Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung als Ausgangssituation. 3
II. Ziel der Arbeit - Identifikation vs. Interpretation. 3
III. Inhalt - ein ausfallend offenes Ende. 4
IV. Diskurs der Sexualität - Fantasie vs. Realität. 5
V. Szenenanalyse. 6
1.Episode: Der Mann als das schwächere Geschlecht. 6
2.Episode: Ein Mann unter Männern. 8
3.Episode: Mann, Vater, Verräter. 10
4.Episode: Ein Mann, ein Wort, ein Schlafen. 11
5.Episode: ein Mann, zwei Frauen, kein Ende 12
VI. Schlusswort - Happy Beginning. 13
VII. Resümmee - Macht und Ohnmacht der Liebe. 14
VIII. Quellen. 15
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I. Einleitung als Ausgangssituation
Es gibt Filme, die man nicht gleich vergisst, gerade weil man sie gleich wieder vergessen wollte. „Wir haben uns nichts mehr zu sagen“, sagt man ja auch nur, weil man das Gegenteil herbei reden will. Dieser hehre Satz der Zweisamkeitsgeschichte kommt auch in dem Film 5x2 von François Ozon vor. Ziemlich am Anfang, als man noch nicht den Mut verloren hat, einfach weiter zu treiben in ansehnlichen Bildern mit den üblichen filmischen Geschmacksverstärkern. Aber was bleibt dann in Erinnerung von diesem schönen Film, einem Liebesfilm, oder besser, ein: So- sieht-es-aus-wenn-die-Liebe-verloren-geht-Film? Was bleibt an den Sinnen haften, außer der wunderbaren Musik, voller Melancholie und Hingabe? Die bittere Erkenntnis, dass Liebe scheitert, immer wieder, unerbittlich? Deckt der Film das auf? Will er uns vorführen, dass aus einer anfänglichen Affäre, Verliebtsein, Heirat, gemeinsamem Kind, dann doch getrennte Wege in die Wirklichkeit des jeder-für-sich münden? Dass alles immer wieder von vorne beginnt? 5x2 ergibt zehn, geht man vom Mathematischen, vom rein Rationalen aus. Das geht mir schon mal nicht auf, weil Liebe ja ohnehin als die unberechenbarste aller Gleichungen gilt. Anstatt dieses kryptischen Titels hätte ihm schon eher ein plakatives „Wen die Liebe anfällt...“ gereicht. Weniger ist mehr. Und ganz Gegenteil von Rechnen.
II. Ziel der Arbeit - Identifikation vs. Interpretation
Gewissermaßen mit Abstand betrachtet François Ozon die filmwissenschaftliche Interpretation seiner Filme: „Ich versuche eher, poetische Gefühle zu finden“, sagt er. „In Frankreich gibt es eine große Tradition, Filme zu analysieren und zu interpretieren. [...] Ich wollte dem Publikum die Möglichkeit geben, sich selbst auszumalen, was hier passiert ist.“ 1 Demzufolge ist sein vordergründiges Ziel, Gefühle zu wecken. Das bedeutet, dass die Zuschauer ihren eigenen persönlichen Zugang finden sollten. Weitere Schwierigkeit bei der Analyse seines Filmes liegt in der geringen Anzahl wissenschaftlicher Auseinandersetzungen begründet. Aus diesem Grund berufe ich mich größtensteils auf mein eigenes Verständnis. Die Charakterisierung des Mannes und der Umgang mit Sexualität der Filmfiguren soll mein mittelbarer Untersuchungsgegenstand
1 Ozon. In: Greuling (2003) S. 3. unter: http://www.ikonen-magazin.de/artikel/Ozon.htm
(10.04.2008)
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sein, um Aussagen miteinander zu verbinden und Zusammenhänge aufzuzeigen. Pöhnert spricht in diesem Kontext vom stetigen Diskurs über Sex der Filmkonstellationen, die oft in einer Fantasiewelt gefangen sind, welche sie nicht mit der Wirklichkeit vereinbaren können. Hierbei geht es vorrangig um Vorstellungen und Wünsche der Protagonisten. Die dargestellten Personen werden verwendet, „um sexuelle Spielarten und unterschiedliche Lebenseinstellungen miteinander zu konfrontieren“. 2
Meine Wahl fiel auf diesen Film, da sich das Verhalten und (Re-)Agieren des Mannes in der Rolle des Gilles, von einer zur anderen Episode bemerkenswert wandelt und derartig gegensätzliche Züge annimmt: vom Liebenden zum Hassenden, vom Vergewaltiger zum fürsorglichen Vater. Dies liegt zum einen natürlich an den Umständen, die das Paar umwuchern, zum anderen auch an der Zeit, die vergeht und die die meisten inneren Veränderungen eines Menschen zwangsläufig nach außen kehrt. Diese Wandelbarkeit möchte ich an einzelnen Szenen veranschaulichen und klar machen, welche Position Gilles in diesem Film einnimmt und welches Bild von einem Mann er hinterlässt. Eine Perspektive, aus der mein Blick herum zu irren scheint, in rasender Bewegung, der unglaublichen Wandelbarkeit zweier Menschen folgend.
