Wie sein Vorvorgänger Roosevelt betrachtete sich der 28. Präsident der USA, Woodrow Wilson, als der persönliche Repräsentant des Volkes. Er beschrieb sein Präsidentenamt mit den Worten: „Von niemand anderem, als dem Präsidenten wird erwartet, daß er sich um die Interessen des Volkes kümmert.“ Er war Rassist und gewann die Stimmen der schwarzen Arbeiter durch ein politisches Programm der progressiven Reformen. Er war wesentlicher Wegbereiter des Aufbaus einer neuen Weltordnung nach dem Ersten Weltkrieg. Den Kriegeintritt der USA im Jahr 1917 nannte er einen „Kreuzzug, um die demokratische Welt sicher zu machen.“ Seine Arbeit wurde mit dem Friedensnobelpreis belohnt, das Scheitern seiner Arbeit ließ ihn verbittert sterben.
Thomas Woodrow Wilson wurde am 28.Dezember 1856 in Staunton, Virgina als drittes von vier Kindern des Pfarrers Joseph R. Wilson geboren. Nach dem Besuch mehrerer Privatschulen begann 1875 seine Studienzeit mit Graduierung an der Universität Princeton (Bachelor of Arts) und der Universität von Virginia (Recht), worauf schließlich 1885 die Promotion in Politikwissenschaft mit dem Thema „Congressional Government: A Study in American Politics“ an der Johns Hopkins Universität in Baltimore folgte. Im gleichen Jahr ehelichte er Ellen Louise Axson, die er bereits seit Kindheitstagen kannte. Aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor. Nach Lehrtätigkeiten am Bryn Mawr College, an der Wesleyan University (Connecticut) und der Universität Princeton wurde er 1902 zu deren Präsident ernannt und erfüllte diese Aufgabe bis 1910.
Die größer werdende nationale Bekanntheit Wilsons, auch aufgrund seiner erfolgreichen und anerkannten Publikationen, ließ Kreise konservativer Demokraten ihm das Präsidentenamt zudenken. 1910 wurde er schließlich dazu überredet, sich für das Amt des Gouverneurs von New Jersey zur Wahl zu stellen. Dabei stellte er während der Wahlkampagne seine Unabhängigkeit von der Wahlkampfmaschinerie heraus, insbesondere von den konservativen Kräften, die ihn nominierten. Nach gewonnener Wahl wurde er im Dezember 1910 zum Gouverneur des Staates New Jersey ernannt.
Auf dem Parteikongreß der Demokraten 1912 wurde Wilson als Kandidat für das Präsidentenamt nominiert und ging mit seinem Grundsatzprogramm namens „New Freedom“ auf Gegenkurs zu Theodore Roosevelt mit seinem Slogan „New
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Nationalism“. Wilson gewann die Wahl vom 05.12.1912 gegen den republikanischen Amtsinhaber William Howard Taft und dessen Vorgänger Theodore Roosevelt, auch weil seine Gegner die republikanische Wählerschaft spalteten. Er war damit der erste Präsident mit einem philologischen Grad. Kernpunkte des „New Freedom“ Programms waren progressive Staats-rechtsreformen und die Förderung von mehr wirtschaftlichem Individualismus. Mit der Umsetzung der Reformen wurde rasch begonnen. Wilson brachte in seiner ersten Amtszeit bereits nach kurzer Zeit einige wesentliche „New Freedom“ -Gesetze auf den Weg und durch den Kongreß:
1) Den „Underwood tariff act“, eine umfassende Reform des Zoll- und Steuerrechts, die Einfuhrzölle von Rohwaren wie Eisen reduzierte und eine allgemeine Einkommensteuer gesetzlich festschrieb.
2) Den „Federal Reserve Act“, die Einführung einer Zentralbank zur Sicherung und Stärkung des nationalen Finanzsystems.
3) Den „Clayton Antitrust Act“, die Verschärfung der Gesetze gegen Wirtschaftsmonopolisten sowie die gesetzliche Festschreibung der Legalität von Gewerkschaften und deren Recht auf Streiks. Um unfaire Geschäftpraktiken zu unterbinden und den Handel besser überwachen zu können, wurde die Federal Trade Commission ins Leben gerufen.
