0. Einleitung 3
1. Darstellung der Invisible-hand-Theorie 3
1.1. Die Voraussetzung sprachlichen Wandels 3
1.2. Dichotomien und ihr Ausweg 4
1.3. Phänomene der 3. Art und Invisible-hand-Theorie 6
1.4. Sprache als abstrahierte, gebrauchte Individualkompetenz 7
2. Kritik 10
2.1. Beispiellosigkeit 10
2.2. Invisible-hand-Theorie vs. sprachinterner Wandel u.a. Theorien. 11
2.3. Wortschöpfungen 14
2.4. Selbstisolation 15
2.5. Extreme Dichotomie. 16
2.6. Prognostizierbarkeit und Wahrheitswert 17
2.7. Handlungsmaximen 17
2.8. gleichgerichtete Intentionen, Trivialität und getrennte Sprachbereiche. 21
3. Anwendung an konkreten Beispielen. 24
3.1. Friseur vs. Coiffeur vs. Hair-Stylist. 24
3.2. Weib vs. Frau. 26
3.3. englisch 1 vs. englisch 2 27
4. Schluss. 28
5. Literaturverzeichnis. 30
2
0. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Invisible-hand-Theorie von Rudi Keller. Grundlegend ist vor allem die Darstellung der Theorie in „Sprachwandel: von der Unsichtbaren Hand in der Sprache“ 1 . Außerdem wird das später erschienene Werk „Bedeu-tungswandel“ 2 , besonders in Teil 3, berücksichtigt. Ferner ziehe ich noch ein Beispiel aus einem 1982 erschienenen Zeitschriftenartikel 3 von Keller heran. In Teil 1 werde ich also die Theorie weitgehend kritiklos, doch teilweise schon reflektierend, darstellen. Dies beinhaltet die Prämisse, dass Sprache sich wandelt, die Kritik an früheren Erklärungen sprachlichen Wandels anderer Autoren und die Einführung der Invisible-hand-Theorie. Schließlich werde ich die „Individualkompetenzen“ und den daraus resultierenden Sprachbegriff berücksichtigen.
In Teil 2 setze ich mich kritisch mit dem in Teil 1 besprochenen Text auseinander. Dabei orientiere ich mich überwiegend an kritischen Beiträgen anderer Autoren zu „Sprachwandel“, welche selbst wiederum von mir kritisch betrachtet werden. In Teil 3 kommt es dann zur Anwendung der Invisible-hand-Theorie. An konkreten Beispielen wie z.B. Friseur/Coiffeur/Hair Stylist werde ich die Anwendbarkeit unter Bezug auf die vorhergegangene Kritik überprüfen.
Im Schluss ziehe ich dann das Fazit meiner Überlegungen zu Kellers Invisible-hand-Theorie.
1. Darstellung der Invisible-hand-Theorie
1.1. Die Voraussetzung sprachlichen Wandels
Eine Theorie, die Sprachwandel erklärt, wäre nicht nötig, wenn man keinen Wandel in der Sprache voraussetzen würde, der der Erklärung bedarf. Keller setzt also einen Wandel der Sprache voraus. 4 Er spricht von „Prozessen permanenten Wandels“ (Keller 2003: 22), welche dem Menschen besondere Schwierigkeiten im beschreibenden Verständnis machen. Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass sich dem Menschen keine erfahrbaren Vorbilder zeigen. Es gibt lediglich wahrnehmbare Beispiele für den „Prozeß
1 Keller 2003.
2 Keller/Kirschbaum 2003.
3 Keller 1982.
4 „Durch […] tägliche millionenfache Benutzung unserer Sprache […] erzeugen wir eine permanente
Veränderung unserer Sprache.“ (Keller 2003: 30) Vgl. auch etwa Wurzel 1997: 307 o. Coseriu 1975: 138.
Jedoch sind „die probleme einer theorie des sprachwandels […] eben solche, die sich uns stellen, wenn
wir den sprachwandel zum problem machen.“ (Cherubim 1983: 65)
3
des Werdens“ (ebd.: 22), welcher im Unterschied zum Wandel zielgerichtet ist. Dies ist dann auch eine erste Prämisse der Theorie von Keller. Sprachwandel vollzieht sich nicht zielgerichtet. Keller spricht auch von „Evolution“.
