Gliederung
A. Einleitende Worte
B. Beschreibung und Vergleich der Gemälde
I. Beschreibung des Gemäldes Transfiguration von
Giovanni Bellini
II. Beschreibung des Gemäldes Transfiguration von Raffael
III. Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Gemälde
C. Abschließende Anmerkung zu Raffaels Transfiguration
Literatur - und Abbildungsverzeichnis
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A. EINLEITENDE WORTE
In der nun folgenden Abhandlung sollen die Gemälde Transfiguration von Giovanni Bellini und Transfiguration von Raffael Sanzio beschrieben und miteinander verglichen werden.
B. BESCHREIBUNG UND VERGLEICH DER GEMÄLDE
I. BESCHREIBUNG DES GEMÄLDES TRANSFIGURATION VON GIOVANNI BELLINI Giovanni Bellini wurde um 1430 in Venedig geboren und starb auch dort im Jahr 1516. Das Gemälde (siehe Abbildung 1, Seite 17) stammt aus den Jahren 1478 und 1479, die verwendete Maltechnik ist Öl auf Holz. Die Maße betragen 115 x 151, 5 cm und es ist querrechtecksformatig. Heute befindet sich das Werk im Museo Nazionale di Capodimonte in Neapel. Das Sujet des Gemäldes ist die Verklärung Christi, auch Transfiguration genannt. In der Bibel wird die Thematik an drei Stellen erläutert: Mt 17, 1-13, Mk 9, 2-13 und Lk 9, 28-36. Es wird die dargestellte Szene aus Mt 17, 1-10 zitiert: Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. 1
1 Mt 17, 1-10
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Vor einer weiten Landschaft stellt Bellini das Ereignis der Transfiguration dar. Das Gemälde ist durch eine waagrechte Mittelsenkrechte in zwei Hälften teilbar. Dieses gefällte Lot stimmt mit der Symmetrieachse der dargestellten Figurengruppe, bestehend aus sechs Personen, im Vordergrund überein. Auf dem flachen Bergplateau steht Jesus mittig eingerahmt von den Propheten Moses und Elias und zu Füßen von ihm die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. Unterhalb der Personengruppe ist der felsige Abhang angedeutet, der von verschieden Steingewächsen in sommerlicher Blüte besiedelt ist. Der Abhang nimmt etwa ein Viertel der Gemäldebreite ein. Den mühsamen Weg, den die drei Jünger und Jesus hinter sich haben, erkennt man nur an den nach rechts aufsteigendem Geländer, welches aus dünnen Ästen gehalten wird. Insgesamt sind vier Astpfosten zu sehen, am zweiten von links ist auf einem schmalen Namenschild (sog. cartellino) die Signatur des Künstlers angebracht. Der schmale, steinige Pfad ist lediglich in der rechten unteren Gemäldeecke angedeutet. Gegenüber, am linken Gemälderand, ist direkt am Felsgrund ein Baumstumpf zu sehen, aus dem drei Triebe wachsen und um den sich Efeu rankt. Die Wurzeln wachsen teilweise an der Luft und versuchen an der Bergwand Halt zu finden. Kommen wir nun zur Personengruppe. Jesus steht, wie bereits erwähnt, in der Mitte der Gruppe. Er erhebt seine Hände im Orantengestus, das heißt mit leicht ausgebreiteten Armen und schräg nach oben geöffneten Händen. Sein dunkelbraunes, leicht gewelltes, schulterlanges Haar wird von einem hellgelben Nimbus umgeben. Seine Haarpracht und sein Vollbart kontrastieren zum bleichen Teint. Jesus trägt ein bodenlanges, strahlend weißes, langärmeliges Untergewand, darüber eine faltenreiche ebenso weiße Toga, die er über seine linke Schulter gelegt hat. Trotz des verhüllenden Gewandes erkennt man hier eine Kontrapost. Von ihm ausgehend ist das linke Bein das Spielbein, das Knie drückt sich etwas durch die Tunika, dementsprechend ist das rechte Bein sein Standbein. Etwas unterhalb von Jesus flankieren die Propheten Moses links und Elias rechts, beide im Profil dargestellt, den Verklärten.
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Moses Haupt ist etwas nach vorne gebeugt. Das volle, ergraute Haar wird von einem Tallit, einem jüdischen Gebetsschal, der mit Schaufäden (Zipfelquasten) bestückt ist, fast ganz verdeckt. Den rechten Arm winkelt Moses leicht an und seine Hand weist auf Jesus hin. In seiner durch die darübergeraffte hellrosafarbene Toga verdeckten Linken hält er einen entrollten Rotulus, der mit hebräischen Schriftzeichen versehen ist. Das goldgelbe Untergewand ist an den Handgelenken mit Bündchen versehen, es ist so lang, dass nur die Fußspitzen von Moses hervorschauen. Ihm genau gegenüber steht der Prophet Elias. Zu seiner Körperhaltung sei gesagt, dass Gesicht und Oberkörper im Profil zu sehen sind. Ab Hüfte abwärts ist der Körper nach vorne gewandt. Wie bei Jesus, so ist auch bei Elias das kontrapostische Prinzip zu beachten. Das linke Bein ist als Spielbein zu erkennen und das rechte als Standbein. Elias Handhaltung entspricht jener des Moses im Gegensinn. Durch diese Ponderation wirkt der Unterleib sehr viel länger als der Oberkörper. Das altrosafarbene Obergewand hält er an seinem linken Arm etwas zusammengerafft. Dadurch erhält der Betrachter einen Blick auf die rote Tunika. Elias trägt einen weißen Vollbart, sein Haar wird durch ein über das Haupt gezogenes braunes Tuch verdeckt. Seine geschlossene rechte Hand hält er an die Brust. Der linke Arm ist im rechten Winkel, der Unterarm fällt nach vorn hin leicht ab und hält wie Mose ein aufgerolltes Schriftstück mit hebräischen Buchstaben. Unterhalb dieser Gruppe ist das Register der drei Apostel zu sehen. Allen drei Aposteln sieht man ihre Bestürzung an, sie scheinen noch „voller Schlaf“ 2 zu sein. Vom Betrachter aus links gesehen, geht Jakobus in die Hocke. Seine rechte Hand hat er über sein rechtes Knie gelegt, den linken Arm hebt er hoch, so entsteht der Eindruck, dass Jakobus zugleich zum linken Gemälderand wegeilen möchte. Seinen Kopf wendet er jedoch nach rechts zurück. In seinem schmalen Gesicht, das von schulterlangen, dunklen, mittelgescheitelten Haaren umgeben ist, ist die Verwunderung zu lesen. Er trägt ein dunkelgrünes Untergewand und einen ebenso dunklen Überwurf, der über
2 Lk 9, 32
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Arbeit zitieren:
Karina Fuchs, 2008, Vergleich zweier Gemälde: Transfiguration von Giovanni Bellini und Transfiguration von Raffael Sanzio, München, GRIN Verlag GmbH
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