Inhaltsverzeichnis
1 Einführung. 3
2 Der Dritte Sektor - Versuch einer Definition 4
3 Entwicklung und Struktur des Dritten Sektors. 6
3.1 Entwicklungen in Deutschland. 6
3.2 Entwicklungen im internationalen Vergleich. 9
3.3 Polyfunktionalität und Zukunftschancen 10
4 Zusammenfassung. 12
5 Literaturverzeichnis. 13
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1 Einführung
In Wissenschaft und Politik fand er bis vor wenigen Jahrzehnten kaum Beachtung. Und auch heute gibt es in Deutschland nur wenige Institute und Lehrstühle, die sich mit Struktur und Potenzial des Dritten Sektors beschäftigen. Doch in aktuellen Debatten über die Zukunft der modernen Gesellschaft gewinnt der „Nonprofit-Sektor“ zusehends an Bedeutung. Doch wie lässt sich dieses neu erwachte Interesse an Funktionen und Möglichkeiten von Stiftungswesen, gemeinnützigen Verbänden, Ehrenamt und privaten Einrichtungen im Kultur- und Freizeitbereich etc. erklären? Einen Teil der Antwort sehen Wissenschaftler in dem Wertewandel sowie den tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, „die insbesondere seit 1989 unsere Gesellschaft prägen und ein Ende des industriewirtschaftlichen Wohlfahrtstaates erahnen lassen.“ (ANHEIER 1998:13) Als ein weiterer Faktor wird der letztlich damit einhergehende Vertrauensverlust gegenüber staatlichen Aktivitäten angeführt, welcher nichtstaatliche Organisationen verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken lässt (Vgl. ebd.).
Wie es jedoch zum Entstehen dieses wirtschaftlichen Sektors „zwischen Markt und Staat“, welcher keinesfalls synonym zum Begriff des tertiären Sektors verwendet werden sollte, kam, welche Komponenten ihn konstituieren und wie dieser Sektor sozial in der Gesellschaft verortet ist, wird Thema der vorliegenden Arbeit sein. Hierbei liegt der Fokus der Betrachtung auf der Entwicklung und der gesellschaftspolitischen Bedeutung des Nonprofit-Sektors in Deutschland. Dennoch wird versucht, ebenso einen Einblick in die internationale Entwicklung des Dritten Sektors zu geben und einige Vergleiche zu Deutschland zu ziehen. Darüber hinaus wird der im Laufe der Arbeit zu erläuternden Polyfunktionalität des Sektors ein weiterer Abschnitt gewidmet, welcher zudem einen Ausblick in die Zukunft wagt und Entwicklungschancen sowie Potenziale des Sektors versucht einzuschätzen. In einer abschließenden Zusammenfassung werden die markantesten Eckpunkte der Entwicklung sowie die gesellschafts- und wirtschaftspolitische Relevanz dieses Wirtschaftsbereiches kompakt zusammengestellt.
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2 Der Dritte Sektor - Versuch einer Definition
Der Dritte Sektor oder „Nonprofit-Sektor“ bezeichnet einen gesellschaftlichen Bereich, der durch ein Neben- und Miteinander von Markt, staatlicher Steuerung bzw. Leistung und gemeinschaftlicher bzw. familiärer Arbeit geprägt ist, in dem jedoch keiner dieser Mechanismen eindeutig vorherrscht (Vgl. SCHUBERT/ KLEIN 2003:87). Dies ist beispielsweise in sozialen Bereichen wie Selbsthilfe- und selbstorganisierten Gruppen der Fall, in welchen die Begünstigten einerseits auf staatliche Hilfe angewiesen sind, andererseits die Art und Weise der benötigten Leistungen und Hilfen individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Der Begriff Dritter Sektor wird zudem auf Unternehmen angewandt, deren primäres wirtschaftliches Ziel nicht die Gewinnerzielung, sondern die Erbringung einer Leistung (z.B. Beratungsleistungen) oder die Beschäftigung von Arbeitslosen (z.B. Beschäftigungsgesellschaften) ist (Vgl. Ebd.). Neben den Begriffen „Dritter Sektor“ und „Nonprofit-Sektor“ wird dieser Bereich verschiedentlich auch als „gemeinnütziger“, „wohltätiger“, „freiwilliger“, „zivilgesellschaftlicher“ oder „unabhängiger“ Sektor bezeichnet (Vgl. SALAMON 2001:9). Der Begriff ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem volkswirtschaftlichen Begriff des tertiären Sektors (Vgl. BELL- MANN/DATHE/KISTLER 2002:2).So vielfältig jedoch das Spektrum der Bezeichnungen, so breit gefächert ist auch die Palette an Einrichtungen, die zum Dritten Sektor gezählt werden. Dazu gehören u.a. Krankenhäuser, Universitäten, Vereine, Genossenschaften, Standesorganisationen, Kindergärten, Umweltgruppen, Sportclubs, Menschenrechtsorganisationen und viele mehr. Trotz dieser Vielfalt lassen sich jedoch gemeinsame Merkmale identifizieren. Sie sind allesamt Organisationen, d.h. sie haben einen institutionellen Aufbau und treten öffentlich in Erscheinung. Außerdem sind sie privat organisiert, was bedeutet, dass sie institutionell getrennt vom Staat agieren. Dies verwirklichen sie weitestgehend autonom und nicht gewinnorientiert, d.h. sie schütten an ihre leitenden Angestellten oder sonstige Eigner keine Gewinne aus. Darüber hinaus ist das Mitwirken freiwillig. Es besteht also keine Zwangsmitgliedschaft. Zudem stützen sie sich zumindest zum Teil auf ehrenamtliches Engagement oder Spenden (Vgl. Ebd.).
Die Bereichsbezeichnung konzipiert sich aus einem heuristischen Modell. Der Dritte Sektor charakterisiert demnach ein Ressort, dass „durch die Pole Staat, Markt und Gemeinschaft bzw. Familie begrenzt [ist]“ (ZIMMER 2004:16). In diesem Bereich angesiedelte Organisationen folgen einem eigenen Steuerungsmodus, welcher nicht mit dem der Konkurrenzsektoren Markt und Staat übereinstimmt. Im Gegensatz zur Sphäre der öffentlichen Verwaltung zeich-
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Arbeit zitieren:
Peter Heilek, 2006, Die Entwicklung des Dritten Sektors, München, GRIN Verlag GmbH
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