Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis - 2 -
1. Einleitung - 3 -
2. Was ist Angst - 3 -
3. Theoretische Modelle der Angst - 6 -
3.1. Emotionspsychologie der Angst - 6 -
3.2. Psychoanalytische Theorien - 7 -
3.3. Lernpsychologische Theorien - 8 -
3.4. Kognitive Angsttheorien - 9 -
4. Schlussteil: Persönlichkeitstheorien - 10 -
Welche Rolle spielen Persönlichkeitsmerkmale bei der Angstentstehung - 10 -
5. Literaturverzeichnis - 12 -
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1. Einleitung
Diese Hausarbeit behandelt das Thema „Theoretische Modelle der Angst“ und öffnet ein breites wissenschaftliches Feld, welches in seinem ganzen Umfang den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde und in ihr daher auch nicht erfasst werden kann. Ich möchte mich deshalb auf einige Angsttheorien beschränken, die mir wichtig erscheinen und lediglich die Grundzüge der Angsttheorien ausführen.
Diese Hausarbeit soll einen Überblick geben, was Angst eigentlich ist, wie Angst wissenschaftlich definiert wird, wie Angst entsteht, welche Formen der Angst auftreten können und wie diese analysiert werden können.
Die von mir zusammengefassten Theorien beziehen sich auf überwiegend psychische Prozesse, die bei der Angstentstehung stattfinden. Ihre Analyse soll mir helfen psychische Vorgänge der Angst zu verstehen, um sie in meiner späteren Arbeit als Lehrerin reflektieren zu können. Zu Anfang meiner Ausführungen gebe ich einen groben Überblick darüber, was man unter Angst versteht, welche Forschungsansätze es zu diesem Gebiet gibt und welche Angstzustände unterschieden werden (2. Was ist Angst?). Im Hauptteil meiner Arbeit (3. Theoretische Modelle der Angst) sollen ausgewählte Angsttheorien herausgestellt und differenziert werden. Dabei soll einerseits die Unterschiedlichkeit der Ansätze in ihren Erklärungen gezeigt werden, andererseits sollen die Theorien in einen Zusammenhang gebracht werden. Dazu gehe ich insbesondere auf die Rolle der Emotionen im Zusammenhang mit der Angstauslösung ein, der Psychoanalyse der Angst nach Freud, den Konditionierungsmodellen (lerntheoretische Überlegungen) und den kognitiven Angsttheorien.
Der abschließende Teil dieser Arbeit geht der Frage nach, ob es einen bestimmten Persönlichkeitstyp gibt, der besonders dazu neigt, Angst zu empfinden und ob es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Angstneigungen gibt und wie dieser begründet werden kann.
2. Was ist Angst?
In einem Nachschlagewerk der Pädagogik heißt es, Angst sei eine „Bezeichnung für den Gefühlszustand, den ein Individuum erlebt, wenn es sich in einer Situation befindet, die es als unangenehm- bedrohlich, ja gefährlich und unter Umständen nicht bewältigbar einschätzt.“(Schülerduden. Pädagogik. Dudenverlag, 1989).
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Die Angst hat insbesondere einen erheblichen Einfluss auf Lernprozesse und Leistungen, welche an späterer Stelle genauer erörtert werden. Diese grobe Definition der Angst soll differenzierter betrachtet werden, um die Komplexität des Angstbegriffes stellenweise zu erfassen.
Innerhalb der Angstforschung wurden, insbesondere in der Psychologie, zahlreiche Angsttheorien entwickelt, in denen teilweise Uneinigkeit bezüglich der Angstentstehung und ihrer Auswirkungen herrscht. In der früheren Angstforschung kam dem behavioristischen Ansatz eine zentrale Bedeutung zu. J.B. Watson, ein Vertreter des Behaviorismus, begründete Angst auslösende Mechanismen, in Verbindung mit dem klassischen Konditionieren. Angst sei zunächst eine angeborene Reaktion des Organismus zum Selbstschutz. Hat ein Kind Angst vor, z.B. Felltieren, wird dies so erklärt, dass es bei der Begegnung mit diesen Felltieren mehrmals unangenehme oder bedrohliche Erfahrungen gemacht hat. Diese Erfahrungen werden gespeichert und können mit Felltieren assoziiert werden. Diese Assoziation kann sich ausweiten (Reizgeneralisierung), so dass der Mensch zukünftig beim Anblick eines Felltieres (oder durch den Anblick eines Fells, welches er wieder mit Felltieren und einer Bedrohung assoziiert) Angst empfindet. Seine Assoziation kann sich auf eine breitere Objekt- oder Situationsklasse ausweiten.
Die Angstforschung löst sich zunehmend von den behavioristischen Angsttheorien ab, hin zu kognitiven Angstansätzen. Innerhalb der pädagogischen Angstforschung beschäftigt man sich insbesondere mit Schülerängsten (Schulangst, Leistungsangst) und seit wenigen Jahren auch mit Ängsten der Lehrer. Hierbei spielt die Stressbewältigung (Coping) eine große Rolle. Innerhalb der Vielfalt an Angstkonzepten unterscheiden einige Forscher die „Angst als Zustand“ und die „Angst als Disposition“. „Angst als Zustand“ meint einen momentanen Zustand, in dem ein Individuum Angst empfindet, in dem bewusst wahrgenommene Gefühle der Sorge verbunden werden mit der Erregung des Nervensystems. „Angst als Disposition“ meint, dass in einem Individuum Angst als Persönlichkeitsmerkmal auftritt und er öfter dazu neigt, Angst in bestimmten Situationen zu empfinden, selbst wenn diese Situation objektiv als ungefährlich eingeschätzt wird. Die Angst dieser Person ist größer als die von der Situation ausgehende Gefahr.
Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob man zwischen Angst und Furcht differenzieren kann. Für einige Forscher sind die Begriffe Angst und Furcht in ihrer Bedeutung die gleichen. Für die Autoren Cattell und Scheier (1961) ist Angst ein Vorzustand des Furchtzustandes. Das Individuum empfindet also Angst, wenn sich Furchtzustände ankündigen. Dabei muss die Bedrohung nicht unmittelbar eintreten. Die Person weiß dann nicht, ob die Bedrohung
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Liwia Kolodziej, 2005, Theoretische Modelle der Angst, Munich, GRIN Publishing GmbH
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