Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften. 3
2.1. Begriffserklärung 3
2.2. Charakteristika der nichtehelichen Lebensgemeinschaft 3
2.2.1. Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht 4
2.2.2. Lebensgemeinschaften mit Heiratsabsicht. 4
2.3. Gründe für das Zusammenleben ohne Trauschein 5
2.3.1. Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht 5
2.3.2. Lebensgemeinschaften mit Heiratsabsicht. 6
3. Ethische Bewertungsaspekte. 7
3.1. Sexualität 7
3.2. Familienplanung 10
3.3. Unbedingte Annahme 12
3.4. Lebensstrategische Planung. 14
4. Literatur 16
- 1 -
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit thematisiert nichteheliche Lebensgemeinschaften und die damit verbundene Frage, ob diese ethisch vertretbar sind. Die Materie ist von besonderem Interesse, da es in der heutigen Zeit immer mehr Menschen gibt, die sich nicht trauen lassen wollen und auch ohne Trauschein glücklich eine Partnerschaft führen. Für mich stellt sich jedoch die Frage, welche Gründe für diese Paare ausschlaggebend sind, sich nicht trauen zu lassen. Weiterhin interessieren auch mögliche Probleme aus dem Leben ohne Trauschein. Besonderen Wert lege ich darauf, zu ergründen in welchen Bereichen diese Lebensformen ethisch vertretbar sind und in welchen Bereichen nicht. Das zweite Kapitel befasst sich allgemein mit nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Zunächst findet eine umfassende Begriffserklärung statt. Es wird weiterhin dargelegt, wodurch sich diese Lebensgemeinschaften auszeichnen und welche Gründe und Motive es für eine derartige Lebensform gibt. Dabei werden die Lebensformen mit und ohne Heiratsabsicht unterschieden.
Das dritte Kapitel umfasst den eigentlichen Kern der Arbeit. Hierbei werden ethische Bewertungsaspekte genauer beurteilt. In das Sichtfeld der Betrachtung rücke ich die Sexualität in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Es wird erörtert aus welchen Gründen Menschen Sexualität praktizieren und ob diese verschiedenen Motive ethisch auch gleich beurteilt werden können. Des Weiteren wird die Gründung der Familie näher betrachtet. Es wird behandelt, was eine christliche Familie ausmacht und ob die nichteheliche Familie diesen Kriterien gerecht werden kann. Ebenso werden die unbedingte Annahme und die lebensstrategische Planung genauer erörtert. Auf Grund der besseren Lesbarkeit und Übersicht werden in dieser Arbeit ausschließlich männliche Termini verwendet. Gemeint sind natürlich stets beide Geschlechter. Ausnahmen dazu sind klar gekennzeichnet. Zitate sind der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.
2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften
2.1. Begriffserklärung
Für die nichteheliche Lebensgemeinschaft kursieren in der Forschung verschiedene Begriffe. Früher verwendete man häufig den Begriff der ‚wilden Ehe’ oder ‚Konkubinat’ (lat. concubinatus = „gesetzlich nicht anerkannte, aber nicht strafbare außereheliche Dauergemeinschaft“, STOWASSER 1994, S. 107). Diese Formulierungen waren eindeutig abwertend. Wegen dieser abwertenden Begriffe suchte man für diese Art von Gemeinschaft zunächst wertneutrale Bezeichnungen.
Dies wirft allerdings Probleme auf, da eine Definition eines Sachverhaltes immer mittels der Sprache dargestellt wird und Sprache nicht neutral ist, da sie immer verschiedene Interessen transportiert. „Einerseits soll die Ehe als der Normalfall von Beziehungsgestaltung verteidigt werden, andererseits aber sollen ehealternative Beziehungsformen propagiert werden“ (KOPP 2000, S. 22).
Da Begriffe der herkömmlichen Ehe gesucht werden und gleichzeitig die Offenheit für neue Lebensformen betont werden soll, kommt es zu in sich widersprüchlichen Formulierungen, wie z.B. ‚Heirat ohne Ehe’ oder ‚nichteheliche Ehe’. In der Umgangssprache allerdings entstehen Begriffe, wie ‚voreheliche Beziehung’, ‚faktische Ehe’, ‚Ehe ohne Heirat’, ‚Ehe ohne Ring’, ‚Vor-Ehe’, ‚Ehe auf Widerruf’ oder ‚Ehe auf Probe’.
Im Laufe der Zeit entstehen inhaltliche Umkehrungen, bei denen der formale Charakter der Ehe in den Hintergrund rückt und sich das Interesse auf den privaten Aspekt der Paarbeziehung konzentriert: ‚Lebensgefährtenverhältnis’, ‚Dauerpartnerschaft’, ‚freie Partnerschaft’ oder ‚freie Lebensgemeinschaft’. Hierbei wird besonders der rechtsfreie Beziehungsrahmen betont (vgl. ebd., S. 22-23). In der folgenden Arbeit wird überwiegend der Begriff der nichtehelichen Lebensgemeinschaft verwendet.
