„Für die Zukunft der heranwachsenden Generation ist der Einfluß der Jugendliteratur
genau so wichtig wie der Einfluß des Elternhauses und der Schule“
Erich Kästner
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Erich Kästner 5
3. Emil und die Detektive 6
3.1 Inhalt 7
3.2 Sprache und Wirkung 7
3.3 Gesellschaftskritik in einem Kinderroman 9
4. Emil und Die Detektive als geeignete Kinderbuchlektüre 11
5. Umsetzung in der Schule 15
5.1 Voraussetzungen und Schwierigkeiten bei der Lektüre 16
5.2 Stundentafel 16
5.3 Vorschläge für Klassenarbeiten Referate und weitere Projekte 18
6. Fazit 19
7. Literaturangaben 20
Onlinequellen: 21
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Kinderbuch „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner. Nach grundlegenden Informationen zum Autor und dessen Werke, richtet sich das Augenmerk auf die Frage, ob es sich um eine für den Schulunterricht geeignete Lektüre handelt und inwiefern man es im Rahmen einer Unterrichtseinheit behandeln kann.
Der erste Teil dieser Ausführungen widmet sich dem Leben und den Werken des Autors. Kästners oftmals unterschätzte Wirkung soll durch eine überblicksartige Darstellung seiner Biographie und Veröffentlichungen korrigiert werden. Dadurch wird der Irrtum eines nur als Kinderbuchautor bekannten Kästners ausgeräumt und seiner eigentlichen Bedeutung, auch als Lyriker, Dramatiker, Essayist und Romancier, Rechnung getragen.
Nach einer kurzen Inhaltswiedergabe erfolgt eine Zuordnung des Werkes in die literarische Epoche, wobei vor allem Kästners unverkennbarer Sprachduktus, unter Verwendung geeigneter Beispiele, näher analysiert wird. Die Wortwahl und Sprache des Autors führt unweigerlich zu einer spannenden, authentischen und humorvollen Erzählweise, die eine nachhaltige Sympathie mit dem Protagonisten hinterlässt. Ferner wird der Roman in diesem Kapitel auf moralische und gesellschaftskritische Gesichtspunkte hin untersucht. Ob die mittlerweile 80jährige Detektivgeschichte den Kriterien zur Beurteilung einer geeigneten Kinder- und Jugendliteratur genügt, soll im vierten Kapitel geklärt werden. Vor allem dem oftmals umstrittenen Aspekt der Aktualität in „Emil und die Detektive“ soll hier nachgegangen werden. Sowohl die Forderungen der Lehrpläne, als auch Haas´ Bestimmungsmerkmale für eine ideale Lektüre finden in diesem Abschnitt Berücksichtigung. Das letzte Kapitel schließt mit der eigentlichen Zielsetzung dieser Arbeit ab. Neben vielfachen Möglichkeiten zur Umsetzung in der Schule, wird - aufgrund der Begrenztheit einer solchen Darstellung - ein besonders viel versprechendes Unterrichtskonzept vorgestellt.
4
2. Erich Kästner
Erich Emil Kästner, den meisten lediglich als berühmter Kinderbuchautor bekannt, verfasste zu Lebzeiten auch Dreh- und Tagebücher, Romane, politische Theaterstücke, satirische Schriften und Lyrik. Zudem war er freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen. Somit spielt er in vielen Bereichen der Literatur eine wichtige Rolle und ist aus der deutschen Kulturgeschichte nicht mehr wegzudenken.
Am 23. Februar 1899 wurde er in Dresden als Sohn von Emil, einem Sattlermeister, und Ida Kästner, einer späteren Friseurin, geboren. Sein Verhältnis zur Mutter war Zeit ihres Lebens von einer engen Beziehung geprägt; mehr als 30 Jahre lang schrieben sie sich fast täglich Briefe. Auch in seinen Romanen taucht das Motiv einer „Übermutter“ vermehrt auf. Dieses enge Verhältnis, das über das normale Maß hinausgeht, „prägt(e) ihn für sein Leben und begründet u.a. sein schwieriges Verhältnis zu Frauen.“ 1 Im Alter von 14 Jahren besuchte er das Fletchersche Lehrerseminar um dort eine Ausbildung zum Volksschullehrer zu beginnen. Er wurde jedoch 1917 zum Militärdienst einberufen, aus dem er aufgrund des brutalen Drills einen irreparablen Herzschaden davontrug und 1918 entlassen wurde. Anschließend beendete er seine Ausbildung und begann ein Studium der Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaften und Geschichte in Leipzig, anschließend in Rostock und Berlin, welches er 1925 mit der Promotion 2 zum Dr. phil. abschloss.
