1. Einleitung
„Die globalisierte Wirtschaft kann nicht so gestaltet werden, dass sie allen nutzt.“ 1 Die Meinungen, Diskussionen und Streitpunkte sind zahlreich. Kein Thema wurde in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. Ob in Büchern, Fachzeitschriften, dem Internet oder Fernsehen, jedes Medium beschäftigt sich mit diesem Problem ausführlich. Genauso wie es der Begriff schon sagt, finden weltweit Kongresse, Tagungen und Sitzungen mit wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft statt, die sich umfangreich mit der Materie auseinander setzen.
Es werden Fragen debattiert, wie z.B. Seit wann gibt es die Globalisierung? Wo liegen die Chancen und Risiken? Überwiegen die Vor- oder die Nachteile? Auf all diese Fragen geht diese Seminararbeit ein. Unter anderem wird erläutert, was man unter der Globalisierung versteht, es wird kurz auf die Geschichte eingegangen, ebenso wie auf die verschiedenen Triebkräfte. Danach werden die Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken diskutiert und mit einer Zusammenfassung wird die Arbeit abgeschlossen.
Es ist verständlich, dass es bei einem so umfassenden Thema mit so vielen verschiedenen Gesichtspunkten auch dementsprechendes Potential zu Diskussionen gibt. Ob es irgendwann eine Lösung oder einheitliche Meinung zur Globalisierung gibt, ist fraglich und man muss wohl abwarten was die Zukunft bringt.
1 vgl. Mander, (2002), S. 28.
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2. Was bedeutet Globalisierung
Die Komplikationen der Globalisierung beginnen schon mit dem Definierungsversuch. In der Literatur finden sich überall Begriffserläuterungen für die Globalisierung, jedoch ist keine wirklich wissenschaftlich anerkannt. Einige der relevantesten und oft zitierten Definitionen sollen folgen: Globalisierung ist ...
„... ein Prozess der Überwindung von historisch entstandenen Grenzen. Sie ist daher gleichbedeutend mit der Erosion (also nicht mit dem Verschwinden) nationalstaatlicher Souveränität und stellt sich als ‚Entbettung‘ der Marktökonomie aus den moralischen Regeln und institutionalisierten Bindungen von Gesellschaften dar ...“ (Elmar Altvater) „... Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen, durch die entfernte Orte in solcher Weise miteinander verbunden werden, dass Ereignisse am einen Ort durch Vorgänge geprägt werden, die sich an einem viele Kilometer entfernten Ort abspielen, und umgekehrt ...“ (Anthony Giddens) „... größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzung seit der industriellen Revolution ...“ (Dirk Messner / Franz Nuscheler)
„... Entfesselung der Kräfte des Weltmarktes und ökonomische Entmachtung des Staates ...“ (Schumann/Martin)
„... ist zu einem Schlagwort geworden, das in politischen, publizistischen und wissenschaftlichen Debatten seit einiger Zeit inflationär gebraucht und dabei einerseits als ‚Bedrohung‘, andererseits als ‚Chance‘ betrachtet wird ...“ (Johannes Varwick)
„Economic globalisation is defined here as a process in which the structures of economic markets, technologies and communication patterns become progressively more international over time. In general, globalisation should contribute to the expansion of world economic output (scale effects). It will also generate shifts in the composition and location of production and consumption activities (structural effects). More specifically, different technology paths will be promoted (technology effects), and different product mixes will be produced and consumed (product effects).” (OECD)
„Wir betrachten Globalisierung als einen historischen Prozess, in dessen Verlauf die Netzwerke und Systeme gesellschaftlicher Beziehungen sich räumlich ausdehnen und die menschlichen Verhaltensweisen, Aktivitäten sowie die Ausübung gesellschaftlicher Macht transkontinentalen (oder interregionalen) Charakter annehmen.
Unsere Definition von Globalisierung als einen Prozess sozialen Wandels betont dessen Multi-Dimensionalität, dessen Ausdehnung auf alle gesellschaftlichen Bereiche - Wirtschaft, Politik, Gesetzgebung, Kultur, Militär und Technologie - und Handlungsfelder, etwa die Umwelt.“ (Perraton, Goldblatt, Held, McGrew)
Die Gruppe von Lissabon nimmt sogar eine Typisierung der Globalisierung vor, indem sie verschiedene Globalisierungskonzepte aufarbeiten:
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Anhand der vielen Definitionen ist erkennbar, dass die wirtschaftliche Dimension der Globalisierung zweifellos eine große Bedeutung hat und eine wichtige Ursache und Triebkraft für Globalisierungsprozesse in anderen Bereichen darstellt. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass Globalisierung weit mehr umfasst als die zunehmende Integration der Weltwirtschaft und deshalb nicht auf wirtschaftliche Prozesse verkürzt werden darf, was nach wie vor häufig geschieht. Die verschiedenen beteiligten Wissenschaftsdisziplinen (in erster Linie Wirtschafts-, Geschichts-, Politikwissenschaft und Soziologie) tun sich schwer mit einer Begriffsbestimmung.
Die Kurzzitate verweisen auf den außerordentlich bedeutsamen Aspekt der Entgrenzung und die Folgen für den Nationalstaat (Altvater). Man findet die epochale Bedeutung der Prozesse, die unter dem Schlagwort Globalisierung zusammengefasst werden, was an der Gleichsetzung mit der industriellen Revolution deutlich wird (Messner/Nuscheler).
Varwick spricht von der Funktion des Begriffs im öffentlichen Diskurs, was nachdrücklich darauf hinweist, dass über Globalisierung nicht angemessen gesprochen werden kann, ohne darüber zu sprechen, wie über Globalisierung gesprochen wird.