2.2. Charakteristika der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
In der heutigen Zeit haben sich neben der Ehe eine Vielzahl von verschiedenen, individuellen Arten von partnerschaftlichem Zusammenleben entwickelt. Durch diese spezifische Gestaltung zeigt sich, dass ein Zugewinn von Freiheit stattgefunden hat. Man kann sich eigenmächtig für oder gegen eine Partnerschaft und auch für die jeweilige Gestaltung einer Partnerschaft entscheiden.
Im Folgenden wird nun zwischen der Lebensgemeinschaft ohne und mit Heiratsabsicht unterschieden. Der formale Kern ist allerdings gleich: „Ein Mann und eine Frau wohnen formlos zusammen und verhalten sich auf Grund einer persönlichen Bindung weitgehend wie Verheiratete, ohne eine vor dem Standesamt und einer Kirche geschlossenen Ehe mit ihren rechtlichen Folgen eingegangen zu sein“ (ebd., S.34).
2.2.1. Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht
Diese Art von Zusammenleben, d.h. eine Paarbeziehung zu führen mit der bewussten Ablehnung gegen die Ehe, steht nun hier im Mittelpunkt der Erörterung. Die Partner haben sich hierbei bewusst gegen die Ehe entschieden und bevorzugen das freie Zusammenleben als konkrete Alternative zu der herkömmlichen Ehe. Wesentlich sind für die Partner meist die gemeinsamen Interessen. Die Schwierigkeit, die sich in dieser Form zu leben zeigt, ist, dass es keine klaren Vorbilder für die Beziehung gibt und somit viele Diskussionen entstehen, da vieles intensiv und konfliktreicher geklärt und geregelt werden muss. Die Gestaltung dieses Zusammenlebens wird demnach nicht durch Rechte und Reglementierungen bestimmt, sondern als „persönliche, private Angelegenheit verstanden“ (KOPP 2000, S.35).
Diese Art von Beziehung orientiert sich an dem Leitbild der Liebe und mit der ihr verbundenen Zärtlichkeit. Im Vordergrund steht demnach die emotionale Ausprägung und die Treue. Sollten diese Bedingungen nicht mehr gegeben sein, so wird die Partnerschaft aufgelöst, da Paare nach diesem Verständnis nicht länger zusammenbleiben als es ihnen selbst bereichernd und positiv zu Gute kommt.
Entscheidend ist hierbei die augenblickliche Situation und die Hoffnung, dass dieser Zustand möglichst lange anhält. Das zentrale Problem, welches sich demnach herausstellt, ist die lebenslange Dauerhaftigkeit. Die Partner „stehen täglich neu vor der Aufgabe, sich zur Fortsetzung der Beziehung um den Anderen bemühen zu müssen“ (SÜSSMUTH 1990 in: KOPP 2000, S. 35).
2.2.2. Lebensgemeinschaften mit Heiratsabsicht
Die Gestaltung der hier angegebenen Lebensweise unterscheidet sich in zentralen Punkten von der Lebensgemeinschaft ohne Heiratsabsicht (vgl. 2.2.1). Hierbei wird nämlich eine Heirat in absehbarer Zeit angestrebt. Das heißt, es besteht der Wunsch nach einer dauerhaften, tragfähigen und zuverlässigen zwischenmenschlicher Beziehung. Diese ist nach MIETH ein sehr sinnvolles Ideal, da sich das Paar einer persönlichen Prüfung vor der ehelichen Bindung unterzieht (vgl. MIETH 1984 in: KOPP 2000, S. 36). Das Paar führt hierbei bereits einen eigenen Haushalt und bildet eine wirtschaftliche Gemeinschaft. Die Ehe wird in ihrer Bedeutung dermaßen ernst genommen, dass das Paar den Schritt erst wagen möchte, wenn eine subjektive Sicherheit besteht.
Arbeit zitieren:
Christina Schlicker, 2007, Die ethische Vertretbarkeit nichtehelicher Lebensgemeinschaften, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Christina Schlicker's Text Die ethische Vertretbarkeit nichtehelicher Lebensgemeinschaften ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christina Schlicker hat den Text Die ethische Vertretbarkeit nichtehelicher Lebensgemeinschaften veröffentlicht
Christina Schlicker hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rechtsstellung nichtehelicher Lebensgemeinschaften - The Legal Sta...
Jens M. Scherpe, Nadjma Yassari
Nichteheliche Lebensgemeinschaften
ARD Ratgeber Recht
Karin Vetter, Karl-Dieter Möller, Thomas Nell
Handbuch der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
Steuerliche Ausführungen durch...
Detlef Burhoff, Volker Willemsen
Rechtsfragen des nichtehelichen Zusammenlebens
Ein Ratgeber für gleich- und v...
Herbert Grziwotz
Rechtsregeln für nichteheliches Zusammenleben
Inge Kroppenberg, Dieter Schwab, Dieter Henrich, Peter Gottwald, Andreas Spickhoff
Lebensstile und Entwicklungspfade nichtehelicher Lebensgemeinschaften
Eine empirische Analyse mit de...
Daniel Lois
0 Kommentare