Depressionen bei Kindern
1. Einleitung 4
2. Definition der Depression 4
3. Symptome (mit Erwähnung der Entstehung und Ursachen) 5
3.1. Altersunterschiede 5
3.1.1. Das erste Lebensjahr 6
3.1.2. Kleinkindalter 6
3.1.3. Kindergartenalter 6
3.1.4. Jüngere Schulkinder 7
3.2. Geschlechtsunterschiede 8
4. Entstehung und Ursachen 8
4.1. Genetik 8
4.2. Umwelt 9
4.2.1. Familie 9
4.2.2. Schule 10
4.2.3. Stress 11
4.3. Verschiedene Theorien 12
4.3.1. Biologische Theorien 12
4.3.2. Psychoanalytische Theorien 12
4.3.3. Kognitive Theorien 13
4.3.4. Lerntheorie 14
2
5. Therapie 15
5.1. Pharmakotherapie 15
5.2. Spieltherapie 16
5.3. (Kognitive) Verhaltenstherapie 16
5.4. Familientherapie 17
6. Schluss 19
7. Anlagen: 20
Literaturverzeichnis S. 21
Quellenverzeichnis S. 21
3
1. Einleitung
„Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen -Und wissen nicht, dass draußen Blumen rufen -An einem Tag voll Weite, Glück und Wind -Und müssen Kind sein und sind traurig Kind.“ 1
Menschen jeden Alters können an Depressionen erkranken. Man kann sogar davon ausgehen, dass Depressionen bei Kindern, wie auch Jugendlichen keinesfalls seltener auftreten als bei Erwachsenen; vielmehr ist diese Krankheit eine der häufigsten psychischen, wie auch chronischen (körperlichen, wie seelischen) Erkrankungen an denen Kinder und Jugendliche leiden, auch wenn dieses Thema erst spät in das Blickfeld der Kinder - und Jugendpsychiatrie gerückt ist. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 8 Prozent aller Jugendlichen und ca. 2,5 Prozent aller Kinder unter depressiven Störungen leiden. Viele der Betroffenen erleben häufig Rückfälle oder leiden später noch unter depressiven Symptomen, wie geringes Selbstwertgefühl, Zurückgezogenheit und Pessimismus, insbesondere wenn die Depressionen aus der Kindheit nicht behandelt wurden. Das klinische Bild der Depression bei Kindern zeigt sich unterschiedlich zur Symptomatik erwachsener Menschen. Kinder verstecken ihre seelischen Leiden oft hinter anderen körperlichen oder psychischen Beschwerden und diese zeigen sich je nach Alter verschieden. Daher ist eine Diagnose auch für Spezialisten oft sehr schwer, weshalb noch vor kurzer Zeit die Meinung in der Wissenschaft verbreitet war, dass Kinder, wenn überhaupt, nur selten depressiv sind. 2
2. Definition der Depression
„Ein Gefühl der Niedergeschlagenheit bzw. einen Symptomkomplex, dessen Erscheinungsbild sich auf verschiedenen Ebenen des menschlichen Daseins, z. B. auf emotionaler (Traurigkeit, Gefühl der Gefühllosigkeit), motivationaler (Entscheidungsunfähigkeit, Antriebsschwäche), kognitiver (Denkhemmung, Grübelneigung), vegetativ-physiologischer (Appetit- und Schlafstörungen) und Verhaltens-Ebene (apathisches oder auch rastloses Verhalten) manifestieren kann. Eine einheitliche Definition der Depression existiert nicht. Der Begriff Depression wird deshalb auf bestimmte psychische Zustände angewandt, die hinsichtlich Ursachen, Schweregrad und Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich sein können (Psychosen). - In der Alltagssprache wird jemand als depressiv bezeichnet, der sich traurig und lustlos zeigt.“ 3
4
3. Symptome