Die grundlegende Bedeutung der Interdependenz (wechselseitige Abhängigkeit), der Verbindung (Integration) bzw. des Austausches wird angedeutet (Giddens, Varwick).
Bei Altvater und Schumann/Martin scheint eine wichtige Stoßrichtung der Globalisierungskritik auf, nämlich die Verselbständigung der Wirtschaft, die von der Politik nicht mehr kontrolliert oder „eingebettet” werden kann.
Perraton und McGrew betonen, dass die Globalisierung in allen Bereichen Anwendung findet und dass der Aspekt der Risiken für die Umwelt nicht vernachlässigt werden dürfe.
Die OECD sieht den Prozess der Globalisierung darin, dass sich Märkte und Produktion verschiedener Länder immer mehr voneinander abhängig werden.
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Dies geschieht durch die Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen, sowie durch die Bewegungen von Technologie und Kapital.
3. Geschichte der Globalisierung
So zahlreich die Meinungen und Diskussionen zum Thema Globalisierung sind, gibt es ebenso viele Ansichte zu ihrer Geschichte. Es gibt Vertreter, die der Meinung sind, die Geschichte begann Ende des 15. Jahrhunderts mit den Entdeckungen von Columbus und Vasco da Gama und dem damit beginnenden Kolonialismus. Die daraus resultierende europäische Expansion, gilt bei verschiedenen Experten als Beginn der Globalisierung. Das komplette Gegenteil dieser Theorie ist die Ansicht, dass die Globalisierung ein sehr neues Phänomen sei, das ihren Beginn erst in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg fand.
Die möglicherweise am häufigsten diskutierte Theorie ist die von verschiedenen Globalisierungswellen, in denen die internationale Verflechtung erst zunahm und
danach folgte eine Phase der Abnahme dieser Verflechtungen. 2 Auch andere Autoren greifen diese Theorie auf. Eine dieser Phasen gab es von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die späten zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Ende des 1. Weltkrieges wird auch als Endes dieser Globalisierungsphase
angesehen. 3 Die Entwicklung in diesem Zeitraum sei vergleichbar mit dem Globalisierungsprozess, der zurzeit stattfindet und in den neunziger Jahren mit
dem Wegfall des eisernen Vorhangs seinen Anfang fand. 4 Doch trotz der zahlreichen Anhänger dieser Theorie ist die Streitfrage über den Beginn der Globalisierung auch in diesem Fall nicht geklärt. Es gibt die Ansicht, dass wir uns derzeit in der zweiten Phase der Globalisierung befinden und somit die 1. Phase etwa von 1866 - 1920 war. Im Gegensatz dazu gibt es Stimmen, die auf die Verflechtung Europas im Mittelalter hinweisen, die
Fernhandeslbeziehungen in der Antike oder aber die Handelsverbindungen, die es schon zu Zeiten der Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamien oder der Induskultur. So gibt es viele Ansichten, Meinungen oder Diskussionen, die mit Sicherheit noch lange andauern werden.
2 vgl. Borchardt, (2001), S. 34.
3 vgl. Friedman, (2000), S. 15.
4 vgl. ebd.
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4. Triebkräfte der Globalisierung
Wie bei jedem Thema, besonders bei einem so kontrovers diskutierten, wie der Globalisierung existieren mit Sicherheit verschiedene Meinungen unzähliger Experten aus der Wirtschaft und Politik über die möglichen Ursachen und unterstützenden Faktoren dieser.
Die Punkte Offene Volkswirtschaften und ihre wirtschaftlichen Vorteile, technische und politische Entwicklungen sollen einen Überblick über die sogenannten Triebkräfte der Globalisierung aufzeigen. Dabei wird nur auf die Punkte eingegangen, die maßgeblich zur Globalisierung beigetragen haben und nicht explizit auf Vor- oder Nachteile der jeweiligen Punkte eingegangen, da die Kontroverse zwischen Pro und Contra Thema der anderen Gliederungspunkte dieser Seminararbeit sind.
4.1 Ökonomische Vorteile offener Volkswirtschaften
Unter einer offenen Volkswirtschaft versteht man die Einbeziehung des Auslands in den Wirtschaftskreislauf. Dabei geht es um den Außenhandel, d.h. Ein- und Ausfuhr von Waren, Dienstleistungen oder Kapital mit anderen Volkswirtschaften in der Welt.
Mit dem Fall des eisernen Vorhangs in Mittel- und Osteuropa sowie der zunehmenden Öffnung Chinas und anderer asiatischer Staaten kamen, erfolgte eine größere Ausweitung der internationalen Arbeitsteilung. Dadurch stieg das Potential: neue Wettbewerber, neue Märkte, doch auch potentielle Produktionsstandorte standen auf dem Programm. Mehr Möglichkeiten, wie z.B. zunehmende Spezialisierung und internationale Verflechtung von
Produktionsprozessen bringen für die Wirtschaft der jeweiligen Länder die Chance einer Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Die Liberalisierung der Märkte führte zur Vereinfachung vom Handel und gab damit einen Antrieb zum internationalen Wettbewerb.
Die Verlagerung der Produktion in Länder mit geringeren Lohnniveaus und niedrigeren Steuern bringt Kosteneinsparungen, die wiederum für neue Projekte genutzt werden können. Sind die Standortfaktoren für ein Unternehmen in der
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Arbeit zitieren:
Anja Behrens, 2008, Globalisierung – Konflikt zwischen Arbeitsteilung und Ausbeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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