Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Analyse der Ausgangslage 4
2.1 Gegenwärtige Entwicklungen des stationären Sektors 4
2.1.1 Finanzen im stationären Sektor 4
2.1.1.1 Kostenentwicklung im stationären Sektor. 4
2.1.1.2 Finanzierung des stationären Sektors 6
2.1.1.3 Leistungen und Inanspruchnahme von Krankenhäusern 7
2.2 Probleme im stationären Sektor 9
2.2.1 Unterschätzung des Personalbedarfs 9
2.2.2 Vernachlässigung der Aufgaben des Krankenhauses. 10
2.2.3 Vernachlässigung der Stellung des Krankenhauses im Versorgungssystem 11
2.2.4 Fehlanreize der Krankenhausfinanzierung. 11
2.2.5 Unterbewertung krankenhausinterner Organisationsprobleme. 12
2.3 Zusammenfassung. 13
3 Einführung des australischen AR-DRG-Systems 14
3.1 Kurz-Einführung in das AR-DRG-System 14
3.1.1 Historische Entwicklung 14
3.1.2 Die geplante Reform 15
3.1.3 Zeitplan zur Einführung des DRG-Vergütungssystems. 16
3.2 Voraussichtliche Auswirkungen der Reform 17
3.2.1 Gründe für die Entscheidung für das AR-DRG-System 17
3.2.2 Chancen und Schwierigkeiten der Reform. 18
3.3 Zusammenfassung. 20
4 Fazit. 22
5 Literatur. 24
2
1 Einleitung
Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich seit geraumer Zeit in der Kritik: wenig transparent, im Vergleich zu den Gesundheitssystemen anderer Industrienationen nur von mittelmäßiger Effizienz, schon jetzt zu teuer und langfristig nicht mehr finanzierbar - um hier nur die wichtigsten Schlagwörter der aktuellen Debatte zu nennen. All diese Kritikpunkte werden häufig am stationären Sektor festgemacht. Tatsächlich verursachen die Krankenhäuser die größten Kosten im deutschen Gesundheitswesen. Reformansätze im stationären Sektor beinhalten deshalb vor allem kostensenkende Maßnahmen. Nach einer Reform des Vergütungssystems 1995 mit der neben den bestehenden Tagespflegesätzen Sonderentgelte und Fallpauschalen eingeführt wurden, ist nun eine weitere Reform geplant. Ab 2003 soll das australische AR-DRG-System die derzeitige Vergütung vollständig ablösen. 1
In meiner Hausarbeit möchte ich untersuchen, welche aktuellen Probleme des stationären Sektors durch die Reform gelöst werden können.
Dazu werde ich im ersten Teil meiner Arbeit in einer Art Bestandsaufnahme die Entwicklungen der letzten Jahre im stationären Sektor nachzeichnen. Im Anschluss daran werde ich mich mit der Frage befassen, wo derzeit die größten Probleme im stationären Sektor bestehen bzw. welche Besonderheiten der Krankenhäuser bei Reformen nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich auf die geplante Reform eingehen. Nach einer Beschreibung des AR-DRG-Systems und dem in der Bundesrepublik geplanten Reformvorhaben werde ich die Verbesserungen, die die Einführung des AR-DRG-Systems mit sich bringen soll, herausstellen und sie gegen die Kritikpunkte abwägen. Im Fazit werde ich auf die im ersten Teil herausgearbeiteten Probleme zurückkommen und abschätzen, in wie weit von den im zweiten Teil erläuterten Änderungen durch die Reform tatsächlich eine Besserung der Problem innerhalb des stationären Sektors zu erwarten ist.
1 Vgl.: Sachverständigenrat für die Konzentrierte Aktion im Gesundheitswesen: Bedarfsgerechtigkeit und
Wirtschaftlichkeit, Band I und II, Gutachten 2000/2001, Kurzfassung, S.86.
3
2 Analyse der Ausgangslage
In diesem Teil der Arbeit möchte ich die derzeitige Situation im stationären Sektor und die Entwicklungen der letzten Jahre analysieren, um so besser nachvollziehen zu können, wo die Probleme in diesem Bereich liegen.
