Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung............................................................................................................................................. 3 3
2. Der korrektive Austausch 3
2.1. Normen........................................................................................................................................ 3 3
2.2. Soziale Kontrolle 4
2.3. Korrektives Handeln 4
2.3.1. Erklärungen 5
2.3.2. Entschuldigungen 6
2.3.2. Ersuche 6
2.4. Der Dialog 6
3. Die Liechtenstein‐Affäre...................................................................................................................... 7 7
4. Mechanismen der Erklärung am Beispiel der Liechtenstein‐Affäre.................................................... 7 7
5. Mechanismen der Entschuldigung am Beispiel der Liechtenstein‐Affäre 8
6. Zusammenfassung............................................................................................................................... 8 8
Literaturverzeichnis 9
Eidesstattliche Erklärung 10 NA
2 NA
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1. Einleitung
Erving Goffmann ist ein Handlungstheoretiker, der sich für die vielfältigen Ausdrucksformen von Individuen in sozialen Interaktionen und für die sozialen Regeln, auf die Individuen zu- rückgreifen, wenn sie ihre Identität gegenüber den vorgegebenen Rollen abgrenzen, interes- siert. Goffmanns Mikrostudien „Das Individuum im öffentlichen Austausch“ umfassen den gesamten Handlungsbereich, der durch Interaktionen von Angesicht zu Angesicht sowie durch kommunikative Normen organisiert wird. Seine Forschungsziele bestanden in der Er- klärung sozialer Mechanismen, durch die Interaktionen koordiniert sowie für Korrekturen und Modifikationen offen gehalten werden. Die sich dabei darstellenden Verhaltensmuster sind mit Grundregeln verknüpfte Routinehandlungen, die in ihrer Gesamtheit eine soziale Ordnung herstellen.
Goffmanns Prinzipien des korrektiven Austausches finden wir jeden Tag in öffentlichen Dia- logen. Besonders Erklärungen und Entschuldigen nehmen eine gesellschaftlich relevante Stel- lung ein. Sie kommen ständig in Zeitungen, Nachrichten und Interviews vor. Aus diesem Grund sollen ihre Mechanismen in dieser Arbeit anhand des aktuellen Beispiels der Liechten- stein-Affäre hervorgehoben werden.
2. Der korrektive Austausch
Der korrektive Austausch, auch öffentlicher Austausch genannt, kommt bei alltäglichen Inter- aktionen aufgrund des sozialen Miteinanders immer dann zustande, wenn eine Regelverlet- zung stattgefunden hat. Für das Verständnis des korrektiven Austausches ist es wichtig die Begrifflichkeiten der Normen, der sozialen Kontrolle, des korrektiven Handelns und des Dia- loges zu erläutern.
2.1. Normen
Normen legen fest, was Menschen als Inhaber von sozialen Rollen tun sollten. Sie regulieren das öffentliche Leben. „Eine soziale Norm ist eine durch soziale Sanktionen abgestützte Richtschnur des Handelns [..].“ (Goffmann 1974, S.138). Soziale Sanktionen sind Metanor- men und dienen der Absicherung von Konformität. Sie sind „ [..] hart, prompt und willkürlich wechselnd [..].“ (Goffmann 1974, S. 138) Normen werden erstens als Pflichten bzw. Verpflichtungen angesehen und zweitens bilden sie eine Erwartung in Bezug auf andere. Sie sind Bestandteil eines Normensystems, das mit ei- 3
nem Sanktionierungssystem verknüpft ist. Ein Sanktionierungssystem zeigt „ [..] die Überein- stimmung oder Abweichung des Individuums in Bezug auf Regeln [..].“ (Goffmann 1974, S. 150) Der Geltung von Regeln liegt die Verantwortlichkeit zu Grunde. Verantwortlichkeit gibt es im Sinne unmittelbarer Verursachung, für Schadenersatz, als Ergebung aus ‚vorsätzlichem Handeln’ und für die eigentlichen Absichten. Moralische Verantwortung bezeichnet die Fä- higkeit eines Akteurs, der nicht nach einer bestimmten Regel gehandelt hat, sich regelkon- form zu verhalten.
Eine Regelverletzung betrifft immer zwei Personen: den Regelverletzer und den Betroffenen. Vom Regelverletzer wird Wiedergutmachung und Korrektur erwartet. Vom Betroffenen wird erwartet, dass er „ [..] in einer korrekten Beziehung zu dem sanktionierenden System [..].“ (Goffmann 1974, S. 144) steht und sich auf soziale Mechanismen beruft. Bei Regelverletzun- gen wird die Beziehung zwischen Motiv und Folgen analysiert, wobei die Welt, in welcher der Regelverletzer lebt, explizit oder implizit, berücksichtigt wird. (Vgl. Goffmann 1974, S. 138-151)
2.2. Soziale Kontrolle
Durch den Prozess der sozialen Kontrolle sollen Individuen von Regelverletzungen abgehal- ten werden. Gelegenheiten, korrektive Prozesse hervorzurufen, stehen dabei im Mittelpunkt. Traditionell wird soziale Kontrolle durch Institutionen wie Gerichtssäle sichergestellt. Indivi- duen müssen regelkonform handeln oder eine Regelverletzung verbergen. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen sie mit negativen Sanktionen als Konsequenzen rechnen. Soziale Kontrol- le dient also der Bestrafung eines Regelverletzers. Um dabei eventuell aufkommende Proble- me zu verhindern (z.B. dass jemand einer Bestrafung trotz Schuldigkeit entgeht), muss ein Akteur korrektive und klärende Informationen liefern, die zur Vermeidung von Missverständ- nissen bestimmt sind und gut verstanden werden sollen. Soziale Situationen sollten Schau- plätze darstellen, „ [..] auf denen mit großer Geschwindigkeit Miniaturversionen eines kom- pletten Justizverfahrens ablaufen.“ (Goffmann 1974, S. 154) Der Regelverletzer muss damit rechnen, sofort bestraft und aufgefordert zu werden, Wiedergutmachung zu leisten, um später wieder akzeptiert zu werden. Korrektive Handlungen sind dazu bestimmt, Reue des Regelver- letzers gegenüber dem Betroffenen zum Ausdruck zu bringen. (Vgl. Goffmann 1974, S. 152- 155)
2.3. Korrektives Handeln
Um korrektive Handlungen durchzuführen, können Individuen auf Rituale (routinisierte Ver- haltensweisen) zurückgreifen. Korrektives Handeln besteht aus einem Prozess ritueller Art (ein virtueller Regelverletzer bringt seine Beziehung zu den Regeln zum Ausdruck) und ei- 4
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Anne-Kathrin Jahnke-Wurm, 2009, Skizzieren Sie Goffmanns Modell des „korrektiven Austauschs“, Munich, GRIN Publishing GmbH
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