Zuerst einmal möchte ich die allgemeinen Symptome der Betroffenen erwähnen, um dann nachher in den jeweiligen Altersabschnitten genauer darauf eingehen zu können. Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass nicht alle Symptome zwangsläufig zusammen auftreten müssen. Kinder, die an einer Depression erkranken zeigen vor allem eine grundlegende traurige und unglückliche Stimmung, die über einen längeren Zeitraum anhält. Eine Veränderung der äußeren Umstände kann dies auch nicht beeinträchtigen. Sie „langweilen“ sich, weil sie keine Freunde und an alltäglichen Aktivitäten keinen Spaß mehr haben. Dinge, die ihnen früher für gewöhnlich Freude bereitet haben, interessieren sie nicht mehr. Erkrankte Kinder isolieren sich und nehmen wegen ihres Desinteresses und ihrem auffallend stillen oder aber extrem unruhigem, aggressivem Verhalten, eine Außenseiterposition ein. Probleme mit dem Einschlafen, Durchschlafen oder eines sehr hohen Schlafbedürfnis gehören häufig zu dieser Krankheit, ebenso wie ein verändertes Essverhalten. Begleitende Krankheiten sind daher, besonders bei Mädchen, oft Anorexie und Bulimie. Destruktives Verhalten ist auch keine Seltenheit.
Symptome, die die Depression überdecken und die Diagnose damit erschweren, sind Ängstlichkeit, Übelkeit, Kopf- und Bauchschmerzen. Ein klares Anzeichen für die Erkrankung ist das geringe Selbstwertgefühl der Betroffenen, was u.a. aus den Selbstbeschuldigungen resultiert, denn besonders ältere Kinder und Jugendliche suchen die Schuld zumeist bei sich und glauben, dass alle Probleme ihretwegen auftreten.
Suizidale Phantasien und auch Selbstmordversuche sind das schlimmste bei dieser Krankheit, da sie besonders ab dem Jugendalter erfolgreich ausgelebt werden. 4
3.1. Altersunterschiede
Depressionen bei Kindern und Jugendlichen hängen, ganz im Gegensatz zu Erwachsenen, stark von Alter, körperlichem, seelischem und geistigem Entwicklungsstand, alterstypischen Anforderungen und von den aktuellen intellektuellen und verbalen Möglichkeiten ab. Deshalb habe ich eine Unterteilung in 5 Altersabschnitte vorgenommen, da jeder Teil ganz unterschiedliche und neue Symptome mit sich bringen kann. 5
5
3.1.1. Das erste Lebensjahr
Säuglinge reagieren vor allem stark auf den Verlust der Bezugsperson oder dem Fehlen einer grundlegenden Nähe, Zuwendung, Geborgenheit und psychosozialen Deprivation (= „unzureichende Versorgung des Säuglings […] sowohl in Hinsicht auf seine körperlichen als auch seine emotionalen Bedürfnisse“. 6 Diese Kinder reagieren zuerst mit starkem Protest, werden dann jedoch apathisch, nehmen nicht mehr richtig zu und entwickeln sich langsamer. Hierzu gehören nicht nur die körperlichen Aspekte, sondern auch die motorischen, seelischen und sozialen. 7
3.1.2. Kleinkindalter
Auch bei Kleinkindern ist die Ursache einer Depression oft in dem Verlust der Bezugsperson oder dem fehlenden Grundbedürfnis der Sicherheit und Geborgenheit zu finden. Sie lernen später Laufen und Sprechen, werden später sauber und verfügen über schlechte fein - und grobmotorische Fähigkeiten. (Umgang mit Bauklötzen beeinträchtigt; späterer Zeitpunkt für die selbstständige Nahrungsaufnahme). Ein allgemein schlechtes Körpergefühl und unsichere kognitive Fähigkeiten prägen sie in dieser depressiven Phase. Des Weiteren leiden sie unter Ess - und Schlafstörungen. Albträume und Ängste begleiten sie im Übermaß. Sie jammern und weinen viel und können nicht eine Minute alleine sein. Manche resignieren sogar total und verfallen in eine absolute Teilnahmslosigkeit.
