Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Volk. Die natürliche Ordnung 4
3. Familienpolitik im Nationalsozialismus 5
Ehetauglichkeitsgesetz 7
4. Der innere Aufbau der Familie 9
Die Aufgabe des Mannes in der Familie 11
Die Aufgabe der Frau in der Familie 11
5. Eltern und Kinder. Die Erziehung in der Familie 13
6. Die nationalsozialistische Familie in der Realität 14
7. Quellenverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die Bedeutung der Familie spielte in der Geschichte schon immer eine wichtige Rolle. Doch in jeder Zeit wurde der Begriff ÃFamilieµ anders definiert. Heutzutage sieht man neben den ÃNODVVLVFKHQµ )DPLOLHQ (OWHUQ und Kinder) häufig auch alleinerziehende Elternteile, Patchworkfamilien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften. In der Zeit des Nationalsozialismus wären diese Formen von Familie schwer vorstellbar gewesen. Familie kommt vom lateinischen familia, das Hausgemeinschaft bedeutet. Es ist eine Lebensgemeinschaft, die durch Heirat oder Abstammung meist aus Eltern und Kindern besteht und zusammen lebt.
Im Dritten Reich wurde die Familie nach Horst Becker folgendermaßen definiert: Ä'LH Familie ist eine Lebensgemeinschaft, aber eine Lebensgemeinschaft besonderer Art. Sie ist Lebensgemeinschaft innerhalb der natürlichen Ordnung, innerhalb der naturhaften Schicht des Geschehens. Sie ist Lebensgemeinschaft, die auf Blutsgemeinschaft beruht, sie ist Lebendgemeinschaft und Blutsgemeinschaft zugleich. In dieser innigen Verbindung und Durchdringung liegt die Einmaligkeit und Einzigartigkeit der Familie. «'LH)Dmilie ist die natürlichste, unmittelbarste und innigste Gemeinschaft.³ 1 Unter Natürlichkeit verstand Horst Becker, die Gleichheit des Blutes. Unmittelbar sei die Familie, weil man in sie hineingeboren ist ohne sie wählen zu können und die Innigkeit begründet er damit, dass sie die Ä(U]LHKXQJVJHPHLQVFKDIW HUVWHQ 5DQJHV³ 2 sei.
Im nationalsozialistischen Staat kam der Familie eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie war diejenige Instanz, die ausschließlich für die Fortpflanzung des deutschen Volkes zuständig war.
In dieser Ausarbeitung wird zunächst auf die Stellung der Familie im Volk und die daraus resultierende Familienpolitik eingegangen. Danach wird der innere Aufbau der Familie und die Erziehung in dieser betrachtet. Zuletzt wird überprüft, ob und in welchem Maße das nationalsozialistische Idealbild der deutschen Familie in die Realität des Nationalsozialismus umgesetzt worden ist.
1 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig.S.38.
2 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig.S.38.
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2. Das Volk. Die natürliche Ordnung
Für den Nationalsozialismus war das Volk der oberste Wert, der oberste Gedanke. Ausgang und Ziel von allem war das Volk, dessen Erhaltung und Stärkung. Es sollte eine wahre Volksgemeinschaft entstehen, in welcher der Wert der Einzelpersönlichkeiten nicht nach Herkunft, Vermögen und Stand, sondern allein nach Leistung für die Gemeinschaft bestimmt wurde.
Der Nationalsozialismus sah LP9RONGLHOHEHQGLJHÃGemeinschaft aus Blut und Bodenµ. Die Theorie der Ã*HPHLQVFKDIW DXV %OXW XQG %RGHQµ entsprang der nationalsozialistischen Überzeugung, dass das deutsche Volk mit seinem reinen Blut zu einer solchen Einheit zusammenwachsen sollte. Diese Auffassung gründete auf dem Gedanken der Volksgemeinschaft und der blutsmäßigen Verbundenheit aller Deutschen. Entscheidend war die rassische Begründung dieser Volksgemeinschaft. Die deutsche Nation galt als GLH%OXWVJHPHLQVFKDIWGHUVRJHQDQQWHQÃArierµGHUHQRasse rein erhalten und weiterentwickelt werden sollte.
