Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Situation vor Gutenberg 3
2.1. Der Begriff „Buch“ 3
2.2. Vom Papyrus über das Pergament zum Papier 4
3. Johann Gutenbergs Leistung und deren Folgen 5
3.1. Sein Leben, sein Vermächtnis 5
3.2. Die Erfindung Gutenbergs als der Beginn der modernen
Massenmedien 6
3.3. Der Aufstieg des Buchhandels 8
3.4. Bedeutung des Buchdrucks 8
3.5. Die Auswirkungen des Buchdrucks 9
4. Der Buchdruck nach Gutenberg 10
4.1. Die Situation heute - eine Entwicklungstendenz 11
4.2. Fazit 12
5. Quellen 14
5.1. Sekundartexte 14
5.2. Internetquellen 16
1
1. Einleitung
Betrachtet man sich, insbesondere im Hinblick auf die heutige „Computerkultur“ 1 mit einer regelrecht Bahn brechenden Erfindung wie dem Internet, die Entwicklung, welche die Medienlandschaft weltweit innerhalb der letzten etwa hundert Jahre durchgemacht hat, wird man wohl zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass sich hier geradezu revolutionäre Veränderungen vollzogen haben. Veränderungen, die, abgesehen von der Entdeckung der Schrift im Allgemeinen, in der Geschichte der Menschheit ihresgleichen suchen. Im Bewusstsein dieser ohne Zweifel grundlegenden Neuerungen ist es in der Tat nicht verwunderlich, wenn ein anderes Ereignis in diesem Zusammenhang eher vernachlässigt wird. Es handelt sich dabei um ein zweifellos ebenso revolutionäres Novum, ohne das eine derartige Entwicklung, wie sie das 20. Jahrhundert aufweist, gar nicht erst möglich gewesen wäre und das deshalb, im Vergleich zu allem, was dieses Jahrhundert hervorgebracht hat, als ein kulturell wesentlich einschneidenderes und folgenschwereres Moment anzusehen ist. Gemeint ist die Erfindung des Buchdrucks durch Johann Gutenberg im ausgehenden 15. Jahrhundert. Es steht wohl außer Frage, dass ohne den Übergang von der skriptographischen zur typographischen Kultur sowie die daraus entstandenen Veränderungen ein Medium wie beispielsweise das Internet undenkbar wäre.
Diese Arbeit geht nach einigen Informationen zur Person Gutenbergs auf die technischen und gesellschaftlichen Wegmarken, die zu der „Jahrhunderterfindung“ führten ein und gibt nach einem kurzen Überblick über den Zustand der Literaturlandschaft vor Gutenberg einen Ausblick auf die Konsequenzen und Veränderungen, die diese technische Innovation nach sich zog. Der Erfolg der Erfindung war dabei unmittelbar an die geschichtlichen Rahmenbedingungen gebunden und stand stets in Wechselwirkung mit gesellschaftlichen und historischen Prozessen an der Schwelle zur Neuzeit. In meiner Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, warum Johann Gutenberg den Menschen in der heutigen Zeit ein wichtiger Begriff geblieben ist, welches Vermächtnis er der Welt hinterließ und warum seine Erfindung so bedeutend ist. Zunächst werde ich einen Überblick darüber geben, wie vor der „Gutenberg-Ära“ Schriftgut übermittelt wurde und was der Begriff „Buch“ überhaupt bedeutet. Vor allem aber beruht mein Hauptaugenmerk auf der Frage, wie es Gutenberg gelang mit nur einer Erfindung die ganze Menschheit zu prägen und dadurch eine Bedeutung zu schaffen, die bis in unsere heutige Zeit reicht.
1 Giesecke. 1998. S. 59.
2
2. Die Situation vor Gutenberg
Während heute in aller Regel die gleichen Medien allen gesellschaftlichen Schichten zur Verfügung stehen und gleichermaßen genutzt werden, hat es im Mittelalter deutliche Unterschiede in der medialen Kommunikation der verschiedenen Stände gegeben. Seit dem frühen Mittelalter wurden in Europa Bücher durch Mönche von Hand abgeschrieben. Da dieser Vorgang für ein einziges Exemplar z. B. der Bibel meist mehrere Jahre in Anspruch nahm, waren diese Bücher sehr teuer und nur für Begüterte erschwinglich. Einfache Leute konnten damals selten lesen. Das bedeutete, dass Bildung der Oberschicht vorbehalten war, was sich mit der Erfindung des Buchdrucks wandelte und dadurch auch das einfache Volk beispielsweise die Bibel lesen konnte. Vor Gutenberg wurden viele Gedanken und Geschichten mündlich übertragen. Durch die Erfindung des Buchdrucks kam es faktisch zu einer völligen Umstrukturierung der Gedächtniskultur, da Niedergeschriebenes einfacher abrufbar war und zwar zu jeder Zeit und an unterschiedlichen Orten ohne die Autorschaft selbst.
