Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Problemdarstellung. 3
1.2 Fragestellung 3
1.3 Aufbau und Schwerpunkt der Arbeit 4
2 Soziale Ökologie, Ästhetisierung von Landschaft und das elektrische
Leitungsnetz 5
2.1 Soziale Ökologie 5
Genese 5
Ökologie 5
Soziales Handeln 6
Politisierung und Medialisierung 7
Einstufung von Infrastruktursystemen ins Ökosystem 7
2.2 Ästhetisierung von Landschaft. 7
Einbettung Ästhetik, Landschaft, soziale Ökologie. 8
2.3 Zusammenfassung. 9
3 Ökologischer Transformationsprozess der Energiewirtschaft und die
Probleme der Neuausrichtung des elektrischen Leitungsnetzes anhand der
Ästhetisierung von Landschaft. 10
3.1 Begriffsbestimmung elektrisches Leitungsnetz 10
3.2 Das elektrische Leitungsnetz im ökologischen Transformationsprozess 10
Transformation 10
Ökologischer Transformationsprozess. 10
Dezentralisierung der Stromerzeugung. 11
Folgen der Dezentralisierung 11
3.3 Freileitung versus Erdkabel. 12
Ökonomische Betrachtung 13
Ökologische Betrachtung 13
Kostenberechnung der Kabelvarianten 15
3.4 Zusammenfassung. 16
4 Ausblick und Fazit 18
4.1 Ausblick 18
4.2 Fazit 18
Literatur 20
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
Infrastruktursysteme gelten als die „zentralen Bausteine“ einer „modernen Gesellschaft“ (KLUGE & SCHEELE 2003:4). Sie sind „Voraussetzung für die Entwicklungs- und Reproduktionsfähigkeit“ (LUX ET AL 2006:423). Die Genese von Infrastruktursystemen verläuft nicht „raumneutral“, da durch anhaltende räumliche Differenzierungsprozesse, Suburbanisierungsprozessen, als auch der neuen ökologischen Bewegungen, unterschiedliche Systeme entwickelt werden müssen, um die Versorgung ökonomisch und sozial zugleich zu gewährleisten (WISSEN & NAUMANN 2008:18). Das heißt, Änderungen im Raum sowie Änderungen der Infrastruktursysteme korrelieren sich. So prägt die Entwicklung einer Stadt, einer Region, eines Landes, das Infrastruktursystem und umgekehrt (MOSS 2008:325f.). Diese Prägung hat jedoch auch Einfluss auf die hiesige Umwelt. So stören und zerschneiden Infrastruktursysteme langlebige Ökosysteme und verinseln vehement zusammenhängende Flächen (HABER 1993:70). Erhebliche ästhetische Funktionsverluste langlebiger Ökosysteme werden von verschiedenen Akteuren deklariert. Daher finden Abwägungen statt, inwiefern Infrastruktursysteme Einfluss auf das ästhetische Landschaftsbild haben und wie dies vermieden werden kann. Für die Gesellschaft selbst, haben Infrastruktursysteme lebenserhaltende Funktionen übernommen und fungieren zusätzlich als Medium „zwischen Gesellschaft und Natur“, denn „natürliche, technische, soziale und ökonomische Prozesse und Strukturen sind auf komplexe Weise miteinander verwoben“ (LUX ET AL 2006:423, EICHLER 1993:39).
Der Fokus dieser Arbeit richtet sich auf ein Infrastruktursystem - das elektrische Leitungsnetz. Auf der Problematik aufbauend und im Blickfeld der Neuausrichtung des elektrischen Leitungsnetzes, bedingt durch die ökologische Neuausrichtung der Stromwirtschaft, wird folgend die Fragestellung formuliert.
1.2 Fragestellung
Anhand der Eingangs erwähnten Problematik der Ästhetisierung von Landschaft im Bezug des Ausbaus von Infrastruktursystemen, bilden sich die Fragen:
Wie wird Landschaft ästhetisiert und welche Bedeutung kommt dem elektrischen
Vor welchen Problemen stehen Akteure des Netzausbaus und welche Argumente hat die Gegenpartei?
Welche Ansätze gibt es, um den Konflikt zwischen dem notwendig Netzausbau und der Blockierung dessen aufzulösen?
Im Folgenden wird der Schwerpunkt und darauf stützend der Aufbau der Arbeit erläutert.
1.3 Aufbau und Schwerpunkt der Arbeit
Diese Arbeit spezialisiert sich auf die sozial-ökologischen Problematiken eines großtechnischen Infrastruktursystems anhand der Ästhetisierung von Landschaft. Dabei richtet sich der Fokus auf das elektrische Leitungsnetz als ein großtechnisches Infrastruktursystem. Soziales und Ökologisches korrelieren bei großtechnischen Infrastruktursystemen und bringen Probleme mit sich (LUX ET AL 2006:423). Zum Beispiel führen Ausbautätigkeiten zur Veränderung des ästhetischen Anblickes von Landschaften. Ein Schwerpunkt liegt in der Ausarbeitung von Konflikten aufgrund der Struktur des elektrischen Leitungsnetzes und der Prägung auf die Landschaft. Dazu werden Gründzüge und Grundbegriffe der sozialen Ökologie sowie der Ästhetisierung von Landschaft zu klären sein, um diese dann in Verbindung mit dem elektrischen Leitungsnetz als ein ‚Infrastruktursystem im ökologischen Wandel’ zu bringen. Dieser Wandel wird über den ökologischen Transformationsprozess der Stromwirtschaft und damit verbunden, den strukturellen Ausbau des elektrischen Leitungsnetzes, welcher diese Problematik mit sich bringt, dargestellt. Ein forschungsorientierter Ausblick sowie ein Fazit schließen diese Arbeit ab.
