Inhaltsverzeichnis
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1. Vorwort 3
2. Erläuterung der Viersäftelehre 3
3. Die Viersäftelehre in der vorsokratischen Philosophie 3
4. Corpus Hippocraticum 4
4.1 Corpus Hippocraticum allgemein 4
4.2 „Die Natur des Menschen“ 4
4.3 Andere Bücher 6
5. Philosophen und Ärzte im 4. Jahrhundert 7
6. Die nacharistotelische Periode 8
7. Die pneumatische Schule 8
8. Galen 9
9. Ausgehendes Altertum 10
10. Mittelalter 10
11. Zusammenfassung 10
12. Literaturverzeichnis 11
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1. Vorwort
Hippokrates, Galen, Aristoteles... ständig hört man diese Namen in Beziehung mit irgendeiner Theorie, die sogenannte Viersäftelehre. Doch was ist die Viersäftelehre eigentlich und wie entwickelte sie sich im Laufe der Zeit? Um auf diese Fragen einzugehen, habe ich diese Arbeit geschrieben. Das ganze Thema der Viersäftelehre ist sehr umfangreich und auch umstritten. Es steht in enger Verbindung mit den Theorien der Viererschemata. Da jedoch die ganzen Theorien und jedes Detail in der Säftelehre den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde, werde ich die Viererschemata so wenig wie möglich behandeln. In der Entwicklung der Säftelehre möchte ich mich besonders auf die drei wichtigsten Einflussfaktoren beschränken: die Schrift aus dem Corpus Hippocraticum „Die Natur des Menschen“, die Lehre des Philosophen Aristoteles und die wohlbekannteste Person in Verbindung mit dieser Lehre - Galen. Um die Entwicklung dieser Lehre möglichst genau zu beschreiben, werde ich aber auch andere Zeitabschnitte, wie beispielsweise die vorsokratische Periode, kurz behandeln.
2. Erläuterung der Viersäftelehre
Bevor ich mit der Geschichte der Viersäftelehre beginne, möchte ich kurz erklären, worum es sich in dieser Lehre handelt. Die Viersäftelehre ist die Theorie, dass Gesundheit und Krankheit auf die vier Kardinalsäfte des Körpers (Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle) zurückzuführen sind. Die Viersäftelehre ist nicht von den Theorien der Viererschemata trennbar, sondern fügt sich in sie ein. Das Viererschema war zur Zeit der Antike die häufigste und einprägsamste Theorie, da sich durch sie ein Makrokosmos und ein Mikrokosmos entwickeln ließen, die auf eine begrenzte Zahl von Bestandteilen zurückzuführen waren. Den Kardinalsäften wurden sukzessive Parallelismen zugeordnet. Sie wurden mit Kardinalorganen, Elementen, Elementarqualitäten, Temperamenten, Lebensaltern, Jahreszeiten, Tageszeiten, Himmelsrichtungen, Winden, Planeten, Sternbildern, Aposteln, Evangelisten und Tonarten in Beziehung gebracht.
Die Viersäftelehre ist erstmals klar im Corpus Hippocraticum erkennbar und wurde letztlich von Galen in ihre medizinisch angewandte Form gebracht. Zurückzuführen lässt sie sich aber bis zur älteren griechischen Naturphilosophie. Da Hippokrates der Erste war, der die Medizin von der Philosophie trennte, beruft man sich meist auf ihn als Begründer. Nun möchte ich jedoch zur Entwicklung kommen.
