Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Glückslehren André Schmidt
von ARISTOTELES, AUGUSTINUS und THOMAS VON AQUIN
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 3
2 Die Frage nach dem Glück 4
2.1 Das neue Zeitalter 4
2.2 Die Philosophie und das Glück 4
3 Aristoteles 6
3.1 Das Konzept der Eudaimonia 6
3.2 Freundliche Umstände 6
3.3 Die Praxis der Tätigkeit der Seele 7
3.4 Tugend und Tüchtigkeit des bürgerlichen Lebens 8
4 Augustinus, Aurelius 9
4.1 Flucht ins Jenseits 9
4.2 Gottesliebe als Schlüssel zum Glück 9
4.3 Willkürliche Prädestination 10
4.4 Der sozialpolitische Kontext 11
5 Thomas von Aquin 12
5.1 Die Wiederkehr der Vernunft 12
5.2 Synthese zwischen Glauben und Vernunft 12
5.3 Die Theologie des Glücks 13
6 Schlussbemerkung 15
Quellenverzeichnis 16
Literaturverzeichnis 17
Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Glückslehren André Schmidt
von ARISTOTELES, AUGUSTINUS und THOMAS VON AQUIN
1 Einleitung
In dieser Seminararbeit sollen anhand von ausgewählten Texten antiker und mittelalterlicher Autoren, wie ARISTOTELES, AUGUSTINUS sowie THOMAS VON AQUIN die unterschiedlichen Vorstellungen über das menschliche Glück näher betrachtet werden. Dabei werden die verschiedenen Einflüsse der jeweiligen Epochen für ein besseres Verständnis der Beweggründe der Autoren, ihre Weisheitslehren zu verfassen, in einen kurzen sozialgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf die Herausarbeitung der verschiedenen Glückslehren nach ihren Inhalten, Motiven und Zielstellungen gelegt werden. Ein Hauptaugenmerk wird dabei der Fragestellung gewidmet sein, welche Leitsätze und Hauptaussagen diesen philosophischen Glückslehren entnommen werden können. Im Speziellen soll eine Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Beispiel von ausgewählten Texten dieser Autoren unternommen werden, indem auch der Frage nach der geschichtlichen Entwicklung des Glücksbegriffes nachgegangen werden soll. Als wissenschaftliche Grundlagen zur Klärung dieser Fragen dienen unter anderem die schriftlichen Übersetzungen von europäischen Autoren wie FRANZ DIRLMEIER, „Aristoteles, Nikomachische Ethik“, „Thomas von Aquino, Summe der Theologie“ von JOSEPH BERNHART sowie der von ALFRED HOFFMANN übersetzte „2. Brief Aurelius Augustinus an Macedonius“. Aber auch Sekundärliteratur, wie die Monographien EMIL ANGEHRNs, „Die Philosophie und die Frage nach dem Glück“, MAXIMILIAN FROSCHNERs, „Über das Glück des Menschen, Aristoteles, Epikur, Stoa, Thomas von Aquin“, sowie „Metzler Philosophie Lexikon, Begriffe und Definitionen“ von PETER PRECHTL als Tertiärliteratur werden hierfür herangezogen, um die Untersuchungen anderer Philosophen sowie den Forschungsstand mit einzubeziehen.
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Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Glückslehren André Schmidt
von ARISTOTELES, AUGUSTINUS und THOMAS VON AQUIN
2 Die Frage nach dem Glück
2.1 Das neue Zeitalter
Vor fast zweieinhalb Jahrtausenden erwachte nicht nur in Asien, sondern auch nahezu zeitgleich in Europa der menschliche Geist zu sich selbst und wurde sich seiner Macht bewusst. Der Mensch machte sich jetzt Gedanken über die Ordnung der Welt und im Besonderen über seine eigene Stellung in ihr. Als in Griechen-land das philosophische Denken einsetzte, kam es auf Grund eines sich allmählich durchsetzenden selbstständigen und kritischen Erkennens zu einem offenen Hinterfragen des bis dahin bestehenden Weltbildes des Mythos, indem die fraglos akzeptierte Kunde der Vorzeit, das hingenommene heilige Wissen vom Urgrunde der Welt und des Lebens zunehmend an Bedeutung verloren. 1 Es setzte ein frühes philosophisches und forschendes Auseinandersetzen mit den alten religiösen Bindungen und Vorstellungen der Vorzeit ein. Die Natur nachahmende Kunst ersetzte den mythischmagischen Stil und das eiserne Zeitalter verdrängte langsam aber sicher das Bronzene. Der Mensch versuchte sich des Urältesten sowie des Zusammenhanges zwischen der Tiefe des Geistes und des Urgrundes des Weltganzen bewusst zu werden und nutzte erstmals die Fähigkeit des klaren Ausdrucks sowie des schöpferischen Wortes. Dieses gilt in Indien für MAHAVIRA ebenso wie für GAUTAMA BUDDHA, in Griechen-land für HERAKLIT und HESIOD und im chinesischen Kulturkreis für LAO-TSE sowie KONFUZIUS.
