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Inhaltsangabe
Inhaltsangabe 2
1. Einleitung 3
2. Ein Erklärungsversuch 4
3. Zur Statistik zweier Hauptdiagnosen in ambulanten und stationären
Einrichtungen 7
4. Geschlechtspezifische Arten von Sucht 10
4.1 Eifersucht 10
4.2. Kaufsucht 11
4.3. Ess-Störung 11
4.4. Co-Abhängigkeit Beziehungssucht 12
5. Anforderungen an frauenspezifische Suchtarbeit 13
6. Schlussbemerkung 14
7. Literaturangabe 15
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1. Einleitung
»Das Problem besteht nicht nur darin, zwischen Frau und
Karriere, Frau und Familie, Frau und Unabhängigkeit zu wählen.
Es ist grundsätzlicher Natur. Wie bleibt man inmitten der Ablenkung des Lebens ganz? Wie bleibt man im Gleichgewicht, wenn man aus seiner Mitte gerissen wird? Wie bleibt man stark, gleich welche Erschütterung von außen das Innere zu zerstören droht? « Anne Morrow Lindbergh (Singerhoff 2002, S.37)
Neu sind Begriffe wie „Abhängigkeit“ und „Sucht“ nicht. Im Gegenteil, in der Literatur sind unzählige Informationen und Statistiken zu finden. Doch in der Regel beschränken sich diese nur auf wenige Suchtarten und beziehen sich auf die Gesamtheit der Bevölkerung, Kinder ausgenommen. Aus geschlechtsspezifischer Sicht wurde eher wenig Augenmerk auf die Abhängigkeitsproblematik gelegt. Meist wird Abhängigkeit nur in Bezug auf Drogen, Alkohol und Zigaretten behandelt. Jedoch gibt es speziell bei Frauen alltägliche Verhaltensweisen, die in eine andere Art von Abhängigkeit führen können. Ständiges Putzen um Anerkennung und Bestätigung zu erhalten, Aufopferung und Aufgeben der Eigenständigkeit aus Sehnsucht nach Liebe - das sind nur einige dieser Verhaltensweisen. „Abhängigkeit und Sucht sind Phänomene, die nicht nur die Abhängigkeit von den bekannten Suchtmitteln wie Alkohol, Medikamente, Tabak und Drogen meinen, sondern ein generelleres und alltäglicheres Problem darstellt, als wir es üblicherweise sehen. Jede Art von Verhalten kann abhängig und süchtig werden, wenn Menschen unter einengenden und unbefriedigenden Lebensbedingungen versuchen, unter allen Umständen und mit allen Mitteln sofortige Befriedigung zu erlangen.“ (Soltau 1984, S. 12) Anregt durch die im Seminar „Frauen und Sucht“ behandelten Themen und meinem wachsenden Interesse, habe ich mich im Rahmen dieser Hausarbeit auf die Suchtproblematik bei Frauen eingelassen und versucht, mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen.
Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese Abhandlung nur einführenden und überblickenden Charakter trägt, die Materie nur oberflächlich tangiert und nicht erschöpfend
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abhandelt, noch Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zum tiefer gehenden Studium für den interessierten Leser sei deshalb an dieser Stelle auf die anhängende Literaturliste verwiesen.
Die 3 Werke „Jahrbuch Sucht 2005“, „Frauen uns Sucht“ von Lorelies Singerhoff und „Frauen uns Sucht“ von Christa Merfert-Diete und Roswitha Soltau (Hrsg.) dienen als Grundlage dieser Hausarbeit.
