Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 1
II. Das Subjekt in Foucaults Diskursanalyse 2
1. Was ist ein Diskurs 2
2. Der Diskurs 3
2.1. Wahrheit und Macht 4
3. Das Subjekt 5
3.1. Das Verschwinden des Subjekts? 6
3.2. Die Unterdrückung des Subjekts. 7
III. Das Subjekt in der Literatur 8
4. Das literarische Subjekt - Die Frage nach dem Autor. 8
4.1. Methoden für das literaturwissenschaftliche Arbeiten 10
4.2. Die Wiederentdeckung des literarischen Subjekts 10
IV. Fazit 11
V. Literaturverzeichnis 12
2
I. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Diskursanalyse Michel Foucaults, spezieller mit dem Subjekt in seinem Werk. Hauptsächlich stellt sich mir die Frage, welche Rolle das Subjekt einnimmt und welche Bedeutung Foucault ihm zuschreibt. Man könnte davon ausgehen, dass es ihm nicht vordergründig um das Individuum als solches, sozusagen um das Verschwinden desselben ginge. Jedoch möchte ich darlegen, dass es seine Wichtigkeit bzw. Wertigkeit nicht verliert in den Texten Foucaults. Auf den ersten Blick scheint es dieses Subjekt bei ihm gar nicht zu geben, zum Ende kommt es doch gewissermaßen zur Wiederauflebung des Individuums. Um die Thematik besser zu verdeutlichen möchte ich im Folgenden auch Begriffe erklären, wie etwa die Beschreibung des Diskurses und die Frage der Macht in Bezug auf das Subjekt klären, wie sich das Subjekt dem Diskurs unterwirft und sich Ganzes in der Literatur widerspiegelt. Meine Arbeit befasst sich sowohl mit Primärtexten von Michel Foucault, als auch mit Sekundärliteratur, worauf ich meine Ausführungen beziehen möchte.
Eine Eigenart der Foucaultschen Schreib- und Denkweise war - und gerade das macht ihn sympathisch und lässt ihn als noch größeren Denker erscheinen - dass er niemals für sich beanspruchte, die Wahrheit schlechthin erkannt zu haben, und die Richtigkeit seiner eigenen Aussagen in Zweifel zog, noch bevor er sie aussprach. 1 Es gibt also keine Wahrheit als historische Komponente, die man ausgraben kann. Stattdessen werden Netze konstruiert. Die Lücken in den Netzen sollen gefüllt werden, die dadurch entstehen, dass die Individuen die Wirklichkeit nicht voll erfassen können.
In diesem Sinne sollte auch diese Hausarbeit gelesen werden, denn: „Was ich hier gesagt habe, ist nicht das, „was ich denke“, sondern oft das, von dem ich mich frage, ob man es nicht denken könnte.“ 2 Foucault zeigte, wie sehr die Definitionen der Begriffe der Gesundheit und Krankheit usw. von gesellschaftlichen Machtmechanismen undinstitutionen abhängig ist und sich im Laufe der Geschichte mit ihnen ändert. Seine Form der Geschichtsbetrachtung (Archäologie) sucht nach historischen Grundlagen der rationalen Weltsicht in der modernen Zivilisation aufzuzeigen.
1 Taureck. Michel Foucault. Handbuch. Reinbeck. Rowohlt Verlag. 1997. S.46
2 Foucault, Michel. Dispositive der Macht. Berlin. Merve Verlag. 1978. S. 216.
3
In erster Linie sollte sich diese Arbeit mit dem Subjekt in der Diskursanalyse Michel Foucaults befassen. Nach einer genaueren Auseinandersetzung mit dem Thema gewann ich die Einsicht, dass es kein tatsächliches Verschwinden des Subjekts bei Foucault gibt. Es steht zwar nicht im Vordergrund seiner Betrachtungsweise, geht jedoch auch nicht unter in seiner Diskurs - und Wissenstheorie.
