Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Arbeits-Hypothese 6
3 Auseinandersetzung 7
3.1 Weshalb ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig? 7
3.2 Wie wurde untersucht? 8
3.2.1 Methodik 9
4 Bedeutung von Informationstechnologie 10
4.1 für die Schweiz 10
4.2 für Entwicklungsländer in Afrika 12
4.3 Verhältnis Internetbenutzer zur Bevölkerung 16
5 Schweizer IT-Projekte in Entwicklungsländern Afrikas 21
5.1 Projekte verschiedener schweizer Institutionen/Hilfswerke 21
6 Das Internet in Afrika 23
6.1 aus politischer Sicht 23
6.2 aus afrikanischer Sicht 25
7 Bedarfsfrage (IT in den Entwicklungsländern Afrikas) 26
8 Transportfrage 28
9 Energieversorgung 29
10 Verfügbarkeit von Daten 31
11 OLPC - der 100 -Laptop 33
12 ClassmatePC 36
13 Vergleich des OLPC mit dem ClassmatePC 38
14 Ausrangierte PC's der Schweiz als Alternative zu OLPC/ClassmatePC 42
14.1 Verfügbarkeit 42
14.2 Verwendbarkeit 42
14.3 Im Vergleich mit dem OLPC-Laptop und dem ClassmatePC 43
14.3.1 Material 43
14.3.2 Energie 43
14.3.3 Kosten 43
14.3.4 Entsorgung nach Gebrauch 44
1
15 Ergebnisse der Untersuchung 45
16 Résumé 47
17 Anhang 49
17.1 Denitionen: 49
17.2 Interview mit Patrick Baumann, TechShare 50
17.3 Interview mit Linuxola 53
17.4 Interview mit Peter Niggli, Alliance Sud 54
17.5 Antwort von Dr. Peter van Eeuwijk 56
17.6 Questionnaire 57
17.7 Fragebogen an die angeschriebenen Hilfswerke 60
17.8 Abgelehnte Interviewanfragen 63
17.9 C Code zur Primzahlenberechnung 64
2
Zusammenfassung
Wir leben in einer Welt mit einer tiefen Kluft zwischen Arm und Reich. In den reichen Ländern erlebt die IT ein anhaltendes Wachstum, in den armen Ländern, namentlich in Afrika, fehlt sie noch weitgehend. Um den Menschen in der Dritten Welt den Anschluss an das Computer-Zeitalter zu ermöglichen, wurden das Projekt One Laptop per Child (OLPC) und der ClassmatePC entwickelt. Einzelne Organisationen liefern ausgediente PCs aus der ersten in die Dritte Welt. Diese Projekte haben aber bis heute keinen Durchbruch erzielt. Afrika hat den Anschluss an das IT-Zeitalter noch nicht gefunden. Während in Europa jeder zweite Einwohner über einen Internetanschluss verfügt, ist es in Afrika nicht einmal jeder 25. Computergeräte nden sich in Afrika erst in der staatlichen Verwaltung und in den Universitäten, nicht aber oder nur ausnahmsweise in Privatbesitz. Angefragte Hilfswerke betonen zwar die Wichtigkeit von Grundbildung und Berufsausbildung, halten aber die Vermittlung von IT-Kenntnissen und die Ausstattung von Schulen in der Dritten Welt mit Computergeräten nicht für prioritär.
Für die Computerisierung der Entwicklungsländer Afrikas fehlt zur Zeit die nötige Infrastruktur: Elektrizitäts- und Telefonnetze sind vielerorts nicht verfügbar oder mit grossen Mängeln behaftet. Die oben erwähnten OLPC und ClassmatePC entsprechen den Vorstellungen der Industrienationen und weisen gegenüber herkömmlichen Secondhand-PCs keine überzeigenden Vorteile für die Dritte Welt auf. Zudem fehlt es vollständig an Konzepten zur Entsorgung ausgedienter Computer.
Zusammenfassend fragt sich, ob Afrika von aussen her mit IT versorgt werden soll. Solange die Menschen in Afrika nicht einmal ihre Grundbedürfnisse decken können, fehlt auch die Nachfrage nach Informationstechnologie. Soweit Hilfswerke Schulen mit Computern ausrüsten wollen, stehen genügend ausgediente, aber noch voll funktionstüchtige PCs aus der ersten Welt zur Verfügung. Afrika ist noch nicht bereit Africa is not yet ready, sagt Gideon H. Chonia, ein Ghanese, der jahrelang sein Heimatland mit Secondhand-Computern aus der Schweiz beliefert hat.