In dem Punkt, dass Sprache sich ändert, sind sich auch Kellers Kritiker einig. Es ist „eine von allen Sprachwandel-Forschern anerkannte Hypothese“ 5 (Eggers 1998: 426). Es wird als „empirical fact“ (Croft 1997: 393) aufgefasst. So gibt Ladstätter 2004: 72 einen Vergleich der „Sprache“ von Stellenanzeigen in der Zeitung verschiedener Zeiten als einen offensichtlichen, empirischen Beleg sprachlichen Wandels an. 6 Auch schon Schleicher fand, „daß die Sprachen sich verändern, so lange sie leben, und diese längeren Beobachtungsreihen verdanken wir der Schrift.“ (Schleicher 1873: 96) Die Voraussetzung dafür, einen Sprachwandel festzustellen, scheint jedoch, dass es eine Sprache (an sich) gibt, die sich ändert. 7 Es wäre aber schwer, über Sprache zu reflektieren, würde man sie nicht zu einem abstrakten Gegenstand machen. „Die Hypostasierung und Reifizierung der Sprache ist meist […] eine praktische Notwendigkeit.“ (Keller 2003: 171)
1.2. Dichotomien und ihr Ausweg
Um die Notwendigkeit einer neuen Theorie unter Beweis zu stellen, kritisiert Keller erst einmal zwei entgegengesetzte (frühere) Theorien sprachlichen Wandels, oder besser gesagt: sprachlichen Werdens. Denn „die beiden Redeweisen sind den beiden eingangs erwähnten Modellen des Werdens nachkonstruiert“ (Keller 2003: 25). Mit Hilfe von Schriften von von Hayek 8 arbeitet er eine traditionelle Dichotomie sprachwandlerischer Erklärungsweisen heraus. 9 In etwas zu vereinfachender, doch interessanter Darstellung 10 sprachwissenschaftlicher Geschichte nennt er zwei vorwiegende Betrachtungsweisen des Wesens von Sprache.
Die eine wäre die organistische Sicht 11 : „Die Sprachen sind Naturorganismen, die, ohne vom Willen des Menschen bestimmbar zu sein, entstunden, nach bestimmten Gesetzen wuchsen […] altern und absterben“ (Schleicher 1873: 88). 12 Der Weg führt von der Verdinglichung der Sprache, über ihre Vitalisierung bis zur Anthropomorphisie-
5 Vgl.auch Albrecht 1991: 20.
6 Vgl. auch Keller 2003: 18f.
7 Mehr zu diesem Thema in 1.4. und 2.8 dieser Arbeit.
8 Vgl. etwa Hayek 1969: 97ff.
9 Vgl. Keller 2003: 62ff.
10 Die ich jetzt durch die Vereinfachung von Keller noch mal vereinfache. Für eine etwas ausführlichere,
jedoch nicht widersprechende Darstellung, siehe Cherubim 1975: 7ff.
11 Vgl. Keller 2003: 23f.
12 Vgl. Keller 2003: 73. Ein gern herangezogenes Zitat von Schleicher (Vgl. auch Whitney 1873: 111),
welches aber eine sehr einseitige, wörtliche Sicht von Schleicher wiedergibt.
