INHALTSVERZEICHNIS
1. Organisatorische Angaben 3
2. Reflexion über die Hospitationen 4
3. Die eigenen Unterrichtsstunden
3.1. Bedingungsfeldanalyse 5
3.2. Planung einer Unit 8
a) Die Sachanalyse 8
b) Zum Sprachstoff 9
c) Zum Sachstoff 10
d) Didaktische Analyse 11
3.3. Planung der einzelnen Unterrichtsstunden 13
a) Zur Situation 13
b) Ziele des Unterrichts 14
c) Zur Sachanalyse 15
d) Didaktische Analyse 15
e) Verlaufsplanung der Unterrichtsstunden 19
4. Abschließende Betrachtungen zur eigenen
Unterrichtst ätigkeit 23
5. Literaturverzeichnis 25
6. Anhang (Anwesenheitsliste, Unterrichtsmaterialien, Bescheinigung zum
Unterrichtspraktikum )
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1. Organisatorische Angaben
Art des Praktikums: semesterbegleitend, im Wintersemester 2002 / 03 Schule: Martin - Luther - King Oberschule (Gesamtschule) in Berlin Pankow Danziger Strasse 50 10435 Berlin Tel.: 030 / 44358170 Direktorin: Dr. E. Heerwig Stellvertretender Schulleiter: Herr B. Eisbrenner Mentorin: Frau Boddin (Fachbereichsleiterin Englisch)
Eigener Stundenplan mit Unterrichts - und Hospitationsstunden:
Die Hospitationen fanden in einigen der hier angegebenen Stunden statt, aus
organisatorischen Gründen jedoch immer Montags, Mittwochs und /oder Freitags. Die
eigenen Unterrichtsstunden fanden in den hier fettgedruckten Klassen statt. (Zur
Anwesenheit siehe Anhang.)
2. Reflexion über die Hospitationen
Während meines Unterrichtspraktikums hospitierte ich vorwiegend in den Klassen 7, 8 und 9 mit dem Schwerpunkt auf der 7. Klasse. Ich verfolgte damit das Ziel, diese zunächst näher kennen zu lernen, da ich mit meiner Mentorin vereinbart hatte, meine sechs Unterrichtsstunden in dieser Klasse zu halten. Da mein Praktikum semesterbegleitend verlief, konnte ich auf diese Weise auch mein Ziel, diese
Schülergruppe über einen längeren Zeitraum zu begleiten und zu beobachten, umsetzen. Somit hatte ich Gelegenheit zu mitzuverfolgen, wie sich die Schüler, die zu Beginn des Schuljahres alle neu an die Schule gekommen waren, im Verlauf der Monate besser kennen lernten, sich auf einander einstellten, wie sich Probleme herauskristallisierten und gelöst wurden. Wichtiger jedoch war für mich, durch diese Schwerpunktsetzung das Leistungsniveau der einzelnen Schüler innerhalb dieser, relativ durchwachsenen Gruppe (nähere Erläuterungen in der Bedingungsfeldanalyse), für meine eigene Unterrichtstätigkeit besser einschätzen zu können.
Ich hospitierte wöchentlich an zwei, gegebenenfalls auch drei Tagen, jeweils zwei bis drei Stunden. Somit blieb ich quasi „im Stoff“ der 7. Klasse und konnte mitverfolgen, welche Themenschwerpunkte von meiner Mentorin behandelt wurden und vor allem wie. In den ersten Wochen meines Praktikums wurde das Thema „London“ in der 7. Klasse durch „Lernen an Stationen“ behandelt. Dabei haben die Schüler den Auftrag, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine vorgegeben Anzahl an Aufgaben zu erledigen. Sie können frei wählen in welcher Reihenfolge sie dies tun und mit welchem Tempo. Die Aufgaben schließen sowohl Einzel-, als auch Partnerarbeit mit ein.
Durch dieses selbständige Arbeiten erschlossen sich die Schüler, teilweise spielerisch den Themenkomplex „ London“, wobei der Schwerpunkt hier auf landeskundlichen Fakten lag. Es war sehr interessant zu beobachten, wie die Schüler, die vorher noch nie mit einer so eigenständigen Form des Lernens konfrontiert worden waren, auf diese neue Form reagierten. Teilweise musste noch sehr viel geholfen, beziehungsweise kontrolliert oder erklärt werden. Einige der Schüler waren mit dieser
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Form des Lernens vielleicht zunächst überfordert, jedoch stieß das Projekt bei der überwiegenden Mehrzahl auf positive Resonanz.
