Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2. „Singin’ in the Rain“ - Das wohl beste Filmmusical Hollywoods aller Zeiten 3
2.1 Anfänge und allgemeine Merkmale des Filmmusicals 3
2.2 Das Filmmusical der 50er Jahre 4
2.3 Das Showmusical nach Altman. 5
3. Sequenzanalyse zu „Make Em Laugh“ 6
3.1 Wie gelingt die „dramatische Integration“ der Sequenz in die Rahmenhandlung des
Films ? 6
3.2 Beschreibung der filmischen Handlung. 7
3.3 Ton. 9
3.3.1 Musik 9
3.3.2 Dialog / Gesang. 9
3.3.3 Geräusche. 10
3.4 Mise-en-scène. 11
3.4.1 Ort / Kulisse / Ausstattung 11
3.4.2 Einstellungsgrößen. 12
3.4.3 Kameraperspektive. 13
3.4.4 Kamerabewegung. 13
4 Fazit 13
5 Anhang. 15
6. Quellenverzeichnis 16
6.1 Bibliographie 16
6.2 Filmographie 16
6.3 Sonstige Quellen 16
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1 Einleitung
„Singin’ in the Rain“ - so lautet der Titel des wohl besten Hollywood-Filmmusicals überhaupt, das 1952 als Werk der Regisseure Gene Kelly und Stanley Donen in die Kinos kam. 1982 kürte die Zeitschrift „Sight and Sound’s“ es sogar zum viertbesten Film aller Zeiten. (vgl. Wollen 1997: 9) Das Filmmusical spielt in der turbulenten Übergangszeit vom Stumm- zum Tonfilm in den Hollywood-Filmstudios der späten 20er Jahre und gibt in humorvoller, selbstironischer Art die damit verbundenen Umstellungsprobleme wieder. Der romantische Plotteil basiert auf einer sich entwickelnden Liebesgeschichte zwischen dem berühmten Schauspieler Don Lockwood und dem Tanzgirl Kathy Selden, wobei deren Beziehung bis zum Happy End ständig durch echte und befürchtete Trennungen gefährdet ist.
Die Musik zum Film lieferten die Songschreiber Freed und Brown, allerding wurden lediglich zwei Lieder speziell für diesen komponiert; den Rest übernahm man aus früheren Musicals. (vgl. http://www.filmsite.org/sing)
Eines dieser Lieder ist die Solonummer „Make `Em Laugh“ des Darstellers O’Connor alias Cosmo. Seine akrobatische Höchstleistung in dieser Sequenz, die er mit clownesker Mimik und Gestik paart, bleibt wohl jedem Zuschauer im Gedächtnis und bringt ihn zudem ordentlich zum Lachen. Mit welchen filmischen Mitteln gelingt es dem Film O’Connor in dieser Sequenz in Szene zu setzen? Nach Klärung theoretischer Grundlagen zum Genre „Musical“, wird die folgende Sequenzanalyse zu „Make `Em Laugh“ zunächst untersuchen, auf welche Art und Weise die dramatische Integration dieser Showeinlage in die Filmhandlung gelingt. Danach erfolgt die Analyse einiger ausgewählter filmischer Gestaltungsmittel, deren Einsatz es gilt, mithilfe einer „Genre-Motivation“ zu begründen. Inspiration zu dieser Sequenzanalyse lieferte im Übrigen die Analyse zum Titellied des Films, „Singin’ in the Rain“, von Peter Wollen in dessen gleichnamigen Buch.
2. „Singin’ in the Rain“ - Das wohl beste Filmmusical Hollywoods aller
Zeiten 2.1 Anfänge und allgemeine Merkmale des Filmmusicals
Das Filmmusical konnte sich erst mit der Ära des Tonfilms etablieren, die 1927 mit dem Film „The Jazz Singer“ einsetzte. 1929 wurde der erste Musikfilm, „The Broadway Melody“, veröffentlicht, wobei die für die ersten Filmmusicals noch typische Broadway-Orientierung bereits am Titel ersichtlich wird. Die frühen Musikfilme wurden damals jedoch keineswegs als „Musical“ bezeichnet, selbst im heutigen Sinne klassische Musicals trugen diese Benennung nicht. Das Wort „musical“ kam erst nur als Adjektiv zur Beschreibung von Komödien, Melodramen u. a. zum Einsatz; als Substantiv und Genrebezeichnung wird es erst seit den späten
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30er Jahren verwendet. (vgl. Altman 1999: 31-34) Das Filmmusical diente in der Anfangszeit als Testfeld für viele technische Innovationen Hollywoods, wie z. B. für den Tonfilm oder das Playback-System. (vgl. ebd. 1989: ix)
Im Folgenden sollen nun die wichtigsten Merkmale des Filmmusicals aufgezeigt werden: Das Genre zeichnet sich durch eine Symbiose aus Schauspiel, Tanz und Gesang aus, wobei die Shownummern, die aus dem Geschehen erwachsen, dramaturgische und ästhetische Höhepunkte in der Rahmenhandlung darstellen. Als in die Handlung integrierte Formen unterbrechen sie dabei die Handlungsdynamik und Erzähllogik des Films nicht. Körpersprache und Tanzbewegungen der Darsteller veranschaulichen die emotionale Aussage des gesungenen Textes oder transportieren zusätzliche Informationen (vgl. Koebner 2002: 398-403) Das Menschenbild im Musical ist von maschineller Perfektion geprägt: Die Filmtechnik ermöglicht es z. B. durch Einsatz von Playback, sowie Erholungs- und Schminkpausen, große Einzelanstrengungen der Schauspieler zu einer Einheit zusammenzufügen und somit menschliche Schwächen auszumerzen. Für das Musical im Allgemeinen zutreffend, wird dem Genre ein künstliches und somit unglaubwürdiges Wesen zugeschrieben. Die Antirealität liegt ihm als inhaltliches und ästhetisches Konzept zu Grunde, was zur Folge hat, dass Mimik, Gestik und Bewegungen der Darsteller besonders in den Showeinlagen unnatürlich wirken. Das Musical unterliegt einer Eigengesetzlichkeit, die jeglicher Kausalität entsagt. Scheinbare Zufälle werden stets geplant und inszeniert. (vgl. Pollach u. a. 2003: 13-39) Das Musical im Allgemeinen kann dazu dienen, Musik- und Tanzstile unterschiedlicher Art zusammenzuführen. Thematisch sind ihm keine Grenzen gesetzt; meist wird es jedoch als Komödie konzipiert. Zudem kann es mit anderen Filmgenres, wie z. B. dem Western oder Thriller, kombiniert werden. (vgl. Koebner 2002: 398-403)