Vorwort
Die Frage der vorliegenden Bachelor-Arbeit Welche Informationstechnologie braucht Afrika ? ist spannend und gleichzeitig aktuell. Auch wenn es zutreend ist, dass der Kontinent Afrika noch viele andere und wohl auch dringendere Probleme zu lösen hat als die Wahl der richtigen Kommunikationstechnologie. Trotzdem ist die Bedeutung der Bearbeitung und Weitergabe von Information und Wissen für die Weiterentwicklung eines Landes nicht zu unterschätzen.
Entwicklung ist ein Prozess des gesellschaftlichen Wandels, der durch politische und soziale Auseinandersetzungen vorangetrieben oder manchmal auch gebremst wird. Dabei spielen die externen Kräfte meistens eine untergeordnete Rolle. Die Unterstützung von aussen sollte sich immer auf die Verbesserung der Lebensumstände der Ärmsten konzentrieren und ihnen damit neue Perspektiven erönen. Eine solche könnte gerade die Informationstechnologie darstellen. Vielleicht noch nicht heute, aber vielleicht schon in wenigen Jahren. Dabei ist es wichtig, dass ein solcher Weg behutsam gegangen wird. Das Tempo und die Art und Weise muss die lokale Bevölkerung vorgeben und darf nicht von aussen diktiert werden. Ansonsten ist ein Scheitern bereits zum Voraus programmiert. Es bleibt abzuwarten, ob die Prognosen der vorliegenden Arbeit zutreen oder nicht. Es wäre Afrika zu wünschen, wenn die breite Einführung der Informationstechnologie zu einer Verbesserung der künftigen Entwicklung beitragen könnte.
Im November 2008
Urs Winkler Geschäftsführer World Vision
1
Kapitel 1
Einleitung
Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger. Weit über 800 Millionen Menschen sind dauernd schwer unterernährt. Zwischen der Sahara und Südafrika leben fast 200 Millionen Menschen ohne ausreichende Nahrung, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung Afrikas. Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts (1990 2000) ist die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen um rund 100 Millionen gestiegen (Ziegler 2003, p. 60).
Gleichzeitig wächst der Welthandel mit beeindruckender Geschwindigkeit. In weniger als zehn Jahren hat sich das Welthandelsvolumen verdreifacht (Ziegler 2003, p. 12). Das grösste Handelsvolumen erzielt neben Brennstoen der Informations- und Kommunikationssektor (Ziegler 2003, p. 65).
Das Vermögen der 15 reichsten Menschen der Erde übertrit das Brutto-Inlandprodukt sämtlicher afrikanischer Staaten zwischen der Sahara und Südafrika (Ziegler 2003, p. 60). Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer eine Binsenwahrheit. Obwohl sich die Verbreitung des Internets in allen Schichten und in sämtlichen Gebieten des täglichen Lebens ständig erhöht, ist die Nutzung des Internets nach wie vor in erster Linie den so oder so bereits privilegierten Menschen vorbehalten (Kim 2003, p. 228). Wie kann der Graben zwischen reichen Ländern und Entwicklungsländern überwunden oder wenigstens verkleinert werden, wenn arme Menschen namentlich in Afrika keinen Zugang zu IKT (Informations- und Kommunikationstechnolgie) haben? Wenn sie noch nie einen Computer gesehen haben, geschweige denn, mit Computertechnologie umzugehen wissen? Diese Gedanken hat sich auch Nicholas Negroponte, Professor am MIT Media-Lab, gemacht und den OLPC (auch XO-1 oder 100$-Laptop) gemeinsam mit seinem Team entwickelt.
