Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. 2
Abbildungsverzeichnis 2
1 Einleitung. 3
2 Entwicklung der importsubstituierenden Industrialisierung (ISI) 3
3 Ökonomische Auswirkungen der ISI. 5
3.1 Wirtschaftspolitische Auswirkungen der ISI. 5
3.2 Politische Auswirkungen der ISI. 6
3.3 Soziale Auswirkungen der ISI 7
4 Weltwirtschaftliche Situation als Faktor der Verschuldung 9
4.1 Von Auslandsschuld zur Schuldenkrise 9
4.2 Entwicklungspolitische Wende 10
5 Ziele der Umstrukturierung 10
6 Folgen der Entwicklungskrise auf sozialer Ebene 11
6.1 Kürzungen der staatlichen Sozialausgaben 11
6.2 Verschlechterung der Sozialdienstleistungen. 12
7 Zentralamerika: Costa Rica als Ausnahmefall. 13
8 Fazit. 14
Literaturverzeichnis 15
Abk ürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt
BSP Bruttosozialprodukt
CEPAL Comisión Económica para América Latina y el Caribe
ISI Importsubstituierende Industrialisierung
PED Primary-export development
USA United States of America
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Einteilung der Länder anhand der Entwicklung der Sozialpolitik. 8
Tabelle 2: Entwicklung der Sozialausgaben während der 1980er. 12
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1 Einleitung
Seit Ende des II. Weltkrieges dominierte im lateinamerikanischem Raum eine Entwicklungsstrategie basierend auf dem Konzept der Industrialisierung durch Importsubstitution. Bereits in den 1970ern wurden durch die Analyse sozioökonomischer Indikatoren, vorrangig der Wachstumsentwicklung des regionalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Entwicklung der Armut, die negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dieser importsubstituierenden Industrialisierung aufgezeigt. 1 Durch die Insolvenzerklärung der mexikanischen Regierung im August des Jahres 1982 2 wurde der strukturelle Reform- und Stabilisierungsbedarf der lateinamerikanischen Volkswirtschaften aufgezeigt und die Verschuldungskrise der 1980er eingeleitet. Offiziell betrachtet war Costa Rica die erste Nation die im Juli 1981, 13 Monate vor Mexiko, unilateral die Zahlungen an Privatbanken einstellte und die so genannte verlorene Dekade einleitete. Aufgrund des relativ geringen Anteils Costa Ricas an den gesamten lateinamerikanischen Auslandsschulden hatte diese Einstellung des Schuldendienstes eher marginale Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte. 3 Als Reaktion und Gegenmaßnahme auf die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Verschuldungskrise wurden ökonomische Stabilisierungs- und Anpassungsprogramme initiiert. Die daraus resultierenden sozioökonomischen Entwicklungen sind diskrepant. Auf wirtschaftlicher Ebene ist seit Beginn der 1990er eine Erholung der regionalen Ökonomien zu verzeichnen, synchron dazu stieg die soziale Ungleichheit in Form von Einkommenskonzentration, Armut, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. 4 Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt in der Behandlung der aus der Verschuldungskrise resultierenden Veränderung der lateinamerikanischen Sozialpolitik sowie der Betrachtung Costa Ricas als Sonderfall dieser Entwicklung.
2 Entwicklung der importsubstituierenden Industrialisierung (ISI)
1949/50 analysierte die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik - im Spanischen Comisión Económica para América y el Caribe oder kurz CEPAL genannt - die Außenhandelsbeziehungen zwischen den Primärgüter produzierenden und exportierenden lateinamerikanischen Volkswirtschaf-
1 Vgl.Sottoli S. (1999), Seite 25
2 Vgl. Bulmer-Thomas V. (2003), Seite 353
3 Vgl. Isaac Cohen (2000), Seite 328
4 Vgl. Sottoli S. (1999), Seite 25
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ten und den Industrienationen. Als Resultat der Analyse wurde, vor dem Hintergrund der Kritik an der klassischen Außenhandelstheorie und dem dazugehörigen Grundkonzept des komparativen Kostenvorteils, eine Benachteilungen für die lateinamerikanischen Volkswirtschaften festgestellt. Die Quintessenz der Theorie der komparativen Kosten wird wie folgt beschrieben: Die Aufnahme von Außenhandlesbeziehungen kann sogar für ein Land von Vorteil sein das in allen Produktionen kostenvorteilhafter produziert. Das jeweilige Land muss sich dabei auf die Produktion spezialisieren bei der es den relativ größten Kostenvorsprung hat und die Produktion derjenigen Güter aufgeben oder einschränken bei denen sein Kostenvorteil relativ gering ist. Die Deckung des Inlandsbedarfs dieser Güter erfolgt durch Importe, die mit Ex-porten relativ kostengünstiger Güter bezahlt