Gliederung:
1. Einleitung
2. Übersetzung von Phraseologismen
2.1 Begriffserklärung
2.2 Eigenschaften von Phraseologismen
2.3 Übersetzungsvoraussetzungen und -probleme von Phraseologismen
2.3.1 Problematik der kulturellen Spezifik
2.3.2 Bezeichnungs- und Bedeutungsaspekt
2.4 Arten von Phraseologismen
2.4.1 totale Äquivalenz
2.4.2 totale Äquivalenz, jedoch mit einer Parallelform in einer der beiden
Sprachen
2.4.3 gleiche Bedeutung bei abweichender Form
2.4.4 Divergenzen
2.4.5 Paronyme - falsche Freunde
2.4.6 Paraphrasen
2.4.7 Äquivalenzverhältnisse bei Sprichwörtern
2.5 Mängel zweisprachiger Wörterbücher
3. Schluss
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1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Übersetzung von Phraseologismen. Zunächst einmal soll der Begriff des Phraseologismus erklärt werden. Später werden dann anhand von Beispielen aus verschiedenen Sprachen, jedoch unter besonderen Berücksichtigung des Französischen, die Probleme des Übersetzungsvorgangs herausgearbeitet. Sehr viele Texte beinhalten Phraseologismen, seien es komplexe Redewendungen zu bestimmten Spezialgebieten oder aber auch einfache Sprichwörter und Redensarten der alltäglich gesprochenen Sprache. Für Muttersprachler meist durchaus transparent, stellen solche sprachlichen Phänomene für den Fremdsprachenlerner oft größere Hindernisse beim Spracherwerb dar, vor allem, wenn besagte Ausdrücke in Mutter- und Zielsprache nicht identisch sind, was, wie im Verlauf dieser Arbeit gezeigt werden soll, relativ häufig der Fall ist. Der Betroffene kann dann nicht einfach auf den ihm aus seiner Muttersprache bekannten Terminus zurückgreifen um diesen wortwörtlich in die Fremdsprache zu übersetzen. Deshalb stellen Phraseologismen insbesondere für den Übersetzer eine außerordentliche Herausforderung dar, denn er muss eine passende lexikalische Einheit in der Zielsprache finden, die dem Original nicht nur bezüglich des Sinns entspricht, sondern auch eine äquivalente Formulierung bereitstellt.
2. Phraseologismen und Übersetzung
2.1 Begriffserklärung
Ferdinand de Saussure war der Erste, der sich mit combinaisons non libre beschäftigt hat, jedoch wurden deren speziellen Eigenschaften erst von Charles Bally genauer untersucht. Er war es auch, der die Phraseologie als eine eigene Disziplin der Lexikologie eingeführte.
Eine gängige Definition findet sich bei Palm. Dort wird ein Phraseologismus, auch Idiom genannt, als „mehr oder weniger feste, unzerlegbare, mehrgliedrige Wortgruppen, bzw. Lexikoneinheiten mit bestimmten Eigenschaften“ (Palm
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1997, S.??) beschrieben. Unter dem Begriff der Phraseologismen lassen sich mehrere Gruppen von Wortkombinationen zusammenfassen: „les clichés, les combinaisons conventionnelles à sens donatif, les expressions stéréotypes, les lieux-communs, les expressions idiomatiques, les phrases toute faites, l’argot, les injures, les gros mots, les mots ou expressions scatologiques“ (Xatara 2002: 441)
Phraseologismen stellen einen wichtigen und auch nicht ganz einfachen Bestandteil einer Sprache dar und während sie in der Muttersprache durch Lesen oder Konversationen bereits im richtigen Kontext erworben werden, sind sie hingegen vor allem für Ausländer ein meist nur schwer zugängliches Feld beim Erlernen der Fremdsprache.
