Inhalt
Inhalt.......................................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Theoretische Grundlagen: Geschlechterrollen. 4
2.1. Differenztheoretischer Ansatz 4
2.2. Unterscheidung von „sex“ und „gender“ 4
2.3. Erklärungsversuche zu geschlechtsbedingtem Verhalten 5
2.3.1. Soziale Lerntheorie 5
2.3.2. Kognitive Theorie. 6
2.3.3. Sozialpsychologische Theorie. 6
2.3.4. Zusammenführung der drei Theorien 6
3. Kunstpädagogische Grundlegung 7
3.1. Helmut Hartwig und Hermann Ehmer. 7
3.1.1. Funktion von Kunst nach Ehmer 7
3.1.2. Ziele von Kunstpädagogik/Lerninhalte nach Hartwig und Ehmer. 8
3.2. Gunter Otto 9
3.2.1. Funktion von Kunst nach Otto 9
3.2.2. Ziele der Kunstpädagogik/Lerninhalte nach Otto 9
4. Unterrichtseinheit zum Thema Geschlechterrollen. 9
4.1 Vorraussetzung der Unterrichtseinheit. 9
4.2 Zielsetzung der Unterrichtseinheit 10
4.3 Unterrichtseinheit 10
4.3.1 Erste Unterrichtsstunde 10
4.3.2 Zweite bis fünfte Unterrichtsstunde 12
4.3.3. Vergleich meiner Unterrichtseinheit mit den kunstpädagogischen Überlegungen von
Hartwig , Ehmer und Otto 13
5. Persönliche Stellungnahme 15
6. Literatur 17
7. Materialanhang 18
7.1. Material zur ersten Stunde. 18
7.2. Das Rollentagebuch- Hausaufgabe zur zweiten Stunde 18
7.3. Materialien zu Vanessa Beecroft- dritte Stunde 18
7.4. Bildmaterial zur vierten Stunde 19
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1. Einleitung
Mädchen mögen gerne Pferde und gehen immer zusammen auf Toilette ( …was machen sie da bloß immer zusammen?). Jungen gucken gern Science-Fiction und spielen Fußball. Dies sind gängige Rollenklischees, die jeder kennt. Woher kommen diese Klischees, worin haben sie ihre Wurzeln und was bewirken sie?
Diese Fragen habe ich der vorliegenden Hausarbeit vorangestellt. Dabei soll es um die Rollen gehen, die Männer und Frauen, in unserem Falle Mädchen und Jungen einnehmen und wie man sie im Kunstunterricht zum Thema machen kann. Inwieweit ist es möglich Rollenverhalten im Rahmen von Kunstunterricht zu bemerken, zu reflektieren und zu verändern?
Zunächst soll es um theoretische Überlegungen zum Thema Geschlechterrollen gehen, wobei die folgenden Fragen geklärt werden sollen:
-Was ist eine soziale Rolle? Was ist ihre Ursache?
-Was ist speziell die Geschlechterrolle von Junge und Mädchen?
-Was gibt es für verschiedene Theorien zur Geschlechterfrage?
Danach möchte ich kurz die kunstpädagogischen Grundideen von Gunter Otto, Helmut Hartwig und Hermann Ehmer darstellen. Ich habe gerade diese gewählt, da die Aufsätze, auf die ich mich beziehe, aus der Zeit stammen, in denen auch die Geschlechterforschung ihren Ursprung hat- aus den 70er Jahren. Inwieweit diese Grundideen heute noch Bedeutung haben und ob ich mich auf sie stützen kann oder mich von ihnen absetzen möchte, werde ich dann am Ende des nächsten Punktes meiner Hausarbeit darstellen.
Ich werde daraufhin das Grundgerüst einer praktisch orientierten Unterrichtseinheit skizzieren. Hier werden konkrete Ideen zu einzelnen Unterrichtsstunden vorgestellt, wobei eine Unterrichtseinheit detailgenau ausgearbeitet werden soll. Inwieweit sind theoretische Überlegungen umsetzbar? Inwieweit ist es möglich sich im Kunstunterricht praktisch und auch theoretisch mit gesellschaftlichen Inhalten auseinanderzusetzen? Es folgt eine persönliche Stellungnahme.
Die Materialien für die Unterrichtseinheit sind im Anhang zu finden. Dort finden sich auch genauere Informationen über die Materialien.
