Der Wandel, den viele Unternehmen bewältigen müssen, um erfolgreich zu sein, vollzieht sich immer schneller, da die Anforderungen immer mehr wachsen. Bereits Ende der 20er Jahre wurde ein Focus auf die sozio-emotionalen Normen des Wandels bei der Organisation gesetzt. Somit wurde der Grundstein der Human-Relations-Bewegung gelegt. Die Beständigkeit des Wandels war die Devise.
Der organisatorische Wandel umfasst drei Stufen.
Die erste Stufe ist die Reorganisation, die zweite Stufe die Organisationsentwicklung (OE) und die dritte Stufe die Lernende Organisation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historie der Organisationsentwicklung
2.1. Begründer der Organisationsentwicklung
2.2. Grundlage der Organisationsentwicklung in Deutschland
3. Bedeutung von Organisationsentwicklung
3.1. Begriffsdefinition
3.2. Menschenbild in der Organisationsentwicklung
3.3. Interne und Externe Rahmenbedingungen
4. Aufbau der Organisationsentwicklung
4.1. Ansätze der Organisationsentwicklung
4.2. Merkmale der Organisationsentwicklung
4.2.1. Phasen der Organisationsentwicklung
4.2.2. Varianten der Organisationsentwicklung
4.2.3. Methoden der Organisationsentwicklung
4.2.4. Organisationsmaßnahmen auf Gruppenebene
5. Ziele der Organisationsentwicklung
6. Zusammenhang zwischen Organisationsentwicklung und Personalentwicklung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen, Methoden und Anwendungsbereiche der Organisationsentwicklung (OE) zu beleuchten sowie den Zusammenhang zwischen organisationalem Wandel und Personalentwicklung zu verdeutlichen, um die Effektivität und Leistungsfähigkeit moderner Unternehmen nachhaltig zu sichern.
- Historische Entwicklung der OE und ihre Begründer.
- Methodische Ansätze und Phasenmodelle des Wandels.
- Die Rolle des Menschenbildes (Theorie X/Y) in Veränderungsprozessen.
- Interne und externe Rahmenbedingungen, die Organisationen beeinflussen.
- Synergien zwischen Organisations- und Personalentwicklung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Begründer der Organisationsentwicklung
Die Laboratoriumsmethode sowie die Survey-Feedback-Methode sind bekannt durch Kurt Lewin, dessen Erkenntnisse erst seit Ende der 60er Jahre als Grundlage der Organisationsentwicklung in Deutschland gelten. Er gilt als Wegbereiter bzw. als Begründer der sozial-psychologischen „Feldtheorie“. Dabei werden wichtige Gestaltzusammenhänge untersucht, die das ganze Verhalten eines jeden Menschen beeinflussen (Comelli 1985, S.51).
Bei der Survey-Feedback-Methode werden Umfragen gemacht, um die Einstellungen der Organisationsmitglieder zu entdecken. Später treffen sich die Befragten bei einem Workshop wieder und erarbeiten dann die Ergebnisse und nehmen Stellung zu den Aussagen. „Hierbei werden die Beteiligten zu Betroffenen“. Es findet eine Abfolge von Veränderungsprojekten statt, deren Inhalte, die vom Wandel betroffenen Organisationsmitglieder einbezieht (Scheyrögg 1995, S.172).
Die dritte Methode liegt im engen Zusammenhang mit den ersten zwei Methoden. Die Aktionsforschung wird von French und Bell (1977, S.110) als „der Prozess der systematischen Sammlung empirischer Daten über ein System in Bezug auf dessen Ziele und Bedürfnisse; aus dem Feedback dieser Daten an das System und aufgrund zusätzlicher Hypothesen werden Aktionen zur Veränderung einzelner Systemvariablen entwickelt; durch neuen Datenansammlungen werden die Ergebnisse dieser Aktionen überprüft und ausgewertet. Sie greift anstehende praktische Probleme auf und ist so im wörtlichen Sinn anwendungs-wissenschaftlich“(Comelli 1985, S.62).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den wachsenden Anpassungsdruck auf Unternehmen und ordnet den organisatorischen Wandel in drei Stufen ein: Reorganisation, Organisationsentwicklung und Lernende Organisation.
