Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die sprachlichen Zeichen 4
2.1 Symptom / Index 4
2.2 Ikon. 5
2.3 Symbol 6
3 Bedeutungsmetamorphosen 7
3.1 Ikonifizierung von Symptomen. 7
3.2 Symbolifizierung von Symptomen. 9
3.3 Symbolifizierung von Ikonen. 10
4 Fazit. 11
Literaturverzeichnis : 12
Internetquellen:......................................................................................................................... 12
2
1 Einleitung
In welche Kategorien kann man sprachliche Zeichen einteilen? Welche „Voraussetzungen“ muss ein sprachliches Zeichen erfüllen, um einer bestimmten Klassifizierung anzugehören? Und sind diese Zuordnungen statisch, bleibt ein Zeichen also immer ein- und dasselbe Zeichen? Wie entstehen Symbole?
Diese Fragen sollen in der vorliegenden Hausarbeit erörtert werden. Schon der Titel „Bedeu-tungsmetamorphosen“ lässt darauf schließen, dass es bei der Zuordnung der Zeichen zu einem bestimmten Zeichentypus nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Veränderungen gibt. Mit genau diesen Veränderungen - dem Zeichenwandel - wird sich der zweite Teil der Arbeit beschäftigen: Wie wird aus einem Index ein Ikon oder ein Symbol? Wie wird aus einem Ikon ein Symbol?
Um diesen Fragen nachzugehen, wird zunächst die Einteilung der Zeichenarten nach Charles Sanders Peirce erläutert sowie darauf aufbauend das Verständnis der Zeichentypen von Rudi Keller. Kellers Theorie ist von entscheidender Bedeutung, da er sich mit der Bedeutungsme-tamorphose sprachlicher Zeichen auseinandergesetzt hat und seine Theorie für diesen Abschnitt der Arbeit maßgebend sein wird.
Auf Charles Sanders Peirce geht das triadische Zeichenmodell zurück. Er unterschied zwischen:
a. Dem Repräsentamen. Dies ist ein wahrnehmbares Objekt, das „Zeichen“ im engeren Sinn, wie z.B. ein Wort oder ein Symbol.
b. Dem Interpretant. Dies stellt die Bedeutung des Zeichens dar, also das was wir verstehen, wenn wir das Zeichen sehen. Der Interpretant meint nicht einen interpretierenden Menschen, sondern allgemeiner ein interpretierendes Bewusstsein. 1 c. Dem Objekt. Dies ist die bezeichnete Sache, das, was das Zeichen repräsentiert. Ein Zeichen liegt also in diesem Verständnis nur dann vor, wenn die Relation von Repräsentamen und Objekt von einem Interpretanten interpretiert wird. Die Relation zwischen Repräsentamen und Objekt kann nach Charles S. Peirce ikonisch, indexikalisch oder symbolisch sein.
1 vgl. Jürgen Trabant, Elemente der Semiotik 1996, S.31.
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2 Die sprachlichen Zeichen
2.1 Symptom / Index
Ein Index ist„nach Charles S. Peirce ein Zeichen, welches zu dem von ihm denotierten Objekt in „realer Beziehung“ steht“ 2 .
Das Index-Zeichen ist demnach ein Anzeichen für etwas bzw. eine Begleiterscheinung, es „lässt Rückschlüsse auf etwas anderes (einen Grund oder eine Ursache) zu“ 3 . Daher besitzt dieses Zeichen auch nur einen geringen Abstraktionsgrad, da es zum Bezeichneten in direkter Verbindung steht und somit ein kausales Verhältnis vorliegt. Dennoch ist ein gewisses Maß an Erfahrungswissen für die Schlussfolgerung notwendig.
Die Benutzung dieses Zeichentypus ist unbewusst, Indices ergeben sich ohne Absicht aus der Situation heraus.
Beispiele für ein indexikalisches Zeichen sind Rauch für Feuer oder fallende Blätter für Herbst.
Etwas problematischer gestaltet sich schon das Beispiel Lachen als Index für Freude. Es gibt zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Schluss „Freude“ zutrifft, doch sind auch andere Gründe denkbar, die ebenfalls zu dem Ergebnis „Lachen“ führen können: Man kann auch ein niedergeschlagenes Lachen von sich geben und so anzeigen, dass man traurig ist. Ebenfalls kann man ironisch oder sarkastisch lachen, um anzuzeigen, dass etwas gerade nicht lustig ist. In diesem Fall befinden wir uns jedoch schon mitten in der Frage, ob es sich dann noch immer um ein indexikalisches Zeichen handelt oder nicht. Dieser Vorgang wird unter 3.1 näher untersucht.
Weitere indexikalische Zeichen sind Demonstrativpronomina wie /dieser/ oder /jener/ und die deiktischen (zeigenden) Mittel in der Sprache. „Zu ihnen zählen beispielsweise die Personalpronomina, die, je nachdem, wer sie ausspricht, jemand anderen bezeichnen.“ 4 Rudi Keller nennt Zeichen, die mittels kausaler Schlüsse interpretiert werden Symptome. Symptome sind allerdings nur in bestimmtem Sinne Zeichen, da sie nicht intentional verwendet werden - andernfalls ändern sie ihren Charakter und hören auf Symptome zu sein - und erst zu einem Zeichen werden, wenn sie interpretiert werden. So werden beispielsweise die Masernflecken erst zu Symptomen, wenn der Arzt sie nutzt, um von den wahrnehmbaren Flecken auf das nicht Wahrnehmbare (die Krankheit) zu schließen. „Durch diese Nutzung werden Flecken zu Symptomen“. 5
2 Klaus Welke, Metzler Lexikon Sprache 2000, S. 290.
3 Armin Burkhardt u.a., Studienbuch Linguistik 2004, S.19.
4 Umberto Eco, Zeichen 2004, S.62, zu den deiktischen Mitteln siehe auch Ingrid Schröder, Zugriff 08.08.2006.
5 Rudi Keller, Zeichentheorie 1995, S. 119.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Britta Wehen, 2006, Bedeutungsmetamorphose sprachlicher Zeichen: Ikonifizierung und Symbolifizierung, München, GRIN Verlag GmbH
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