Universität Tübingen
Institut für Soziologie
Proseminar: Soziologische Theorie II
16.03.2002
Hausarbeit: Georg Simmel
Formale Soziologie und die quantitative
Inhaltsverzeichnis
S i m me l : F or ma l e So zi ol o gi e
S i m me l : Unt e rs uc hu ng en üb e r di e F or men de r Ver ges el l s cha f t ung
S i m me l : Di e q uan t it at iv e B es t i mmt he it der G ruppe
Simmel : Intention, Systematik und Kritik
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S i m me l : F or ma le Sozi ol og ie
G eo rg Si m me l ( 185 8- 191 8) wa r de r de ut s c he Sozi ol oge m it d e n me i s ten i n te rn ati on ale n B e zi eh un ge n. Ei n e nger Fre un d und Fö rd er e r war M ax W e be r. Si mm el se tzt e s ic h v. a. m i t de n Pro bl e me n de r Kon s t it ut i on d er E i nze l wis s e n scha ft Sozi ol o gie , i hr es Er ke nn tn is o bj e kt s un d i h re r M e t ho de a u s ei n an de r. Si m me l gi l t da he r a uch al s e i ne r d er B e gr ün de r d er S ozio l o gi e , die e r a ls f or male So z io l ogi e de fi ni e rte. S im m el u nte rs c hie d zwi s c he n de m Ver st eh en des Sac h ge ha lts al s dem von Ze i t u nd R a um unab hä ngi gen B e gr ei fen d e s Inh a lt s un d de m hi s t or is c hen V er s te hen, das e igen t lic h ke in i nh a ltl i ches Ve rs t e he n is t , s ond e rn di e E i nb et t un g von E re i gn is s e n , Pe rs on e n, Sa c hver ha l te n i n dem a kt ive n Fl u s s d e s Leb e ns. So zio lo gi e a ls e ige ns tän di ge W i s se ns c haf t hi e lt Si m m el f ür m ö gl ic h , we nn man d ie Fo rm e n de s s o zi a le n Le be ns au s i hren i nh al tl ic hen B e zü ge n h er a us l ösen und di e s e Form en f ür s ic h unte rs u che n k an n. Di e „ Fo rm e n d er Ve r ge s e ll sc haf t un g“ - s o d er Un te r tit e l vo n S im m el s B u ch „ So zi o lo gi e “ (1 908 ) - s i nd d er e i ge nt l ic h e „ Gege ns t an d“ di es er W i s se ns c haf t. E r ka nn nich t a l s s olc he r a us de r W i rkl i c hke i t e nt n om men w er de n, s o nder n wir d er s t du rc h d ie Tr e nnu ng vo n Fo r m u nd Inh al t „ e rze ugt“. Unt e r dies e r Vo ra us s e t zu ng ka nn d ie So zi ol o gi e abe r ei ne e ige ne W i s se ns c haf t s ei n, j a s o ga r e i ne exa kt e W i s se ns c haf t. D ie „ Form e n“ de r Ve rge s el l s c haf t ung l as s en s ic h bes ti m me n a l s di e S tr uk tu re n, di e a ufgr un d de r W e ch se lwi r kun ge n zwi s ch en In di vi du en und G rup pe n en t s te hen. “ Ge s ell s c haf t “ b er uh t au f W ec hse l wi rk ung, a uf B e zi e hu ng; un d die k on kre te n s ozi ale n W ech s el wi rk un ge n we is en zwe i A s pe kt e a uf : Form un d I nha l t. Die s oziale n In ha lte be grün de n k ei ne e ige ne, s pe zi f is c h- s ozi ol ogis ch e I nter pr et at io n, we il s i e a uc h Ge gen s tan d a nde r er W i s se ns c haf te n s in d. E i ne W i s s ens c ha ft „ Sozi ol ogie “ m us s s ic h da he r m it d e n f orm a len Asp ek te n be sc hä ft i ge n. Die Ab s tra kt ion vom I nha l t e r mö gl i ch t e s, „ di e T at s ac he n, die wi r a l s di e ge s e ll s c haf tl i ch -h is t o ri sche R eal i tät be zei c hnen, w ir kl i ch au f die Eb en e d es b loß Ges e ll sc haf tl i chen“ zu p ro j i zier en. Die In hal te we rden er s t durch die F orm e n der