4
rung. 13 Als Vertreter dieser Ansicht nennt Keller Schleicher und Müller. Die Unabhängigkeit der Sprache vom Menschen wird bei jenen mit fehlender menschlicher Kontrolle erklärt. „Also ist die Sprache ein Naturphänomen. Hier haben wir es wieder, das Argument im Gefängnis der natürlich-künstlich Dichotomie.“ (Keller 2003: 78) Die zweite Sicht wäre die mechanistische 14 : Sprache ist von Menschen gemacht. Sie ist ein Kulturgegenstand und wird vom Menschen geschaffen und verändert, wie der Kölner Dom. Als (eingeschränkten) Vertreter dieser Richtung nennt Keller Whitney. 15 In einer Schrift von Whitney, die konkret gegen die Ansicht von Schleicher gerichtet war 16 , heißt es: „Wir haben also festgestellt, […] daß Wörter weder geschaffen, noch ihrer Bedeutung oder Form nach verändert, noch aufgegeben werden außer durch menschliche Aktivität“ (Whitney 1873: 124). Als besonders Extremen Vertreter der zweiten Position nennt Keller noch Chomsky, der Sprache als „abstraktes Phantasma“ (Keller 2003: 83) ansieht und allein den Sprecher und seine Handlungen in den Blick rückt. 17 Für Keller macht es jedoch sehr wohl Sinn, „im hypostasierten Sinne, im Sinne geltender Konventionen“ (Keller 2003: 83), von Sprache (als Gegenstand) zu reden. Mit diesen zwei entgegengesetzten Ansichten sind auch zwei unterschiedliche Erklärungsmodi vereint. Künstliche Gegenstände werden immer final erklärt, während natürliche Gegenstände immer eine kausale Erklärung verlangen. 18 Dieses Schema ist „vermutlich Ausdruck einer Ideologie“ (Keller 1982: 18), beruht also eher auf Tradition als auf Notwendigkeit. Genau in dieser Tradition sieht Keller auch den Grund, warum Sprachwandel bisher nicht adäquat erklärt werden konnte. Als abstrakte Dichotomien wären das also: natürlich vs. künstlich, organisch vs. mechanisch, kausal vs. final. Das besondere an solchen Dichotomien ist das ausschließende Oder. Den Ausweg sucht Keller nun in der Aufstellung einer „Trichotomie“. Er fügt der genannten Dichotomie einen weiteren Gegensatz hinzu, indem er den Begriff der menschlichen Handlung aufspaltet. Es gibt also: 1. Natürliche Gegenstände, die ohne menschlichen Einfluss leben. 19 2. Ergebnisse menschlicher Handlungen 20 , die auch ihren Intentionen entsprechen. 3. „Dinge, die Ergebnisse menschlicher Handlungen, nicht aber Ziel ihrer Intentionen sind“ (Keller 2003: 84).
13 Vgl. Keller 2003: 24.
14 Vgl. Keller 2003: 24.
15 Vgl. Keller 2003: 78.
16 Was zu einer extrem entgegengesetzten Darstellung eingeladen haben mag.
17 Vgl. Keller 2003: 171ff.
18 Vgl. Keller 2003: 112.
19 Es (wahrscheinlich) wenigstens könnten.
20 Zur Definition des Begriffs Handlung vgl. Keller 2003: 26 u. 91.
5
„Die Dinge der ersten Art sind unstrittig Naturphänomene, die der zweiten Art ebenso unstrittig Artefakte.“ (Keller 2003: 85) Für die Dinge der 3. Art fehlt uns ein geeignetes Adjektiv.
1.3. Phänomene der 3. Art und Invisible-hand-Theorie
Die oben genannte zweite Möglichkeit, Ergebnis einer menschlichen Handlung zu sein, nennt Keller „Phänomen der 3. Art“. 21 Am gut nachzuvollziehenden Beispiel der Entstehung eines Staus 22 erklärt er, wie jenes Phänomen mit den Intentionen der Individuen zusammenhängt. Die Intentionen der einzelnen Individuen richten sich weitgehend auf ihren persönlichen Vorteil, ihre Sicherheit, ihren Mikrokosmos. Keines von ihnen intendiert wahrscheinlich die Entstehung eines Staus. Dass nun ein Stau aus den vielen gleichen individuellen Einzelhandlungen (dem Abbremsen) entsteht, nennt Keller die kollektive Konsequenz, welche ein Phänomen der 3. Art darstellt. Die individuellen Handlungen im Mikrobereich haben also nicht intendierte, nicht überschaubare Auswirkungen in einen Makrobereich, welche notwendigerweise eintreten. 23 „Phänomene der dritten Art sind immer zusammengesetzt aus einem Mikrobereich, der intentional ist, und einem Makrobereich, der kausaler Natur ist.“ (Keller 2003: 92) Ist der Stau entstanden, haben die Handlungen der Personen, die in ihm stehen oder hineinkommen, strenggenommen auch die notwendige, kollektive Konsequenz der Erhaltung des Staus, ohne dass sie es intendieren. Wobei bei diesen die Rückkopplung des Makrobereichs schon eingesetzt hat. So muss man auch bei der Erklärung von Sprachwandel bedenken, dass es „ja keine End-Resultate von Bildungsprozessen, sondern Episoden in Prozessen kultureller Evolution [sind], die weder einen benennbaren Beginn, noch ein benennbares Ende haben.“ (Keller 2003: 99)
Als solches Phänomen der 3. Art stellt sich Keller nun den Wandel der Sprache vor. Die einzelnen Handlungen, sprachlichen Äußerungen haben Gründe und Ziele, die sich aber im Mikrobereich abspielen. Der Makrobereich des Sprachwandels ist eine unintendierte Folge, eine kollektive Konsequenz, die von den Sprechern oft auch nicht wahrgenommen wird und fast nie intendiert ist.
