Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Das Werk in Foucaults Biografie. 4
2.1 Die Vorgeschichte von Überwachen und Strafen 4
2.2 Die Zeit seiner Entstehung 5
3. Der wesentliche Inhalt von „Überwachen und Strafen“ 5
3.1 Das Ende der peinlichen Strafen 5
3.2 Die Zeit der Reformer 6
3.3 Die zügige Eroberung des Gefängnisses 7
3.3.1 Disziplin als Katalysator 7
3.3.2 Massive Kritik am Gefängnis 8
3.4 Architektonische Perfektion der Disziplinarmacht: Das Panoptikum 8
4. Rezeptionskontext 9
5. Würdigung 10
6. Literaturverzeichnis 12
Prim ärliteratur: 12
Sekund ärliteratur: 12
2
1. Einleitung
David Gabbard zieht einen außergewöhnlichen Vergleich zwischen den herrschenden Machtverhältnissen in Michel Foucaults Werk <<Überwachen und Strafen>> (Erscheinungsjahr 1974, im folgenden Text <<ÜuS>>) und dem Science-Fiction-Film Matrix:
„… these technologies function as the ultimate disciplinary machines, even more utopian in their design and function than Bentham’s panopticon. They enable power to achieve a level of omnipotence and omniscience far greater than that achieved by any of the disciplinary technologies addressed by Foucault, including compulsory schooling.” 1
Er zeigt damit u.a. wie jede Gesellschaft, sogar eine rein fiktive, von der Strategie der Macht durchzogen ist. 2 „The Matrix is a computer-generated dream world to keep us under control.” 3
Dieser Kommentar widmet sich genau dem Buch Foucaults, welches sich mit solchen Thesen und speziell mit der Entwicklung der Strafmechanismen beschäftigt, die durch das soziale Medium Macht bedingt sind. Beginnend bei der peinlichen Strafe der Marter im 18. Jahrhundert bis zur Haftstrafe als universale Form der Bestrafung. Eine erstaunliche Transformation, da sich die Sanktion durch Inhaftierung, trotz heftiger Kritik, gegen alle anderen strafenden und überwachenden Mechanismen durchsetzen konnte. Der Autor selbst behauptet, dass das Gefängnis durch die Willkür des Vollzugs und die bewusste Produktion von Delinquenz versagt hat. Trifft seine Aussage zu unserer Zeit noch zu? Im Verlauf des Kommentars werde ich den wesentlichen Inhalt des Buches im Bezug zu der aufgeworfenen Frage erläutern, zeigen wie das Werk von der Nachwelt interpretiert wurde und mit einer persönlichen Würdigung abschließen. Zuvor sollte allerdings der Hintergrund des Buches und seine Bedeutung im Gesamtwerk Foucaults analysiert werden. Was veranlasste ihn, <<ÜuS>> zu schreiben, und welche Rolle spielt das Werk in seiner Entstehungszeit?
1 Beaulieu/Gabbard (2006): Michel Foucault and power today. International Multidisciplinary Studies in
the History of the Present. Lexington Books, S. 40
2 Marti (1999): Michel Foucault. 2. überarb. Aufl. München: Beck’sche Reihe Denker, S. 85
3 Beaulieu/Gabbard (2006): S. 41
3
2. Das Werk in Foucaults Biografie
Michel Foucault, ein Mann, der zu den Strukturalisten gezählt wird und in Intellektuellenkreisen in aller Welt bekannt war. Jürgen Habermas sagt über Foucault, er habe sich nach dem Scheitern der ‘-68er-Bewegung von einem Linksintellektuellen zu einem Linksaussteiger gewandelt. Es wird gesagt, Foucault sei aktiv an der Vorbereitung dieser Bewegung beteiligt gewesen. Dieser Annahme ist jedoch laut Bernhard H. F. Taureck wenig Glauben zu schenken. 4 Wichtig für die Entstehung von <<ÜuS>> sind schließlich die darauf folgenden ereignisreichen Jahre in Foucaults Leben.
2.1 Die Vorgeschichte von <<Überwachen und Strafen>>
<<ÜuS>> ist Foucaults erstes Buch nach seinem Antritt der Professur am Collège de France 1970 und hat zudem eine bedeutende Vorgeschichte. 5 Der Autor setzte sich sowohl für Verbesserungen der Haftbedingungen in französischen Gefängnissen, als auch gegen die dort damals noch geltende Todesstrafe ein. Er besuchte mehrere Gefängnisse und erkannte deren Komplexität, worauf er eine Reduktion allein auf ihre negative Ausschlussfunktion vehement verneinte und ihnen auch produktive Wirkungen zuschrieb. In dieser Zeit von 1970 bis 1975 protestierte er mit Gleichgesinnten in der G.I.P. (Informationsgruppe Gefängnis), um die Probleme der Inhaftierung publik zu machen. 6
Dem ungerechten, geheimen und somit willkürlichen Vorgehen des Strafvollzugs sollte hieraufhin ein Ende gesetzt werden. Das Werk <<ÜuS>> schließt bewusst mit einer Fußnote ab. Michel Foucault will hier verdeutlichen, dass dieses Buch lediglich als historischer Hintergrund dienen soll und künftige Studien über <
Aus den Berichten des Collège de France geht auch hervor, dass Foucault speziell <
4 Taureck (1997): Michel Foucault. Originalausg.. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, vgl. S. 134 ff.
5
Zuvor schrieb Foucault bedeutende Werke wie <
der Dinge>>, <
Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft>>, <
ärztlichen Blicks>> und <
6 Schneider (2004): Michel Foucault. Darmstadt: Wiss. Buchges., vgl. S. 119 f.
7 Ebd., vgl. S. 120
8 Schneider (2004): vgl. S. 120
4
Arbeit zitieren:
Fabian Bruckschen, 2009, Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses", München, GRIN Verlag GmbH
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