Gliederung
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I. Einleitung
II. Der Mensch als durch seine Beziehungen konstituiertes Wesen
II. 1. Die Relation zwischen Individuum und Gesellschaft
II. 2. Beziehungen als konstitutives Element des Menschseins II. 3. Relationale Phänomene
III. Die Gottesrelation des Menschen
III. 1. Die Frage nach dem Ursprung
III. 2. Der Mensch als ein konstitutiv auf Gott ausgerichtetes Wesen
IV. Relationalität des Menschen am Beispiel der Wirtschaft.
IV. 1. Unternehmensethik als Ordnungselement in Ökonomischen Prozessen IV. 2 Unternehmensethik am Beispiel der Mitbestimmung der „Arbeiter“
V. Schlussbemerkung
VI. Literaturverzeichnis
I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich im Rahmen der Übung „Der homo oeconomicus aus wirtschaftsethischer Sicht“ mit einer Gegenüberstellung des Welt- und Menschenbildes zweier ethischer Sichtweisen: Des Modell des Homo Oeconomicus auf der einen Seite, die Theologische Anthropologie auf der anderen, oder schlagwortartig formuliert: „Autonomer Individualismus versus Relationalität“
Das idealtypisierende Modell des Homo Oeconomicus entwirft den Eigennutz maximierenden Akteur, der an seine sämtlichen Handlungen den Maßstab der Ratio anlegt. Es ist evident, das dieses Modell das „Menschsein“ nur unzureichend erklärt und das die Handlungen des Individuums zutiefst von anderen Variablen kultureller, politischer, oder religiöser Natur geprägt sind. 1 Mitnichten also ist der Mensch idealtypisch ein isolierter Egoist. Die theologische Antrophologie, sieht den Menschen als Beziehungswesen, das heißt, das er von Geburt an in Relation zu anderen Menschern und in letzter Konsequenz zu Gott steht und sich eingebettet in dieses Netz von Relationen gar nicht autonom entwickeln kann, sondern das seine Eigenständigkeit lediglich darin besteht aus Verschiedenen ihm zugänglichen relationalen Optionen entsprechend seiner bisherigen „Verstrickungen“ zu wählen. Die Theologische Antrophologie ist wohlgemerkt nur ein Modell von vielen, welche diesen Ansatz eben aus einem dezidiert theologischen Blickwinkel vertritt. Im Folgenden soll diese Theorie vom konstitutiven „in Beziehung sein“ des Menschen vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes zwischen Individuum und Gesellschaft unter verschiedenen Aspekten erläutert werden. Nach einem kurzen historischen Abriss folgt eine Darstellung des eigentlichen theoretischen Ansatzes und der verschiedenen dem Menschen zugänglichen relationalen Phänomene. Der zweite Teil soll skizziert die theologische Gottesbeziehung des Menschen als Ursprungsbeziehung. Zuletzt soll auf die Relationalität des Menschen im Hinblick auf ökonomisch-wirtschaftliche Prozesse eingegangen werden um zu
1 Vgl.: Schmidt, Wörterbuch, S. 304.
zeigen, das auch in Diesen das Modell des nutzenmaximierenden egoistischen Akteurs keineswegs als das effizienteste zu betrachten ist.
Diese Arbeit will und kann aufgrund des vorgeschriebenen Umfanges keine vollständige Reflexion der Thematik bieten und fasst im wesentlichen die Aussagen der dem Referat zugrundeliegenden Aufsätze zusammen. Zur weiteren Vertiefung und Bewertung der Materie sei der interessierte Leser auf die benutzten Werke, vor allem auf die für die Konzeption der Veranstaltung grundlegende Arbeit „Der homo oeconomicus“ von Alexander Dietz 2 und deren weiterführende Literaturverzeichnisse verwiesen.
II. Der Mensch als durch seine Beziehungen konstituiertes Wesen
II. 1. Die Relation zwischen Individuum und Gesellschaft
Sowohl Theologie als auch Ökonomie beschäftigen sich mit dem Verhältnis zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Diese Fragestellung ist elementar und hatte zu allen Zeiten zu gesellschaftlichen Krisen geführt, wie etwa der Kollision zwischen dem in sich geschlossenen christlichem Heilsplan, dem das Individuum als gesellschaftliche Größe fremd war und der Wiederentdeckung der Persönlichkeit in der Renaissance. 3 Dennoch ist der Individualismus kein Phänomen der Neuzeit. So ist es ja eine der wesentlichen Grundüberzeugungen des Christentums, das Gott ja jedes Individuum ungeachtet seines Standes sucht und liebt.
Jedoch konnte sich der Gedanke dieser Unterschiedlosen Liebe erst in der Neuzeit zumindest theoretisch im Rechtsverständnis entfalten. Die Grundrechte, also die Reserverechte des Einzelnen gegenüber dem Staat, beruhen ja ausgehend vom christlich-abendländischen Hintergrund auf Prinzipien des Naturrechts, dem Widerstandsrecht des Einzelnen und dem Gedanken der allgemeinen Freiheit eines Christenmenschen. Ohne den christlichen Hintergrund können diese Rechte als Ausdruck einer völligen Verpflichtungslosigkeit des isolierten Individuums gegenüber den übrigen Individuen verstanden werden. Dieses Fehlen gebar den abstrakten modernen Individualismus, den Antagonismus des Individuum gegenüber der Gesellschaft, befruchtet durch die Säkularisierung des christlichen Grundrechtsgedanken hervorgegangen.
2 Dietz, Alexander: Der homo oeconomicus. Gütersloh 2005.
3 Vgl.: Dietz, Homo oeconomicus, S. 249; Härle, Philosophie, S. 211.
Arbeit zitieren:
Christian Lannert, 2006, Theologisch-anthropologische Auseinandersetzung: Autonomer Individualismus versus Relationalität, München, GRIN Verlag GmbH
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