Das metabolische Syndrom weniger als 50 mg/dl bzw. 1,29 mmol/l) bzw. eine bereits eingeleitete Therapie zur Anhebung des HDL-Cholesterins.
Bluthochdruck (systolisch mehr als 130 mmHg oder diastolisch mehr als 85 mmHg) bzw. eine
bereits behandelte Hypertonie.
erhöhte Nüchtern-Blutglukosespiegel (mehr als 100 mg/dl bzw. 5,6 mmol/l) oder ein bereits diagnostizierter Typ 2 Diabetes. iv Diese Aspekte stellen gleichzeitig Risikofaktoren für eine Erhöhung der kardiovaskulären Mortalität um das 2,6-bis 4,2-fache und der Gesamtmortalität um das 1,9- bis 3,3-fache dar v und entwickeln sich alle aus einer Insulin-Resistenz heraus, welche aufgrund eines dauerhaft erhöhten Fettangebotes im Blut entsteht. vi Die Zellen, insbesondere die Muskelzellen, ernähren sich dann hauptsächlich von den freien Fettsäuren und reagieren zunehmend weniger auf Insulin. Das führt dazu, dass immer mehr Insulin produziert werden muss, um alle Zellen ausreichend zu versorgen und es entsteht eine chronischen Hyperinsulinämie. vii Da hohe Insulinspiegel den Appetit steigern und somit wiederum der Adipositas Vorschub leisten, hat hiermit ein Teufelskreis begonnen, ohne dessen Unterbrechung es zu schwerwiegenden Folgen kommen kann. Letztendlich kommt es bei Erschöpfung der insulinproduzierenden Zellen zu einem Insulinmangel viii und zur Manifestation eines Diabetes mellitus Typ II, welcher oftmals auch als klassische Erkrankung des metabolischen Syndroms bezeichnet wird. Er kann dem Metabolischen Syndrom entweder als Leitkrankheit vorausgehen oder aber, was häufiger der Fall ist, im Gefolge anderer Erkrankungen des metabolischen Syndroms auftreten. In über 90% der Fälle bei Typ-II-Diabetes lässt sich mindestens eine der zum metabolischen Syndrom gehörenden Krankheiten nachweisen. ix Das Metabolische Syndrom wird daher auch als “prädiabetische Phase” gesehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen, die am Metabolischen Syndrom leiden zwangsläufig auch diabetisch werden müssen, wenn z.B. ein milderer Verlauf der Krankheit vorliegt oder neuste präventivmedizinischer Maßnahmen Erfolg aufweisen. x Möglicherweise führen dauerhaft erhöhte Konzentrationen an freien Fettsäuren außerdem zu einer gesteigerten hepatischen Glukoseproduktion und damit zu einer beschleunigten Entwicklung der Insulinresistenz. Die Störungen im Sinne des metabolischen Syndroms schließen sich dann in Form der Dislipoproteinämie, einer Kombination aus erhöhten Triglyceriden und erniedrigtem HDL-Cholesterin 7 , der Hyperglykämie, und der Hypertonie an. Diese ist auf einen pathologischen Einfluss des Insulins auf die Sympathikusaktivität, den Mineralhaushalt und die glatte Gefäßmuskulatur zurückzuführen. 10 xi Die Zusammenhänge der einzelnen Aspekte des metabolischen Syndroms beschreiben somit ein sehr komplexes Krankheitsbild (siehe Abb.1 xii ), welches pathophysiologisch auf die Insulinresistenz zurückzuführen ist 8 und durch eine ebenso komplexe Therapie abgefangen werden muss. Die Therapie schließt an eine Reihe von diagnostischen Untersuchungen an, welche sich schon zum Teil
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Das metabolische Syndrom von der o.g. Definition des Metabolischen Syndroms nach der IDF ableiten lassen. Dazu gehören die Bestimmung des BMI, der Waist-to-hip-ratio, des Blutdrucks, evtl. auch eines 24h Blutdruckprofils, bei dem die RR-Senkung zwischen 23 Uhr und 5 Uhr nicht mehr als 15% - 20% betragen sollte. Die Basisuntersuchungen setzten sich des weiteren aus der Bestimmung des Nüchternblutzuckerwertes (nü>6,7mmol/l), der Harnsäure (>480µmol/l), Fibrinogen (>300mg/dl),
ALAT und Albumin (>20mg/24h im Urin) zusammen. Weitere paraklinische Untersuchungen
beinhalten ein Echokardiogramm (EKG), Duplexsonographie der Karotiden und Kardiosonographie, Bestimmung des intraabdominellen Fetts im CT, evtl. Messung der Knochendichte und des Augenfundus. Liegen laut Familienanamnese androide Fettsucht oder Diabetes vor, so sollte auch ein oraler Glukosetoleranztest (75g Glukose 2hpp>11,1mmol/l) mit Bestimmung von Proinsulin als wichtiger Prädiktor für das Diabetesrisiko erfolgen. Weitere mögliche Laborparameter sind: Insulin (>+1s), freies Testosteron (>+1s), Dihydroepiandrosteron- Sulfat (>+1s), Triglyceride (>2,3mmol/l), Cholesterol (>6,5mmol/l), HDL-Cholesterol (<0,9mmol/l), Von Willerbrand-Faktor (>+1s), sowie Bestimmung von Faktor VII und Plasminogenaktivatorinhibitor (PAI). xiii 9 Liegt nach o.g. Diagnostik auch nur der Verdacht auf ein Metabolisches Syndrom vor, genügt dies aufgrund der Komplexität des metabolischen Syndrom schon als Indikation für therapeutische und prophylaktische Maßnahmen. Die Therapie des metabolischen Syndroms entspricht weitestgehend der Basistherapie des Diabetes mellitus Typ II und setzt sich aus Reduktionskost, täglicher körperlicher Aktivität mit