Interessant war auch die Hospitation in der Zensurenkonferenz zum Ende des Halbjahres. Hierbei bekam ich als Praktikantin die Gelegenheit, organisatorische Abläufe kennen zu lernen und mein Blickfeld für die Schule zu erweitern. 1 Ich habe einerseits viele Anregungen bekommen, andererseits gab es mir auch gleich zu Beginn des Praktikums die Gelegenheit, die Schüler besser kennen zu lernen und meine Mentorin zu unterstützen. Die Anregungen, die ich während meiner Hospitationen erhielt waren also zum einen kreativer, aber auch organisatorischer und zum Teil psychologischer Natur: Wie schafft man es, möglichst viele Schüler in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren, insbesondere auch die Integrationsschüler? Wie motiviert man Schüler zum Arbeiten, auch an einem Freitag in der sechsten Stunde? Welche psychologischen Gegebenheiten muss man bei der Planung einer Stunde beachten? (Wenn diese Unterrichtsstunde beispielsweise an einem Freitag in der sechsten Stunde stattfindet.) Welche Sozialformen kann man in einer 7. Klasse wie anwenden?
Die Anregungen, die ich durch meine Hospitationen erhielt waren, auch auf rein menschlicher Ebene sehr wertvoll für mich. Der Umgang der Lehrerinnen deren Unterricht ich besuchte (also meiner Mentorin, der Sonderpädagogin, die den Integrationsschülern der 7. Klasse zur Seite steht und einer Deutschlehrerin) mit den teilweise recht schwierigen Schülern war stets von Respekt, Ruhe und Freude an der Arbeit geprägt, was auf mich einen nachhaltigen Eindruck gemacht hat und eine Form des Lehrens ist, die meiner Ansicht nach auch von Erfolg gekrönt ist.
3. Die eigenen Unterrichtsstunden
3.1. Die Bedingungsfeldanalyse
Zur Schule: Die Martin - Luther - King Oberschule ist eine Gesamtschule und befindet sich in Berlin im Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg. Sie ist mit etwa 420 Schülern der Jahrgänge 7 bis 10, 38 Lehrern, 3 Sonderpädagogen und 2 Sozialpädagogen eine relativ kleine Schule. Besonders auffällig ist die
1 Hierbei möchte ich gern noch erwähnen, dass man als Praktikant im Lehrerkollektiv auf breite
Aufgeschlossenheit und Offenheit stieß.
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Integrationsfreundlichkeit behinderter Schüler an dieser Schule: es gibt in jedem Jahrgang zwei Integrationsklassen.
Derzeit lernen an der Schule körperbehinderte und mehrfach behinderte Kinder, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, sowie lernbehinderte Kinder. Theoretisch können an dieser Schule alle Abschlüsse, also ein erweiterter Hauptschulabschluss, ein Realschulabschluss, sowie die Empfehlung für den gymnasialen Übergang erworben werden. Praktisch ist jedoch die Mehrzahl der Schüler haupt,- oder realschulempfohlen. Der Leistungsdifferenzierte Unterricht (LDU) beginnt bereits ab dem zweiten Halbjahr der siebten Klasse mit den Fächern Mathematik und Englisch, in der achten Klasse zusätzlich in Deutsch und in der zehnten Klasse auch in den Naturwissenschaften. Hier werden die Schüler in GA - Kurse (Anschluss- und Grundkurse) und FE - Kurse (Erweiterungs- und Fortgeschrittenenkurse) eingeteilt, damit sie ihrem Leistungsniveau entsprechend lernen und gefördert werden können. Des weiteren gibt es Wahlpflichtunterricht, der den persönlichen Neigungen der Schüler entsprechend ausgewählt werden kann, wie beispielsweise Darstellendes Spiel, Kunst, Sprachen und weiteres. In jedem Halbjahr finden Kompaktkurse statt zum Thema Methodentraining, Kommunikationstraining und Teamentwicklung, wodurch eine effektivere und erfolgreichere Unterrichtsarbeit gefördert werden soll. Die Schule ist ein altes Gebäude das durch einen Durchgang im alten verfallenen Direktorenhaus, das sich direkt an der Danziger Strasse befindet, zu erreichen ist. Der Schulhof ist recht groß, mit einer