Die vorliegende Arbeit zeigt, wo die Diskussion zur literarischen Hermeneutik in den 1960er Jahren angekommen war und zu diesem Zweck werden die Ideen der Begründer der Konstanzer Schule,
Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser, vorgestellt. Ihre Rezeptions- bzw. Wirkungsästhetik baut auf der Idee auf, dass ein Text für ein Publikum geschrieben ist, seien es auch Kritiker, andere Autoren oder Zuhörer bzw. Zuschauer, jedoch schreibt kein Autor für die Philologen. Damit geht einher, dass der Leser nicht mehr als jemand beschrieben wird, der die ihm vorliegenden Texte studieren und interpretieren will. Die Philologen sollten sich dementsprechend vermehrt mit der Aufnahme von Werken bei den Lesern beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
A. Hans Robert Jauß
1. These
2. These
3. These
4. These
5. These
6. These
7. These
B. Wolfgang Iser
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Ansätze der Rezeptions- und Wirkungsästhetik der Konstanzer Schule, repräsentiert durch Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser, um das veränderte Verhältnis zwischen literarischem Werk und Leser in der modernen Literaturwissenschaft aufzuzeigen.
- Grundlagen der literarischen Hermeneutik und der Konstanzer Schule
- Die sieben Thesen von Hans Robert Jauß zur Literaturgeschichte
- Der Erwartungshorizont und die ästhetische Distanz
- Die Theorie der Wirkungsästhetik von Wolfgang Iser
- Die Rolle der Unbestimmtheit und der Leerstellen im Leseprozess
Auszug aus dem Buch
1. These
Bei Literaturgeschichte im Sinne der Rezeptionsästhetik handelt es sich nicht um einen später erstellten „Zusammenhang ‚literarischer Fakten’“, sondern um die „Erfahrung des literarischen Werkes durch seine Leser.“ Wenn ein literarisches Werk aus Fakten bestehen würde, dann müsste es „jedem Betrachter zu jeder Zeit den gleichen Anblick darbieten“. Dann müsste es jedoch auch ein festes philologisches Wissen geben. Nach Jauß ist ein solches jedoch immer an Neuinterpretation gebunden und kann daher keine objektiven, historisch konstanten Standpunkte liefern. Dabei trennt er jedoch die Geschichte der Entstehung eines Werkes von der Literaturgeschichte. In ersterer gibt es sehr wohl Fakten.
Ausgangspunkt für die Geschichtlichkeit eines Werkes ist dessen Rezeption oder Verarbeitung durch einen Leser, womit das Werk für diesen zu einem Ereignis wird. Mehrere solcher Ereignisse verschiedener Leser zu verschiedenen Zeiten bilden schließlich die Geschichte des Werkes. Dieser Ereigniszusammenhang endet im Erwartungshorizont späterer Leser, wobei die „Objektivierbarkeit dieses Erwartungshorizont“ entscheidet, ob die Geschichtlichkeit der Literatur begriffen und dargestellt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Hans Robert Jauß: Dieser Abschnitt erläutert Jauß' literaturgeschichtlichen Ansatz, bei dem die Rezeption eines Werkes durch den Leser im Zentrum steht, und analysiert diesen anhand von sieben zentralen Thesen.
B. Wolfgang Iser: Hier wird Isers Wirkungsästhetik vorgestellt, die sich auf das dynamische Verhältnis zwischen Textstruktur und dem individuellen Lesevorgang sowie die Bedeutung von Unbestimmtheitsstellen konzentriert.
Schlüsselwörter
Rezeptionsästhetik, Wirkungsästhetik, Konstanzer Schule, Hans Robert Jauß, Wolfgang Iser, Erwartungshorizont, Ästhetische Distanz, Literaturgeschichte, Unbestimmtheit, Leerstellen, Lesevorgang, Hermeneutik, Textrezeption, Literarische Evolution, Sinnkonstitution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die theoretischen Kernpunkte der Rezeptions- und Wirkungsästhetik, die durch Hans Robert Jauß und Wolfgang Iser maßgeblich geprägt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Rolle des Lesers bei der Konstitution von Bedeutung, die literarhistorische Einordnung von Werken durch ihren Erwartungshorizont und die wirkungsästhetische Analyse literarischer Texte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Verlagerung des wissenschaftlichen Fokus von der reinen Werkimmanenz hin zur Bedeutung der Lesererfahrung und der Wirkung von Literatur darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und vergleichende Theoriebildung, basierend auf den Originalschriften der Vertreter der Konstanzer Schule.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die sieben Thesen von Hans Robert Jauß zur Literaturgeschichte und anschließend Wolfgang Isers Theorie der Wirkungsästhetik, insbesondere die Konzepte der Leerstellen und der Unbestimmtheit, diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Rezeptionsästhetik, Erwartungshorizont, Unbestimmtheit, Wirkungsästhetik und Literarische Evolution.
Warum ist der Begriff des "Erwartungshorizonts" nach Jauß so wichtig?
Der Erwartungshorizont ist entscheidend, da er das Bezugssystem darstellt, in dem ein Werk vom Publikum wahrgenommen und bewertet wird; er bildet den Rahmen, innerhalb dessen die Geschichtlichkeit von Literatur erst erfassbar wird.
Was versteht Iser unter "Leerstellen" in einem Text?
Leerstellen sind für Iser notwendige Unbestimmtheitsstellen oder Auslassungen, die den Leser dazu animieren, eigene Vorstellungen einzubringen und den Text aktiv zu konstruieren, anstatt ihn nur passiv aufzunehmen.
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- BA Thomas Maier (Author), 2007, Rezeptionsästhetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131009