1. Was ist Stress?
Stress ist eine unter Umständen lebensnotwendige Reaktion des Körpers auf äußere Einflüsse. Nach H. Selye 1 ist Stress ein „generelles Anpassungssyndrom“ 2 , nach dem unser Körper auf „Anforderungen und Gefahren“ aktiviert wird und unter Umständen zu lebensrettende Leistungen ermöglicht werden.
Die Frage lautet dennoch: Wieso ist dieses Wort so negativ belastet oder warum ist diese Reaktion des Körpers in der heutigen Gesellschaft so verpönt, wo sie doch durchaus Leben retten kann?
Diese Frage ist einfach zu beantworten, denn es muss grundsätzlich zwischen zwei Erschei-nungsformen von Stress unterschieden werden, einmal kann er Leben retten indem er die Leistungsfähigkeit des Körpers kurzzeitig immens steigert und zum anderen kann er dem Körper und dem Wohlbefinden schädigen. Der Stress der Leben retten kann heißt „Eustress“, der andere, welcher Leben zerstören kann, heißt „Distress“. Es gibt drei Phasen 3 des Stresses, welche bei beiden Arten des Stresses gleich ablaufen:
1 http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/STRESS/Stresstheorien.shtml#Selyes
2 vgl. Wender, Astrid
3 http://www.medizinfo.de/kopfundseele/stress/stressphasen.htm
2
Auf „Eustress“ reagieren wir mit einem flucht- oder kampfbereitem Verhalten und mit den immer gleich ablaufenden Reaktionen des Körpers (3 Phasen). Stress ist an sich nicht gesundheitsschädigend und „der phasenhafte Verlauf wir manchmal eher als angenehm und leistungssteigernd empfunden“ 4 .
„Distress“ entsteht wenn ein Individuum zu hoher oder dauerhafter Einwirkung von Stressoren ausgesetzt ist. Dieser Stress ist so gefährlich, da die drei Phasen oft nicht mehr hinterein-ander ablaufen und beendigt werden können. Der Körper erfährt die vielen Beeinträchtigungen über einen längeren Zeitraum und läuft Gefahr chronisch zu erkranken.
2. Wie kommt es zur Stressreaktion?
Die sogenannten Stressoren lösen die beschriebene erste Phase der Stressreaktion aus. Es gibt unzählige Arten von Stressoren, die sich über die Jahrmillionen stark verändert haben, jedoch immer noch die gleiche Reaktion im Körper des Menschen auslösen.
In der Steinzeit war das Überleben der Jäger von der Stressreaktion abhängig. Sie ermöglichte erst die Leistungssteigerung für erfolgreiche Flucht oder den Kampf. Heutzutage gibt es andere Stressoren wie zum Beispiel den klassischen Termindruck.
In der heutigen Gesellschaft findet man eine Handlung wie im ersten Ablauf geschildert kaum 5 , jedoch ist der zweite Ablauf für den Arbeitnehmer nur vermeintlich besser, denn unser Körper bewältigt für gewöhnlich kurze Stresssituationen sehr gut um sich nach der Erschöpfungsphase wieder vollkommen zu erholen. Probleme und chronische Erkrankungen entstehen, wenn der Körper die wichtigen Ruhepausen nicht erhält. Heutzutage wird es in großen
4 http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/STRESS
5 vgl. Wender, Astrid, S.2 3
Unternehmen als ganz normal angesehen, dass Mitarbeiter dauerhaft Stress ausgesetzt sind. Oft werden negative Folgen des Stresses nicht bemerkt und Mitarbeiter sind, durch die veränderten Hormonkonzentrationen, in der Lage mehrere Wochen oder Monate unter permanenter Stresseinwirkung außerordentlich leistungsfähig zu arbeiten. In der Phase dauerhaften Stresses ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Stressor erhöht, weshalb man den Stress weniger stark wahrnimmt. Diese Phase erhöhter Widerstandsfähigkeit nennt man „Resistenzphase“. Auf Dauer wirken die Hormone sehr schädigend auf den menschlichen Organismus. Besonders wenn der Körper nicht ausreichend bewegt wird, wird das Immunsystem stark beeinträchtigt und das Infarktrisiko, die Gefahr einer Krebserkrankung oder eines Magen- und Darmgeschwüres steigen. Auch das sogenannte Burn-Out-Syndrom ist eine Sammlung von Reaktionen des Körpers, die auf dauerhaften Stress zurückzuführen sind.
Wir haben gelernt, dass Stress in brenzligen Situationen überlebenswichtig sein kann, aber auch, dass er in der Berufswelt vorkommt und dort in dauerhafter Form den Körper stark beeinträchtigen kann. Vorerst kann der Mensch seine Aufgaben mit erhöhter Konzentration und Leistung erledigen und genau dieser Dauerstress und die dadurch, als durchaus angenehm wahrgenommene, erhöhte Leistungsfähigkeit können dazu führen, dass jemand ohne „ersichtliche organische Ursache“ an chronischen Krankheiten leidet oder schlimmstenfalls sogar am Stress-Tod sterben kann.
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Arbeit zitieren:
Christian Bach, 2008, Stress und Stressbewältigung, München, GRIN Verlag GmbH
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