21 Vgl. Keller 2003: 85. Ein in anderen Kulturwissenschaften schon bekanntes Phänomen. Keller orien-
tiert sich vor allem an Smith, Nozick, Mandeville, Ferguson. Vgl. auch Hayek 1969: 144ff.
22 Vgl. Keller 2003: 90ff.
23 Vgl. Keller 2003: 92. Welche Notwendigkeit mir ein bisschen trivial, oder tautologisch, erscheint:
Wenn alle Autos stehen bleiben, dann gibt es einen Stau. Definition von Stau: Einen Stau gibt es, wenn
alle Autos stehen bleiben. Variieren die Menschen ihre Sprache, so ändert sich Sprache. Wobei diese
Sicht nur der >Makrobereich< der Struktur der Erklärung ist. Der >Mikrobereich< liegt in der Annahme,
dass es Mikro- und Makrobereiche gibt. Was die Trivialität wieder senkt.
6
Diese Beleuchtung eines Mikro- und Makrobereiches im Sprachwandel ist nun die Neuerung, die Keller vorschlägt. In Reflexion der kritisierten Dichotomien stellt er fest, dass die verschiedenen Positionen auch mit der Betrachtung nur eines der beiden Bereiche zu tun haben. Betrachtet man nur den Makrobereich der Sprache, so ist ihre Kausalität überwiegend. Betrachtet man allein die Mikrobereiche des Sprechens, so wird man zu einer finalen Erklärungsweise verleitet. „Ihr Irrtum liegt in der Ausschließlichkeit bzw. darin, daß beide das Zusammenwirken von finalen und kausalen Prozessen nicht erkennen.“ (Keller 2003: 113) Die „Invisible-hand-Theorien“, so wie Keller die Erklärungen des Zustandekommens eines Phänomens der 3. Art bezeichnet 24 , haben nun sowohl finale, als auch kausale Anteile. Die individuellen Handlungen im Mikrobereich können finalistisch 25 erklärt werden. Sie sind aber auch Ursache für die später folgende kollektive Konsequenz im Makrobereich, welche folglich eine kausale Erklärung fordert. 26 Eigentlich stellt es schon die kausale Erklärung dar. Die Änderungen im Makrobereich sind die „kausale Konsequenz der Ergebnisse der sie erzeugenden Handlungen“ (Keller 2003: 92) im Mikrobereich.
Es besteht noch eine Voraussetzung, dass die individuellen Handlungen „mindestens partiell ähnlichen Intentionen dienen“ (Keller 2003: 93) müssen. Welche Voraussetzung mir nicht einleuchtet. 27 Des Weiteren stellt die Invisible-hand-Theorie eine „conjectural history“ dar, die nicht beschreibt, wie ein Phänomen entstanden ist, sondern wie es vermutlich, in plausibler Weise hätte entstehen können. 28 Die Folgen aus diesen vermuteten Prämissen sind für Keller allerdings notwendige Folgen.