Muskelaufbau und Fettabbau (ca. 30-45min bei mittlerer Belastungsstufe), Nikotinkarenz, sowie Vermeidung von diabetogenen Pharmaka und ausschließlicher Verwendung von hochkardioselektiven Beta-Blockern zusammen. xiv Im einzelnen bedeutet dies, dass die Gewichtsreduktion durch Reduktionsdiat und täglicher körperlicher Aktivität alle genannten Komorbiditaten und Komplikationen verbessert, jedoch sind nicht alle Folgeerkrankungen der Adipositas reversibel. Besonders im Hinblick auf kardiovaskuläre Risiken tritt eine Verbesserung ein, denn schon eine Gewichtsreduktion von 10% führt zu einer Reduktion des Herzinfarktrisikos um ca. 20%. Des weiteren kann somit die Progression zum manifesten Diabetes mellitus Typ II um 30-50% reduziert werden. In Extremfällen ist auch ein chirurgisches Verfahren zur Gewichtsreduktion, z.B. Magen-By-Pass, möglich. Das Nikotin stellt einen hohen vaskulären Risikofaktor dar und muss deshalb vermieden werden. Beta-Blocker können den Glukosestoffwechsel verschlechtern. Es sollte daher genau abgesägt werden wie notwendig eine Beta-Blocker-Therapie im jeweiligen Fall ist. 5 In jedem Fall bleibt jedoch körperliche Aktivität und eine kalorienarme Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen die vorrangigsten Maßnahmen zur Bekämpfung des Metabolischen Syndroms. xv Bei nicht eingeleiteter, verspäteter oder nicht korrekt durchgeführter Therapie kann es aufgrund der
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Das metabolische Syndrom beschleunigten Atherosklerose zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen, wie z.B. dem Diabetes mellitus Typ II, verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) bis hin zur chronischen Niereninsuffizienz kommen. xvi Auch ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom aufgrund der Adipositas ist nicht selten. xvii Von der anderen Seite betrachtet, kann man sich also erschließen, dass die entscheidenden Risikofaktoren für das metabolische Syndrom Bewegungsmangel sowie Fehlernährung darstellen. Mehrere Untersuchungen haben darüber hinaus belegt, dass genetische Faktoren das metabolische Syndrom begünstigen können, ob es jedoch auch dazu kommt hängt letztendlich maßgeblich von der Bewegung und der Ernährung ab. xviii Diese Faktoren können noch um weitere Lebensgewohnheiten, wie z.B. Rauchen und Alkoholkonsum, erweitert werden. xix Darüber hinaus erhöhen jedoch auch zunehmendes Lebensalter und Störungen des Glukosestoffwechsels in Belastungssituationen, sowie bei Frauen eine gestörte Glukosetoleranz in der Schwangerschaft 5 und verschiedene endokrine Störungen, wie z.B. Androgen-Überschuss bei der Frau, Androgen-Mangel beim Mann, Glucocorticoid-Exzeß, oder Wachstumshormon-Mangel, die Wahrscheinlichkeit an einem Metabolischen Syndrom zu erkranken. xx Dabei ist bemerkenswert, dass, wie in umfangreichen Studien festgestellt wurde, jeder der genannten Risikofaktoren unabhängig von den anderen das Risiko eine Herzkrankheit zu bekommen erhöht. Und zwar addiert sich das Risiko durch die einzelnen Risikofaktoren nicht nur, sondern es potenziert sich vielmehr. Zum Beispiel kann der Anstieg des Cholesterins von normalen 185mg/dl auf 335mg/dl fast zu einer Vervierfachung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Kommt dazu bei dem selben Patienten noch eine Erhöhung von Blutdruck und Blutzucker hinzu, so steigt das Risiko schon um das 23fache und bei zusätzlichem Rauchen sogar um das 34 fache. 6 Obwohl das Metabolische Syndrom eine weit verbreitete Krankheit in Deutschland ist, gibt es bisher kaum Studien, welche die genaue Verteilung des Metabolischen Syndroms beschreiben. Die GEMCAS-Studie (“German Metabolic and Cardiovascular Risk Projekt”) von 2005, an der insgesamt 35 869 Patienten aus allen Regionen Deutschlands teilgenommen hatten, hat schließlich versucht regionale Unterschiede in der Prävalenz des metabolischen Syndroms zu aufzuzeigen. Diese liegt laut der Studie deutschlandweit bei insgesamt 19,8%, wobei Männer (22,7%) häufiger betroffen sind als Frauen (18,0%). Im Ost-West-Vergleich gibt es bei den Männern nur geringe Unterschiede (Ost: 22,7%, West: 21,1%), bei den Frauen dagegen liegt die Prävalenz im Osten (21,4%) deutliche höher als die im Westen (17,7%), genauso wie der Anteil der Menschen mit Diabetes mellitus in Ostdeutschland deutlich höher liegt (Männer: 17% vs. 13,4%, Frauen: 12,3% vs. 9,2%). Interessant ist auch, dass die höchsten Prävenlenzen bei Frauen dabei neben Brandenburg und Sachsen-Anhalt in Mecklenburg-Vorpommern liegen (21-23%). Des Weiteren zeigt eine genauere Aufschlüsselung der regionalen Verteilung der Häufigkeit nach Bundesländern regionale
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Rebekka Deißer, 2009, Über das Metabolische Syndrom, Munich, GRIN Publishing GmbH
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