OLPC (originally a group at the Media Lab of MIT, now an independent organisation) proposed to design a low cost laptop intended for use by children
2
in developing nations. The laptop is poised to empower and educate children through the use of technology, and connect the world's next generation of thinkers. (olpc.com 2008)
Zusammengefasst sind Computer aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Zumindest wenn man die Lage in Europa, den USA und Teilen Asiens betrachtet. Ganz anders hingegen sieht die Situation in Entwicklungsländern und speziell in Afrika aus. Die Verbreitung von Computern ist dort noch gering, an Heimcomputer wie wir sie uns gewohnt sind, ist nicht zu denken. Verschiedene Projekte versuchen, diese Situation zu verändern und haben zum Ziel, Entwicklungsländer mit Computern auszustatten, wie zum Beispiel das oben erwähnte OLPC-Projekt. Welche Informationstechnologie aber brauchen Entwicklungsländer in Afrika?
Sind vielleicht die ausgemusterten Computer aus den Industriestaaten wie der Schweiz eine mögliche Quelle für Computer-Geräte? Braucht es speziell gefertigte Rechner? Oder spezielle Software?
Oder transportieren Industriestaaten bloss ihren Elektroschrott in Entwicklungsländer? Welche Projekte gibt es? Wie wird vorgegangen? Sind aktuelle Hilfsprojekte erfolgreich? Sind diese Projekte den Bedürfnissen von Entwicklungsländern angepasst? Sind Projekte wie das OLPC 1 -Projekt oder das ClassmatePC 2 -Projekt sinnvoll? Wären allenfalls die ausrangierten PC's der Schweiz nicht ebensogut noch in Afrika brauchbar?
Immerhin wird im Durchschnitt jeder Computer der in schweizer Unternehmen eingesetzt wird nach 5 Jahren ersetzt, auch wenn dieser noch voll funtionstüchtig ist (Linuxola.org 2008).
Verschiedene Organisationen und Institutionen wollen versuchen, diese Tatsache zu nutzen. Eine dieser Institutionen ist in der Schweiz ansässig und nennt sich LINUXOLA:
linuxola will einen Beitrag zur Überbrückung des technologischen Grabens zwischen der entwickelten Welt und den benachteiligten Regionen, besonders in Afrika, leisten und jungen Menschen dort den Zugang zur Informations- und Computertechnologie ermöglichen (Linuxola.org 2008).
linuxola sammelt funktionstüchtige Computer in der Schweiz, versendet sie nach Afrika und begleitet die Projekte vor Ort.
linuxola ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Projekt Penguins 4 Africa 2007 den Förderpreis des DEZA (Departement für Entwicklung und Zusammenarbeit) bekommen hat. Auch dem Umstand, dass ausgemusterte, funktionstüchtige Computer entsorgt und gleichzeitig neue Computer für den Einsatz in Entwicklungsländern produziert werden, versucht sich diese Arbeit anzunehmen und zu klären, ob es sich dabei tatsächlich um eine Widersprüchlichkeit handelt oder dieser Sachverhalt vielleicht begründbar ist.
1 OLPC - One Laptop Per Child - http://www.laptop.org/
2 INTEL ClassmatePC - http://www.classmatepc.com/
3
Informationstechnologie soll Afrika helfen, die Entwicklung des Kontinents voranzutreiben, die Menschen weiterzubringen und Wohlstand zu verschaen. Eine ozielle Stelle der Schweiz, das DEZA ist zum Schluss gekommen, dass Informationstechnologie in Afrika vier essentielle Funktionen habe: Ezienzsteigerung, indem mehr Leute mit weniger Mitteln erreicht werden können. Eektivität, indem interaktive Kommunikation öentliche Dienste wie z.B. das Gesundheitswesen verbessern können.
Produktivität, indem kleine Unternehmen schnelleren und besseren Zugri auf Informationen bekommen.
Steigerung des Arbeitsmarkts, indem ein neuer Arbeitsbereich entsteht, der sich mit Informationstechnologie befasst.
Gleichzeitig aber schreibt das DEZA: A telephone connection and internet terminal installed in a remote village in Africa will not automatically lead to poverty reduction (SDC 2005).
Wie also schaut diese Art von Hilfeleistung durch bereitstellen von Informationstechnologie konkret aus?
Etwa 6'677'564'000 Menschen lebten Ende Juli 2008 schätzungsweise auf unserem Planeten (CIA 2008).
