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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1. Was ist ein Symbol? 6
1.1. GESCHICHTE DES SYMBOLS 6
2. Bilder in Religionsbüchern 8
2.1. DAS OPTISCHE ZEITALTER 8
2.2. WAS IST EIN BILD? 10
3. Zur religionsdidaktischen Verwendung des
Symbolbegriffs 12
3.1. Symbolkonzept von Hubertus Halbfas 12
3.1.1. DIE FUNDAMENTALKATECHETIK. 12
3.1.2. DAS DRITTE AUGE 14
3.1.3. SYMBOLKONZEPTE FÜR EINE INTEGRIERENDE THEORIE DES
SYMBOLS 16
3.1.4. DIE SYMBOLBILDER VON RELINDIS AGETHEN 17
3.1.5. HALBFAS SYMBOLDIDAKTIK IM SPIEGEL DER KRITIK 18
4. Auf dem Weg zu einer Symboldidaktik. 21
4.1 DIE SYMBOLTHEORIE BEI SIGMUND FREUD. 21
4.2 DIE SYMBOLTHEORIE BEI C.G. JUNG. 23
4.3 DIE AUS DER BETRACHTUNG DER UNTERSCHIEDLICHEN
PSYCHOANALYTISCHEN THEORIEN RESULTIERENDEN BEDEUTUNGEN
F ÜR DEN MENSCHEN 26
5. Die Symboldidaktik 27
5.1 DIE AUFGABEN DER SYMBOLDIDAKTIK 27
3
5.2 DIE STÄRKEN DER SYMBOLDIDAKTIK 29
5.3 WAS KANN SYMBOLDIDAKTIK BEWIRKEN? 31
5.4. DIE SYMBOLDIDAKTIK UND IHRE HEUTIGEN
RELIGIONSKULTURELLEN BEDINGUNGEN. 32
5.4.1. DIE WIRKLICHKEIT DES RELIGIONSUNTERRICHTS. 32
6. Praxis 34
Schluss 36
LITERATURVERZEICHNIS. 37
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 38
4
Einleitung
Die vorliegende Arbeit handelt von der Symboldidaktik, deren wichtigster Vertreter Hubertus Halbfas mit seinem Werk „Das Dritte Auge- religionsdidaktische Anstöße“ den Grundstein für diese „Theorie“ legt. Die Arbeit versucht die Stärken, aber auch die Schwächen dieser Didaktik darzulegen und so Klarheit über die Idee und Intension, die hinter dieser Didaktik steckt beizutragen.
Vielleicht ein paar Worte dazu, warum wir dieses Thema gewählt haben und wie es uns bei der Aufbereitung dieser Arbeit ergangen ist.
Anfangs waren wir ziemlich ratlos, da wir den Begriff „Symboldidaktik“ noch nie gehört hatten und uns auch „Das Dritte Auge“ vor ein Rätsel stellte. Auch die Recherche in der Bibliothek machte uns nicht wirklich klüger- bis wir dann das Buch „Das Dritte Auge- religionsdidaktische Anstöße“ in den Händen hielten. Bereits beim durchlesen des Buchumschlages, auf den sich eine Erklärung des Dritten Auges befindet, war es als hielten wir den Schlüssel in die Welt der Symboldidaktik in den Händen.
Uns wurde klar, dass Hubertus Halbfas nicht nur einer der wichtigsten Vertreter dieser Didaktik war, sondern den Urheber dieser Theorie darstellte. Die Welt der Symboldidaktik ist eine sehr faszinierende, die einem plötzlich einen ganz anderen Zugang und Schlüssel zu den SchülerInnen ermöglicht. Bei einfühlsamen und vorsichtigen Umgang mit diesen neuen Erkenntnissen ermöglicht es dem/ der ReligionslehrerIn die Schüler aus ihrer Reserve zu locken und in „Ebenen“ vorzudringen, die ansonsten meistens verschlossen bleiben. Hubertus Halbfas lehnt es strikt ab, Symbole rationell zu definieren.
„Dort wo Symbole beschrieben oder übersetzt werden, sind sie schon um ihre Wirklichkeit gebracht.“ 1
Mit der Symboldidaktik verhält es sich oft ähnlich, wie bei der Problematik der Rede von Gotteserfahrungen.
1 MÖRING - PLATH, Burkhard, Das Symbol und die unterrichtete Religion. Eine Grundlegung für ein religionspädagogisches Symbolkonzept, Münster 2001,30. zitiert nach: HALBFAS, Hubertus, Das dritte Auge- religionsdidaktische Anstöße, Düsseldorf, 1982, 92.