2. Historie der Organisationsentwicklung: Das Kapitel behandelt die Ursprünge der OE in den USA, die Bedeutung von E. Mayo sowie die wissenschaftlichen Beiträge von Kurt Lewin und die Etablierung dieser Ansätze in Deutschland.
3. Bedeutung von Organisationsentwicklung: Hier werden Definitionen, das zugrunde liegende Menschenbild nach McGregor (X-Y-Theorie) sowie diverse interne und externe Rahmenbedingungen für den organisatorischen Wandel erörtert.
4. Aufbau der Organisationsentwicklung: Dieser Abschnitt differenziert Ansätze, Merkmale und Phasenmodelle des Wandels und stellt spezifische Methoden für verschiedene Bezugsebenen (Individuum, Gruppe, Organisation) vor.
5. Ziele der Organisationsentwicklung: Das Kapitel fokussiert auf die Effizienzsteigerung und Humanisierung als zentrale Zielsetzungen, um Organisationen an veränderte Umweltanforderungen anzupassen.
6. Zusammenhang zwischen Organisationsentwicklung und Personalentwicklung: Es wird analysiert, wie Personalentwicklung als integraler Bestandteil der OE Lernprozesse unterstützt und Mitarbeiter befähigt, Probleme aktiv zu lösen.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass OE als Oberbegriff für diverse Interventionsansätze dient, kritisiert die Schwierigkeit der Zielharmonie und betont die systemische Natur des Wandels.
Schlüsselwörter
Organisationsentwicklung, Wandel, Human-Relations, Feldtheorie, Aktionsforschung, Change Agent, Lernende Organisation, Unternehmenskultur, Effizienzsteigerung, Humanisierung, Personalentwicklung, Systemtheorie, Veränderungsmanagement, Teamentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Fundierung der Organisationsentwicklung als Prozess zur Bewältigung des stetigen Wandels in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der OE, die methodische Umsetzung von Veränderungsprozessen, die Einflüsse von Führungskultur und Rahmenbedingungen sowie das Verhältnis zur Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Leser über die Strukturen, Phasen und Techniken der Organisationsentwicklung zu informieren, um die Überlebensfähigkeit von Organisationen durch gezielten Wandel zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Modelle wie das 5-Phasen-Modell und verschiedene sozialwissenschaftliche Theorien in den Kontext der Organisationspraxis setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, definiert Begriffe, untersucht das Menschenbild in der Organisation, beleuchtet interne und externe Rahmenbedingungen und stellt methodische Interventionsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Organisationsentwicklung, Wandel, Effizienzsteigerung, Humanisierung, Change Agent und Aktionsforschung geprägt.
Welche Rolle spielt die Feldtheorie von Kurt Lewin?
Die Feldtheorie dient als wesentliche sozial-psychologische Basis, um die Zusammenhänge und Verhaltensweisen in Gruppen zu verstehen, die für den Erfolg von Veränderungsprozessen entscheidend sind.
Was unterscheidet die drei Varianten der Organisationsentwicklung?
Man unterscheidet die basale (blinde, beiläufige), die strategische (zielgerichtete, als Führungsinstrument) und die reflexive (analytische, interessenbegleitete) Organisationsentwicklung.
Warum wird Personalentwicklung mit Organisationsentwicklung verknüpft?
Da Organisationsentwicklung Lernprozesse impliziert, fungiert die Personalentwicklung als notwendiges Instrument, um die Fähigkeiten der Mitarbeiter zu fördern, damit diese den Wandel aktiv mitgestalten können.
Was ist das Fazit zur „Zielharmonie“ in der Praxis?
Das Fazit hält fest, dass eine vollständige Zielharmonie in der Praxis kaum erreichbar ist und Organisationsentwicklung als ein komplexes, zeitlich dehnbares Projekt verstanden werden muss, das über bloße Summen von Einzelverhalten hinausgeht.
- Arbeit zitieren
- Nesrin Yilmaz (Autor:in), 2008, Organisationsentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131504