PROSEMINAR ZUR KULTURWISSENSCHAFT UND LANDESKUNDE
eingereicht von
Carolin Kollwitz
Fachbereich: Romanistik
Fächer: Spanisch / Englisch Studienziel: Lehramt (L 4 ) 7.Hochschulsemester
Berlin, den 04.03.02
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INHALTSVERZEICHNIS
ERSTER TEIL
Einleitung 4
ZWEITER TEIL
I. Spanien unter den ersten Bourbonen
1.1. Der spanische Erbfolgekrieg 5
1.2. Philipp V. 6
1.3. Karl III. 9
1.4. Spanien in der Krise unter Karl IV. 11
II. Die bourbonische Herrschaft Spaniens im 19.Jahrhundert (1808 -1875)
2.1. Ferdinand VII 13
2.2. Isabella II 15
III. Restauration und Errichtung der Diktatur (1875 -1930)
3.1. Restauration der Bourbonendynastie 17
3.2. Alphons XIII. 18
IV. Der Weg in die Demokratie ( 1975-2000 )
4.1. Juan Carlos I. und die transición 20
DRITTER TEIL
abschlie ßende Betrachtungen 23
Literaturverzeichnis. 24
ANHANG 25
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EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Herrschaft der Bourbonen in Spanien während der letzten 300 Jahre geben. Sie ist im Zweiten Teil in einzelne Abschnitte unterteilt, die jeweils besondere Epochen der spanischen Geschichte darstellen, die von verschiedenen Königinnen und Königen geprägt wurden. Mein Ziel ist es, den großen Einfluss der Bourbonen auf die Geschichte und Kultur Spaniens darzulegen. In meiner Darstellung werde ich auf die einzelnen bourbonischen Herrscherinnen und Herrscher eingehen, indem ich die Verhältnisse in Spanien zur Zeit ihrer, bzw. seiner Regentschaft erläutere. Besondere Beachtung wird hierbei der Innenpolitik und der Außenpolitik während der jeweiligen Herrschaft geschenkt.
Besonders ausführlich werde ich auf MonarchInnen eingehen, die auf das Land nachhaltig prägend gewirkt haben. Auf jene, die weniger großen Einfluss hatten, werde ich nur begrenzt eingehen. Die politischen Geschehnisse während der Zeit, als Spanien nicht von bourbonischen KönigInnen regiert wurde, werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt.
Zum näheren Verständnis habe ich im Dritten Teil eine Stammtafel der spanischen Bourbonen angefügt, die verwandtschaftliche Verhältnisse besser darstellt. In diesem letzten Teil werde ich meine Arbeit mit einem Resümee beenden, in dem ich abschließende Gedanken zur Herrschaft der Bourbonen in Spanien äußern möchte.
4
1.1. Der Spanische Erbfolgekrieg
Als der letzte spanische Habsburger Karl II., der Spanien von 1665 bis zu seinem Tod im Jahr 1700 regiert hatte, starb, wurde das Land in eine schwere Krise gestürzt. Um die Teilung Spaniens zu verhindern, hatte Karl II., da er keine Nachkommen hinterließ, zuvor Philipp V., Enkel Ludwigs XIV., als seinen Thronerben eingesetzt. Die österreichischen Habsburger bemühten sich, ihre Ansprüche auf den spanischen Thron geltend zu machen, denen sich Frankreich jedoch stark widersetzte. Da eine Vereinigung Österreichs und Spaniens unter habsburgischer Herrschaft eine zu große politische Macht bedeutet hätte, stießen die Bestrebungen Österreichs auch in England auf heftige Gegenwehr. Philipp V. wurde 1700 zum König von Spanien erklärt. Diese für Österreich offenbar klare Herausforderung erforderte eine Reaktion, nämlich die Ernennung Karls, des zweiten Sohn des Kaisers, zum Gegenkönig von Spanien.