4
2 Soziale Ökologie, Ästhetisierung von Landschaft und
das elektrische Leitungsnetz
2.1 Soziale Ökologie
Soziale Ökologie wird von BECKER (2006:29) als Wissenschaft, „die sich mit der Ökologie menschlicher Gesellschaften [...] und der Beziehung zwischen Gesellschaft und ihrer natürlichen Umwelt“ beschäftigt, in Kurzform beschrieben. Die Forschungsgegenstände sind zum einen die „Beziehung der Menschen zu ihrer jeweiligen natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt“ (BECKER & JAHN 2006:80) und zum anderen die „gesellschaftliche[n] Probleme [...] in einem strittigen Diskurs mit Bezug auf Störung in den Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur“ (JAHN 2003:551). Der grundlegende Baustein aufgrund der „zukünftigen Reproduktion- und Entwicklungsfähigkeit der Gesellschaft“, ist das Konzept der Nachhaltigkeit (BECKER & JAHN 2006:80). Aber wie kommt es zu dieser Forschungsrichtung?
Genese
Andere Wissenschaften griffen Krisenthemen erst während der Krise auf und die Reaktionen folgte zu spät (BECKER 1987:10). Zudem wurden bei unterschiedlichen Strukturen eines Untersuchungsgegenstandes auf andere Disziplinen verwiesen, zu ungunsten einer ganzheitlichen Perspektive (EBD.). Ein neues interdisziplinäres Verständnis zwischen, Mensch, Kultur und Gesellschaft, als nicht trennbare Beziehung musste geschaffen werden (BECKER 2006:34). Nach vielen krisenhaften Entwicklungsstufen dieser Begrifflichkeiten, begann in den 1970er Jahren eine „neue soziale Bewegung“ und eine methodische Integration von Natur- und Sozialwissenschaftlichem entstand (EBD.:51). Dies mündete 1987 in die Forschungsgruppe „Soziale Ökologie“. Dieses Programm wurde aus verschiedenen Ansätzen der Frankfurter Schule gegründet (EBD.:52). Für die Beziehung und des Verständnisses zwischen Gesellschaft und Natur tritt der Termini „Ökologie“ ein (EBD:53).
Ökologie
Ökologie als äußerst komplexer Begriff findet „in der Fülle der Erscheinungen der Umwelt [...] allgemein gültige, möglichst auch einfache Gesetzmäßigkeiten [...] [welche] stets wieder an der Komplexität der Wirklichkeit überprüft werden“ müssen
5
(HABER 1993:4). Dies bedeutet, dass die Forschungsergebnisse kontinuierlich in Frage zu stellen sind.
Den Begriff prägte Haeckel, ohne ihn disziplinär einzubetten (HABER 1993:5, EICHLER 1993:50). Ökologie setzt sich aus den griechischen Wörtern ‚oikos’ (Haus, Haushalt) und ‚logos’ (Wort, Vernunft, Lehre) zusammen. Somit beschreibt der Begriff die „Lehre vom Haus(halt)“ (HABER 1993:5).
EICHLER (1993:50) postuliert die wissenschaftliche Ganzheitlichkeit des Terminus, denn „keine Disziplin kann und darf von sich behaupten, ‚die’ Ökologie oder ‚das’ Ökosystem zu erforschen“. Die Wechselbeziehungen zu anderen Wissenschaften sind prägnant und Ökologie ist als „Philosophie der Ganzheit“ zu verstehen (EBD.:51). Denn sie umfasst die „Elementarbedürfnisse der Lebewesen“ (Licht, Wärme, Luft, Wasser, Nahrung, Raum und Partner-Lebewesen) (HABER 1993:5). Diese gelten zugleich dem Menschen und zwingen ihn ökologisch zu handeln. Sprich, den „Prozess des Tuns“, indem die physiokratische Lebensweise des Menschens auf die Sicherung der Elementarbedürfnisse gerichtet ist, um sich weiterhin reproduzieren zu können (WERLEN 2003:384). Und in Verbindung mit „handeln“ tritt der Begriff ‚sozial’ im Hintergrund der ‚Soziologie’ ein.
Soziales Handeln
Nach Weber (2005:11) ist Soziologie „eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will“. Beim „sozialen Handeln“ orientiert sich der Handelnde auf das Verhalten anderer und handelt danach (ebd.:12). Das soziale Handeln ist dabei bestimmt von Zweckrationalität, Wertrationalität sowie aus Affekt und Tradition (ebd.).
Die Bausteine Ökologie und Soziologie gilt es im weiteren Verlauf zu verknüpfen. Die genannten Elementarbedürfnisse „existieren bei sozialisierten Menschen nur in subjektiv und gesellschaftlich interpretierter Form“ (HUMMEL & BECKER 2006:207). Das heißt, die menschlichen Bedürfnisse sind keine rein „symbolisch überformte biologische Notwendigkeit“. Sie sind sozial geprägt, denn (soziales) Handeln dient auch der Bedürfnisbefriedigung (EBD.:208). Wo diese Elementarbedürfnisse für den Menschen als gefährdend wahrgenommen werden, führen diese zu politisch und medial geführten Debatten (EBD.:209).
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Arbeit zitieren:
Sebastian Behr, 2009, Sozial-ökologische Probleme großtechnischer Infrastruktursysteme anhand der Ästhetisierung von Landschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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