2.1 Gegenwärtige Entwicklungen des stationären Sektors
2.1.1 Finanzen im stationären Sektor
2.1.1.1 Kostenentwicklung im stationären Sektor
Die Kritik am stationären Sektor wird vor allem an den Kosten, die die Krankenhäuser verursachen, festgemacht. Vergleicht man die Entwicklung der Wachstumsraten der Gesamtausgaben der GKV mit den Ausgaben für die Krankenhausbehandlung über einen längeren Zeitraum hinweg, zeigt sich, dass die Wachstumsraten sehr stark schwanken. In den siebziger Jahren waren die Wachstumsraten der Ausgaben für die Krankenhausbehandlung auf über dreißig Prozent angestiegen. In der folgenden Zeit sind sie zwar stark zurückgegangen, trotzdem liegen die Wachstumsraten der Kosten im stationären Sektor in der Regel immer über den Raten der Gesamtausgaben der GKV. 2
Die Bedeutung der Ausgaben im stationären Sektor tritt noch deutlicher hervor, wenn man ihren Anteil an den Gesamtausgaben im Gesundheitssektor im Jahr 1960 mit denen im Jahr 1983 und 1994 vergleicht. Lag ihr Anteil 1960 noch bei 16,5 Prozent, so war er 1983 bereits auf 30,8 Prozent angestiegen. 3 1994 lag der Anteil der Kosten für die Krankenhausbehandlung bei 43,8 Prozent der Gesamtausgaben für Gesundheit. 4
2 Vgl.: Jürgen Dröge: Steuerungsinstrumente im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland; Kölner
Schriften zur Sozial- und Wirtschaftspolitik Band 16, Transferverlag, Regensburg 1991, S. 59.
3 Ebenda.
4 Vgl.:www.gbe.de: Gesundheitsbericht für Deutschland 1998, Kapitel 7.8 Krankenhausversorgung, S. 5.
4
Abbildung 2: Anteile des Sachleistungsbereiches Krankenhausbehandlung an den Gesamtausgaben der GKV 1960, 1983 und 1994
1960 1983 1994
Krankenhausbehandlung:16,5 % Krankenhausbehandlung 30,8 % Krankenhausbehandlung 43,8% Quelle: Eigene Darstellung
Insgesamt wurden 1994 in Deutschland 151 Mrd. DM für stationäre und teilstationäre Gesundheitsversorgung ausgegeben. In der Gliederung nach Leistungsarten hat sich von 1980 bis 1994 der Anteil der Ausgaben für ärztliche Leistungen leicht und der für Unterkunft und Verpflegung deutlich verringert. Dagegen ist der Anteil der pflegenden und therapeutischen Leistungen stark angestiegen. 5
Abbildung 3: Ausgaben für stationäre Versorgung
Quelle: StBA, neue Gesundheitsausgabenabrechnung (1998).
5 Ebenda.
5
Von 1991 bis 1995 erhöhten sich in Deutschland die Gesamtkosten je stationär behandelten Kranken um 18 Prozent und je Pflegetag um 42,9 Prozent. Die Kosten je Pflegetag beliefen sich 1995 auf 515 DM; davon entfielen 344 DM auf Personal- und 171 DM auf Sachkosten. 6
Abbildung 4: Kosten der Krankenhausbehandlung
Quelle: StBA, Krankenhausstatistik.
Die Kosten je Behandlungsfall schließen die Stundenfälle ein. Die Kosten je Berechnungstag berücksichtigen zusätzlich die Stundenfälle und die Entlassungstage mit jeweils einem Tag.
2.1.1.2 Finanzierung des stationären Sektors
Die Kosten im stationären Sektor werden aus verschiedenen Quellen gedeckt. Die Bundesländer tragen die Investitionskosten für die Krankenhäuser. Sie beteiligen sich ebenfalls maßgeblich an der Krankenhausplanung. Die kommunalen Gebietskörperschaften (Gemeinden, Kreise) beteiligen sich an den Investitionskosten, indem sie für die Finanzierung von Grundstücken für den Krankenhausbau aufkommen. Der Bund konnte nur über die Investitionsförderung nach dem Krankenhausgesetz (KGH) von 1972 Einfluss auf die Finanzierung im stationären Sektor nehmen. Mit dem neuen KGH vom 20. Dezember 1984 hat sich der Bund von dieser Verpflichtung befreit. 7
Die Krankenkassen finanzieren die laufenden Betriebskosten. Ihre Verbände vereinbaren hierzu jährlich prospektive Budgets mit den Krankenhausträgern.
6 Ebenda.
7 Vgl. : Jürgen Dröge, a. a. O., S. 73.
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Arbeit zitieren:
Elina Weckert, 2001, Chancen und Herausforderungen der Reform des stationären Sektors, München, GRIN Verlag GmbH
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