1. Einleitung 4
2. Vorstellung Johannes XXIII. 5
2.1 Biographie und geistliche Entwicklung. 6
2.2 Politische Bewusstsein 8
3. Politische Situation unter dem Pontifikat Johannes XXIII. 8
3.1 Skizzierung der politischen Landschaft. 8
3.2 Vatikanische Ostpolitik 10
4. Enzyklika „Pacem in terris“ 11
4.1 Inhaltsangabe 11
4.2 Intention. 13
4.3 Auswirkungen der Schrift auf das politische Geschehen 13
5. Fazit 16
6. Literaturverzeichnis 18
3
1. Einleitung
Mit Hilfe der hier vorliegenden, von mir persönlich im Rahmen des im Wintersemester 2007/08 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg belegten Kirchengeschichteseminar: „Johannes Paul der Große? Johannes Paul II. in seiner kirchenhistorischen Bedeutung“ angefertigten Hausarbeit „Historische Theologie: Die Vatikanische Ostpolitik unter Papst Johannes XXIII. - Bedeutung der Friedensenzyklika Pacem in terris für das gesellschaftliche sowie politische Geschick jener Zeit“ möchte ich mich einerseits konzentrierter mit der Person Johannes` XXIII., seinem politischen Bewusstsein und der von ihm geführten Vatikanischen Ostpolitik im Rahmen der gesellschaftlich-politischen Weltsituation während seines fünfjährigen Pontifikats auseinandersetzen, sowie mich näher mit den theologischen wie auch politischen Aspekten, Relevanzen und den daraus resultierenden Diversifikationen und Kontinuitäten für das politische Klima in der Welt im Hinblick auf die von ihm 1963 verfassten Friedensenzyklika „Pacem in terris“ vertraut machen, sowie kritisch auseinandersetzen, um abschließend ein bewertendes Urteil bezüglich der pastoralen sowie kirchenpolitischen Fähigkeiten und Fertigkeiten diese großen Papstes in der Kirchengeschichte formulieren zu können.
Mich persönlich tangiert dieses Thema „Historische Theologie: Die Vatikanische Ostpolitik unter Papst Johannes XXIII. - Bedeutung der Friedensenzyklika Pacem in terris für das gesellschaftliche sowie politische Geschick jener Zeit“ im speziellen Maße auf Grund meines Interesses für die politischen sowie gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg 1 und den sich entwickelnden Kalten Krieg 2 . Politisch beeindruckt bin ich im Speziellen von der Vatikanischen Ostpolitik, die trotz neutraler Stellung des Vatikans deutlich Position für den Frieden eingenommen hat. Des weiteren imponiert mir das besondere Charisma und die außergewöhnliche Persönlichkeit des „guten Papstes“ Johannes XXIII. Sein lebendiges Engagement und sein bedingungsloser Einsatz für den Frieden hat die Welt wachgerüttelt und zu vielen
1 Die zweite weltumfassende kriegerische Auseinandersetzung des 20. Jh. (1939-1945), in der sich
Deutschland, Italien, Japan, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, zeitweise Finnland sowie einige weitere
Staaten auf der einen Seite und die Staaten der „Anti-Hittler-Koalition“, v.a. Frankreich, Großbritannien
und seit 1941 auch die Sowjetunion und die USA, auf der anderen Seite gegenüberstanden (vergleiche
hierzu genauer: Meyers Lexikonredaktion, Schüler Duden, Die Geschichte, 1996, S.501-506).
2 Der Begriff Kalter Krieg bezeichnet die Periode (1945-1990) scharfer Spannungen und Konfrontationen
zwischen der USA und der UdSSR samt Verbündeten nach dem Zweiten Weltkrieg (Siehe hierzu
genauer: I., Geiss, Geschichte griffbereit. Die sachsysthematische Dimension der Weltgeschichte, 2002,
Bd. 4, S.1025-1026).
4
positiven Veränderungen, Neustrukturierungen sowie Erkenntnissen in der Kirche und in der Welt maßgebend beigetragen.
2. Vorstellung Johannes` XXIII.
Am 3. September 2000 wurde Angelo Guiseppe Roncalli von unserem verstorbenen Heiligen Vater Johannes Paul II., 27 Jahre nach seinem Tod, seliggesprochen. „Wer seine Tugend betrachtet und rühmt, muss erkennen, dass dieser Mann von dem Augenblick an, da er Papst geworden war, wirklich in einem Höchstmaß hellwacher Entschlossenheit zum universalen Hirten und Lehrer wird. Wer sich dessen nicht bewusst wird, bewundert eine bloße imaginäre Heiligkeit, eine Heiligkeit, die es vielleicht bei anderen gibt, die aber nicht die wirkliche Heiligkeit von Papst Johannes ist“ 3 .