Auf lange Sicht werden die altersgemäßen Spielaktivitäten ganz eingestellt. Sie können unter Bauchschmerzen leiden und sind gehemmt im Umgang mit ihren Mitmenschen. Andere wiederum „entgleisen“ in ihrer normalen Entwicklung d.h. sie schaukeln hin und her, schlagen mit dem Kopf gegen die Wand, beißen sich selbst und reißen sich die Haare aus: sie zeigen ein stark destruktives Verhalten. Sie reagieren auf alles sehr gereizt, sind überhaupt sehr unruhig. 8
3.1.3. Kindergartenalter
Kindergartenkinder zeigen ähnliche Symptome wie Kleinkinder. Sie sind auffallend ängstlich und leiden unter großen Trennungsängsten, weshalb sie oft weder Vater noch Mutter gehen lassen können. Dadurch wird die altersgemäße Selbstständigkeit verhindert. Ihre Teilnahms-und Antriebslosigkeit lässt sie kein Interesse und Spaß an neuen motorischen Fähigkeiten, wie z.B. dem Radfahren, finden. Spielen können sie weder allein, noch mit anderen, denn sie zerstören jedes Spiel mit ihrer Aggressivität oder Destruktivität, die durch innere Unruhe ausgelöst wird. Häufig klagen sie über starke Kopf- und Bauchschmerzen. Sie flüchten in frühere Entwicklungsstufen oder in bereits abgelegtes Verhalten, wie z.B. das Daumenlutschen, Einnässen und Einkoten. Auch schon erworbene motorische und feinmotorische, intellektuelle
6
Arbeit zitieren:
Stefanie Grippekoven, 2008, Wenn die Kinderseele nicht mehr lachen kann, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Depressionen bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Analyse der filmischen Umsetzung des Romans von C. S. Lewis: Narnia. D...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 44 Seiten
Gruppenpädagogik - Wie hat sich die Gruppenpädagogik entwickelt und we...
Hausarbeit, 28 Seiten
Zerrbild und Wunschbild von Schule und Erziehung in Frank Wedekinds &q...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Eine vergleichende Analyse: A. Miller, Das Drama des begabten Kindes u...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 15 Seiten
Probleme und Perspektiven der Wunderdidaktik in der Grundschule
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Examensarbeit, 76 Seiten
Naturerfahrung in der Umweltpädagogik - Die Bedeutung unmittelbarer, s...
Zwischenprüfungsarbeit, 34 Seiten
Der Erlebnisorientierte Ansatz - Naturerleben im Biologieunterricht
Hausarbeit (Hauptseminar), 40 Seiten
Umweltbildung - Theoretische Grundlagen und praktische Hinweise
Wissenschaftlicher Aufsatz, 21 Seiten
Momo oder die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 18 Seiten
Michael Endes "Momo" - ein Kunstmärchen?
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Studienarbeit, 26 Seiten
Das poetische Konzept von Michael Ende - Eine Gesamtinterpretation von...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 52 Seiten
Stefanie Grippekoven's Text Wenn die Kinderseele nicht mehr lachen kann ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefanie Grippekoven hat den Text Wenn die Kinderseele nicht mehr lachen kann veröffentlicht
Stefanie Grippekoven hat einen neuen Text hochgeladen
Wenn Liebe Depressionen lindert
Die fesselnden Lebensberichte ...
Angela Ehrhardt, Klaus Ehrhardt
Wenn Eltern den Alkohol mehr lieben als ihre Kinder
Erfahrungen Jugendlicher mit A...
Ralf-Peter Nungäßer
Wenn du am Spieltag beerdigt wirst, kann ich leider nicht kommen
Die Welt der Fußballfans
Christoph Biermann
0 Kommentare