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Für die Zeit vor dem 8. Jh. v. Chr. fehlen allerdings jegliche schriftliche Quellen. Deshalb fand man andere Wege, um Belege für eine Existenz vorliegen zu haben. Darin fällt die Betrachtung der Homerischen Epen, ein Blick auf die Archäologie oder Mythenbildung, oder man vergleicht fremde Kulturen, die ebenfalls eine alte, frühere Schriftkultur hatten. Für die Griechen kann man festhalten, dass es Texte aus dem 13. Jh. v. Chr. gibt, die in Linear B abgehalten sind. An archäologischen Zeugen gibt es Reste der Mykenischen Zivilisation, die bis in das 16. Jh. v. Chr. zurückreichen. Die Rekonstruktion bleibt hier allerdings eine archäologische Frage, da man die vorhandenen älteren Linear A- Schriften noch nicht entziffert hat. Die jüngere, in Mykene gefundene Linear B ist eine ältere Form des Griechischen und wurde in den 50er Jahren entschlüsselt.
Die Festungen der mykenischen Palastkultur waren siedlungshierarchisch angelegt, dienten kultisch-religiösen Zwecken und waren logistisches, politisches, soziales und ökonomisches Zentrum. Die Anlagen dienten auch der Repräsentation. Das Zentrum war der Herrscherpalast und der König war zugleich politischer als auch religiöser Herrscher. Die Wirtschaft war durch eine Verwaltung geprägt, die sämtliche Getreideein- und Ausgänge registrierte, wodurch eine Schrift nötig wurde.
Als wichtige Quellen schriftlicher Zeugnisse über anfängliche Entstehung Griechenlands, bieten die Homerischen Epen erste Einsicht. Ihre Entstehungsgeschichte ist genauso umfangreich, wie ihr Inhalt. Fragen, ob die Epen im 8. Jh. v. Chr. oder gar schon im 13. Jh. v. Chr. Oder vielleicht sogar von zwei verschiedenen Personen geschrieben wurden, lassen sich möglicherweise erst im 9. Jh. v. Chr. Durch Inschriften auf archäologischen Funden ansatzweise beantworten. Derartige Funde um 700 bis 650 v. Chr. zeigen zumindest, dass Homers Epen überhaupt existiert haben. Es liegen genügend Beweise vor, sodass feststeht, dass 500 Seiten Umfang nicht im Kopf gespeichert werden können. Es kommt die Frage hinzu, wann jemand Dichtung schriftlich konzipieren kann. Lernten Griechen schriftliche Techniken aus dem Orient zu verwenden oder ist es möglich, dass sie ihren eigenen Stil entwickelten?
Geistesgeschichtliche Rekonstruktionen Homers und die von Herodot geben uns heute zumindest Einsicht in eine Teilgeschichte der Schriftlichkeit.
Herodots Historien bilden eine weitere literarische Quelle für Nachforschungen. Am Beispiel der Brüder Kleobis und Biton kann man versuchen klar zu machen, dass es teilweise
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schwierig ist, den Wahrheitsgehalt schriftlicher Geschichte mit Funden aus der Archäologie zu verbinden.
Herodot stellt zunächst einmal die Erzählung um die Brüder sehr anekdotisch dar. Hier muss man anmerken, dass dies ebenfalls daran liegen kann, dass der Text eine Übersetzung ist. Versucht der Beobachter eines archäologischen Fundes Schlüsse auf die Anfänge, die frühe Zeit und den Beginn Griechenlands zu ziehen, darf er sich davon nicht beeinflussen lassen. Es gilt, nur die geschichtlichen Daten zu filtern. Nur so ist eine schriftliche Quelle eine reale Möglichkeit, Informationen zu sammeln. So ist Herodot eine umfangreiche Quelle für Belege über Konflikte der Griechen mit den Persern, den Barbaren und für die grausamen Umgangsformen mit „Nicht-Griechen“ oder Fremden mit anderen Sitten. Herodot schreibt über eines der großen geschichtlichen Ereignisse. Er schreibt über die Perser Kriege, die ca. 490/480 v. Chr. waren, und formiert somit griechische Geschichte. Wir lesen bei Herodot, über das Reich Alexander des Großen, dass die Griechen in ihren Anfängen eine andere Weltanschauung hatten, sodass die Welt damals noch eine Scheibe zu sein schien und dass die griechischen Städte allesamt gegen den gemeinsamen Feind aus dem Osten wetterten. Später als Herodot schreibt Aristoteles über die Anfänge Griechenlands. In seiner Staatsphilosophie schildert er die Geschichte der Verfassung Athens umfassend. Doch woher stammen die ganzen Informationen? Im Gegensatz zu Herodot hat Aristoteles eine breitere Vorstellung von Athen. Als Quellen dienten ihm unter anderem Herodot, Inschriften an Bauwerken, Grabstätten oder anderen archäologischen Funden oder aber auch Solons Gedichte. Gegen Ende des 5. Jh. V. Chr. wurden die Gesetze der Athener aufgeschrieben. Die Geschichte wurde jetzt aus Sicht der demokratischen Parteien erzählt. Der Unterschied zwischen Herodot und Aristoteles ist deutlich zu erkennen. Herodot forschte für seinen Erzählungen in Anekdoten, Sprüchen und Inschriften, währenddessen Aristoteles ein Archiv anhäufte, welches Schriften beinhaltete und er somit in Athen die „Stoa Basilleus“, die Verfassung Athens schreiben konnte. Dabei halfen ihm Geschichtsbücher und die Solonischen Gedichte, was seine Arbeit systematischer und vollständiger machte. Dabei wird die Frage aufgeworfen, wie es sein kann, dass ein späterer Geschichtsschreiber seinem Vorgänger gegenüber inhaltliche und ausführlichere Vorzüge aufzuweisen hat. Herodot war im Vergleich mit Aristoteles einige Zeit früher mit der Geschichte Athens befasst. Doch Aristoteles nutzte bei seiner Recherche die Möglichkeit, Herodots vorhandenes Wissen in
Arbeit zitieren:
Michael Bylsma, 2002, „Anfänge“ griechischer Kultur in archaischer Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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