Im Jahre 2005 wurden 1,018,057,389 Internetanschlüsse gezählt (CIA 2008). Die allermeisten davon in den Industriestaaten. Dies wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass auf 56Gbps Datenverkehr zwischen Europa und den USA gerade einmal 0,2Gbps Datenverkehr zwischen Europa und Afrika entfällt (Nuscheler 2005, p. 59). Oder anders ausgedrückt: während in Industriestaaten wie der Schweiz, Grossbritanien oder den USA durchschnittlich bis zu 76 Computer auf 100 Personen in Gebrauch sind, sind es in Angola oder Kamerun zwischen 0,1 und 0,6 Computer auf 100 Personen (Globalis 2002). Obwohl also Computer in bestimmten Ländern fehlen, werden sie in der Schweiz entsorgt, auch wenn sie noch voll funktionstüchtig sind.
Gleichzeitig wird von einer Gruppe um den MIT-Professor Nicholas Negroponte ein neuer Laptop für Entwicklungsländer produziert.
Der OLPC ist bis heute kein so grosser Erfolg geworden. Bis 2008 wollten die Verantwortlichen rund 1'000'000 Geräte vertrieben haben und den Preis des 100$-Laptops tatsächlich auf 100$ gedrückt haben.
Die Idee hinter dem 100$-Preis ist, dass Schulbücher in Entwicklungsländern Afrikas für 5 Jahre Unterricht gerade etwa 100$ kosten und so der OLPC zu einem begründbaren Preis hergestellt werden soll. Im Moment - solange nicht mehr Geräte verkauft worden sind - liegt der Preis aber noch bei etwa 180$.
In der Realität sind 300'000 OLPC-Geräte im Einsatz, 600'000 sind produziert und die Entwickler arbeiten an einem kostenezienteren Nachfolgemodell, um weitere Einsparun-
4
hammad Yunus
Wer aber wird dieses Gerät entwickeln?
Und wer setzt sich denn nun dafür ein, dass die Menschen in Afrika eine erstklassige IKT-Versorgung erhalten?
Hat IT in Afrika eine Chance, solange nicht jeder Mensch auf dem Kontinent in seinen Grundbedürfnissen versorgt ist?
Kann Armut ohne raschen Anschluss an die Informations- und Kommunikationstechnologie überwunden werden?
Braucht Afrika nicht dringend Informationstechnologie? Und wenn ja, welche?
5
Kapitel 2
Arbeits-Hypothese
Die Entwicklung neuer Computer, auch des OLPC-Laptops, speziell für Entwicklungsländer macht keinen Sinn, solange gleichzeitig voll funktionsfähige Computer aus der Schweiz entsorgt werden müssen. Würden diese Computer entsprechend genutzt, könnten Entwicklungsländern in Afrika Computer zum Nulltarif zur Verfügung gestellt werden.
6
Kapitel 3
Auseinandersetzung
3.1 Weshalb ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema
wichtig?
Afrika ist der ärmste Kontinent dieser Erde, nahezu eine Milliarde Menschen lebt in den Ländern Afrikas, und die wenigsten Menschen dort haben ein geregeltes Einkommen. In krassem Kontrast dazu steht unsere westliche Welt, die in einer Zeit des Verschleisses von Ressourcen lebt. Unzählige Organisationen, private oder staatliche, versuchen, diese Ungerechtigkeit etwas auszugleichen, indem sie Hilfe für jene Menschen anbieten, die in einer weniger privilegierten Welt leben als wir.
Neben sauberem Wasser und Nahrung stehen mittlerweile auch Geräte der Informationstechnologie auf der Liste der Hilfsgüter, und bereits werden Computer speziell für Menschen in der dritten Welt hergestellt.
Ob diese Geräte aber auch etwas taugen und ob sie überhaupt den Anforderungen der Zielumgebung entsprechen, das soll in dieser Auseinandersetzung mit dem Thema ermittelt werden, ebenso wie die Frage, ob nicht ausgemusterte Computer ebenso ihren Zweck erfüllen würden. Wird am Ziel vorbei entwickelt?
Gibt es nicht bereits genügend Geräte auf diesem Planeten, die noch genutzt werden könnten?
Was taugen diese billig-Computer für Entwicklungsländer überhaupt? Brauchen Menschen in Afrika Computer? Helfen 'wir' damit richtig? Werden vielleicht bloss Luftschlösser gebaut? Kann diese Hilfe überhaupt längerfristig nanziert werden?