2. Ein Erklärungsversuch
Als Ursachen für die Suchtentwicklung wird auf die Nichtbefriedigung der Bedürfnisse und dem Mangel an Erfüllungs- und Lebensmöglichkeiten hingewiesen. (vgl. Soltau 1984, S. 12) Sowohl Männer als auch Frauen nehmen die ihnen dafür gegebenen Möglichkeiten nicht wahr und sie gelangen somit in einen Teufelskreis, da die Sucht nach Befriedigung stetig wächst. Zwanghaftes Verhalten und Verlust der Kontrolle über das eigene Leben verhindern das Verlassen des Teufelskreises. Bei beiden Geschlechtern sind die Lebensbedingungen, die die Gesellschaft bietet, als Entstehungsursache für das Verlangen nach Ersatzbefriedigung zu sehen. Die hohen gesellschaftlichen Anforderung, die gesellschaftlichen und persönlichen Rollenerwartungen können belastende Inkompetenzgefühle hervorrufen. Die Autorin Soltau erklärt, dass unterer anderem steigender Leistungsdruck, Profitgier, soziale Unsicherheit durch steigende Lebenserhaltungskosten oder eventuellem Verlust der Arbeitsstelle, Anonymität im Leben, Verbürokratisierung, geringe Freizeit, fehlende oder auch Abwertung bestimmter Lebensumstände charakteristische Merkmale des Alltags sind, die die Entstehung von Bedürfnissen und den Drang nach Ersatzbefriedigung begünstigen. Geringes Selbstwertgefühl, Über- und Unterforderung, Anspannung, Hilflosigkeit, Ohnmacht, angestaute Aggressionen und Resignation sind nur einige seelische Belastungen, die darauf folgen können. Um vor diesen „Unzulänglichkeiten“ zu flüchten, sie zu unterdrücken und zu verstecken, oder diese gar generell wahrzunehmen, nehmen beide Geschlechter unter anderem Alkohol, Medikamente und Drogen zur Hilfe. Die unbewusste Flucht in die Sucht dient hierbei als Ventil. Sowohl Männer als auch Frauen erhoffen sich mit „Hilfsmittelchen“ Erleichterung und Befriedigung. (vgl. ebd. S. 15) „Wird das Gleichgewicht von Belastung und Belastbarkeit empfindlich gestört, können, abhängig von der Persönlichkeit und der individuellen Lebenssituation,
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Probleme entstehen, die in einer Abhängigkeit enden. Sucht ist ein Prozess, über den wir keine Macht mehr haben.“ (Singerhoff 2002, S. 63) Soltau führt an, dass Frauen jedoch Lebenssituationen und -realität anders wahrnehmen und entwickeln im Laufe der Jahre andere Verarbeitungs- und Auseinandersetzungsmethoden als Männer.
Früher spielte „sich das Leben der Frau vorrangig im privaten Bereich der Ehe, der Familie und des Haushalts ab, in einem isolierten gesellschaftlichen Lebensbereich also, in dem die Frau über Jahrzehnte hinweg eine einsame und monotone Tätigkeit ausübt, die gesellschaftlich und privat abgewertet und nicht entlohnt wird.“ (Soltau 1984, S. 17) Doch selbst „die Berufstätigkeit, als eine Möglichkeit, neben der Haushalts- und Kinderarbeit, gesellschaftlich anerkannter und selbständiger leben zu können, befreit die Frau nicht wesentlich aus dem sie einengenden und abhängig machenden Lebensprozeß.“ (ebd. 1984, S. 18) Heutzutage ist es nicht unüblich, dass auch die Frau einem Beruf nachgeht. Jedoch ist es häufig noch so, dass dieser Beruf zusätzlich zur Hausfrauentätigkeit ausgeübt wird. Immer noch gibt es zu wenig Beteiligung der Männer, weshalb Frauen oftmals gezwungen sind weniger anerkannte, gering bezahlte Teilzeitarbeitsstellen anzunehmen, bei denen Aufstiegschancen fast nicht gegeben sind. In untergeordneten und geringschätzigen Positionen kann unter anderem das Bedürfnis nach Annerkennung nicht gestillt werden. Laut Soltau wirkt sich diese gesellschaftliche Benachteiligung einschränkend auf ihre sozialen Handlungsmöglichkeiten aus, was letztendlich eine starke Bindung an Familie und Abhängigkeit vom Partner fördern kann. In dem Fall sind Frauen so intensiv auf ihre Aufgabe als gute Mutter und Hausfrau fixiert, dass sie, ohne es bewusst wahrzunehmen, ihre Eigenidentität und Selbstverwirklichung nicht ausleben können und ihre Persönlichkeit enorm einschränken. Eigene Erwartungen und auch die der Familie werden verstärkt und müssen erfüllt werden. Der Lebensinhalt besteht teilweise nur aus Aufopferung für die Familie. Damit einhergehende Monotonie und Isolation wecken das Bedürfnis nach anderen erfüllenden Alternativen. Nach Soltau führt diese Perspektivlosigkeit gerade Frauen aus der bildungsärmeren Schicht in den Scheinausweg Sucht. Ihnen fehle es an erlernten Kompensationsmöglichkeiten. Auf Grund der geschlechtsspezifischen Sozialisation von Männern und Frauen, haben sich Frauen im Laufe der Jahre passivere und emotionalere Verhaltensweisen
Arbeit zitieren:
Diana Biendarra, 2008, Frauen und Sucht, München, GRIN Verlag GmbH
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