Die betriebliche Leistungserstellung und Wertschöpfung hat sich in den letzen 30 Jahren maßgeblich verändert. Durch die zunehmende Globalisierung werden zum einen die Preise und somit indirekt die Kosten der Unternehmen transparenter. Zum anderen führt der dadurch intensivierte Wettbewerb zu Konsolidierungen in den unterschiedlichen Industrien. Beispiele hierfür sind dabei die Automobilbranche oder auch die Papierindustrie. Es werden die Unternehmen bestehen bleiben, denen es gelingt, ihre Kosten für sich transparent zu gestalten und exakt ihren Leistungen zuzurechnen. Der technologische Fortschritt verschiebt die Kostenschwerpunkte zunehmend zur Produktvorbereitung, -planung, -steuerung und -überwachung wie auch in den Costumer Relation bzw. Service Bereich. Produktkomplexität und Variantenreichtum sind dabei die Determinanten der entstehenden Kosten. Die „traditionellen Kostenverfahren“ werden diesen neuen Gegebenheiten, durch ihre vorwiegend wertabhängigen Bezugsgrößen, nicht mehr gerecht. Somit sind neue bzw. veränderte Kostenrechnungsverfahren notwendig.
In den folgenden Kapiteln wird das Prozesskostenmanagement, das am breitesten akzeptierte „neue“ Verfahren dargestellt. Im nächsten Kapitel soll die Entwicklung der Prozesskostenrechung betrachtet und eine Abgrenzung zum angelsächsischen Activity Based Costing (ABC) vorgenommen werden. Im dritten Kapitel wird die Methodik des Prozesskostenmanagements beschrieben. Kapitel vier beschäftigt sich mit der Anwendung dieses Verfahrens. Das fünfte Kapitel stellt dann eine direkte Anwendung des Prozesskostenmanagements dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Prozesskostenrechnung
2.1 Unterscheidung vom Activity Based Costing (ABC)
2.2 Wandlung zum Prozesskostenmanagement
3 Struktur und Methodik der Prozesskostenrechnung
3.1 Systematik der Prozesskostenrechnung
3.2 Methodik der Prozesskostenrechnung
3.2.1 Festlegung der relevanten Unternehmensbereiche und der Ziele
3.2.2 Aufstellen von Hypothesen über mögliche Hauptprozesse und Cost Driver
3.2.3 Tätigkeitsanalyse zur Teilprozessermittlung
3.2.4 Kapazitäts- und Kostenzuordnung (Prozesskostenstellenrechnung)
3.2.5 Verdichtung zu Hauptprozessen
4 Einsatzbereich des Prozesskostenmanagements
4.1 Prozessorientierte Budgetierung
4.2 Prozessorientiertes Performance Measurement
4.3 Prozessorientierte Kalkulation
4.4 Prozessorientierte Ergebnisrechnung
5 Fallstudie
5.1 Ermittlung eines Prozesskostensatz für den Serviceprozess
5.2 Unterschiede der prozessorientierten Kalkulation zur bisherigen Vorgehensweise
5.3 Abgeleitete Empfehlungen für die Kuppel AG
5.4 Begründung für die Kombination von Prozesskosten- und Lebenszykluskostenrechnung mit dem Target Costing
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Konzept des Prozesskostenmanagements als modernes Instrument zur Steuerung indirekter Unternehmensbereiche theoretisch zu fundieren und durch eine praktische Fallstudie zu veranschaulichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch eine prozessorientierte Kostenrechnung eine höhere Transparenz sowie eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für das Management geschaffen werden kann.
- Systematische Analyse und Abgrenzung der Prozesskostenrechnung vom Activity Based Costing.
- Detaillierte Darstellung der Methodik zur Identifikation von Prozessen, Kostentreibern und Prozesskostensätzen.
- Analyse des Nutzens einer prozessorientierten Budgetierung, Kalkulation und Ergebnisanalyse.
- Kopplung der Prozesskostenrechnung mit Lebenszykluskostenrechnung und Target Costing zur ganzheitlichen Erfolgssteuerung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Festlegung der relevanten Unternehmensbereiche und der Ziele
Die Prozesskostenrechnung verlangt bei der Durchführung eine andere Denkweise als die bestehenden Kostenrechungssysteme. Deshalb ist bei fehlender Erfahrung eine schrittweise Einführung in einzelne Teile des Unternehmens anzuraten. Vorzu ziehen sind dabei Bereiche, die ein großes Kostenvolumen oder undurchsichtige Strukturen beinhalten, da hier schnelle Erfolge erzielt werden können. Nicht geeig net sind innovative und dispositive Tätigkeitsgebiete (z.B. F&E).
Zusätzlich sollte man sich der Zielsetzung des einzuführenden Prozesskostenrech nung bewusst sein, um sowohl die Strukturierung der Prozesse als auch die Festle gung der zu untersuchenden Bereiche besser bestimmen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Notwendigkeit moderner Kostenrechnungsverfahren angesichts gestiegener Produktkomplexität und globalen Wettbewerbsdrucks in indirekten Unternehmensbereichen.
2 Entwicklung der Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel erläutert die Genese des Verfahrens und differenziert es vom US-amerikanischen Activity Based Costing.
3 Struktur und Methodik der Prozesskostenrechnung: Der Hauptteil beschreibt die systematische Vorgehensweise von der Teilprozessanalyse bis zur Aggregation zu Hauptprozessen.
4 Einsatzbereich des Prozesskostenmanagements: Es werden verschiedene betriebswirtschaftliche Anwendungsfelder wie Budgetierung und Performance Measurement beleuchtet.
5 Fallstudie: Anhand der Kuppel AG wird die praktische Anwendung der Prozesskostenrechnung inklusive der Verknüpfung mit anderen Controlling-Instrumenten demonstriert.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Stärken und Herausforderungen der Prozesskostenrechnung.
Schlüsselwörter
Prozesskostenmanagement, Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Kostentreiber, Prozessorientierung, Indirekte Bereiche, Fallstudie, Kalkulation, Budgetierung, Performance Measurement, Lebenszykluskostenrechnung, Target Costing, Prozesskostensatz, Teilprozesse, Hauptprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozesskostenmanagement als Instrument zur Steuerung und transparenten Abbildung von indirekten Unternehmensbereichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Methodik der Prozesskostenrechnung, deren Einsatzmöglichkeiten im Controlling sowie die Integration in strategische Kalkulationsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Vorteile einer Prozessbetrachtung gegenüber traditionellen Zuschlagskalkulationen aufzuzeigen und deren praktische Umsetzung bei der Kuppel AG zu demonstrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein systematischer Analyserahmen angewandt, der durch eine Fallstudie und eine umfassende Literaturrecherche zu bestehenden Controlling-Konzepten ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Prozesskostenrechnung und die detaillierte Durchführung der Fallstudie zur Ermittlung von Prozesskostensätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prozesskostenrechnung, Kostentreiber, indirekte Bereiche und Prozessorientierung charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Teil- und Hauptprozessen für die Kuppel AG so wichtig?
Die Unterscheidung ermöglicht eine verursachungsgerechte Kostenallokation, wodurch erst sichtbar wird, welche Produkte tatsächlich die meisten Gemeinkosten verursachen.
Welchen Mehrwert bietet die Kombination von Prozesskostenrechnung mit Target Costing?
Diese Kombination erlaubt es, nicht nur marktkonforme Preise zu kalkulieren (Target Costing), sondern diese durch effiziente Prozessgestaltung auch operativ zu erreichen.
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- Markus Sattler (Author), 2002, Prozesskostenmanagement - Entwicklung, Methode und Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13040