2.2 Eigenschaften von Phraseologismen
Phraseologismen zeichnen sich durch gewisse Merkmale aus. Dazu zählen zum Beispiel die Polylexikalität, d.h. ein Phraseologismus muss über mehrere Wörter verfügen. Des Weiteren besitzen Phraseologismen unterschiedliche Grade an Festigkeit. Je idiomatisierter der Phraseologismus desto stabiler ist er, auch dann, wenn er nicht den grammatikalischen Gesetzen folgt. Außerdem muss ein Phraseologismus idiomatisch sein, das bedeutet, dass zwischen der phraseologischen und der freien Bedeutung eine gewisse Diskrepanz besteht und je größer diese Diskrepanz, desto idiomatischer ist auch der Phraseologismus. So ergibt sich die Einteilung in vollidiomatische, teilidiomatische und nicht-idiomatische Phraseologismen. Zu guter Letzt weisen Phraseologismen auch noch die Kriterien der Lexikalität und der Reproduzierbarkeit auf. Ein Phraseolgismus ist also im mentalen Lexikon gespeichert und kann jederzeit vollständig abgerufen werden. Jedoch genau diese Charakteristika eines Phraseologismus machen ihn so schwierig zu übersetzen, da sie mit der Übersetzung in die Fremdsprache übertragen werden müssen, um die Qualität des Phraseologismus zu erhalten.
2.3 Übersetzungsvoraussetzungen und -probleme von
Phraseologismen
Als Erstes soll nun eine Definition des Übersetzungsprozesses im Allgemeinen gegeben werden: Bei der Übersetzung handelt es sich um einen „Vorgang der
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schriftlichen Umsetzung eines Textes von einer Sprache in eine andere Sprache, wobei das Umsetzungsprodukt bestimmten Äquivalenzforderungen genügen muss“ (Higi-Wydler zitiert Koller 1989: 135). Jedoch steht man bei jeder Übersetzung vor drei grundlegenden Problemen. Diese wären zuerst, dass aufgrund der Unmöglichkeit Bedeutung direkt zu beobachten, auch inhaltliche Äquivalenzen nicht objektiv festgestellt werden können. Des Weiteren verhalten sich die semantischen Strukturen einer jeden Sprache unterschiedlich, weshalb wiederum auch eine inhaltliche Äquivalenz nicht möglich ist. Und zu guter letzt, gehört jede Sprache unterschiedlichen soziokulturellen Milieus an.
Für den Übersetzer stellen vor allem Phraseologismen eine ganz besondere Herausforderung dar.
Die Art der Übersetzung wird grundsätzlich vom Ausgangstext bestimmt, wobei natürlich das Ziel einer jeden Übersetzung ist, möglichst viele, wenn nicht gar alle Eigenschaften des Origianltextes in die Zielsprache zu übertragen. Deswegen möchte natürlich ein jeder Übersetzer jeden Phraseolgismus auch mit einem solchen übersetzt sehen.
Abgesehen von profunden Grammatikkenntnissen, muss der Übersetzer auch über ein breitgefächertes Vokabular verfügen, um die geeigneten Worte in der Zielsprache zu finden, da Phraseologismen sich nicht immer mit einem alltäglichen Vokabular begnügen. Außerdem ist es „fondamental que le traducteur puisse se servir d’un grand répertoire de formes figées, en discernant leur signifié connotatif et en les rendant appropriés à des contextes spécifiques“ (Xatara 2002: 442). Hierfür ist es natürlich grundlegend, dass der Übersetzer erkennt, dass es sich bei dem zu übersetzenden Phraseologismus um eine lexikalische Einheit handelt. Zum Beispiel bei finir en queue de poisson (‚im Sand verlaufen’) muss man bewusst sein, dass es nicht nur queue de poisson zu übersetzten gilt, sondern dass der gesamte Ausdruck auch das Verb finir en miteinschließt. Es genügt auch nicht, die einzelnen Wörter zu verstehen und gegebenenfalls auch übersetzen zu können; er muss in der Lage sein, ein terminologisches Gegenstück zum zu übersetzenden Ausdruck zu finden. Es ist jedoch nicht garantiert, dass ein solcher auch in der Zielsprache existiert.
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Arbeit zitieren:
Raphaela Reiber, 2009, Übersetzung von Phraseologismen, München, GRIN Verlag GmbH
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