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2. Theoretische Grundlagen: Geschlechterrollen
2.1. Differenztheoretischer Ansatz
Die Frauen- bzw. Geschlechterforschung befasst sich seit den 70er Jahren mit der Frage nach Erklärungen „für eine geschlechtsbedingte Verhaltens- und Fähigkeitsentwicklung“ (Blum-Brunner, S.23). Das hauptsächliche Interesse lag zunächst darin die hierarchische Ordnung von Geschlechtern zu erforschen. Das Männliche galt danach als dominantes und höherwertiges Geschlecht, das Weibliche hingegen als das dem Männlichen untergeordnete Geschlecht (vgl. Blum-Brunner, S.23). Dabei wird betont, dass diese hierarchische Ordnung nicht durch mangelnde Intelligenz, sondern durch einschränkende Sozialisation herbeigeführt wird. Die Forderung nach Maßnahmen, die dem entgegenwirken sollten, folgte hierauf. Frauen sollten den Männern „gleichberechtigt“ sein und die gleichen Chancen in ihrer Bildungslaufbahn erhalten.
Um diese Thesen zu begründen wurden wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt, die sich mit dem Unterschied der Lebenswelt von Männern und Frauen befassten. Die Frage war: In welchen gesellschaftlichen Bereichen treten Differenzen zwischen Männern und Frauen auf? Dabei wurden Frauen und Männer in unterschiedlichen Kontexten gesehen: Lebenslage, Lebenssituation, soziale Klassenzugehörigkeit, Volkszugehörigkeit (vgl. Blum-Brunner S.24). Dieser Differenztheoretische Ansatz in den Anfängen der Frauenforschung betonte sehr stark den Unterschied, was später kritisiert wurde, da die Betonung von Unterschieden auch Unterschiede konstruieren und fördern kann (vgl. Illg, S.24).
2.2. Unterscheidung von „sex“ und „gender“
Die Frage der Frauenforschung veränderte sich aufgrund der Kritik an dem differenztheoretischen Ansatz dahingehend, dass nun auch nach Gemeinsamkeiten oder Angleichungen (Androgynie) der Geschlechter gefragt wurde. Dies rückte das Verhältnis der Geschlechter in den Vordergrund und machte es nötig auch die Erforschung von Männerrollen stärker in die Forschung mit einzubeziehen (vgl. Blum-Brunner, S.25). Der soziale Kontext, in dem sich Männer und Frauen zueinander verhalten, bekam mehr Bedeutung. Geschlecht wurde daraufhin in zwei Kategorien geteilt: Das biologische Geschlecht („sex“), das wir bei der Geburt einmalig erhalten, und das soziale Geschlecht („gender“), das immer wieder neu in Interaktion mit anderen Menschen hergestellt werden
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muss. Das Geschlecht wurde demnach nicht mehr nur als etwas aufgefasst, was wir haben, sonder auch als „etwas, was wir tun“ (Illg, S.24). Es ist demnach etwas, was nicht starr und gegeben ist, sondern dynamisch und veränderbar (vgl. Illg, S25). Das soziale Geschlecht wird nicht an primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen festgemacht, sondern an anderen Kriterien wie z.B. Gang, Stimme, Körperhaltung, soziales Verhalten. Die Zuordnung zu einem Geschlecht ist dabei aber auch abhängig vom biologischen Geschlecht (vgl. Blum-Brunner, S.27). Außerdem spielen daraus folgend soziale und psychologische Faktoren für das Zustandekommen von Geschlechterrollen eine große Rolle (vgl. Blum-Brunner, S.24), was zwei wichtige Fragen aufwirft:
1. Unter welchen Bedingungen werden Geschlechterdifferenzen produziert? 2. Welche Mechanismen tragen zur „symbolischen Aufrechterhaltung der Unterschiede und welche zur Auflösung der Geschlechtergrenzen“ (Blum- Brunner, S. 25) bei? Im Folgenden sollen verschiedene Erklärungsansätze zu diesen Fragen aufgeführt werden. Wir übernehmen dabei die Gliederung von Blum-Brunner, die mir sinnvoll erscheint.