III. Inhalt - ein ausfallend offenes Ende
Die Story räumt den Gefühlen für-ein-ander verdächtig viel Spielraum ein. Es ist die Geschichte eines jungen Paares, dessen Leben in fünf Episoden erzählt wird. Das Eigentümliche daran ist, dass sie von ihrem Ende aus handelt. Rückgespult, mit ähnlichen Macken, wie sie von alten Kassettenrecordern überliefert sind. Eine rumpelnde Wiederkehr Rückschau der Ereignisse.
Das Paar sitzt beim Scheidungsrichter und versichert mit diversen Unterschriften dem Allmächtigen, Vater Staat und all den anderen Unbeteiligten auf verschiedenen Formularen, sich voneinander trennen zu wollen. „Am Anfang war das Happy End...“ wird der Titel unterlegt, mit Glück, Trauer, Liebe, Leid und Hoffnung beschrieben. Der französische Regisseurs erzählt rückwärtig gewandt die Geschichte der Liebe zwischen Marion (Valéria Bruni-Tedeschi) und Gilles (Stéphane Freiss), und wie sie die
2 http://www.ikonen-magazin.de/artikel/Ozon.htm (10.04.2008)
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unterschiedlichen Etappen im driftenden Miteinander erleben. Hin und her sind Lebenselexier. Und nicht wenigen Menschen liegt im Blick zurück die meiste Zukunft. Da hat er uns schon mal kurz erwischt. In diesem Sinne scheint auch die antichronologisch Erzählweise geradezu gerecht. Dieser Film wird als das emotionalstes Werk von Ozon bezeichnet. Das ist es, was den Zuschauer im Film versinken lässt. Wohl nicht mehr, vielleicht sogar nicht weniger.
Warum ist es zu der Trennung gekommen, deren öffentliches Gütesiegel Scheidung heißt? Während etliche andere Filme ähnlichen Sujets ein solches Ende allenfalls hinhauchen, wird hier die Frage nach dem „Warum“ gleich zu Beginn in den Raum geschrien. Die Geschichte findet ihre Erklärung, sie gibt uns Antwort auf die Eingangsszene, die besiegelten getrennten Wege. In meinen Augen wirft sie allerdings genau dadurch noch mehr Fragen auf. Fragen der Unumstößlichkeit der vereinbarten Trennung, ob die Liebe die beiden am „Ende“ doch wieder zusammen führen kann oder auch, ob es tatsächlich so ist, dass die Liebe, durch den gezeigten Schluss ihrer selbst erst zum Anfang kommt oder von „Anfang an“ gescheitert ist. Insofern gibt der Film genauso wenig Auskunft, wie ein offenes Ende. Fest steht wohl, dass man einen Film, in dem eine Scheidung den letzten Ausweg zweier Menschen voneinander vorführt, die sogar noch an den Beginn gestellt wird, die eine große Liebe zwischen den beiden wohl nicht so recht abkaufen kann. Und doch eher die ganze Zeit darauf bedacht ist, wie sich das unabwendbare Unglück entwickelt, rückwirkend versteht sich, in scheinbarer Harmonie endend, quasi noch leuchtender beginnend. Es empfehlen sich: ein skeptischer und ein zweifelnder Blick.
IV. Diskurs der Sexualität - Fantasie vs. Realität
Die Sexualität der Protagonisten wird in 5x2, wie auch in vielen anderen seiner Filme in den Mittelpunkt gestellt. Aus diesem Grund ist es zunächst von Interesse, das Augenmerk auf die Wichtigkeit und Auswirkung entsprechender Darstellungen zu lenken.Wie oben bereits erwähnt nehmen die Fantasien der Darsteller eine sehr zentrale Stellung ein. Gilles und Marion haben jeder für sich Vorstellungen von anderen Geschlechtspartner als dem eigentlichen. So gibt die frisch vermählte Ehefrau ihrer Versuchung bereits in der Hochzeitsnacht nach und betrügt ihren Mann. 3
3 http://www.ikonen-magazin.de/artikel/Ozon.htm (10.04.2008)
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Arbeit zitieren:
Katharina Bucklitsch, 2008, Filmanalyse: 5x2 (Fünf mal Zwei) von François Ozon, München, GRIN Verlag GmbH
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