1.4. Sprache als abstrahierte, gebrauchte Individualkompetenz
Nun hat Keller aber das Problem, dass er noch erklären muss, warum, oder wie individuelle Sprecher ihre Sprechweisen ändern und den Wandel verbreiten. Auch hier setzt Keller die Variation eher voraus, als sie zu erklären. Es liegt für ihn in der Funktion von Sprache, dass sie sich ändert. „Wenn wir wüssten, wozu wir unsere Sprache verwenden, wüssten wir, warum sie sich durch unser Kommunizieren ständig ändert.“ (Keller 2003: 118)
24 Vgl. Keller 2003: 95ff.
25 Keller bevorzugt sie intentional zu nennen.
26 Vgl. Keller 2003: 98.
27 Vgl. 3.7. dieser Arbeit.
28 Vgl. Keller 2003: 59.
7
Zu der Änderung tragen Maximen der Kommunikation bei. Verbunden mit dem Ökonomieprinzip gibt es ein Nutzen/Kosten-Prinzip.
29
Aus der (einen) Hypermaxime:
sei sozial Erfolgreich
30
, leiten sich weitere Maximen der Kommunikation ab. Sie teilen sich in dynamische und statische Maximen auf.
31
Denn trotz all dem unterstellten Wandel von Sprache darf man nicht vergessen, dass es eine feste Tradition gibt, wie Menschen miteinander kommunizieren.
32
Ohne solch ein statisches Moment wäre es ziemlich unwahrscheinlich, dass sich verschiedene Sprecher überhaupt verständigen könnten. Man könnte auch behaupten, geraden wenn man wie Keller dem Sprecher einen Trieb zur Ökonomie, „das sogenannte Ökonomieprinzip“ (Keller 2003: 143), unterstellt, dass Sprecher mit ihrer Sprache auch versuchen, dem ständig wahrgenommenen Wandel (ihrer Außenwelt) etwas Statischeres entgegenzustellen, um so die Welt gemeinsam zu verstehen. Was allerdings ein Konzept von Sprache als adäquate Beschreibung der Welt voraussetzt
33
, welches Keller aber eher als eine untergeordnete Funktion von Sprache versteht.
34
Er ist der Meinung, „daß die Funktion der Sprache in unserem Leben in erster Linie die Beeinflussung der Mitmenschen ist“ (Keller 2003: 119). „Daß die Sprache für uns Menschen eine Funktion hat, scheint unstrittig zu sein.“ (Keller 2003: 118) Da nun nicht die Sprache diejenige ist, die sich wandelt, sondern die Sprecher ihr Sprachverhalten ändern, dürfte es Sprache (als Makrobereich) eigentlich gar nicht geben.
35
Keller stellt nun „Individualkompetenzen“ der Sprecher in Aussicht
36
, die sozusagen den Sitz der Sprache bilden. Aber eben nur den Sitz der individuellen Sprache, jedoch beeinflusst vom Makrobereich der traditionellen Sprache, die intentionslos vom Mikrobereich verändert wurde. Für Keller ist „eine Sprache […] ein Brauch; ein (mittlerweile) gigantischer Brauch“ (Keller 2003: 69), der die Möglichkeit zu „kollektivem Wissen“
37
bietet. Und wenn die Sprache als Makrobereich des Wandels nicht ein leerer Begriff sein soll, muss man wohl irgendeine Rückkopplung, die des Brauches, auf die Individualkompetenzen berücksichtigen. Der Brauch der Sprache ist (in „Bedeutungs-
29 Vgl.Keller 2003: 165. Detaillierter wird es in „Bedeutungswandel“ ausgeführt. Vgl. Kel-
ler/Kirschbaum 2003: 135ff.
30 Vgl. Keller 2003: 119 + 142.
31 Vgl. Keller 2003: 132ff und 2.7. dieser Arbeit.
32 „Um von Wandel überhaupt sinnvoll reden zu können, muß Stabilität vorhanden sein.“ (Keller 2003:
132)
33 Wie es etwa Nietzsche in „Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne“ vertritt.
34 Vgl. Keller 2003: 20.
35 So meint Keller, einen Sprachbegriff von Croft kritisierend: „Sprache ist, wenn man sie als Population
der getätigten Äußerungen definiert, nichts, was ein Sprecher kennen kann.“ (Keller/Kirschbaum 2003:
129)
36 Vgl. Keller 2003: 201ff.
37 Vgl. Keller 2003: 48 und die Ausführungen zu Bräuchen auf S. 64ff.
8
Arbeit zitieren:
Magister Henning Braun, 2005, Kellers Invisible-hand-Theorie, München, GRIN Verlag GmbH
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