2.1. Der Begriff „Buch“
Vor Gutenberg wurden Texte von Hand abgeschrieben und waren dadurch sehr teuer und selten, was für uns heute kaum mehr vorstellbar scheinen mag. Aber was versteht man eigentlich unter dem Begriff „Buch“? Es scheint uns so selbstverständlich zu sein, dass wir es dennoch kaum erklären können. Jedoch, seine Geschichte ist sehr vielseitig und hinterlegte einen langen Weg, ehe man von dem sprechen kann, was es für uns heutzutage zu einem nicht zu missenden Gegenstand macht. Um zu verstehen, welche Bedeutung das Buch hat und sich erst durch den Buchdruck Gutenbergs etablieren konnte, möchte ich einen kurzen Überblick über die Begrifflichkeit des Printmediums geben und um eben diese Bedeutung zu betonen und empor zu heben zu einem meines Erachtens bis heute wichtigsten Gut der Kultur und dem damit verbundenem Lesen überhaupt. Der Begriff „Buch“ stammt aus dem Germanischen und wird abgeleitet von zusammengebundenen Buchenblättern. 2 Heute versteht man unter dem Wort „eine in einem Umschlag oder Einband durch Heftung zusammengefasste, meist größere Anzahl von leeren, beschriebenen oder bedruckten Papierblättern oder Lagen bzw. Bogen“ 3 Im 4.
2 Faulstich. 2004. S. 129.
3 Hiller. 1958 In: Faulstich. 2004. S. 129.
3
Jahrhundert entwickelte sich das Buch zum Schreibmedium 4 . Es entstand ein gewisser Buchkult in Klöstern, im Mittelalter auch an Universitäten und in den Städten. Die damals aufkommenden Bücher waren zunächst Abschriften der Bibel, kirchliche Texte, Schriften antiker Philosophen und juristische Literatur. 5 Das Buch galt als neues dominantes Medium. Durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern etabliert es sich vom Schreib - zum Druckmedium. Mit der Verbreitung des Buches 6 nach Gutenberg ist das Lesen zu einer der wichtigsten Formen der Vermittlung des Wissens, der individuellen Aneignung menschlicher Erfahrungen und nicht zuletzt gesellschaftlicher Verständigung geworden. Ohne das Buch sind in der Neuzeit die Entwicklung von Wissenschaft und Bildung, die Erweiterung der schöpferischen Fähigkeiten des Einzelnen wie auch die Organisation des menschlichen Zusammenlebens undenkbar. Das Buch, anders als die Schriftrolle, ermöglicht aufgrund seiner materiellen Gestalt den schnellen Zugang zu einer beliebigen Stelle in seinem Inneren. Diese Voraussetzung wird aber erst durch den Druck zum universellen Zugangsmittel zu den Informationen, die ein Text enthält. 7 Durch den Buchdruck waren also die Voraussetzungen für eine rasche und vielseitige Verbreitung der Bücher möglich geworden, wovon wir heute noch profitieren, beispielsweise in Bibliotheken oder Buchhandlungen. Das Buch mit seiner einzigartigen Doppelnatur, zum einen Wirtschafts-, zum anderen ein Kulturgut, hat seinen angestammten Platz in der Liste der Medien gefunden und trotz aller Neuerungen nicht einbüßen oder gar verlassen müssen. Jedoch, das war damals so und wird es auch immer bleiben, wer den ideellen Wert nicht zu erkennen vermag und sich nicht durch einen vielleicht viel zu langweiligen Einband in ein Buch vertiefen kann, der wird niemals erkennen können, wie reich man durch die Lektüre werden kann und welche Macht „in einem Umschlag […] zusammengefasste[r] […] Papierblätter“ 8 stecken kann, wenn man nur bereit ist, sich ihnen zu öffnen, wie sie es tun.
2.2. Vom Papyrus über das Pergament zum Papier
Vor der Kategorie des Buches steht zunächst der praktische Wunsch des Menschen, sich Notizen zu machen, im Handel, vor Gericht, sozusagen als Gedächtnisstütze. Hierzu benutzte man Tonscherben und glatte Kalksteine, auf die man die Schrift aufmalte oder einritzte. Der bedeutende und nahezu konkurrenzlose Schreibstoff der gesamten Antike
4 ebd. S. 131.
5 ebd.
6 Goetsch. 1994. S. 73.
7 Cahn. 1994. In: Goetsch. 1994. S. 72.
8 Hiller. 1958 In: Faulstich. 2004. S. 129.
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Arbeit zitieren:
Katharina Bucklitsch, 2006, Der Buchdruck Johann Gutenbergs, München, GRIN Verlag GmbH
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