Die menschliche Bewertung von Johannes XXIII. führt bis in die Gegenwart hinein zu zahlreichen Ambivalenzen. Einige Menschen betrachten in der vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1963-1965) veranlassten kirchlichen Öffnung die einzige Möglichkeit, der Kirche unter den gesellschaftlich, sozial sowie politisch veränderten Bedingungen unseres Zeitalters Glaubwürdigkeit zurückzugeben und sie neu zu stärken, sie erblicken in Roncalli einen Wegweiser sowie großartigen Träger der Hoffnung. Andere wiederum verstehen ihn als einen naiven, leichtsinnigen Idealisten und unvorsichtigen Erneuerer, der die Kirche durch seine Initiativen besonders durch seine Einberufung des 21. Ökumenischen Konzils in eine Phase der Destabilität geführt habe. „Eindeutigkeit der Glaubensverkündigung, Glaubensgehorsam und kirchliche Geschlossenheit seien einer trügerischen Freiheit und einem vom Zeitgeist geprägten Opportunismus geopfert worden“ 4 .
Wer Papst Johannes XXIII. wirklich kennen lernen und sein Leben verstehen möchte, muss sein Herz für diesen Pontifex Maximus weit öffnen sowie bereit sein für die Stimme, die von Gott spricht, von menschlicher Brüderlichkeit, von Widerherstellung sozialer Gerechtigkeit sowie von globalen Frieden.
3 G. Alberio: Johannes XXIII. Leben und Wirken des Konzilpapstes,2000,S.228.
4 K. Wittstadt in: Von Pius XII. bis Johannes XXIII., 2001, S.179.
5
2.1 Biographie und geistliche Entwicklung
Angelo Giuseppe Roncalli ist am 25. November 1881 in der Ortschaft Brusicco, Gemeinde Sotto il Monte in Italien als Sohn von Giovanni Battista Roncalli und Marianna Mazzola geboren. Er wächst im Rahmen einer patriarchalischen Großfamilie mit elf weiteren Geschwistern in eher ärmlichen Lebensverhältnissen mit finanziell begrenzten Mitteln auf. Seine Familie spielt für den späteren Heiligen Vater eine enorm wichtige Rolle, vor allem seine Eltern haben ihn Orientierung an menschliche Werten und positiven Erfahrungen vermittelt, ihn entscheidend für sein Leben geprägt, sowie beeinflusst. In einem Schreiben an seine Eltern anlässlich der Vollendung seines 49. Lebensjahres äußert sich Angelo Roncalli wie folgt: „Seit der Zeit, da ich von daheim weggegangen bin, als ich etwa zehn Jahre alt war, habe ich viele Bücher gelesen und vieles gelernt, was ihr mich nicht lehren konntet. Aber diese wenigen Dinge, die ich von Euch gelernt habe, sind immer noch die wertvollsten und wichtigsten, sie schützen die vielen anderen Dinge, die ich später gelernt habe in so vielen Jahres des Unterrichtens, und geben diesen Dingen Wärme“ 5 .
1901 begibt sich Angelo Roncalli nach anfänglichen Bedenken seines Vaters zum Theologiestudium nach Rom. Seine Studienzeit muss er, auf Grund eines einjährigen Militärdienst, unterbrechen 6 . Der Militäraufenthalt hat Angelo in mannigfacher Art und Weise beeinflusst sowie geformt, denn in dieser Zeit trat er, nach weltfremden Seminarbeziehungen, mit Menschen außerhalb des Seminars in soziale Kontakte und Lebenswirklichkeiten. Er gelangt in diesem Zeitraum an geistlicher Reife. Seine Weihe zum Priester erfolgt im Jahr 1904 in Rom. In den Jahren 1905 bis 1914 wirkt Roncalli als Sekretär des Bischof von Bergamo, Radini- Tedeschi von Bergamo 7 . Angelo erinnert sich zeitlebens gerne an die Zeit mit Bischof Radini- Tedeschi zurück, denn dieser übt einen gewissen Einfluss auf ihn aus und wird zu dessen Mentor, auf den er hinaufblickt. Mit dem Tod seines Förderers verliert Roncalli sein Sekretärsamt 8 .
5 A. Melloni: Ursprung und Entwicklung der geistigen und geschichtlichen Entwicklung Roncallis, in:
Alberigo, G.- Wittstadt, K.(Hrsg.), Ein Blick zurück- nach vorn: Johannes XXIII. Spiritualität Theologie
Wirken, 1992, S.44.
6 siehe hierzu genauer: Melloni, A.: Ursprung und Entwicklung der geistigen und geschichtlichen
Entwicklung Roncallis, in: Alberigo, G.- Wittstadt, K.(Hrsg.), Ein Blick zurück- nach vorn: Johannes
XXIII. Spiritualität Theologie Wirken, 1992, S.13-19.
7 vgl.: P.C. Dahm: Johannes XXIII, 1961, S. 38-39.
8 vgl.: P.C. Dahm: Johannes XXIII, 1961, S. 38-39.
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Arbeit zitieren:
Ulrike M. S. Röhl, 2006, Johannes Paul der Große? Johannes Paul II. in seiner kirchenhistorischen Bedeutung, München, GRIN Verlag GmbH
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