Zone für die Raucher. Der Flur ist mir kreativen Schülerarbeiten, sowie Zitaten und Informationen zu Martin Luther King gestaltet. In der Schule selbst gibt es auch eine Schulclub, der „ die Grotte“ heißt (und der Name hält was er verspricht ) und sich bei den Schülern großer Beliebtheit erfreut. In den Pausen mit Musik „untermalt“, können die sich die Schüler hier aufhalten und Snacks kaufen. In den Unterrichtsräumen findet man zum Teil auch einige fachspezifische Poster und Arbeitsmaterialien. Des weiteren verfügt die Schule für den Fachbereich Englisch über eine ausreichende Menge an Wörterbüchern, zusätzlichen Arbeitsmaterialein wie Kassetten oder CDs, Büchern oder Leseheften. Die Schule würde sich sicherlich über Erneuerungsmaßnahmen, einen weiteren Ausbau der bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten freuen, doch dies ist leider auch immer ein Frage der von der Politik zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel. Zur Klasse:
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Die Klasse setzt sich aus 23 Schülern, 14 Jungen und 9 Mädchen zusammen, von denen vier Integrationsschüler sind, jedoch erschien eine Integrationsschülerin nur ein Mal zum Unterricht. Die I -Schüler werden während des Englischunterrichtes von der Sonderpädagogin Frau Kuschel unterstützt. Insgesamt lässt sich jedoch feststellen, dass alle Schüler von ihrer Anwesenheit und ihrer Unterstützung profitieren, denn viele kommen aus teilweise schwierigen häuslichen Verhältnissen, was das Lernen zusätzlich erschwert. Die Klasse arbeitet mit dem Lehrbuch Orange Line new vom Klett Verlag, sowie mit dem dazugehörigen workbook.
Da die Mehrzahl der Schüler für die Hauptschule empfohlen ist, ist das Lernniveau der Schüler eher niedrig. Der Leistungsstand der Mehrzahl der Schüler schafft zumindest die Grundlage für das übergeordnete Ziel das im Rahmenplan wie folgt beschrieben wird: „Leistungsschwache Schüler sollen sich gegenüber Englischsprechenden zumindest verständlich machen können.“ 2 Einige der Schüler sind jedoch eindeutig leistungsstärker als andere, bei ihnen kann man das im Rahmenplan als „Verstehen der als fundamental gekennzeichneten Strukturen (...).“ 3 wiederfinden. Die Schüler der 7. Klasse arbeiten noch recht unselbständig und sind auf kleinschrittige Anweisungen und Hinweise angewiesen. Auch lässt ihre
Konzentrationsfähigkeit nach, wenn sie über e inen längeren Zeitraum mündlich arbeiten sollen. Sie brauchen einen abwechslungsreichen, vom Wechsel zwischen schriftlichen und mündlichen Schülertätigkeiten geprägten Unterricht. Jedoch sind sie um eine beständige Mitarbeit bemüht, auch die Integrationsschüler, und haben ein gutes, vertrautes Verhältnis zur Englischlehrerin. Der Könnensstand der verschiedenen Sprachfertigkeiten im Verhältnis zum Rahmenplan sieht wie folgt aus: Zum Hörverständnis: Die Schüler sind in der Lage, fremdsprachliche Arbeitsanweisungen zu verstehen, wenn diese langsam und eindeutig geäußert werden. Sie sind fähig, einem von einem Muttersprachler geäußerten Aussagen spezifische Informationen zu entnehmen, insofern diese vorher in Form von Fragen festgelegt wurden. Sie können dies noch nicht unter Einbeziehung ihnen unbekannter Lexik und Strukturen.
Zum Sprechen: Die Schüler können auf Fragen einfache Antworten finden, jedoch fallen ihnen eigene, selbständige sprachliche Äußerungen noch sehr schwer, bzw. sind
2 Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule Klasse 7 bis 10, Senatsverwaltung für
Schule, Jugend und Sport, S.3
3 A.a.O. s.3.
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Arbeit zitieren:
Carolin Kollwitz, 2003, Praktikumsbericht zum Unterrichtspraktikum an der Martin-Luther-King Oberschule, München, GRIN Verlag GmbH
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