Gliederung:
1 ) Einleitung 3
2 ) Fachdidaktische Positionen zum Thema „Lesen“ 4
3 ) Sachanalyse des Buches 6
3.1 ) Die Autorin 6
3.2 ) Inhalt des Buches 6
3.3 ) Literarische Analyse 7
3.4 ) Figurenkonstellation 9
3.5 ) Die Themen des Buches 10
4 ) Didaktische Überlegungen zur Unterrichtseinheit 11
4.1 ) Warum sollte dieses Buch im Unterricht gelesen werden? 14
5 ) Unterrichtseinheit zum Buch 14
5.1 ) Die Einführungsstunde 15
6 ) Methodische Überlegungen zur Einführungsstunde 17
7 ) Literaturverzeichnis 21
2
1) Einleitung
Heutzutage lesen Kinder selten zu ihrem eigenen Vergnügen. Im Zeitalter des Computers, des Internets, des Fernsehens und der Videospiele hat das Lesen für die meisten Kinder keinen großen Reiz mehr. Auch die Eltern animieren ihre Kinder kaum noch zum Lesen, meist lesen sie nur sehr selten. Doch sie sind für die Kinder als Lese-Vorbilder enorm wichtig 1 . Vorlesen wird immer mehr aus den Kinderzimmern vertrieben, oft dürfen Kinder zum Einschlafen den Fernseher anschalten, statt etwas vorgelesen zu bekommen. Doch gerade die Hörerfahrung des frühen Vorlesens beeinflusst die Lese- und Literaturkompetenz des Kindes und hat somit Auswirkungen auf seine gesamte schulische Entwicklung 2 . Deshalb rächt sich dieses Verhalten spätestens im Schulalltag: Die Kinder haben keinen persönlichen Antrieb, lesen zu lernen. Doch Lesen ist wichtig für Kinder. Es fördert nicht nur den Aufbau eines größeren Wortschatzes, sondern hilft den Kindern auch noch nebenbei, die Rechtschreibung zu verinnerlichen. Außerdem ist Lesen auch für alle anderen Fächer in der Schule zwingend notwendig. Deshalb ist es die wichtige Aufgabe des Lehrers, die Kinder in der Schule mit dem „veralteten“ Medium Buch vertraut zu machen und ihnen Gefallen daran zu vermitteln. Dabei kommt es vor allem darauf an, die Kinder nicht zu zwingen, sondern sie durch eigenes Interesse von allein zum Lesen zu bringen. Trifft man bei der Auswahl des Buches den Geschmack der Kinder, so hat die „Mission Lesen“ ganz gute Chancen, zu einem Erfolg zu werden. Natürlich ist es schwierig, in einer Klasse mit mehr als 20 Kindern den Geschmack von allen zu treffen. Selbstverständlich darf man hier kein reines „Jungen“- oder „Mädchenbuch“ auswählen. Doch bei den vielen Kinder- und Jugendbücher, die es gibt, hat man als Lehrer meistens die Qual der Wahl und muss sich zwischen vielen guten und vielleicht auch weniger guten, Büchern entscheiden.
Ich wollte meine Hausarbeit über ein Buch schreiben, das mir selber als Kind gefallen, und mich zum Weiterlesen gebracht hätte. Das war mir deshalb so wichtig, weil ich als Kind immer gelesen habe und alle meine Bücher toll fand. Wenn Kinder in der Schule gleich mit einem langweiligen Buch konfrontiert werden, ist die Chance, sie zu selbstständigen Lesern zu erziehen vielleicht vertan.
Im Folgenden werden fachdidaktische Meinungen zum Lesen vorgestellt und ich erläutere, warum es so wichtig für Kinder ist, zu lesen. Dann stelle ich meine Überlegungen zu dem von mir gewählten Buch vor. Ich beschreibe, warum ich gerade dieses Buch gewählt habe und wie ich mir einen gelungenen und gut durchdachten Einstieg in die Unterrichtseinheit „Hier bei uns in Ammerlo“ vorstellen würde. Außerdem gehe ich auf die verschiedenen Themen des
1 Kreibich/Mähler, Spaß am Lesen, 73
2 Härle, Wege zum Lesen, 4
3
Buches ein und überlege, wie man diese den Kindern gut vermitteln könnte, denn auch die Unterrichtsmethoden tragen zu einer gelungenen Unterrichtseinheit bei.
2.) Fachdidaktische Positionen zum Thema „Lesen“
Warum sollten Kinder denn überhaupt in ihrer Freizeit lesen? Ist es heutzutage nicht viel wichtiger, ihnen früh den Umgang mit PCs, Handys und anderen aktuellen Medien zu vermitteln?