Welche schweizer Organisationen bieten überhaupt Informationstechnologie als Hilfsgut an?
Verlagern wir etwa nur ein Entsorungsproblem? Es ist an der Zeit, einige Antworten auf diese Fragen zu suchen.
7
3.2 Wie wurde untersucht?
Für die Untersuchung wurden Projektberichte von bestehenden Projekten herangezogen, Interviews mit Projektverantwortlichen geführt und die beiden bedeutendsten Geräte, die extra für Menschen in der dritten Welt hergestellt werden, getestet. Die 23 grössten Hilfswerke der Schweiz, namentlich
wurden angeschrieben und zu IT-Projekten befragt. Alle angeschriebenen Institutionen wurden zudem um die Möglichkeit eines Interviews angefragt, nur die wenigsten haben darauf allerdings reagiert (siehe Anhang).
Die Kooperationsbereitschaft der meisten Institutionen zu diesem Thema ist enttäuschend. Ist Informationstechnologie in Afrika etwa kein Thema für unsere Hilfswerke? Allenfalls sogar zu recht?
Weiter wurden Fragebögen (siehe Anhang) an Schulen in Mali und Tanzania gesendet. Bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieser Arbeit sind nicht alle Fragebögen zurückgekommen.
8
3.2.1 Methodik
Zur Untersuchung wurden quantitative (mittels Fragebogen) sowie qualitative (mittels Interviews) Methoden der Untersuchung herangezogen. Neben einer gründlichen Literaturrecherche und Filmanalysen wurden zudem die beiden wichtigsten Computer, gefertigt speziell für die dritte Welt, beschat und getestet.
Anhand der Daten, die die Fragebogen hätten liefern können, sollten statistische Werte ermittelt werden nämlich: Fragebogen an die Hilfswerke in der Schweiz:
• Sind IT Projekte vorhanden?
• Was sind das für Projekte? / Wie sehen diese aus?
• Welche Motivation treibt zu solchen Projekten an?
• Welche Computer (OLPC / ClassmatePC / ausrangierte PC's) kommen zum Einsatz?
• Wie kommen diese Projekte an? Welche Honung steckt in ihnen?
Fragebogen an Schulen in Mali und Tanzania:
• Denken die Schüler vor Ort, sie bräuchten Computer in der Schule?
• Denken die Schüler vor Ort, sie protierten von Computern in der Schule?
• Wissen sie überhaupt was ein Computer / das Internet ist?
• Wozu würden sie Computer / Internet nutzen, wenn sie freien Zugang hätten?
Neben den statistischen Daten sollten mir verschiedene Interviews und Gespräche einen Einblick sowie Hinweise über Details im Sinne von Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen aber vor allem Einschätzungen von Personen die Experten auf diesem Gebiet sind, liefern. Der Interviewpartner würde dabei nicht als Einzelfall, sondern als Repräsentant einer Gruppe in die Untersuchung mit einbezogen (Flick 2006, p. 139). Vorbereitete Interviewfragen liess ich dabei situationsangemessen im Gespräch einiessen (Schmidt-Lauber 2007, p. 177) als Leitfaden der Gespräche. Dadurch wurde dem Interviewpartner genügend Raum gelassen, ich sicherte mich aber ab, dass sich das Gespräch nicht in anderen, zu persönlichen Themen verlieren würde. Die Auswertung von Experteninterviews richtet sich vor allem auf Analyse und Vergleich der Inhalte des Expertenwissens (Flick 2006, p. 141).
9
Kapitel 4
Bedeutung von
Informationstechnologie
4.1 für die Schweiz
Der Computer beziehungsweise die Computertechnologie im Allgemeinen ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken und hat in alle Bereiche Einzug gehalten. Eine enorme Industrie ist um die EDV entstanden, ein komplett neuer Industriezweig ist herangewachsen. Dabei kann die Form des Einsatzbereichs von Computern enorm variieren. Von einfachen Textverarbeitungsmaschinen, die die Schreibmaschine als Schreibinstrument abgelöst haben über integrierte Computer, die Flugzeuge steuern und sicher von A nach B bringen, bis hin zu Hochleistungsrechnern, die Crashsimulationen durchführen und den Dummy in der Autoindustrie immer weniger notwendig machen. Computer existieren in einer unglaublichen vielzahl von Formen und sind von einem wahrscheinlich nicht bezierbaren Wert für die Wirtschaft.