2.3. Erklärungsversuche zu geschlechtsbedingtem Verhalten
„Die Geschlechterdichotomie ist unverzichtbar für die Identitätsbildung in unserer Gesellschaft“ (Illg, S.28). Dies schreibt Beate Illg in ihrer Arbeit und sieht die Geschlechterkonstruktion als sehr wichtigen Teil der Wirklichkeitskonstruktion. Warum ist die Geschlechterzugehörigkeit wichtig für unser individuelles Selbst- und Fremdbild? Warum soll unsere Geschlechterzugehörigkeit stark unser individuelles Verhalten beeinflussen? Blum-Brunner teilte die Erklärungsansätze zu diesen Fragen in drei Theorien ein, die ich im Folgenden erläutern werde. Ich beziehe mich dabei in den folgenden vier Punkten auf die Zusammenfassung der Theorien von Blum-Brunner S. 26-27.
2.3.1. Soziale Lerntheorie
Die soziale Lerntheorie besagt, dass der Mensch unter anderem durch Beobachtung von Vorbildern lernt. Wenn das Verhalten, das er zeigt, wünschenswert ist, wird dies positiv von den Mitmenschen bekräftigt. Er lernt durch „Hinweisreize“ in der Umgebung zu erkennen, welches Verhalten situationsspezifisch erwünscht ist und verhält sich demnach. Dabei strebt er nach positiver Bekräftigung und Bestätigung. Durch unterschiedliche
geschlechtsspezifische Erwartungshaltungen in der Umgebung werden Jungen und Mädchen verschieden bekräftigt. Dies führt dazu, dass sie sich zu den unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Erwartungen auch unterschiedlich verhalten.
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2.3.2. Kognitive Theorie
Die kognitive Theorie besagt, dass sich die Geschlechtsrollenentwicklung aus der „aktiven Auseinandersetzung des Individuums mit seiner Umwelt“ (Blum-Brunner, S.26) ergibt. Durch die Fähigkeit Reize aus der Umwelt zu kategorisieren und zu klassifizieren bilden sich zwei Geschlechter heraus. Die Aufteilung in Geschlechter ist demnach eine Kategorisierung und Klassifizierung. Das Individuum ist aber nicht nur fähig seine Umwelt zu ordnen, sondern sieht sich als Teil seiner Umwelt und setzt sich in Beziehung zu ihr indem es sich selbst in bestimmte Kategorien einordnet, wie z.B. der Kategorie Geschlecht. Die Konstruktionen der zwei Geschlechter wird also gebildet und daraufhin das eigene Verhalten und Selbstbild davon beeinflusst. Die Wahrnehmung ist nach dieser Theorie ein konstruktiver Prozess, bei dem die Informationen der Umwelt geordnet werden und ihnen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben wird. Dabei ist es so, dass die „Individuen eine Geschlechtsschema entwickeln, das dazu dient, ankommende Informationen nach ihrem geschlechtstypischen Gehalt einzureihen.“ (Blum-Brunner, S.26).
2.3.3. Sozialpsychologische Theorie
Im Zentrum der sozialpsychologischen Theorie stehen die sozialen Interaktionsprozesse zwischen Menschen. Die Interaktion wird dabei als die Ausführung geschlechtsspezifischen Verhaltens gesehen. Dabei bringen die Interaktionspartner ihre Erfahrungen mit in die Interaktion ein. Auch die Erfahrungen über erwünschtes und unerwünschtes Verhalten wird mit eingebracht und resultiert in Konsequenzerwartungen, welche wiederum bestimmte Reaktionsmuster hervorruft. Da Menschen immer ein Bedürfnis nach Anerkennung und positiver Resonanz bei ihren Mitmenschen haben, versuchen sie dies durch Anpassung an die soziale Umgebung zu erreichen.
2.3.4. Zusammenführung der drei Theorien
Die soziale Lerntheorie und die kognitive Theorie versuchen die Ursachen und die Entwicklung der Geschlechterrolle zu beschreiben, wobei die sozialpsychologische Theorie auf die Ausführung der Geschlechterrolle eingeht. Dabei bedingen sich alle Theorien gegenseitig (Abb. 1). Das Individuum trifft auf eine Erwartungshaltung bezüglich seiner Geschlechterzugehörigkeit und muss sich der Erwartung gegenüber verhalten. Durch die
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Arbeit zitieren:
Ursula Mock, 2006, Das Thema Geschlechterrollen im Kunstunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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