2.2 Die Philosophie und das Glück
Zu dieser Zeit der Neuorientierung, in der sich Staatssysteme in kurzen Zeitabständen abwechselten und die Demokratie eine erst neu geborene Staatsform war, setzte auch die Zuwendung der Philosophie zum Glück sowie zur Vorstellung des Glücks ein, da das Zutrauen und Vertrauen, dass Glück und Unglück Gabe der Götter seinen, brüchig wurde. 2 Die Beschäftigung der Menschen mit dem Glücksbegriff ist jedoch älter als die Philosophie selbst. Die damaligen hellenistischen Glücksvorstellungen des Alltagsverstandes gingen größtenteils davon aus, dass Glück im Besitz von Gütern wie Gesundheit, Ehre, Macht, Reichtum, Schönheit und einem langen
1 Vgl. HORSTER, Detlef: Aristoteles in: LUTZ, Bernd: Metzler-Philosophen-Lexikon, von den Vorsokratikern bis zu den neuen Philosophen, 2. Aufl., Weimar 1995, S. 47.
2 Vgl. Artikel >Glück<, in: Hist. Wörterbuch der Philosophie, Band III, S. 679. Seite 4 von 18
Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Glückslehren André Schmidt
von ARISTOTELES, AUGUSTINUS und THOMAS VON AQUIN
Leben zu finden sei und es scheint, als ob sich diese Vorstellung elementarer Bedürfnisse und Wünsche des Menschen unabhängig von der Philosophie durch die Zeiten hindurch bis heute hält. 3 Denn auch heute noch besitzen wir im Deutschen für das Glück zwei Bedeutungsschwerpunkte. Zum einen im Sinne eines ebenso erfreulichen wie unverfügbaren und unberechenbaren Geschicks oder Zufalls, griechisch Eutychia, sowie zum anderen der im Zusammenhang mit Gedenkreden und Todesanzeigen gebrauchten Bedeutung eines erfüllten Lebens, wofür die Griechen den Begriff Eudaimonia reservierten. 4
Den meisten Menschen war und ist im unbestimmt allgemeinen klar, dass unter Eudaimonia des Menschen formal die Menge der notwendigen und zureichenden Eigenschaften, welche uns ein menschliches Leben als gelungen, als artspezifisch vollendet beurteilen lassen, zu verstehen ist. Jedoch besteht seit jeher Unklarheit darüber, welche Attribute es denn nun sind, die ein menschliches Leben zu einem vollendeten und glücklichen machen. 5 Dieser Streit über die korrekte Antwort auf diese Frage trennt nicht nur die praktischen Philosophen der griechischen Antike, sondern verbindet sie auch, da ihre philosophischen Versuche einer Theorie dessen, wie vernünftigerweise zu leben sei, sämtlich im Begriff des Glücks als Ziel menschlichen Strebens ihre letzte Begründungsbasis sehen. 6 Und so kann man daraus schließen, dass nahezu alle antiken Ethiken ungeachtet ihrer Unterschiede letztendlich eudämonistisch sind.
3 Vgl. Artikel >Glück< in: Hist. Wörterbuch der Philosophie, Band III, S. 679.
4 Vgl. FORSCHNER, Maximilian: Über das Glück des Menschen, Aristoteles, Epikur, Stoa, Thomas von Aquin, Darmstadt 1993, S. 1.
5 Vgl. FORSCHNER, Maximilian: Über das Glück des Menschen, S. 1.
6 Ebd. Seite 5 von 18
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André Schmidt, 2004, Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den Glückslehren von Aristoteles, Augustinus und Thomas von Aquin, München, GRIN Verlag GmbH
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