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Das Sozial-Apriori

Die Soziologie des Max Adler

Titel: Das Sozial-Apriori

Hausarbeit , 2007 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susanne Röver (Autor:in)

Soziologie - Wissen und Information
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In seinem Beitrag „Soziologie und Erkenntniskritik“, der zum ersten Mal im Jahrbuch für Soziologie erschien, setzte sich Max Adler wiederholt für die Anerkennung der Soziologie im Allgemeinen und für seine Theorie des Sozial-Apriori im Speziellen ein. Die dort von ihm gestellte Frage: wieso die Erlebniserfahrung, die doch immer etwas Subjektives sei, zugleich auch Welterfahrung d.h. etwas Objektives bedeute, soll neben dem Werk und Schaffen Max Adlers auch in der vorliegenden Arbeit beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Max Adlers sozialer und politischer Hintergrund

1.1. Biographie

1.2. Austromarxismus

1.3. Wirken und Rezeption von Max Adlers Soziologie

2. Max Adlers wissenssoziologischer Ansatz

2.1. Das soziale Sein

2.2. Erkenntniskritik als soziologische Methode

2.3. Der Erfahrungsbegriff

2.4. Das Sozial-Apriori

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den wissenssoziologischen Ansatz von Max Adler und stellt sich die zentrale Forschungsfrage, wie der Begriff des Sozial-Apriori zu verstehen ist, inwiefern die Erkenntniskritik als Instanz für objektives Wissen dienen kann und welche Bedeutung Adlers Theorie heute noch besitzt.

  • Biographischer und politischer Kontext von Max Adler im Umfeld des Austromarxismus.
  • Analyse der erkenntniskritischen Grundlagen der Adlerschen Soziologie.
  • Untersuchung der Begriffe soziales Sein, soziale Kausalität und Sozialerfahrung.
  • Erläuterung des Konzepts des Sozial-Apriori als Brücke zwischen Subjektivität und Objektivität.
  • Kritische Reflexion über die Trennung von Natur- und Sozialwissenschaften im Denken Adlers.

Auszug aus dem Buch

2.4. Das Sozial-Apriori

Das Sozial-Apriori lässt sich wie folgt erklären: die Sozialerfahrung ist für alle subjektiven Einzelsubjekte gegeben und auch wenn diese Erfahrungen unterschiedlicher Natur sein können, so ist ihnen doch ein allgemeiner Tonus inne, der das Soziale zur objektiven Welterfahrung werden lässt - also apriorisch ist.

Beispielsweise können den einzelnen Lebensphasen des Menschen nicht nur biologische Bedingungen zugeordnet werden, sondern auch soziale. So implizieren bestimmte Lebensphasen wie die Kindheit, die Jugend, das Erwachsenenalter oder das Alter bestimmte soziale Erfahrungen, die zum Teil durch den biologischen Rhythmus bedingt, aber in erster Linie sozialen Faktoren zu zuordnen sind. Adoleszenz, der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, die Schließung einer Ehe bzw. die Gründung einer Familie etc. sind nicht biologisch zu verstehen, sondern entstehen aus einem Sozialbezug des Bewusstseins. Indem das Individuum sich seines sozialen Seins bewusst wird, würde in dieser „individuellen Form des Erkennens“ das Soziale bereits stecken. Dieser Prozess sei auf den transzendental-sozialen Charakter des Bewusstseins zurückzuführen und ermögliche die Arbeit an einem Objekt, von dem das Soziale untrennbar sei.

Um die Sozialwissenschaft endgültig von der Naturwissenschaft abzugrenzen, stellte Max Adler die Naturfaktoren außerhalb des Gesellschaftlichen und erkannte ihnen „keine von der Ökonomie unabhängige Bedeutung“ zu. Er berief sich auf Marx, als er diese Naturfaktoren in äußere bzw. objektive und subjektive einteilte, wobei er deren Einfluss auf das Soziale nie anzweifelte. Die tatsächliche Vergesellschaftung sei für Max Adler nicht die Folge einer Notwendigkeit oder eines inneren Triebes, sondern Ausdruck einer im Mentalbereich bereits vorweggenommenen und grundgelegten Vergesellschaftung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung der Sozialwissenschaften ein und verortet Max Adler als Vertreter des Austromarxismus, der versuchte, mittels Erkenntniskritik die transzendental-soziale Natur des Menschen zu beschreiben.