werden. Außenhandelsbeziehungen können basierend auf relativen Kostenunterschieden für alle Beteiligten vorteilhaft sein. 5 Die Analyse der Außenhandelsbeziehungen bildete die theoretische Grundlage für die Entwicklung der verschiedenen, strukturell-ökonomischen Entwicklungskonzepte. Costa Rica und die restlichen zentralamerikanischen Staaten, sowie Bolivien, Ekuador, Paraguay und Venezuela verfolgten die primary-export development (PED) Strategie. Dabei lag der Fokus im Export von Primärgütern. Die daraus erwirtschafteten Gewinne begründeten sich in der vorteilhaften internationalen Marktsituation für Primärprodukte. Die gesteigerten Exporterlöse waren auf die gestiegenen internationalen Marktpreise für Primärprodukte und nicht auf ein erhöhtes Exportvolumen zurückzuführen. Die PED-Strategie kann nicht als erfolgreiche Entwicklungsstrategie angesehen werden, da unter ihrer Anwendung lediglich Ekuador und Venezuelabeides Ölexportländer- ihre Exportquote erhöhen konnten. 6 Um die aus dem vorherrschenden Entwicklungsmodell generierten ökonomischen Nachteile zu annullieren, wurde als entwicklungsstrategische Konsequenz die wirtschaftliche Konzentration verlagert. Die bisher aus den Industrieländern importierten Fertigwaren wurden durch selbst produzierte Industriegüter substituiert. 7 „Industrialisierung durch Importsubstitution war also die Strategie zur Diversifizierung der Produktionsstruktur und damit zur Überwindung der durch die Außenhandelsstruktur bedingten Unterentwicklung.“ 8 Der Übergang von PED auf ISI kann zeitlich nicht exakt festgelegt werden, da während der zunehmenden Konzentration auf die Industrialisierung des heimischen
5 Vgl. Maennig W., Wilfing B. (1998), Seite 95
6 Vgl. Bulmer-Thomas V. (2003), Seite 330ff
7 Vgl. Sottoli S. (1999), Seite 26f
8 Sottoli S. (1999), Seite 27
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Marktes, der Export von Primärgütern weiterhin forciert wurde. Der Exportboom der 1970er begründet sich im Preisanstieg für Agrarprodukte, im Speziellen von Kaffee. Trotz der vermehrten Einnahmen aus Exporterlösen, überstiegen die Ausgaben für die ISI-Strategie die Einnahmen aus dem Exportboom und führten somit zu weiteren Haushaltsdefiziten. 9 Die drei bestimmenden Grundkomponenten der ISI-Strategie sind der Protektionismus, der staatliche Interventionismus sowie der externe Kapitalzufluss. Unter Protektionismus versteht man eine Politik der Einfuhrbeschränkungen und Exportförderung zum Schutz bzw. zur Unterstützung der einheimischen Produktion. 10 Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen beschränken sich auf den Aufbau von Zolltarifen, nicht-tarifären Handelshemmnissen und hohen staatlichen Subventionen. Zu den nicht-tarifären Handelshemmnissen gehört z.B. die Kontingentierung, dabei setzt der Staat Höchstmengen für Importe oder Exporte fest. Eine weitere Form ist der administrative Protektionismus, wobei ausländische Konkurrenten durch bürokratischen Mehraufwand diskriminiert werden. 11 Die ISI-Strategie kann als staatszentrierendes Entwicklungsmodell angesehen werden.
3 Ökonomische Auswirkungen der ISI
In diesem Punkt werden die Auswirkungen der importsubstituierenden Industrialisierung auf die sozioökonomische Entwicklung aufgezeigt. Dabei wird grundlegend in eine wirtschaftspolitische, eine politische und eine soziale Auswirkungsebene unterschieden. 12
3.1 Wirtschaftspolitische Auswirkungen der ISI
Die durch die ISI determinierte Kombination aus hohen Zöllen, zum Schutz der eigenen Industrie, und nicht-tarifären Handelshemmnissen führte zu einer Vernachlässigung des Exportwachstumpotentials. Die strategisch-ökonomische Ausrichtung auf eine binnenmarktorientierte Konsumgüterindustrie führte zu einem erhöhten Importbedarf von Kapital, Rohstoffen und Halbfertigwaren. Die Kombination aus der Vernachlässigung des Exportwachstums und des erhöhten Bedarfs an Importgütern resultierte in strukturellen Zahlungsbilanzproblemen bzw. einem Außenhandelsdefizit. Die Vermarktung der unter Anwendung der ISI erzeugten Güter konzentrierte sich
9 Vgl. Isaac Cohen (2000), Seite 319
10 Vgl. Baßeler U., Heinrich J., Utecht B. (2002), Seite 246
11 Vgl. Dieckheuer G. (2001), Seite 171ff
12 Vgl. für den gesamten Abschnitt Sottoli S. (1999), Seite 28ff
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Arbeit zitieren:
2006, Die lateinamerikanische Auslandsverschuldungskrise der 1980er als Auslöser für eine Zunahme der sozialen Ungleichheit in Lateinamerika - Costa Rica als Ausnahmefall?, München, GRIN Verlag GmbH
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