Als der Jahresumbruch 1999 / 2000 näher rückte, hielt die Welt den Atem an, weil nie-mand voraussehen konnte, wie sich Computer bei einer Umstellung der Zahlen von '99 auf '00 verhalten würden. Es wurde schlicht vergessen, dass vier Zahlen - anstelle von zwei - notwendig sind, um eine Jahreszahl eindeutig darzustellen. Banken druckten sämtliche relevanten Daten auf Papier aus und Grossverteiler rüsteten sich für die Hamsterkäufe, die kurz vor dem Jahreswechsel einsetzten. Tatsächlich elen einzelne ältere Rechner auf das Datum des 1.1.1970 zurück und Unsummen wurden in die Behebung des Fehlers investiert, doch konkret passiert ist nichts.
Entweder hatten also Informatiker auf der ganzen Welt hervorragende Arbeit geleistet oder aber die Abhängigkeit der Menschheit von Computern ist doch nicht so gross wie (damals) angenommen. Die Wahrheit liegt vermutlich wie so häug irgendwo dazwischen.
10
Obwohl die Schweiz den grössten Absatzmarkt pro Kopf in Europa für die EDV-Industrie darstellt, hat es 'die Schweiz' verpasst, einen namhaften Industriezweig Informatik aufzubauen. Einzig die Unternehmung Logitech, die 1982 die erste Computer-Maus in Serie herstellte, schate den Sprung vom schweizer Kleinunternehmen in die Liga des Silicon Valley (Henger 2008). Nach etlichen Jahren einer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte werde sich die Informatikbranche nun wie auch andere Wirtschafts- oder Wissenschaftszweige aktiv um eine positive Reputation in der Gesellschaft bemühen müssen oder werde nach und nach an wirtschaftlicher, sozialer und wissenschaftlicher Bedeutung verlieren (Golliez 2005), schreibt das Branchen-Verband Magazin Informatik-Spektrum und bedauert einen rückläuge Zahl der Neuanmeldung zu den Informatikstudiengängen um bis zu 50% in der Schweiz. Und tatsächlich, es waren kaum je so viele oene Stellen für Informatik-Berufe frei wie zur Zeit, und Jobbörsen prophezeien gar glänzende Perspektiven für IT-Fachleute (Maurer 2007).
Informationstechnologie hat in der Schweiz eine enorme Bedeutung, aber lange nicht die, die sie haben könnte. Es besteht jedoch Honung, dass sich eine Trendwende einstellt: Microsoft, IBM, SAP und Google waagten den Schritt als grosse Unternehmen, die in den letzten Monaten in der Schweiz ein Forschungslabor errichtet haben. Dies ist nicht zu letzt der ETH und den vielen in der Schweiz angesiedelten renomierten Fachhochschulen zu verdanken.
11
Arbeit zitieren:
Tobias Vogel, 2008, Welche Informationstechnologie braucht Afrika?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Tobias Vogel's Text Welche Informationstechnologie braucht Afrika? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tobias Vogel hat den Text Welche Informationstechnologie braucht Afrika? veröffentlicht
Tobias Vogel hat einen neuen Text hochgeladen
Future Generation Information Technology
First International Conference...
Young-hoon Lee, Tai-hoon Kim, Wai-Chi Fang
What Works - Welches Wissen braucht die Soziale Arbeit?
Zum Konzept evidenzbasierter P...
Hans-Uwe Otto, Andreas Polutta, Holger Ziegler
Cours d'analyse de l'École Royale Polytechnique. I partie. Analyse alg...
Augustin-Louis Cauchy
Mehrsprachigkeit aus neurolinguistischer Sicht
Eine empirische Untersuchung z...
Gerda Videsott
Mehrsprachigkeit aus neurolinguistischer Sicht
Eine empirische Untersuchung z...
Gerda Videsott
Aus anderer Sicht / The Other View
Die frühe Berliner Mauer / The...
Annett Gröschner, Arwed Messmer, Martin Hager
Grüezi! Bei welchen Verbrechen dürfen wir behilflich sein?
Die Schweiz als logistisches Z...
Werner Rügemer
0 Kommentare