1. Max Adlers sozialer und politischer Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert die Biographie Max Adlers, den Kontext des Austromarxismus sowie die schwierige Rezeption seines Werkes durch Zeitgenossen.

2. Max Adlers wissenssoziologischer Ansatz: Dieser Abschnitt erläutert die methodischen Grundlagen von Adlers Theorie, insbesondere das soziale Sein, die Erkenntniskritik als Methode, den Erfahrungsbegriff und das zentrale Sozial-Apriori.

Fazit: Das Fazit resümiert die Schwierigkeiten der Rezeption von Adlers Werk und würdigt seine theoretische Arbeit als notwendigen Versuch, Erkenntnis und soziale Wirklichkeit zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Max Adler, Sozial-Apriori, Austromarxismus, Erkenntniskritik, Wissenssoziologie, soziales Sein, soziale Kausalität, Sozialerfahrung, Transzendental-sozial, Vergesellschaftung, Erkenntnistheorie, marxistische Soziologie, Immanuel Kant, subjektive Erfahrung, objektive Welterfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Theorie von Max Adler, insbesondere mit seinem Versuch, marxistische Grundgedanken mit der Erkenntniskritik nach Kant zu verbinden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der historische Kontext des Austromarxismus, die erkenntnistheoretische Fundierung der Soziologie sowie die Konzepte des Sozialen Seins und des Sozial-Apriori.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das oft missverstandene oder unbeachtete Werk Max Adlers zu analysieren und zu klären, wie er den Begriff des Sozial-Apriori definierte und wissenschaftlich begründete.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie Adlers Texte im historischen Kontext beleuchtet und seine erkenntniskritische Herangehensweise darlegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des biografischen Hintergrunds, den politischen Kontext des Austromarxismus und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Adlers wissenssoziologischem Ansatz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozial-Apriori, Erkenntniskritik, Austromarxismus, soziales Sein und die methodische Trennung zwischen Natur- und Sozialwissenschaften.

Wie unterscheidet Adler soziale Erfahrung von reiner subjektiver Erlebniserfahrung?

Adler argumentiert, dass Erlebniserfahrung durch das Bewusstsein in einen allgemeinen Zusammenhang gesetzt wird, wodurch sie den Charakter der Welterfahrung bzw. Objektivität erhält.

Warum lehnte Max Adler die Gleichsetzung von Naturwissenschaft und Soziologie ab?

Adler wollte die Sozialwissenschaft radikal abgrenzen und betonte, dass soziale Kausalität eine bewusste Wertung und Interpretation durch das Individuum voraussetzt.

Welche Rolle spielt der Begriff der Vergesellschaftung bei Max Adler?

Für Adler ist Vergesellschaftung keine biologische Notwendigkeit, sondern Ausdruck einer im Mentalbereich des Menschen grundgelegten und vorweggenommenen sozialen Struktur.

Warum blieb Adler laut der Autorin zu Lebzeiten eher ein Außenseiter?

Sein Werk war schwer in orthodoxe Schemata einzuordnen, und sein oft predigerhaftes Diskussionsverhalten führte dazu, dass Kollegen sich weniger mit seinen Inhalten als mit seinem Auftreten beschäftigten.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Sozial-Apriori
Untertitel
Die Soziologie des Max Adler
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar: Wissenssoziologie
Note
1,3
Autor
Susanne Röver (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V130970
ISBN (eBook)
9783640374090
ISBN (Buch)
9783640373857
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozial-Apriori Soziologie Adler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Röver (Autor:in), 2007, Das Sozial-Apriori, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130970
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Leseprobe aus  13  Seiten
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