3. Die Viersäftelehre in der vorsokratischen Philosophie
Zur Zeit der vorsokratischen Philosophie entwickelten sich die verschiedensten Schemata. Es gab Einerschemata, Zweierschemata, Dreierschemata und Viererschemata. Sie wurden von den verschiedensten Philosophen entwickelt und bezogen sich hauptsächlich auf die Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser. Den Elementen wurden dann unterschiedliche Eigenschaften und Dinge zugeordnet. Die Säftelehre spielte zu diesem Zeitpunkt noch keine große Rolle. Es entwickelte sich zwar eine Zweisäftelehre, die auch längere Zeit anhielt, die aber nicht so bedeutend war. In ihr wurden lediglich der Schleim und die gelbe Galle erwähnt, die als Verursacher von Krankheiten galten. Erst zur Zeit des Homer kam ein dritter Saft hinzu: das Blut. Und so wurden zeitweilig sogar diese drei Säfte als krankheitsverursachend angesehen. Zusätzlich wurde der Schleim von manchen Philosophen als kalt und feucht charakterisiert,
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andere jedoch gaben ihm die Eigenschaften warm und feucht. Der Schleim wurde von Einigen auch mit dem Organ Gehirn in Verbindung gebracht. Sowie der Schleim erhielt auch das Blut eine Zuordnung zu Kardinalorganen. Es stand in enger Beziehung mit dem Herzen, jedoch war sein Zentralorgan die Leber. Als letzten Punkt möchte ich erwähnen, dass den Säften ebenfalls Farben zugeordnet wurden. So waren blutige Säfte rot, gelbe Galle gelbrot und schleimige Säfte hatten eine weiße Farbe. Die nur kurz erwähnte, damals noch unwichtige, schwarze Galle hatte dementsprechend die Farbe schwarz. Weiterhin ist jedoch nichts bezüglich der Säftelehre in der vorsokratischen Anschauung zu finden. Die richtige Säftelehre begann im Corpus Hippocraticum.
4. Corpus Hippocraticum
4.1 Corpus Hippocraticum allgemein
Der Corpus Hippocraticum ist eine Sammlung von Büchern, die von unzähligen Autoren zur Zeit des Hippokrates oder danach, während noch die hippokratische Lehre vorherrschte, verfasst worden sind. Aus diesem Grunde liegen dem Corpus Hippocraticum auch differentielle Theorien im Bereich der Viersäftelehre zugrunde und man kann nicht eine Theorie als die ursprüngliche bezeichnen. Petersen (1839) teilte die Theorien damals in drei Werke ein:
„1. Werke, denen die Theorien von den allgemeinen Elementen zugrunde liegt: Luft; Feuer; Pneuma und Liquor; Feuer und Wasser.
2. Werke, denen die Theorie von den Elementen des menschlichen Organismus zugrunde liegt: Galle und Schleim; gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim und Blut; Galle, Wasser, Schleim, Blut; „De vet. med.“ mit der Theorie von den entgegengesetzten Elementen in unbegrenzter Zahl.
3. Werke, die auf der Pneumalehre (Lehre von den krankhaften Flüssen) beruhen.“ (S. 16, Schöner, 1964)
Die Viersäftelehre mit dem dazugehörigen Viererschema ist eine dieser Theorien und sie lässt sich nicht genau auf einen Autor oder eine Zeit festlegen. Die wichtigste Schrift in Bezug auf die Säftelehre stellt „Die Natur des Menschen“ dar.
4.2 „Die Natur des Menschen“
„Die Natur des Menschen“ bildet die Grundlage der Säftelehre, derer Galen sich später annahm um sein eigenes System aufzubauen. Ob diese Schrift direkt von Hippokrates stammt ist umstritten. Die vielfach vertretene Auffassung besteht darin, dass dieser Text um 400 v. Chr. von Hippokrates’ Schwiegersohn Polybos verfasst wurde, doch auch hier sind sich die Historiker nicht einig.
Das erste Kapitel beschäftigt sich lediglich mit der Ablehnung der naturphilosophischen Theorien bzw. Einheitslehren. Grund dieser Ablehnung ist die Widersprüchlichkeit der Thesen, denn die damaligen Theorien haben alle denselben Grundsatz, jedoch führen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen. Somit kommt der Autor zu dem Schluß: „Denn, wenn sie demselben Grundsatz huldigen, aber doch nicht die gleichen Aussagen machen, ist es klar, daß ihre Erkenntnis nichtig ist.“ (S. 201, Diller 1994) Zusätzlich wird die Erkenntnis, dass der Mensch aus Feuer, Luft, Wasser oder Erde bestehe, bzw. aus einem Gemisch dieser Elemente, gänzlich abgelehnt. Dem Verfasser zufolge sind die Elemente nicht im Menschen sichtbar. Im zweiten Kapitel erfolgt die Ablehnung medizinischer Einheitslehren. Als Erklärung dafür dienen die vielfältigen Formen von Krankheiten und Heilmitteln, die alle nicht möglich
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Anne-Kathrin Jahnke-Wurm, 2004, Die Viersäftelehre der antiken griechischen Medizin, Munich, GRIN Publishing GmbH
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