Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Das Ritual. 4
3. Image 4
3.1. Imagebewahrung. 5
4. Techniken der Imagepflege 6
4.1. Der Vermeidungsprozess. 7
4.2. Der korrektive Prozess 8
4.3. Aggressive Verwendung der Techniken der Imagepflege 9
4.4. Kooperation in den Techniken der Imagepflege 10
5. Die Rollen des Selbst 11
6. Sprachliche Interaktion 12
7. Die Natur der rituellen Ordnung. 13
8. Zusammenfassung und kritische Würdigung. 14
Bibliografie. 16
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1. Einleitung
Erving Goffmans Soziologie ist auf den Alltag gerichtet. Er beschäftigte sich mit situativen Handlungssystemen und nicht mit dauerhaften Strukturen, sondern mit Momentaufnahmen des Verhaltens von Menschen, die gemeinsam etwas tun. Er macht die „Interaktionsordnung“ zum eigentlichen und zentralen Gegenstand seiner Arbeiten. Damit umschreibt er jene Räume, Gelegenheiten und Zusammenkünfte, in denen die Individuen in unmittelbarer physischer Gegenwart und Wechselwirkung auf-einandertreffen und miteinander interagieren. (Vgl. Kaesler 1999: 199) Dabei fragt er nach dem, was in einer ganz bestimmten Situation eigentlich vor sich geht. Das Aufeinandertreffen von Menschen in den unterschiedlichsten Situationen ist die Basis der Interaktion, es geht hierbei jedoch nicht um individuelle Verhaltensmuster, die in der Persönlichkeit eines jeden Einzelnen verankert liegen, sondern um die normative Struktur, die das zwischenmenschliche Verhalten regelt. Goffmans Interesse gilt den syntaktischen Beziehungen zwischen den Handlungen unterschiedlicher gleichzeitig anwesender Personen. Dabei befindet sich jeder Handelnde in einer ergebnisoffenen, überraschenden und damit auch riskanten und „bedrohlichen“ Situation, wenn er mit anderen interagiert. (Vgl. Kaesler 1999: 200) In einer Welt sozialer Begegnungen, in der jeder Mensch in direkten oder indirekten Kontakt mit anderen tritt, verfolgt jeder eine Verhaltensstrategie, ob es ihm bewusst ist oder nicht. Goffman beschreibt diese Situation wie folgt: „Jeder Mensch lebt in einer Welt sozialer Begegnungen, die ihn in direkten oder indirekten Kontakt mit anderen Leuten bringt. Bei jedem dieser Kontakte versucht er, eine bestimmte Strategie im Verhalten zu verfolgen, ein Muster verbaler und nichtverbaler Handlungen, die seine Beurteilung der Situation, und dadurch seine Einschätzung der Teilnehmer, besonders seiner selbst ausdrückt“. (Goffman 1971: 10) Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Textbeitrag „Techniken der Imagepflege“, denen Goffman ein Kapitel in seinem Werk „Interaction Ritual“ (Interaktionsrituale) widmet. Dabei werden insbesondere die zentralen Begriffe „Image“ und Ritual“ näher beleuchtet, sowie die „Techniken der Imagepflege“ erklärt und mit Beispielen
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illustriert. Um im Kontext zu bleiben, werden einige Beispiele zur Veranschaulichung der Erläuterungen direkt von Goffman übernommen.
2. Das Ritual
Die Analyse des Rituals in der Interaktion beschäftigt die Sozialwissenschaften mindestens seit Emile Durkheim, der in seiner Religionssoziologie, am Beispiel der australischen Ureinwohner, den Ritualbegriff schon in seinem Dualismus weitgehend differenzierte. Der Begriff des Rituals bildet auch die Grundlage für Goffmans Überlegungen zur direkten Kommunikation. Er beschreibt in dem vorliegenden Text direkte Kommunikation als eine „rituelle Handlung“, deren Objekte die Interaktionsteilnehmer sind. Er möchte vor allem die Bedeutungszusammenhänge zwischen den Individuen und ihren symbolischen Handlungen ergründen.
3. Image
Goffman betrachtet sozial Handelnde auf zwei Weisen, zum einen als Strategen, die nur ihren persönlichen Vorteil im Sinn haben, zum anderen als Subjekte, die festen Ritualen unterworfen sind. Als wichtigstes Bindeglied zwischen beiden Aspekten dient das Image, das Bild des Selbst.
„Der Terminus Image kann als der positive soziale Wert definiert werden, den man für sich durch die Verhaltensstrategie erwirbt, von denen die anderen annehmen, man verfolge sie in einer bestimmten Interaktion. Image ist ein Termini anerkannter Eigenschaften umschriebenes Selbstbild - ein Bild, das die anderen übernehmen können“. (Goffman 1971: 10)
Das Image, das den sozialen Kontakt ermöglicht, wird durch die anderen Interaktionsteilnehmer mit einer emotionalen Reaktion „belohnt“. Wird bei einer Begegnung das Image bestätigt, das man schon lange für sicher hält, so wird man wenig Gefühle dafür entwickeln. Werden die normalen Erwartungen übertroffen, wird man sich „wohl“ oder „bestärkt“ fühlen. Werden die normalen Erwartungen nicht erfüllt, bzw. wird das Image in Frage gestellt, wird man sich „schlecht“ oder „verletzt“ fühlen. Jemand hat ein „falsches Image“, wenn Informationen über den sozialen Wert einer Person zu Tage kommen, die nicht in die von ihm verfolgte Strategie integriert werden können. Jemand besitzt „gar kein Image“, wenn er an einer Interaktion teilnimmt,
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ohne eine Verhaltensstrategie bereit zu haben, die von den Interaktionsteilnehmern in dieser Situation erwartet wird. Personen, die ein falsches oder gar kein Image besitzen nennt Goffman „sie verlieren das Gesicht“. Spürt jemand, dass sein Image stimmig ist, dann reagiert er mit Gefühlen von Vertrauen und Sicherheit.
3.1. Imagebewahrung
Das Ziel des Selbst ist es, Anerkennung zu erhalten und ein stabiles und vorteilhaftes Image aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Mensch in soziale Begegnungen eintreten, in denen er sein Image entfalten kann. Jede Interaktion ist, nach Goffman, immer riskant und bedrohlich. Soziale Begegnungen können das Image bestätigen oder das Selbstbild gefährden. Zur Imagebewahrung ist gleichzeitig „Selbstachtung“ und „Rücksichtnahme“ gefordert.
Deren wechselseitige Beziehung kann als „ritueller Kodex“ bezeichnet werden. Das Ziel ist die Herstellung des „rituellen Gleichgewichts“ oder auch des „Zustands der Achtung“.
„Die doppelte Wirkung der Regeln von Selbstachtung und Rücksichtnahme besteht darin, dass jemand sich bei einer Begegnung tendenziell so verhält, dass er beides wahrt: sein eigenes Image und das der anderen Interaktionsteilnehmer (…) Ein Zu-stand, wo jeder temporär die Verhaltensstrategie jedes anderen akzeptiert, ist erreicht. Diese Art der Anerkennung scheint ein grundlegendes strukturelles Merkmal von Interaktion zu sein, besonders der Interaktion von direkten Gesprächen“. (Goffman 1971: 16)
Die entsprechenden Handlungen, die Imagebeschädigungen entgegenwirken, nennt Goffman „Techniken der Imagepflege“.
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Arbeit zitieren:
Karin Ulrich, 2008, Goffman: Interaktionsrituale, München, GRIN Verlag GmbH
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Erving Goffman: "Interaktionsrituale"
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