5
Durch Sprache geschieht immer zugleich Interpretation. Gott ist kein Erfahrungsge-genstand unserer Wirklichkeit, er ist gewissermaßen Leerstelle, die mit vielem gefüllt werden kann. Bei der Rede von Gotteserfahrungen, versucht man etw. auszudrücken, was eigentlich jenseits der Möglichkeiten der menschlichen Sprache liegt! Symboldidaktik ist für uns ein Weg dieses Geheimnis so zu vermitteln und weiterzugeben!
In diesem Sinne bin ich froh, über die Auswahl unseres Themenbereiches und empfinde die Welt der Symboldidaktik als eine sehr spannende, neue und unerlässliche Weise des Religionsunterrichts. Wir für uns werden uns auf jeden Fall weiter mit der Symboldidaktik befassen und auseinandersetzten. Für später haben wir uns fest vorgenommen mit besonderer Empfindsamkeit und Vorsicht mit unseren SchülerInnen auf die Pfade der Symboldidaktik zu begeben.
6
1. Was ist ein Symbol?
Das griechische Nomen μμμμμ (symbolon) leitet sich von der Verbform
μμμμμμμμ (sym-ballein) welches soviel wie „zusammenwerfen“, „zusammenfügen“, „sammeln“ und „verbinden“, aber auch „vergleichen“, „im Geiste zusammenbringen“, „vermuten“ und „erschließen“ sowie „mit etwas/ jemandem zusammentreffen“ oder „übereinkommen“ im Sinne von „sich vereinbaren“ bedeuten kann. 2 Diese zahlreichen Verständnisweisen des Verbs sind Ausgangspunkt für die weitreichende Bedeutung des substantivischen Ausdrucks „Symbol“, welches Bedeutungen wie „Vertrag“, „Passwort“, „Zeichen“, „Merkmal“, „Sinn- oder Lehrspruch“, „Glaubensbekenntnis“, „Sinnbild“, „Metapher“ oder „Gleichnis“ einschließt. 3
1.1. Geschichte des Symbols
In einer der ursprünglichen Bedeutungen des Begriffes als Erkennungszeichen, werden als Symbole zusammenpassende Hälften eines geteilten Tonringes, Tontäfelchen o.ä. bezeichnet, die im griechischen Brauch der Gastfreundschaft dem Überbringer der einen Hälfte jeweils die Gewährung des Gastrechtes durch den Besitzer der anderen Hälfte garantierten. 4 Ein weiteres Beispiel ist das Pentagramm der Pythagoreer, das als Erkennungszeichen den Mitgliedern der Gemeinschaft dient. In der Bedeutung als „Passwort“ oder als „Losung“ ist der Begriff in die Sprache der Mysterienkulte übergegangen. Auch die pythagoreischen symbola, kurze Sätze, meist Verbote, die in ihrer wörtlichen Aussage verständlich sind, deren eigentlicher Sinn aber nur den Eingeweihten bekannt ist, dienten den Mitgliedern als Erkennungszeichen. 5 In diesem Sinne näherte man sich dem Symbolverständnis der Allegorie an. Eine ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. nachweisbare Verwendung ist die „heilige Formel“ deren Deutung besonders im Neuplatonismus vom allegorischen 6 Symbolverständnis bestimmt wird.
2 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, Basel 1998, 710.
3 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, 710.
4 Ebd. 710.
5 Ebd. 711.
6 seit dem Beginn des 1 Jh. steht hinter der Bedeutung der Allegorie ein tieferer ethischer, kosmologi- scher Sinn (Stoa) oder ein mystisch-theologischer Sinn (Neuplatonismus)
7
In der Funktion als Erkennungszeichen oder als „heilige Formel“ scheint der Begriff von den Mysterienkulten auf das Glaubensbekenntnis („symbolum fidei“) der christlichen Kirche übergegangen zu sein; 7 frühester Beleg bei Cyprianus 8 Mitte des 3 Jahrhunderts. „Symbolum“ wird nun auch als „collatio“, eine Sammlung oder eine Zusammenstellung der Hauptsätze des christlichen Glaubens gedeutet. 9
Symbole sind in einer Unzahl an Fällen Gegenstände welche als repräsentierende Zeichen für etwas anderes, nicht unmittelbar sinnlich Gegenwärtiges dienen, 10 wie bei Origenes 11 das Holz als Zeichen der Leiden Jesu. Ein solcher Begriff bildet nun den Übergang zur Verwendung des Symbols als gleichnishafte Repräsentation.