Natürlich sind die neuen Medien wichtig. Doch wer versteht zum Beispiel den komplizierten Aufbau einer Internetseite, wenn er nicht über die Grundlagen des Lesens verfügt? Laut Bettina Hurrelmann vermittelt das Lesen die Schlüsselqualifikationen, die für einen kompetenten Umgang mit anderen Medien nötig sind 3 . Die Medienforschung der letzten Jahre hat herausgefunden, dass „regelmäßige Leser unter den Jugendlichen (...) aus informativen Sendungen des Fernsehens mehr profitieren als die gewohnheitsmäßigen Fernsehkonsumenten unter ihnen“ 4 . Daraus lässt sich also schließen, dass regelmäßiges Lesen also auch im Bezug auf die Nutzung anderer Medien nur von Vorteil ist. Durch gelungene Leseförderung wird also der Weg für eine erfolgreiche und lukrative Nutzung anderer Medien bereitet 5 . Es hängt demnach von der Lesekompetenz ab, inwieweit jemand aus der Medienrezeption persönlich profitieren kann 6 .
Doch auch für die persönliche Entwicklung des Kindes ist Lesen sehr wichtig. Die Sprachentwicklung der Kinder wird durch Vorlesen und das selbstständige Lesen enorm verbessert. Wer viel liest, erweitert seinen Wortschatz. Dies ist noch effektiver, wenn man sich auch mal an etwas schwierigere Texte herantraut, da neue Wörter sich meist aus dem Kontext erschließen. Man versteht also auch zuvor Unbekanntes 7 .
Ein weiterer positiver Aspekt des Lesens ist die Anregung der Fantasie 8 . Das Buch gehört zu den fiktionalen Medien, das heißt, nicht alles ist vorgegeben, es kommen „Leer-, bzw. Unbestimmtheitsstellen“ 9 vor. Manches in der Handlung bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, er kann diese Leerstellen dann individuell ausgestalten. Lesen an sich ist also auch immer wieder eine Übung für das Vorstellungsvermögen 10 , was wiederum die Fähigkeiten des Schülers, z.B. beim Aufsatzschreiben verbessert. Wer eine gute Vorstellungskraft und
3 Hurrelmann, Leseförderung, 20
4 ebd. 21
5 Eicher, Leseanimation, 8
6 Abraham/ Kepser, Literaturdidaktik, 65
7 Abraham/ Kepser, Literaturdidaktik, 65
8 Kreibich/Mähler, Spaß am Lesen, 26
9 Abraham/ Kepser, Literaturdidaktik 65
10 ebd.
4
eine ausgeprägte Fantasie hat, der kommt auf gute Ideen und schreibt dadurch einfallsreiche Aufsätze. Doch auch bei der Verbesserung des Gedächtnisses ist Lesen eine große Hilfe. Selber lesen und Vorlesen sind nur dann erfolgreich, wenn man dem Handlungsverlauf folgen kann. Je öfter man also lesen „trainiert“, desto einfacher kann man sich auch an komplizierte Handlungen erinnern. Doch Lesen hat auch positive Auswirkungen auf das eigentliche Lernverhalten des Kindes. Wer oft liest, tut sich auch beim Lernen leichter und zwar deshalb weil die guten Leser ihr Lernen besser organisieren können. Es fällt ihnen leichter, ihr Lernen zu planen und zu steuern. Durch das Lesen wird das grundsätzliche Verstehen gefördert 11 .