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W ec hse l wir ku ng ode r Ver ge s e lls c ha f tung zu ge s e l lsc haf tli c he n. E rs t a uf d i ese W e is e is t zu e rf as se n , „ was an d er Ge s e ll sc haf t w ir kl i ch ‚ Ge s el l sc ha f t ’ i st [. . . ] “. 1
B e gri f f s def in it i on: „Fo rm a le So zi o lo gi e be zeic hn et e i ne n t h eo re t isc he n A ns a tz zur B e s t i mm un g vo n M e th ode un d Gege ns t an ds b er e ic h d er S ozio l o gi e Si mme ls a l s ei ne r „ Le hre von d er Ver ge s e ll s c ha ft un g a l s s ol che r“ ( Si mme l 1 90 8), pr ä zi se r de n „ Zwe ck de s s ozi ol ogisc he n Pr ob le m s “ i n „ der Fes t s te ll u ng, s ys te m a tis c he n Or dnu ng, p s yc ho l ogi s c he n B egrü ndu n g u nd h i s to ri s c he n E nt wi ck l ung de r re i nen Fo rm e n de r Ve rg es el l s chaf t un g“ ( Si mme l 1 91 7).“ 2
D azu be die nt si c h S im m el de r von i hm b ei s pi el haf t ange f üh rt e n d rei s ozio l ogi s c he n Ap ri or i, di e dem W is sen d er Ges e l l sch af t smi t gl i ed e r übe r i h r „ Gese l l scha ft s -Se i n“ (Da hme 1981, S. 44 8) e nt s p rec he n. Nach de m e r s te n Apr io ri se h en wi r de n a n de re n je wei ls nu r s te t s „ in i rgen de i ne m M aß e ve ra ll gem e ine rt “ ( S. 47 ). Da s zwe it e Apr io ri be sa gt , da ss „j ede s E l e me n t ei ne r Gr up pe ni c ht nu r Ge s ells c haf tst e il, s o nd er n a uß er dem no ch e t wa s is t“ ( S. 51 ). Und da s d ri t te Ap rior i ve rwe i s t a u f di e grun ds ä t zl i c he M ögl i c hke i t de s ei nze l ne n, e in er Ge s ells c haf t zuzugeh ör en .
S i m me l : Unte r s uc hunge n übe r d ie F orme n de r Ve r ge se ll sc ha f tung
S im m el s S oz i ol o gi e vo n 1 908 ge hö rt zu de n k la s si s c he n W e rk en de r S ozio l o gi e . An B eac ht u ng ha t d i es e r M o nogra ph i e s e it ih re m E r s ch ei nen n i ch t gef e hl t. Sie ge hö rt we lt we it b is h eu te zur s ozi ol ogis c h en P f l ic htl e kt üre, we nn ni c ht a l s Gan zes , s o i n Au s s c hnit t en. In dies e r p ro gr am m at is c he n Sc hri f t un te r s che idet er zwi s c he n den „ For m en “ de r V er ge s e ll sc haf t u ng un d d e n „ I nhal t en“, di e e rs t d a nn zu ges el l sc haf tl ic hen w er de n, we nn s i e von d en „W ech s e lwir kun ge n“ zwis c h en d en Ind i vi du en a u f ge no m me n si nd. Da m i t ko mme man i n Abse t zung zu d en gä ngi gen
1 Georg Simmel, Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, 5. Aufl., Berlin 1968, S.
9.
2 R e i n h o l d , 1 9 9 7 , S . 1 7 4 .
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Arbeit zitieren:
Mag. Dominic Vaas, 2002, Georg Simmel: Formale Soziologie und die quantitative Bestimmtheit der Gruppe, München, GRIN Verlag GmbH
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