Aristoteles wendet die Bedeutung des willkürlich eingesetzten Zeichen auf die für ihn durch Konvention entstandene Sprache an. Diese Bedeutung ist also nicht bloßes Anzeichen, sondern vor allem Ausdruck. 12 In seinen Schriften „de interpretatione“ erklärt Aristoteles, dass also die gesprochenen Wörter Symbole (Zeichen) der Erfahrungen der Seele und die geschriebenen Wörter solche der Gesprochenen sind. 13 In diesem Zusammenhang ist die nonverbale Sprache anzuführen wie auch heute noch die Gebärdensprache oder die erst ausschließlich zu religiösen Zwecken verwendeten heiligen Schriftzeichen, die Hieroglyphen. Diese bezeichnen in jeder Anwendung die Dinge selbst. Gesamt ist der Begriff Symbol, sofern er nicht für das christliche Glaubensbekenntnis steht, im Mittelalter durch die Begriffe „nota“ oder „signum“ abgelöst. 14
Das Konzept der symbolischen Darstellung wird für die ältere Philosophie und für die Heilige Schrift angewendet. 15 Der Begriff „Symbol“ im allegorischen und gleichnishaften Sinn wird häufig für Worte, Sätze und Personen der biblischen Überlieferung, die mehr bedeuten, als sie dem gewöhnlichen Verständnis nach sind, verwendet. Nach Origenes ist alles, was in der Heiligen Schrift auf unerwartete oder befremdliche Weise geschieht ein Symbol von etwas anderem jenseits des Bereichs des
7 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, 711.
8 Thascius Caecilius Cyprianus, einst Bischof von Karthago bedeutender Kirchenschriftsteller der Alten Kirche. Sein Gedenktag ist der 16. September
9 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, 711.
10 Ebd. 712.
11 umstrittener Kirchenschriftsteller, christlicher Gelehrter und Theologe
12 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, 712.
13 Ebd. 713.
14 Ebd. 713.
15 Ebd. 714.
8
sinnlich Wahrnehmbaren. 16 Die Symbole gelten somit zusätzlich zur Verhüllung der Weisheit zum Schutz vor Profanation wie bspw. bei den Pythagoreern auch als Mittel zur Offenbarung.
Dass Symbole in ihrer mystischen Bedeutung nicht die Kriterien rationaler Argumentation erfüllen, war zumeist unbestritten. 17 Schon für Thomas von Aquin gilt „theologia symbolica non est argumentativa“ 18 und eine protestantische Kritik ist: „allegoricas interpretationes nihil probare“ 19 . Erst in der Romantik gewinnt das Symbol im Sinne von Symbolisieren wieder zentrale Bedeutung. 20 Man greift auf neuplatonische, naturmystische und theologische Traditionen zurück. Kennzeichnend für diese Bewegung ist ein Natursymbolismus: Die Natur gilt als eine ursprüngliche Sprache in der sich das Geistige, das Übersinnliche, das Göttliche ausdrückt. 21 Auch der Kunst und der Musik werden die Fähigkeit zuerkannt den irdischen Geschöpfen das Himmlische begreiflich zu machen. 22 Diese Verbindung der Ästhetik mit dem Göttlichen hat ihre Blüte bereits im Orient, in der griechisch-römischen Antike sowie in der christlichen Zeit erlebt. In den letzten Jahrzehnten des 19 Jh. führt die Ästhetik als Ausdruck des Göttlichen verstärkt zum Pantheismus, um sich dem Symbolbegriff seit der Romantik wieder etwas nüchterner zuzuwenden.
Bis heute hat der Begriff des Symbols keine entscheidende neue Rezeption in religiöser Hinsicht erfahren. 23
2. Bilder in Religionsbüchern
2.1. Das optische Zeitalter 24
Noch nie gab es zu einer Zeit vor uns so viele und unterschiedliche Bilder wie heute. Schon im Kleinkindalter sind Kinder mit Bildern umgeben: auf der Tapete im Kinderzimmer, auf dem Fläschchen, auf dem Töpfchen und dem „Strampler“ finden sich Bilder in den farbigsten Varianten. 25
16 RITTER, Joachim (Hg.),Historisches Wörterbuch der Philosophie, X, 714.
17 Ebd. 718.
18 Ebd. 718.
19 Ebd. 718.
20 Ebd. 727.
21 Ebd. 727.
22 Ebd. 728.
23 Ebd. 735.
24 HALBFAS, Hubertus, Das dritte Auge- religionsdidaktische Anstöße, Düsseldorf, 1982, 51.
25 Ebd. 51.
Arbeit zitieren:
Stephanie Lainer, Karin Weinberger, 2009, Symboldidaktik, München, GRIN Verlag GmbH
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