2.2 Das Filmmusical der 50er Jahre
Das gleich bleibend hohe Niveau des Hollywood-Musicals der 50er Jahre erreichte man durch eine sorgfältige Produktion: Es wurde viel Zeit und Geld in die aufwendig inszenierten Gesangs- und Tanzpassagen, das Dekor und die Entwicklung der Drehbücher investiert, um eine möglichst große Harmonie von Klang, Farbe, Dekoration und Filmcharakteren herzustellen. Der in dieser Zeit an Bedeutung gewinnende Konkurrent des Filmmusicals, das Fernsehen, galt es durch Originalität und Einfallsreichtum, sowie neue technische Errungenschaften, wie dem Einsatz von Stereo-Ton und Technicolor, zu übertrumpfen. Statt Künstlichkeit sollte nun Realismus die Darstellung beherrschen. Trotz aller Anstrengungen der Filmbranche sanken die Einnahmen, was eine Sparpolitik verbunden mit Stellenabbau zur Folge hatte. Dies ging zu Lasten der Experimentierfreudigkeit der Banche, die man zu einem Großteil einbüßte. (vgl. Jubin 1995: 29-34)
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2.3 Das Showmusical nach Altman
Altman unterteilt das Genre „Musical“ in drei Subgenres: Das „Fairy Tale Musical“, das „Show Musical“ und das „Folk Musical“. Da er „Singin’ in the Rain“ dem Showmusical zuordnet, sollen dessen Merkmale nun kurz betrachtet werden: Eine Quelle des Showmusicals ist das amerikanische Vaudeville 1 . Wie dessen locker aneinander gereihte Lieder, Tänze und artistische Darbietungen, werden im Showmusical kurze komische Episoden in die filmische Rahmenhandlung eingefügt, wobei die Erzählung das „Reale“ und die Nummer das „Ideale“ verkörpert. Die Performance als das Ende der darstellerischen Suche bzw. dessen Strebens steht für die momentane Utopie und Flucht aus der Welt. (vgl. Encarta 2005: Vaudeville) Die ebenfalls in den USA entstandene Minstrel-Show 2 als weitere Inspirationsquelle des Showmusicals liefert das Konzept des so genannten „internen Publikums“. Das externe Filmpublikum wird dabei gezwungen, sich mit einem im Film gezeigten anderen Publikum zu identifizieren. In „Singin’ in the Rain“ ist ein solches internes Publikum z. B. am Filmbeginn zu sehen, als es den roten Teppich bei einer Premierenfeier säumt und alle Schauspieler mit hysterischer Gespanntheit erwartet. Das externe Publikum nimmt jedoch nicht nur wahr wie das interne Publikum eine Show sieht, sondern es hat außerdem die Möglichkeit die Probe zur Show zu betrachten und kann somit sein natürliches Bedürfnis hinter die Kulissen schauen zu wollen befriedigen. Das heißt, die Show selbst verliert ihre Vorrangstellung und statt ihrer rückt die Showproduktion und -überwachung durch eine voyeuristische Kamera in den Vordergrund. Allerdings werden lediglich das höherstufige Produktionspersonal und die -darsteller, nicht die eigentliche Handwerksarbeit, mit einem romantisierten „Mittelklasse-Blick“ gezeigt. (vgl. Altman 1989: 207-212) Die Burleske 3 als dritte Quelle gewann zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg in den USA an Popularität und hat großen Einfluss auf das Geschlechterverhältnis im Showmusical genommen. Frauen werden nicht als eine dem Mann gleichberechtigte Partnerin, sondern vielmehr nur als schöne Tänzerin dargestellt. (vgl. ebd.: 209) Der Mann hingegen ist Regisseur, Produzent, Songschreiber, Lehrer, aber auch Liebender, unfähig sein Objekt der Begierde zu besitzen. Die Frau wird somit auf die Quelle des männlichen Begehrens und auf ein Produkt männlicher Kreativität reduziert. Der Mann als Betrachter konsumiert das Bild der Frau. Wird die Stimmung der Liebenden im Musical wiedergegeben, dann verkörpert die Show eine Paarungsfeier, das Urbild der Vereinigung von Mann und Frau. Oder wie Altman schlicht resümiert: „[...]love is the show[...].“.
Für Altman existiert die Show im Musical unabhängig von individuellen Darstellern, frei nach dem Motto, das auch Cosmo in „Make `Em Laugh“ anführt: „The Show must go on!“ (vgl. Altman 1989: 213-271)
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Arbeit zitieren:
Cornelia Steinigen, 2006, Sequenzanalyse der Musicalnummer "Make 'Em Laugh" aus dem Film "Singin' in the Rain", München, GRIN Verlag GmbH
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