Den Ideen der Nächstenliebe und Barmherzigkeit setzte der Nationalsozialismus die Pflicht entgegen, mit jedem Opfer für die Gemeinschaft einzutreten. Die nationalsozialistische Ideologie forderte die Zusammenordnung aller Deutschen zu einer echten Lebensgemeinschaft.
Die Familie stellt einen wichtigen Teil dieser Lebensgemeinschaft dar. Horst Becker schrieb: Ä9RQ$QIDQJDQLVWGLH)DPLOLHHLQJHRUGQHWLQGDVJU|HUH*HELOGH9RON9RP Volk aus bestimmt sich ihre Aufgabe und ihre besoQGHUH)RUP³ 3 Erst das Volk macht GLH)DPLOLH]XHWZDV*DQ]HPXQGEHVWLPPWLKU:HVHQXQGLKUH$XIJDEHQÄDie Familie LVWQLUJHQGVVFKRQGDV*DQ]HVRQGHUQHUVWGDV9RONLVWGDV*DQ]H«1XUDOV*OLHG
des Volkes hat die Familie ihr Recht und ihre Aufgabe.³ 4 Die Aufgaben und Rechte der Familie waren in der nationalsozialistischen Ideologie stets mit der Gemeinschaft des Volkes verbunden. Daher wollten die Nationalsozialisten möglichst genau die Aufgaben der Familie definieren, um sie besser in das ganze Gebilde Volk einzubauen.
3 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig. S.11.
4 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig. S.140.
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Die Familie galt als ÄGLHZLFKWLJVWH=HOOHGHV6WDDWHV³(Hans Anderlahn, 1937) 5 , da sie für die Erhaltung der Gemeinschaft verantwortlich war. Durch ihre Aufgabe als Ä%HZDKUHULQGHUQDWUOLFKHQ.UlIWHGHV9RONHV%HZDKUHULQGHV%OXWVVWURPHVXQGGHU
blutstreuen Sitte³ 6 stellte sie das ÄEHZDKUHQGH (OHPHQW LQQHUKDOE GHU QDWUOLFKHQ 2UGQXQJGHV9RONHV³ 7 dar.
Die Familie als Glied des Volkes wurde von den Nationalsozialisten verherrlicht und idealisiert. Sie war das wesentliche Element der Erhaltung des Blutes. Allerdings stellte die Familie als Element, in sich geschlossen, auch eine Gefahr für den nationalistischen Staat dar. Die Regierung versuchte daher die einzelnen Mitglieder der Familie zu separieren, um diese besser steuern und beeinflussen zu können. Eine strenge Familienpolitik wurde verfolgt, die vor allem auf das Bewahren und Vermehren des arischen Blutes zielte. Die Familie als private Gruppe wurde ]XU ÄFamilie als beauftragtes Glied des Volkes³ 8 . Familiengründung wurde somit zur nationalen Pflicht für jeden Deutschen.
3. Familienpolitik im Nationalsozialismus
Die wichtige Bedeutung, welche die Familie für das deutsche Volk hatte, zeigte sich in der Familienpolitik des Nationalsozialismus: Ä'LHQHXH$XIIDVVXQJYRQGHU)DPLOLHXQG ihrer Aufgabe im Volk findet ihren praktischen Niederschlag in einer neuen )DPLOLHQSROLWLN³ 9 Dabei wurde verlangt individuelle Ansprüche zurückzustellen und Opfer für die Gemeinschaft einzubringen: Ä)UXQVLVWGDVHUVWHXQGREHUVWHQLFKWGDV Individuum mit seinen oberflächlichen Glücksansprüchen, sondern die Gemeinschaft des Volkes, und unter dieser die GemeLQVFKDIWGHU)DPLOLH³ 10 Die Familienpolitik im Nationalsozialismus war vor allem von der rassischen Bevölkerungspolitik bestimmt. Ihre oberste Aufgabe bestand in der Reinhaltung des
5 http://www.lsg.musin.de/geschichte/Material/Quellen/ns-familie.htm (4.01.09).
6 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig. S.138.
7 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig. S.136.
8 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig. S.141.
9 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig.149.
10 Becker, Horst: Die Familie. Bücher zur deutschen Volkskunde; Verlegt bei Moritz Schäfer in Leipzig.150.
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Arbeit zitieren:
Lisa Sipos, 2009, Familie im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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