II. Das Subjekt in Foucaults Diskursanalyse
1. Was ist ein Diskurs?
In der Archäologie des Wissens heißt es, dass Diskurse „als Praktiken zu behandeln [sind], die systematisch die Gegenstände bilden, von denen sie sprechen“. 3 Gleichwohl sieht Foucault auch die nicht - diskursiven gesellschaftlichen Praxen, die bei der Bildung von Objekten eine Rolle spielen. Zugleich betont er - wie er weiter sagt - die Wichtigkeit von „diskursiven Verhältnissen“. Er vermutet sie irgendwie an der Grenze des Diskurses: sie bieten ihm die Gegenstände, über die er reden kann, oder vielmehr, sie bestimmen das Bündel von Beziehungen, die den Diskurs bewirken muss, um von diesen oder jenen Gegenständen reden, sie behandeln, benennen, analysieren, klassifizieren und sie erklären zu können. 4 Der Diskurs ist also eine Menge von Aussagen zum gleichen Formationssystem gehörig zu verstehen. Formationen sind das Umfeld der Dokumente, mit denen man sich auseinandersetzt. Foucault hat sich eingehend mit der Frage der Macht beschäftigt, wobei ihn weniger interessierte, was Macht ist, als vielmehr, wie diese ausgeübt wird und inwieweit wir ihr als Subjekte unterworfen sind, d.h. von ihr beherrscht werden. Das auf uns als Macht Einwirkende nennt er den Diskurs, von dem es eine unendliche Anzahl gibt, und der im Gegensatz zu einer Regierung, von der man sagen kann, keineswegs konkret fassbar ist. Wenn die Dinge als solche Bedeutung haben, dann haben wir sozusagen festen Boden unter den Füßen; wenn nicht, dann schwankt der Boden auf dem wir stehen. Die Werte und Normen geben uns Halt nur, wenn sie irgendwie objektiv und konstant sind. Wir fordern die Festigkeit und Verlässlichkeit ein, damit wir uns als Subjekte zu fühlen, uns unserer Identität vergewissern können. Deshalb muss die Wahrheit von Werten gestützt oder sie muss in den Dingen liegen, vielleicht auch in den Diskursen. Ändert sich der
3 Foucault, Michel. Archäologie des Wissens. Frankfurt/ Main. Suhrkamp Verlag. 1973. S. 74.
4 Foucault, Michel. Archäologie des Wissens. Frankfurt/ Main. Suhrkamp Verlag. 1973. S. 70.
4
Arbeit zitieren:
Katharina Bucklitsch, 2006, Das Subjekt in Foucaults Diskursanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Frankophonie und der Einfluss des Französischen in Tunesien
Romanistik - Französisch - Linguistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Die Gegenspieler Dietrichs in der aventiurehaften Dietrichepik
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 28 Seiten
Der Zusammenhang von Wissen und Macht - Foucault's Ordnung des Dis...
Soziologie - Wissen und Information
Essay, 16 Seiten
Die Funktion des Mythos in Goethes "Prometheus"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 15 Seiten
Herders „Journal meiner Reise im Jahr 1769“
Diagnose seiner Reise über die...
Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
'Prometheus' und 'Ganymed' als Höhepunkte des Sturm un...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 24 Seiten
Johann Gottfried Herders "Journal meiner Reise im Jahr 1769"...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 44 Seiten
'schwa' - articulation and use of a sound in the English and F...
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 20 Seiten
Analyse von E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“
Im besonderen Hinblick auf die...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 26 Seiten
Wolfram v. Eschenbach, "Parzival" - Buch II: Gahmuret - Die ...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 17 Seiten
Gotthilf Heinrich Schubert und E.T.A. Hoffmann. Die Bedeutung der roma...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Schmerz, Weinen und Tröstung in Wolframs Parzival
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 45 Seiten
Die Darstellung des Wahnsinns in E. T. A. Hoffmanns 'Der Sandmann&...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Der "edle Heide" - Über die Darstellung der Heiden im ersten...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 18 Seiten
Doppelgänger & Co. - Über die Ich-Problematik und ihren künstleris...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 106 Seiten
Gahmuret und Herzog Ernst
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Über die Geisteszerrüttungen von Medardus in E.T.A. Hoffmanns Roman &q...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 25 Seiten
Katharina Bucklitsch's Text Das Subjekt in Foucaults Diskursanalyse ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Katharina Bucklitsch hat den Text Das Subjekt in Foucaults Diskursanalyse veröffentlicht
Katharina Bucklitsch hat einen neuen Text hochgeladen
Kritische Weißseinsforschung i...
Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt, Maureen Maisha Eggers
Herausgegeben von Gisela Cleme...
Tim Trantenroth, Gisela Clement, Michael Schneider
Foucault / Blanchot: Maurice Blanchot: The Thought from Outside and Mi...
Michel Foucault, Maurice Blanchot, Jeffrey Mehlman
Foucault / Blanchot: Maurice Blanchot: The Thought from Outside and Mi...
Michel Fouvault, Michel Foucault, Maurice Blanchot
Foucault and His Interlocutors Foucault and His Interlocutors Foucault...
Arnold I. Davidson
0 Kommentare