1927 zog Kästner endgültig nach Berlin und begann eine Kariere als freier Schriftsteller 3 . Es kam zu ersten Veröffentlichungen in der „Weltbühne“. Seine Berliner Jahre bis zum Ende der Weimarer Republik gelten als seine produktivste Zeit. Er schrieb Gedichtbände 4 , Texte für das Kabarett und veröffentlichte Kinderromane 5 , von denen vor allem „Emil und die Detektive“ von Erfolg gekrönt war.
Das im Jahre 1933 von den Nationalsozialisten auferlegte Publikationsverbot gründete in der Tatsache, dass sich seine Schriften gegen spießbürgerliche Moral, Militarismus und Faschismus richteten und somit Kritik am bestehenden System übten. Im Gegensatz zu vielen anderen staatskritischen Kollegen, emigrierte Kästner nicht, sondern blieb in Deutschland.
1 http://www.erichkaestnergesellschaft.de/1899_-_1918.htm
2 Das Thema hieß: Die Erwiderungen auf Friedrichs des Großen Schrift “De la littérature allmende". 3 Kästner war freier Mitarbeiter für „Montag Morgen“, Neue Leipziger Zeitung“ und „Simplicissimus“. 4 "Herz auf Taille" (1928), "Lärm im Spiegel" (1929) 5 "Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931), "Der 35. Mai" (1931) und "Das fliegende Klassenzimmer" (1933).
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„Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. Mich läßt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen –
wenn's sein muss, in Deutschland verdorrt.“ 6
Er selbst nahm persönlich an der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Opernplatz in Berlin teil und wurde in der Folgezeit mehrmals durch die Gestapo verhaftet, jedoch immer wieder freigelassen. Zehn Jahre später erfolgte ein komplettes Schreibverbot, allerdings erscheint das Drehbuch für den Ufa-Jubiläumsfilm Münchhausen unter dem Pseudonym „Berthold Bürger“.
Nach Kriegsende zieht es den Autor nach München, wo er im von Rudolf Schündler gegründeten Kabarett „Die Schaubude“ mitwirkte, das Jugendmagazin „Pinguin“ herausbrachte und 1951 das Kabarett „Die kleine Freiheit“ gründete. Es erschienen auch zahlreiche Arbeiten 7 , die sich mit dem Nationalsozialismus, dem Krieg und dem zerstörten Deutschland auseinandersetzten.
Während einige seiner Romane verfilmt wurden, er vielfach geehrt und diskutiert wurde, „degradierten Literaturwissenschaftler dieses Landes Erich Kästner eilfertig zu einem leicht verdaulichen, satirischen Gebrauchslyriker und Epigrammatiker.“ 8 Überwiegend als Kinderbuchautor wahrgenommen, verstarb Erich Kästner am 29. Juli 1974 im Alter von 75 Jahren.
3. Emil und die Detektive
Emil und die Detektive ist Kästners erstes und wohl auch bekanntestes Kinderbuch. Die Detektivgeschichte entstand auf Anregung der Weltbühnen-Verlegerin Edith Jacobsohn.
„Sie schlug ihm vor, für ihren Jugendbuch-Verlag, Williams und Co., ein Kinderbuch zu schreiben. Kästner gefiel der Vorschlag. Er machte sich an die Arbeit. Der Zeichner, der es illustrierte, hieß Walter
Trier […] Das Buch erschien 1928 9 und wurde ein ungewöhnlicher Erfolg“. 10
6 Kästner, Erich: Kurz und bündig. Epigramme. Zürich: Atrium 1950. S. 56.
7 Unter anderen erschienen „das Marschlied 1945“(1945), „das Deutsche Ringelspiel“(1947) und das
Kinderbuch „Die Konferenz der Tiere“(1949).
8 Wolff, Rudolf: Anmerkungen zur Kästner- Rezeption. In: Wolff, Rudolf (Hrsg.): Erich Kästner Werk und
Wirkung. Bonn: Bouvier 1983. S. 9.
9 Nach neueren Kenntnissen erschein „Emil und die Detektive“ bereits 1926. Vgl. Steck-Meier, Esther: Erich
Kästner als Kinderbuchautor. Eine erzähltheoretische Analyse. Bern: Peter Lang 1999. S. 32.
10 Doderer, Klaus: Erich Kästners „Emil und die Detektive“ – Gesellschaftskritik in einem Kinderroman. In:
Wolff, Rudolf (Hrsg.): Erich Kästner Werk und Wirkung. Bonn: Bouvier 1983. S. 112.
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Quote paper:
Frederick Wiemerslage, 2008, 'Emil und die Detektive' als Klassenlektüre, Munich, GRIN Publishing GmbH
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