Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Herding. 3
2.1 Begriffsdefinition Herding 3
2.2 Rationales Herdenverhalten. 4
2.3 Irrationales Herdenverhalten 5
3. Prinzipal-Agenten Ansatz - Theoretische Grundlagen. 6
3.1 Adverse Selection. 6
3.2 Das Moral Hazard Problem 7
3.3 Das Hold-Up Problem 7
4. Anreiz- und Vergütungsstrukturen unter Karriereinteressen 9
4.1 Prinzipal-Agenten Ansatz mit Karriereinteressen 9
4.2 Das Auftreten von Herding bei Fondsmanagern 10
4.3 Möglichkeiten, Herding bei Managervergütung entgegenzuwirken 12
4.3.1 Incentives 12
4.3.2 Vertragliche Incentives contra Herding 13
5. Fazit. 15
6. Literaturverzeichnis. 16
1
1. Einleitung
Bei der Erörterung von Finanzmarktphänomenen wird auf keine Spezies der Tierwelt so häufig Bezug genommen wie auf Lemminge oder Schafe. Diese Spezies trifft man fast nur in Herden an und sie imitieren das Verhalten ihrer Artgenossen. Diese eigenartige Naturerscheinung wird häufig als Metapher für das Verhalten von Börsenakteuren herangezogen. Viele Fondsmanager, Analysten und Anleger fühlen sich wohler, wenn sie sich in ihren Einschätzungen und Handlungen in Übereinstimmung mit ihren Mitmenschen befinden. Dabei lösen sie sich im Extremfall ganz von eigenen Sinn- und Vorteilhaftigkeitsüberlegungen. 1 Dieses Phänomen zu beschreiben und vertraglich basierte Lösungsansätze zu finden, die das Auftreten von Herding eindämmen sollen, ist Teil dieser Seminararbeit. Dabei werden die Begriffe ″Herding″ und ″Herdenverhalten″ gleichbedeutend verwendet.
Das zweite Kapitel gibt einen allgemeinen Einblick in das Thema Herding und befasst sich mit Erklärungsansätzen für das Auftreten von Herding speziell an Börsen und unter Fondsmanagern.
Im dritten Kapitel geht es um die theoretischen Grundlagen des Principal-Agenten Ansatzes, dem eine bedeutende Rolle für das Entstehen von Herding zukommt. Speziell das Moral Hazard Problem.
Das vierte Kapitel bildet den Hauptteil dieser Seminararbeit. Es geht um die Anreiz-und Vergütungsstrukturen, die bei Fondsmanagern mit Karriereinteressen Herding auslösen und liefert, basierend auf der Arbeit ″The Surprising Role of Contractual Incentives“ von Dass, Massa und Patgiri, Möglichkeiten, mittels vertraglichen Incentives das Herdenverhalten von Fondsmanagern einzuschränken. Im Fazit fasse ich in kurzen Worten noch einmal zusammen, was das Auftreten von Herding begünstigt und nehme kritisch Stellung zu dem Lösungsansatz der vertraglichen Incentives.
1 Vgl. Spiworks M. (2006), S.5.
2
2. Herding
Dieses Kapitel liefert einen Einblick und Erklärungsansätze für Herding an Börsen und unter Fondsmanagern.
2.1 Begriffsdefinition Herding
Turbulente Entwicklungen an Finanzmärkten, wie zum Beispiel das Entstehen von Preisblasen oder Börsencrashs, werden oft mit dem sogenannten Herdenverhalten begründet. Wirtschaftssubjekte orientieren sich dabei bei ihren Entscheidungen am beobachtbaren Entscheidungsverhalten anderer Wirtschaftssubjekte und ignorieren dabei ihre eigenen privaten Signale. 2
In der reichhaltigen Literatur zum Herdenverhalten lässt sich keine einheitliche Definition finden. Das ist auch nicht das Ziel dieser Arbeit. Man kann aber sagen, dass sich sowohl in der empirischen Literatur als auch in der theoretischen Literatur zum Thema Herdenverhalten eine Kernaussage herauskristallisiert. Menschen fühlen sich wohler, wenn sie keine einsamen Entscheidungen treffen, sondern sich mit ihrer Wahl in guter Gesellschaft wissen. So lassen sich z.B. die Konsequenzen einer Fehlentscheidung leichter ertragen, denn man hat diese Entscheidung zum Glück ja nicht alleine getroffen. „Wir Menschen lernen von Natur aus nicht nur aus eigenen Erfahrungen, sondern auch aus dem Verhalten anderer. Wir analysieren, inwiefern das Verhalten der anderen zum Ziel geführt hat, und imitieren augenscheinlich erfolgsversprechende Strategien und Methoden. Imitation wird dabei umso wichtiger, je komplizierter eine Aufgabe ist.″ 3
Mit dem Begriff Herdenverhalten lassen sich Situationen identifizieren, in denen Wirtschaftssubjekte unter Ignoranz ihrer eigenen Informationen Entscheidungen treffen und dabei das Verhalten anderer Wirtschaftssubjekte imitieren. 4 Rationales Herdenverhalten ist auf drei unterschiedliche Wirkungszusammenhänge zurückführbar. Netzwerkexternalitäten, Informationskaskaden und Prinzipal-Agenten-Ansätze mit Karriereinteressen der Agenten bzw. bei Verwendung relativer Leistungsbewertung durch den Prinzipal. Die theoretische Forschung zum Herdenverhalten hat sich jedoch auf die beiden letzteren Wirkungszusammenhänge
2 Vgl. FinanceWiki Portal TU Dresden abgerufen am 26.03.2009.
3 Weber M. (2007), S. 100.
4 Vgl. Lähn M. (2004), S. 25.
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konzentriert. 5 Der Principal-Agenten-Ansatz wird einen der Schwerpunkte in dieser Seminararbeit darstellen. Das Herdenverhalten und seine Folgen beschäftigt die empirische und theoretische Ökonomie, die zwischen rationalem und irrationalem Herdenverhalten unterscheidet.
Die verschiedenen Erklärungsansätze von Herdenverhalten sind in der folgenden Abbildung dargestellt:
Abbildung 1: Klassifizierung der Erklärungsansätze für Herdenverhalten
Quelle: Freiberg N. (2004), S. 4.
2.2 Rationales Herdenverhalten
Unter rationalem Herdenverhalten wird gleichgerichtetes Verhalten zusammengefasst, das auf Informationen beruht. Bei rationalem Herdenverhalten gibt es einen guten Grund dafür, (wie z.B. Schafe) hintereinander herzulaufen. Man erzielt ein besseres Resultat als im Alleingang. 6 Rationales Herdenverhalten kann darüber hinaus auch durch mangelnde Erfahrung und geringe persönliche Analysefähigkeiten begründet werden. 7 Gerade die Berufsgruppe der Analysten fürchtet die Konsequenzen, wenn sie von der Meinung einer bestimmten Person oder Personengruppe abweichen. Rationales Herdenverhalten ist dann die Reaktion, welche aus faktisch bestehendem oder lediglich
5 Vgl. Freiberg N. (2004), S.1.
6 Vgl. Weber M. (2007), S 101.
7 Vgl. Friedrich N. (2007), S. 112.
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Arbeit zitieren:
Andreas Berndt, 2009, Portfoliomanagement: Erfolgsmessung, Vergütung und Anlageverhalten von Portfoliomanagern, München, GRIN Verlag GmbH
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