Die unter der Präsidentschaft von Wilson gegründete Federal Reserve Bank und Federal Trade Commission haben sich bis in die Gegenwart als wesentliche Säulen des amerikanischen Wirtschaftssystems etabliert.
Vor der Präsidentschaftswahl am 07.11.1916 wurden weitere Reformen umgesetzt, wie das Verbot der Kinderarbeit, die Einführung des 8-Stundentages für Bahnarbeiter, Maßnahmen zur Unterstützung von Bildungseinrichtungen sowie die Vergabe günstiger, langfristiger Kredite für ärmere Landwirtschaftsbetriebe. In Verbindung mit dem Leitspruch „He kept US out of war“ (Er hat uns - die USAaus dem Krieg herausgehalten) wurde so Wilsons Wiederwahl gesichert, auch weil er durch seine Antikriegshaltung und den arbeitnehmerfreundlichen Reformen eine
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große Popularität in der Bevölkerung besaß. Er gewann mit sehr knappem Vorsprung vor seinem republikanischen Herausforderer Charles Evans Hughes, dessen Wahlkampf sich u.a. auf Kriegsvorbereitung (nicht Kriegseintritt) und Kritik an Wilsons Reformen stützte.
Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg des deutschen Reiches und die damit einhergehende Versenkung amerikanischer Schiffe, insbesondere der Lusitania (128 getötete Amerikaner, etwa 1800 Opfer insgesamt) sowie die Zimmermann-Note (Versuch Deutschlands, Mexiko zum Krieg gegen die USA zu bewegen), führten zu einer veränderten Stimmungslage in der amerikanischen Bevölkerung. Dies nötigte Wilson zur Aufgabe der (offiziellen) amerikanischen Neutralität und er erklärte am 06. April 1917 den Kriegseintritt der USA auf Seiten der Alliierten. Als die USA in den Krieg gegen Deutschland und dessen Verbündete eintraten, war dieser faktisch entschieden: Die Materialschlacht an der Westfront war nun definitiv zugunsten der Alliierten ausgefallen, zumal die Übermacht der nun ins Felde geführten Tanks die Fehlerhaftigkeit der deutschen Kriegsrüstung nun auch der Obersten Heeresleitung des Deutschen Reiches deutlich machte. Präsident Wilson stellte im Hinblick auf die Zeit nach einem Sieg über die Mittelmächte bereits am 08.01.1918 vor beiden Häusern des US-Kongresses ein Friedensprogramm vor, das als direkte Folge der schlimmen Kriegsentwicklungen der vergangenen Jahre eine mögliche Neuordnung der Beziehungen zwischen den Völkern der Welt darstellte. Im 14. und letzten Punkt seines Friedensprogramms forderte er einen friedenssichernden Bund der Völker: „Eine allgemeine Gesellschaft der Nationen muss auf Grund eines besonderen Bundesvertrages gebildet werden zum Zweck der Gewährung gegenseitiger Garantien für politische Unabhängigkeit und territoriale Integrität in gleicher Weise für die großen und kleinen Staaten“
Nach dem von Wilson formulierten Friedensplan ließen weitere Vorschläge und Ergänzungen nicht lange auf sich warten. Bereits am 20.03.1918 stellte man die von Sir Walter Phillimore ausgearbeitete britische Variante vor, die von Léon Bourgois federführend verantwortete französische Darstellung eines möglichen Völkerbundes folgte am 08.06.1918. Die Kernaussage glich der von Wilson:
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2008, Woodrow Wilson: 28. Präsident der USA, München, GRIN Verlag GmbH
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The Papers of Woodrow Wilson, Volume 11: 1898-1900
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The Papers of Woodrow Wilson, Volume 1: 1856-1880
Woodrow Wilson, Arthur S. Link, A. S. Link
The Papers of Woodrow Wilson, Volume 2: 1881-1884
Woodrow Wilson, Arthur S. Link, A. S. Link
The Papers of Woodrow Wilson, Volume 3: 1884-1885
Woodrow Wilson, Arthur S. Link, A. S. Link
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