Inhalt
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Rekonstruktion und selbst geleitete Reflexion 3
1. Beschreibung der Situation 3
2. Was hat die Situation für mich zum Fall gemacht? 3
3. Beschreibung der Situation aus Sicht einer anderen am Konflikt
beteiligten Situation 4
4. Erneute subjektive Reflexion 5
Theoretische Reflexion 6
5. Welche im Seminar besprochenen theoretischen Folien helfen
mir , den Fall zu verstehen? 6
6. Welche Möglichkeiten gibt es, einen solchen Konflikt
fr ühzeitig wahrzunehmen? Welche Präventionsmaßnahmen
kann ich entwickeln? 7
7. Welche Alternativen sehe ich zu meinem damaligen Handeln? 9
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Rekonstruktion und selbst geleitete Reflexion
1. Beschreibung der Situation
Der Konflikt ereignete sich in einer zweiten Klasse in der Grundschule X., als ich vor zwei Jahren mein Praktikum machte. Wir- eine Mitstudentin und ich- sollten an dem Tag eigentlich nur hospitieren, wurden aber von der Schulleitung gefragt, ob wir nicht eine Vertretungsstunde in Mathe machen könnten. Wir dachten uns noch schnell etwas aus, was wir dann mit den Schülern machten, stellten dann aber fest, dass sie unterfordert waren.
Es war sehr unruhig in der Klasse und ich bat immer wieder um Ruhe. Die Klasse wurde immer unruhiger, zwei Schüler liefen durch den Raum und viele quasselten, bis sich ein Schüler vor die Füße meiner Mitstudentin auf seine Knie warf und sie anfauchte und miaute. Sie stand ganz perplex da, worauf ich hinging, schimpfte und ihn am Arm packte und wieder auf seinen Platz setzte. Einige Schüler grienten, andere machten weiter ihre Aufgaben. Als die Schulglocke wenig später läutete lief der besagte Schüler noch einmal durch den ganzen Klassenraum, schrie laut und „peste“ dann nach draußen.
Als die Schulglocke läutete hatte ich aber schon aufgegeben, weil ich die Klasse nie wieder haben würde, war es mir in dem Moment dann egal und ich verzichtete auf weitere Zurechtweisungen.
Später im Auto bedankte sich die Mitstudentin bei mir, dass ich sie aus dieser Situation befreit hatte.
2. Was hat die Situation für mich zum Fall gemacht?
Es gibt zwei Konflikte, die ich mit dem erläuterten Fall hatte und habe. a) Ich war mir in dem Moment, als der Schüler auf die Knie fiel nicht sicher, ob ich überhaupt eingreifen soll, was an der Beziehung zu meiner Mitstudentin lag. Ich hatte schon öfter mit ihr zusammen etwas gemacht und musste feststellen, dass immer ich diejenige war, die den Part übernahm, die Schüler zurecht zu weisen. Auf der einen Seite ist meine Stimme lauter (sie redet sehr leise und sehr hoch) und ich habe auch nicht die Hemmung in Befehlen mit Kindern zu sprechen. Ich war immer im Zwiespalt sie irgendwie zu überrumpeln, weil sie einen sehr zarten Eindruck macht, was man von mir
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nicht behaupten kann. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie schon wieder aus dieser Situation befreien sollte. Ich schwankte hin und her zwischen dem Gefühl sie endlich auch mal allein das Problem lösen zu lassen, da sie es später als Lehrerin auch müsse, und der Verantwortung, die ich der Klasse gegenüber hatte - wir standen zu zweit dort!.
b) Der Konflikt mit dem Schüler. Offensichtlich wollte er provozieren. Ich bin mir nicht sicher, ob es gut war, ihn am Arm zu packen und ich bin mir nicht sicher, ob ich vielleicht vorher etwas zur Prävention hätte tun können. Die Schüler merkten offensichtlich, dass wir beide mit der Situation überfordert waren und Neulinge waren, die man austesten musste. Sie dachten: Wie weit kann man gehen, um sie zu reizen?
3. Beschreibung der Situation aus Sicht einer anderen am Konflikt beteiligten Person Nach den oben angeführten Konfliktherden liegt die Energie des Konfliktes eher bei a. Trotzdem möchte ich mich hier in den Schüler hineinversetzen, weil ich denke, dass Konflikt b in Hinsicht auf die theoretische Reflexion ergiebiger sein wird. Ich habe das diffuse Gefühl, dass beide Konflikte ein ähnliches Ursprungsproblem haben.
Im Folgenden versuche ich einen Perspektivwechsel mit dem Schüler, ich möchte aber vorher noch kurz erwähnen, was ich über ihn zu wissen glaube. Mir wurde erzählt, dass es in der Klasse drei ADS bzw. ADHS- Kinder geben soll und habe ihn als einen ADHS-Fall wahrgenommen. Zudem hat die Klasse in den letzten zwei Jahren viele unterschiedliche Lehrer gehabt, weil zwei krank geworden waren und somit Vertretungslehrer die Klasse unterrichten mussten.
Im Folgenden versetze ich mich nun in die Lage des Schülers:
Ich komme gerade aus der Pause, wir haben ziemlich viel herumgetobt und ich bin aufgedreht. Nach dieser Stunde haben wir Schluss und können nach hause gehen. Oh, schon wieder eine Vertretungsstunde, da ist schon wieder eine neue Lehrerin (neugierig), ach ne, das sind ja zwei. Die sehen jünger aus als die, die wir sonst haben. Was wollen die mit uns machen? Zahlenschlangen...am Anfang bin ich noch interessiert, das hatten wir noch nie, aber die Aufgaben sind pippi-eier-leicht. Was macht denn Ernie neben mir? Der malt die Schlangen irgendwie anders. Er ist schneller als ich, ach man, immer das gleiche. Draußen fliegt ein Vogel, Julia haut
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Arbeit zitieren:
Ursula Mock, 2006, Selbst- und theoriegeleitete Fallreflexion eines Konfliktes in einer Grundschule, München, GRIN Verlag GmbH
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