Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
2. Minne, Minnesang und höfische Liebe
3. Gattungen des Minnesang
4. Donauländischer Minnesang
5. Die Autoren
5.1. Der von Kürenberg
5.2. Dietmar von Aist
6. Form und Inhalt
6.1. Textgegenstand
6.1.1. ich zoch mir einen valken
6.1.2. Ez stuont eine frouwe alleine
6.2. Form
6.3. Inhalt
6.3.1. Das Falkenmotiv
6.3.2. Das Falkenmotiv des Kürenberger
6.3.3. Das Falkenmotiv des Dietmar von Aist
7. Schlusswort
8. Quellenverzeichnis
Vorwort
In meiner folgenden Arbeit möchte ich zunächst auf den Begriff des Minnesangs eingehen. Aufgrund der literarischen Erscheinungsvielfalt während der Zeit des Minnesangs möchte ich kurz die verschiedenen Formen der höfischen Liebeslyrik vorstellen.
Mein Hauptaugenmerk richte ich auf die Lieder bzw. Texte von Kürenberg ´ich zoch mir einen Falken´ sowie Dietmar von Aists ´Ez stuont ein vrouwe alleine´. Beide bedienen sich des Falkenmotivs, ferner ist das Lied des von Kürenberg ein Synonym für das Falkenmotiv par excellence. Ich werde die Autoren und ihre Wirkungszeit in groben Zügen wiedergeben und anschließend die Lieder zunächst unabhängig voneinander, dann im direkten Vergleich untersuchen.
1. Einleitung
Das Erste das ich an dieser Stelle vorausschicken möchte ist, dass das Corpus des Minnesangs in keiner Weise als ein Dokument für die damaligen Rollenverhältnisse von Mann und Frau zu verstehen ist, ebenso wenig ist es Erlebnislyrik. Die Frauen- und Männerbilder entsprechen, in vielerlei Hinsicht lediglich fiktiven stark idealisierten Vorstellungen von Mann und Frau. Insbesondere die Frau stellt ein von der Herrenkunst kreierte staturische Madonnengestalt dar, ein idealisiertes Objekt, welches aber mit der Realität wenig zu tun hat.
Die Realität des 12 Jahrhunderts war sogar für die oberen Gesellschaftsschichten und den Adel eine harte Zeit. Es wird nicht grundlos das dunkle Zeitalter genannt. Die Menschen waren gebeutelt von Kriegen, Hungernöten und mangelnder Hygiene. Dichter schufen eine Gegenwelt in der sich vornehmlich das höfische Publikum zurückziehen konnte um der harten Wirklichkeit zu entfliehen. Es entstanden Texte und Geschichten, Lieder und Epen die von einer stark idealisierten Welt erzählen, in der es züchtiger und gesitteter vorgeht 1.
2. Minne, Minnesang und die höfische Liebe
Der Minnesang ist ein einzigartiges Phänomen in der Literaturgeschichte, das weltweit nach wie vor für eine rege Auseinandersetzung bezüglich des Umgangs und der Auslegung der Texte sorgt. Datiert wird er auf den Zeitraum 1160-1300. Das Minnelied war eine Einheit aus Wort und Ton, bis in die Gegenwart ist größtenteils jedoch nur der Text erhalten geblieben. Der Sänger, der auch der Komponist war, fertigte z. T. seine arbeiten im Auftrag eines Mäzenen an. Ein Mäzen ist ein in der Regel adliger Gönner, der die Kunst des Minnelyrikers subventionierte. Die Werke waren aber nicht für die Lektüre gedacht, sondern wurden einem Publikum vorgetragen. Der Minnesang ist eine Dichtung von Männern für ein höfisches Publikum, das zum größten Teil weiblich war. Eng verbunden mit dem Minnesang ist der aus dem mittelalterlichen Frankreich stammende Minnedienst, die hohe- wie auch die niedere Minne. Der Haupttopos ist die höfische Liebe. Der Begriff der Minne ist nicht klar einzugrenzen. Das Ziel des Minnedienstes ist Erziehung, jenseits der irdischen Gelüste und Körperlichkeiten. Gegenstand des Minnedienstes ist die frouwe, die adlige Frau dargestellt als literarische Manifestation weltlicher Vollkommenheit und Objekt der poetisierten Begierde des Mannes.
Minne bedeutet nicht Liebe wie wir sie dieser Tage definieren. Minne ist vielmehr die Kunst der Auslegung von Liebe zur Selbsterziehung des Mannes. Mit den Äußerungen der Wünsche geht auch ein gleichzeitiges Verbot der Erfüllung dieser einher. Denn die Minne führt, im Gegensatz zur Liebe, die Liebenden nicht zusammen, sondern zielt auf ein unglückliches getrennt sein, welches frei von jeglicher Hoffnung ist, doch noch vereint zu werden 2
________________________________________________________________
1 Wapnewski, Peter: Deutsche Literatur des Mittelalters: ein Abriss von den Anfängen bis zum Ende der Blütezeit / Peter Wapnewski.- 5., bibliograpisch erg. Aufl. ± Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1990; S.76-79 2 Brackert, Helmut: Minnesang: Mittelhochdeutsche Texte und Übertragungen. ± 8. Auflage: Januar 2004. Fischer Taschenbuchverlag GmbH , Frankfurt am Main. S.317ff.
Arbeit zitieren:
Siham Butakmani, 2008, Die Falkenmotive des von Kürenberger und Dietmar von Aist, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Falkenlied des Kürenbergers: Eine Interpretation
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 10 Seiten
Inhaltliche und sprachliche Analyse der Falkenstrophen des Kürenberger...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Die Räterepublik 1918/1919 in München: Freikorps gegen die Räterepubli...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Chlodwigs Übergang zum Christentum in der Darstellung Gregors von Tour
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 25 Seiten
Zur Falkenmetaphorik im Minnesang
Falkenlied des Kürenbergers, K...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Der Verlauf des Bar Kochba Aufstandes - ein kurzer Abriss
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Referat (Ausarbeitung), 15 Seiten
Herzog Ernst und die monstra des Orients
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 23 Seiten
Die "Neue Ostpolitik" der sozialliberalen Koalition 1969-74:...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Ambraser Heldenbuch und Kaiser Maximilian I.
Zu Konzeption und Anfang der H...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Studienarbeit, 55 Seiten
Die Orientdarstellung im Herzog Ernst B
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Magisterarbeit, 77 Seiten
Oswald von Wolkensteins "es fuegt sich" und das Problem sein...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 19 Seiten
Das Bild als Quelle für den Historiker am Beispiel von Tizians 'Ka...
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Friedrich II., sein Kreuzzug und Jerusalem
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 26 Seiten
Donauländischer Minnesang - Der Kürenberger
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 23 Seiten
Siham Butakmani's Text Die Falkenmotive des von Kürenberger und Dietmar von Aist ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Siham Butakmani hat den Text Die Falkenmotive des von Kürenberger und Dietmar von Aist veröffentlicht
Siham Butakmani hat einen neuen Text hochgeladen
Querschnitts-Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmader...
Herausgegeben von der Bundesär...
0 Kommentare