterrichtseinstieg:
Ein sehr häufig gewählter Einstieg ist der lehrergelenkte „Informierende Unterricht- 8 DerLehrer kündigt zu Beginn der Unterrichtsstunde den Schülerinnen und
seinstieg“.
7 Greving/Paradies 1996, S. 30
8 Grell/Grell 1999
6
Schülern den geplanten Ablauf an und kann diesen gegebenenfalls zusätzlich kurz und knapp an der Tafel verdeutlichen und festhalten.
Jochen und Monika Grell, die auch den Begriff „Informierender Unterrichtseinstieg“ prägten, befürworten diese Art von Einstieg. Es sei, besonders für Berufsanfänger, von Vorteil, nicht soviel „Motivationsschnickschnack“ zu machen, sondern die Schüler 9 Zu Beginn der Stunde reicht
durch eine klare Präsentation des Themas zu motivieren. es also aus, den Schülern den Verlauf der Stunde, die Unterrichtsziele und die Begründung für deren Notwendigkeit mitzuteilen. Dies gewährleistet, dass die Schüler sich auf die bevorstehende Thematik einstellen können und dass der Unterricht für die Schüler nachvollziehbar wird.
Als Nachteil bei dieser Form des Einstiegs ist die Lehrerzentriertheit hervorzuheben. Gerade die Vorbereitung und Durchführung der Stunde wird allein vom Lehrer geplant. Die Schüler werden sozusagen vor vollendete Tatsachen gestellt und haben nur wenig Spielraum, wenn es darum geht, sich selbst einzubringen.
Denkanstöße:
Denkanstöße als Mittel des Einstiegs werden zumeist sprachlich vermittelt und schließen einen handelnden Umgang der Schüler mit dem Thema zumindest in der Phase des Unterrichtseinstiegs in den überwiegenden Fällen aus.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für thematische Einstiege über Denkanstöße:
1. Lehrervortrag
2. Erzählen einer Geschichte
3. Etwas vormachen
4. Etwas vorzeigen
5. Konstruktion eines Widerspruchs, Verfremdung, Verrätselung
6. Provozieren und bluffen
Die Planung und Vorbereitung erfolgt in der Regel durch den Lehrer. Thematische Unterrichtseinstiege in Form des Denkanstoßes von seitens einer Schülerin oder eines
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Schülers sind zwar auch möglich
9 Grell/Grell 1999
10 z.B. das Vorlesen einer selbst geschriebenen Geschichte passend zum Thema
Arbeit zitieren:
Sophie Männel, 2007, Unterrichtseinstiege, München, GRIN Verlag GmbH
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