Die Vorteile des Lesens liegen also auf der Hand. Doch am Wichtigsten ist es, dass die Kinder am Lesen Freude haben. Wenn das Lesen ihnen ein positives Gefühl vermittelt, verfestigt sich das Gelernte besser. Die oben aufgeführten positiven Aspekte, empfinden Kinder dann nicht als Lernen, sondern als spaßbringende Beschäftigung. Und was Spaß macht fällt leicht 12 . Es ist daher vor allem wichtig, den Kindern den Umgang mit Büchern als schöne Erfahrung näherzubringen, damit sie davon profitieren können. Doch wie kommt ein Kind zum Lesen und wie kann man die Entwicklung zum „Viel-Leser“ fördern? Eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob Kinder zu Lesern werden, spielt auf jeden Fall die Familie. Lesen die Eltern viel und gerne, sieht das Kind in ihnen ein Vorbild und die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls zum Leser wird, ist deutlich höher als die eines Kindes, dessen Eltern nicht oder nur sehr wenig lesen 13 . Beschränken sich die Eltern eher auf Medien wie Fernsehen oder Computer und lesen sehr wenig, so hat das Kind geringere Chancen, zum Leser zu werden 14 . Allein frühes Vorlesen durch die Eltern bringt dem Kleinkind enorme Vorteile. Die Hörerfahrung des Vorlesens beeinflusst die Lese- und Literaturkompetenz sowie die gesamte schulische Entwicklung des Kindes positiv 15 . Natürlich gibt es Kinder, die dieses positive Leseverhalten nicht von klein auf gelernt haben. Vor allem diese Kinder müssen in der Schule zum Lesen motiviert werden 16 . Denn den Vorsprung, den die Kinder aus lesenahen Haushalten haben, kann ein lesefern aufgewachsenes Kind nicht aufholen 17 . Die Aufgabe der Schule ist es, für Kinder eine Situation zu erschaffen, in der sie dazu motiviert werden, Leseerfahrungen zu sammeln. Eine
11 Kreibich/Mähler, Spaß am Lesen, 26-29
12 ebd. 30
13 Abraham/ Kepser, Literaturdidaktik, 68
14 Hurrelmann, Leseförderung, 22
15 Härle/Rank, Wege zum Lesen, 4
16 Hurrelmann, Leseförderung, 23
17 Seminar „Umgang mit Texten“, Christian Weißenburger, SS 07
5
anregende Leseumwelt kann ebenfalls entscheidend zur Lesemotivation beitragen 18 . Die Leseförderung sollte an der Lesemotivation der Schüler ansetzen und durch vielfältige und abwechslungsreiche Angebote und Projekte das Interesse der Schüler wecken. Zum Beispiel könnten Lesewettbewerbe, gemeinsame Büchereibesuche, Autorenlesungen oder eine Lesenacht dazu dienen, die Kinder zu motivieren und zum Lesen zu bringen.
3) Sachanalyse des Buches
3.1) Die Autorin
Die Autorin Antonia Michaelis wurde 1979 in Kiel geboren. Bis zu ihrem zweiten Lebensjahr wohnte sie in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Danach zog sie mit ihren Eltern nach Augsburg, wo sie den Rest ihrer Kindheit und Jugend verbrachte. Schon in jungen Jahren fing sie an sich kleinere Geschichten auszudenken. Antonia Michaelis absolvierte die Schule erfolgreich mit dem Abitur und ging dann ein Jahr nach Südindien, wo sie in einer Schule als Lehrerin für Kunst, Englisch und Schauspiel arbeitete. Sie bereiste noch andere Länder wie die Türkei, Italien, Griechenland, Syrien und England. Auf diesen Reisen wurde sie zu ihrem ersten großen Kinderroman „Die wunderliche Reise von Oliver und Twist“ inspiriert. Heute wohnt sie im Nordosten Deutschlands, hat ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen und ist Kinderärztin.
2005 erschien ihr Buch „Hier bei uns in Ammerlo“, das ich hier in dieser Seminararbeit bearbeite. Im Januar 2006 erschien das zweite Buch der „Ammerlo“-Serie, „Viel los bei uns in Ammerlo“. Darauf folgte im September den gleichen Jahres das dritte Buch der Reihe mit dem Titel „Advent bei uns in Ammerlo“. Alle drei Titel erschienen beim Loewe Verlag.
3.2) Inhalt des Buches
In „Hier bei uns in Ammerlo“ geht es um Luisa und ihre Freunde Lukas und Aik, die in einem kleinen, abgeschiedenen Dorf am Meer wohnen, vermutlich an der Ostsee, dies wird aber nicht genau gesagt. Die Kinder haben ein Geheimversteck, die Höhle. Sie liegt hinter dem Strand. Dort halten die Kinder öfter ihre geheimen Treffen ab. Die Geschichte fängt damit an, dass Luisa Bekanntschaft mit Mandy macht, die gerade von Frankfurt nach Ammerlo gezogen ist. Sie hat ihr Kaninchen Erik dabei, das ziemlich dick ist. Zuerst kann Luisa Mandy nicht leiden und beruft deshalb ein geheimes Treffen in ihrer Höhle ein. Mandy stößt aber hinzu, da sie dem Hund von Luisa, Herrn Moosbach, gefolgt ist, der sie direkt zur Höhle führte. Sie erzählt den Kindern von einem Boot, das beim Strand liegt und zu
18 Hurrelmann, Leseförderung, 23
6
Quote paper:
2007, Analyse des Buches "Hier bei uns in Ammerlo" von Antonia Michaelis, Munich, GRIN Publishing GmbH
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