In Spanien war Philipp V. bereits als König anerkannt worden, was zu einer „...Polarisierung der latent stets vorhandenen Gegensätze auf der Iberischen Halbinsel“ 1 führte. Es bildeten sich zwei Lager heraus, die nun den jeweils favorisierten König und das von ihm repräsentierte Staatsmodell unterstützten. Zu Philipp V., der die „...zentralisierte, absolute Monarchie...“ 2 verkörperte, bekannte sich Kastilien; wogegen Karl, mit dem man die „...Autonomie der peripheren Reichsteile...“ 3 verband, von Aragonien gestärkt wurde. Dies macht deutlich, dass mit der Auseinandersetzung um die Herrschaft in Spanien auch ein Disput um eine mögliche Staatsform verbunden war. Die Lage spitzte sich im Verlauf weiter zu, bis es schließlich 1701 zum Spanischen Erbfolgekrieg kam, der bis 1713 andauerte.
1 W.L. Bernecker, Spanische Geschichte: vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. München 2001, 2. Auflage, 45
2 W.L. Bernecker, Spanische Geschichte, a.a.O.,45
3 W.L. Bernecker, Spanische Geschichte, a.a.O.,45
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Als 1711 Kaiser Joseph I. starb, wurde sein Bruder Karl zu seinem Nachfolger in Österreich erklärt und noch im selben Jahr zum Kaiser gewählt. Mit dem Frieden von Utrecht wurde 1713 der Krieg beendet und die spanische Herrschaft ging an die Bourbonen über. Jedoch mussten diese territoriale Verluste hinnehmen: Menorca und Gibraltar wurden an England abgetreten und Spanien musste England das Monopol des Sklavenhandels mit Amerika zubilligen.
Nicht nur innerhalb des Landes führte der Spanische Erbfolgekrieg zu großen Veränderungen, sondern er war auch außenpolitisch betrachtet von Bedeutung. Die politische Gewichtung innerhalb Europas hatte sich verschoben, so dass nun Österreich (das Haus Habsburg) und Frankreich (das Haus Bourbon) die größten Kontrahenten in Europa bildeten. Da Spanien jedoch zunehmend seine Überseegebiete für sich nutzbar machen wollte, zwangen diese neuen Konstellationen, wie bei Ruhl erwähnt, das spanischen Bourbonen zu einer verstärkt merkantilistisch ausgerichteten Orientierung der Kolonialpolitik. 4 Innerhalb Europas hatte Spanien jedoch seine Vorherrschaft endgültig eingebüßt.
1.2. Philipp V. (1700 -1746)
Mit Philipp V., Enkel König Ludwigs XIV., begann die Dynastie der spanischen Bourbonen. Da sich 1713 das Haus Bourbon im Konflikt um die Erbfolge in Spanien durchgesetzt hatte, wurde damit der Thronanspruch Philipp V. bestätigt, was auch den französischen Bourbonen größeren Einfluss in Europa gewährte. Innenpolitisch betrachtet war die Regierungszeit Philipps V. geprägt von den Anstrengungen, eine zentralistisch ausgerichtete absolute Monarchie nach dem Vorbild Frankreichs zu erschaffen. Dies war in Spanien jedoch nicht ohne weiteres möglich, da die einzelnen Provinzen weitestgehend territoriale Sonderrechte besaßen. Um das Land zentralistisch zu organisieren, unternahm der König 1716 einen wichtigen Schritt: das Grundgesetz von 1716 (Decretos de Nueva Planta) wurde eingeführt, das der regionalen Verschiedenheit der Verfassungen ein Ende
4 vgl. (Hrsgb.) K.-J. Ruhl,, Spanien -PLOETZ, Spanische und portugiesische Geschichte zum Nachschlagen.
Würzburg 1991, 2.Aufl. , 102
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Arbeit zitieren:
Carolin Kollwitz, 2002, Die Bourbonen in Spanien - Ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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