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Schmelzen die Polkappen?
INHALTSVERZEICHNIS
Seite
Inhaltsverzeichnis -I
Abbildungsverzeichnis -I
1 Einleitung 1
2 Die Polarregionen: Merkmale und Entwicklung 1
3 Schmelzen die Polkappen?
3.1 Grundlegende Überlegungen 4
3.2 Entwicklungen in der Arktis 5
3.3 Entwicklungen in der Antarktis 7
4 Auswirkungen der Entwicklungen am Beispiel der Arktis 9
5 Fazit 10
Literaturverzeichnis 11
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1 : Temperaturveränderung der Atmosphäre 2
Abb. 2 : Die Rolle der Kryosphäre im Klimasystem 3
Abb. 3 : Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in der Arktis 5
Abb. 4 : Entwicklung der sommerlichen Schmelzfläche 6
Abb. 5: Eisschild der Antarktis. Zu- bzw. Abnahme der Eisdicke -8-
Schmelzen die Polkappen?
1 EINLEITUNG
In der aktuellen Diskussion um den anthropogen verursachten Klimawandel und seine Auswirkungen werden die Polarregionen Arktis und Antarktis gerne als Beispiel für die katastrophalen Folgen herangezogen, die durch eine Veränderung des Klimas hervorgerufen werden. In der öffentlichen Diskussion bleiben allerdings oft wichtige Fakten zu den naturräumlichen Bedingungen der Polarregionen unberücksichtigt, ein allgemein weit verbreitetes Unwissen um die komplexen natürlichen Abläufe in diesen Regionen ist feststellbar. Ziel dieser Ausarbeitung ist es, die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften der Polarregionen kurz darzulegen und zu untersuchen, inwieweit sie vom, mittlerweile wohl unbestreitbar, anthropogen verursachten Klimawandel tatsächlich betroffen sind. Darüber hinaus wird auf die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen am Beispiel Arktis genauer eingegangen.
2 DIE POLARREGIONEN: MERKMALE UND ENTWICKLUNG
Will man sich näher mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Polarregionen beschäftigen, so scheint es für das Verständnis sinnvoll zu sein, im Vorfeld einige elementare Eigenschaften der Kryosphäre 1 zu erläutern. Neben den großen Eisschilden der Arktis und Antarktis sowie den Gebirgsgletschern gehören die globale Gesamtmenge an Schnee, Flusssowie Meereis dazu. Die Kryosphäre, in welcher 75 Prozent des Süßwassers gebunden ist, unterliegt Schwankungen im Hinblick auf die Eismenge. Während für die Menge des Schnees und des Meereises saisonale Schwankungen das bestimmende Element sind, verändern sich die Eisschilde der Pole in erdgeschichtlich wesentlich längeren Zeiträumen. Festzuhalten bleibt, dass die Polarregionen einer stärkeren Dynamik unterworfen sind, als in der Vergangenheit vielfach angenommen wurde. Sie sind also keine „starren“ Eismassen (RE-MY/RITZ 2001, S.32).
Den heutigen klimatischen Bedingungen entsprechend ist eine ganzjährige Eisbedeckung nur an den Polen der Erde möglich. Der Grund dafür liegt in den besonderen klimatischen Bedingungen dort, auf die an dieser Stelle jedoch nicht detaillierter eingegangen werden kann (FORKEL 2008). Tatsächlich ist die Erde jedoch, erdgeschichtlich betrachtet, normalerweise völlig eis- und frostfrei. Nur in periodisch wiederkehrenden, vergleichsweise kurzen, Kältephasen ist eine dauerhafte Bedeckung der Erde mit Eis möglich. Diese „Eiszei-
1 Als Kryosphäre wird der Bereich der Erdoberfläche bezeichnet, der von Eis bedeckt ist.
Schmelzen die Polkappen?
ten“ dauern etwa fünfzehn bis 20 Millionen Jahre. Während dieser Zeiträume wechseln sich im Rhythmus von etwa 100.000 Jahren Warmzeiten (Interglaziale) und Kaltzeiten (Glaziale) ab. Als Grund für diesen periodischen Wechsel werden Schwankungen der Stellung der Erdachse angenommen. Seit circa 2,6 Millionen Jahren befindet sich die Erde in einer solchen Eiszeit und innerhalb dieser Eiszeit seit etwa 11.000 Jahren in einer Warmzeit, dem so genannten „Holozän“. Waren in der letzten Kaltzeit noch deutlich größere Gebiete der Erde mit Eis bedeckt, so sind die heutigen Eisschilde der Polarregionen und die Berggletscher die letzten Reste (REMY/RITZ 2001, S. 35). Einen Überblick über die Abfolge von Warm- und Kaltzeiten sowie den entsprechenden Temperaturen gibt Abbildung 1. Deutlich wird, dass in den Kaltzeiten deutlich kältere Temperaturen als im Holozän vorherrschten.
Abb. 1: Temperaturveränderung der Atmosphäre (Abweichung von der Mitteltemp. des Holozän)
(Quelle: HBS (2007): http://www.hamburger-bildungsserver.de/klima/klimafolgen/eis)
Das entscheidende Resümee dieses erdgeschichtlichen Exkurses ist, dass Schwankungen der Temperatur und der Eisbedeckung der Erde nicht ungewöhnlich sind. Veränderungen durch den anthropogen verursachten Klimawandel sind dabei ein neuer, kaum berechenbarer Faktor dieser dynamischen Entwicklung. Berücksichtigt man die Tatsache, dass zwar Schneefall und Meereis unmittelbar auf Klimaveränderungen reagieren, es aber tausende Jahre dauert bis Temperaturschwankungen zum Grund der Eisschilde durchgedrungen sind (REMY/RITZ 2001, S. 32), so wird deutlich, dass eine Beurteilung über den anthropogenen Anteil an aktuellen Veränderungen der polaren Eisbedeckung schwierig ist. Abschmelzprozesse können sowohl eine Folge aktueller anthropogen verursachter Klimaänderungen als auch Auswirkungen natürlicher langzeitlicher Schwankungen sein (MPI-M 2008).
Ein weiterer für das Verständnis des polaren Klimas wichtiger Faktor ist der globale Strahlungshaushalt. Eis und Schnee haben als wichtigste klimatologische Eigenschaft eine, im Vergleich zu anderen Oberflächen, starke Reflexionswirkung für Sonnenstrahlen, auch
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Sascha Ehrenberg, 2008, Schmelzen die Polkappen?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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